Das Wildseeloderhaus am Wildseelodersee in den Kitzbüheler Alpen

Hütten am Bergsee: 20 Sommerhütten zum Baden in den Alpen

Hüttentipps
8 Min.
06.08.2024

Foto: Andreas Jakwerth / Bergwelten Magazin

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von Katharina Brunnauer-Lehner

Wenn der Sommer endlich da ist, lohnt es sich, früh die besten Plätze in den Bergen zu sichern: dort, wo die Temperaturen angenehm und die Getränke gekühlt sind, das Wasser nah, der Ausblick grandios und der Kaiserschmarrn frisch zubereitet ist. Wir haben 20 Hütten am See zusammengetragen – die schönsten Sommerhütten in den Alpen, ausgewählt von der Redaktion und der Bergwelten-Online-Community.

Was gibt es Schöneres, als sich nach schweißtreibenden Höhenmetern in einem kühlen Bergsee abzukühlen? Tatsächlich werden viele dieser Seen über den kurzen, intensiven Bergsommer angenehm warm. Steht dann auch noch eine gemütliche Hütte direkt am Ufer, ist das Vergnügen perfekt. Die folgenden 20 Hütten verteilen sich über Österreich, Bayern und Südtirol – von der Familienalm am warmen Badesee bis zum hochalpinen Stützpunkt für Hartgesottene. Bei jeder Hütte findest du die Wassertemperatur, den Zustieg und die schönsten Touren in der Umgebung.


1. Tappenkarseealm – Salzburg, Radstädter Tauern

Auf 1.768 Metern wird man hier almtypisch mit Jause und Mehlspeisen verköstigt. Übernachten lässt es sich nur wenige Gehminuten entfernt auf der Tappenkarseehütte (1.820 m) am südlichen Seeufer.


2. Bremer Hütte – Tirol, Stubaier Alpen

Alte Bauernregel: Liegt die Hütte am Wasser, sind die Gäste durstiger. Hier stammt das Bier von einer Tiroler Privatbrauerei, Limonaden und Schnäpse kommen von umliegenden Betrieben, der Wein aus Südtirol.

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3. Tiefrastenhütte – Südtirol, Zillertaler Alpen

„Rasten" steckt im Namen – und das geht auf 2.312 Metern hervorragend, bevor man die letzte Etappe des Pfunderer Höhenwegs antritt.

  • Wasser: Am Tiefrastensee sollen einst Zwerge Bergbau betrieben haben. Ob sie bei 10 Grad auch darin gebadet haben? Die Hüttenbelegschaft tut es jedenfalls.

  • Touren: Vom Winnebachtal steigt man in 2,5 Stunden zu. Von der Hütte aus erreicht man die Eidechsspitze (2.738 m, 1,5 h) oder die Hochgrubachspitze (2.809 m, 1,5 h).


4. Kärlingerhaus – Bayern, Berchtesgadener Alpen

In der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden auf 1.638 Metern lässt es sich gut mehrere Tage verbringen – vor allem bei Hüttenverpflegung mit Halbpension.

  • Wasser: Die Kälterekorde am Funtensee machten ihn berühmt: 2001 wurden hier –45,9 Grad Celsius Lufttemperatur gemessen. Das Wasser hat zwischen 8 und 14 Grad.

  • Touren: 4 Stunden dauert der Zustieg von St. Bartholomä inklusive Schifffahrt über den Königssee. Gipfel: Viehkogel (2.158 m, 1,5 h) oder Schönfeldspitze (2.653 m, 4 h).


5. Arthur-von-Schmid-Haus – Kärnten, Hohe Tauern

Klettern ist hier Thema Nummer 1. In direkter Umgebung der Hütte (2.281 m) gibt es zwei Klettergärten und einen recht anspruchsvollen Klettersteig auf das Säuleck – im Wintergarten der Hütte außerdem einen kleinen Boulderbereich.

  • Wasser: Der Dösener See ist der zweitgrößte Bergsee Kärntens. Am Ufer sitzen und übers Wasser schauen ist hier oft schöner als das Baden bei 12 Grad.

  • Touren: Für den Aufstieg vom Dösental braucht man 2,5 Stunden. Ein schönes Gipfelziel gleich hinter der Hütte ist das Säuleck (3.086 m, 2,5 h).

Tipp: Zwischen dem östlichen Ufer des Dösener Sees und der Mallnitzer Scharte kann man den Dösener Blockgletscher besichtigen.


6. Wildseeloderhaus – Tirol, Kitzbüheler Alpen

Wo ein „See" im Tal-, Berg- oder Hüttennamen steckt, kann der Sommer nur gut werden – etwa hoch über dem Pillerseetal, am Fuß des Wildseeloder. Perfekt dazu: die Hüttenköstlichkeiten wie die hausgemachten Schlutzkrapfen.


7. Kaltenberghütte – Vorarlberg, Verwall

Nach dem Bergfrühstück auf 2.089 Metern unternimmt man eine kleine Wanderung. Zur Abkühlung springt man danach direkt in einen der beiden Seen und trocknet anschließend in den Liegestühlen auf der Terrasse in der Sonne.

  • Wasser: Beide Seen – einer 2 Minuten vor dem Haus, der andere 5 Minuten dahinter – sind für gewöhnlich warm genug zum Schwimmen. Beim Baden blickt man auf das Lechquellengebirge mit Grubenjochspitze (2.659 m) und Erzbergspitze (2.536 m).

  • Touren: Der Zustieg von St. Christoph über den Paul-Bantlin-Weg dauert 2 Stunden. Gipfelziele sind die Krachelspitze (2.685 m, 2,5 h) und über wegloses Gelände der Stubener Albonakopf (2.654 m, 1,5 h).


8. Fischunkelalm – Bayern, Berchtesgadener Alpen

Das Bootshaus am Obersee ist ein beliebtes Fotomotiv, die Alm auf nur 620 Metern ein ebenso beliebtes Ausflugsziel. Übernachten kann man nicht, für Einkehrer gibt es aber Jause und Getränke.

  • Wasser: Der Obersee ist nicht so stark besucht wie der Königssee gleich nebenan – baden lässt es sich in beiden wunderbar.

  • Touren: Der Zustieg beginnt mit einer Schifffahrt über den Königssee nach Salet, anschließend wandert man eine Stunde zur Alm. Eine schöne Tourenmöglichkeit ist die Wanderung zu Deutschlands höchstem Wasserfall, dem Röthbachfall im Talschluss (0,5 h).

Deutschland, Schönau am Königssee

Fischunkelalm

Hütte

Bewirtschaftet

Fischunkelalm

Deutschland, Schönau am Königssee

Fischunkelalm

Hütte

Bewirtschaftet


9. Coburger Hütte – Tirol, Mieminger Gebirge

Sie liegt auf 1.920 Metern an gleich zwei Weitwanderwegen, der Via Alpina und dem Adlerweg. Verköstigt wird hervorragend: vom Tiroler Gröstl bis zur Brettljause gibt es bodenständige Klassiker.

  • Wasser: Ein Postkartenblick, wenn sich das gegenüberliegende Zugspitzmassiv im Seebensee spiegelt. Die Hütte liegt auf einer Anhöhe, 250 Meter über dem See – zum Schwimmen muss man also absteigen. Die Wassertemperatur liegt selbst in warmen Sommern bei kühlen 16 Grad, immer noch wärmer als der nahe Drachensee mit nur 10 Grad.

  • Touren: Der Zustieg vom Parkplatz der Bergbahnen in Ehrwald dauert 2 Stunden und ist auch mit Kindern gut machbar. Vom Vorderen Tajakopf (2.450 m, 2 h) bis zur Sonnenspitze (2.417 m, 2,5 h) sind mehrere Gipfel möglich. Auch Kletternde kommen auf ihre Kosten: Der Klettergarten der Hütte (10 Routen, 4 bis 6) liegt nur fünf Minuten entfernt, der Klettergarten Colosseum (5 Routen, 7 bis 9–) rund 20 Minuten.


10. Giglachseehütte – Steiermark, Schladminger Tauern

20 Übernachtungsgäste finden in der kleinen Hütte (1.955 m) Platz. Aber auch, wer nur einkehrt, kann das Hüttenomelett genießen.


11. Rinnerhütte – Oberösterreich, Totes Gebirge

Kinder haben hier auf 1.473 Metern viel Platz zum Austoben. Die Eltern sollten, während sie auf der Terrasse sitzen, den Kaiserschmarrn kosten.

Tipp: Wandert man von der Rinnerhütte zum Hochkogelhaus, sollte man sich die Eishöhle Feuertal auf keinen Fall entgehen lassen.


12. Gartlhütte – Südtirol, Rosengartengruppe

Sie steht auf 2.621 Metern in einem Talkessel, einem „Gartl" aus steilen Dolomitwänden. Auch die Speisekarte zeigt die Lage, wenn es Tiroler Knödel und italienische Spaghetti gibt.

  • Wasser: Der kleine See vor der Hütte und den Vajolettürmen verdunstet im Laufe des Sommers.

  • Touren: Der Zustieg von Gardeccia im Trentino dauert 2 Stunden. Oben bieten sich einige Klettersteige an: etwa auf die Emmaspitze (Federleweg, V–, 400 Hm, 4 h) oder den Rosengarten (Normalweg, bis III+, 370 Hm, 2 h).


13. Lärchenhütte am Zwölferhorn – Salzburg, Salzkammergut-Berge

Hier kann zwar nicht übernachtet werden, dafür muss man nicht allzu früh aufstehen, um pünktlich zum Hüttenfrühstück zwischen 9 und 11 Uhr oben zu sein.


14. Fahrlechhütte – Steiermark, Schladminger Tauern

Gekocht wird auf 1.648 Metern nach alten Familienrezepten, auch vegan und glutenfrei. Die Zutaten stammen aus der eigenen Landwirtschaft. Ein Highlight: der Schwarzbeeren-Kaiserschmarrn.

Tipp: Sowohl der Zustieg als auch der Aufenthalt auf der Fahrlechhütte sind kindertauglich: Wasser und Tiere beobachten – was wollen die Kleinen mehr? Achtung: Hunde sind leider nicht erlaubt.


15. Karlsbader Hütte – Osttirol, Lienzer Dolomiten

Hier treffen sich Wanderer, Mountainbikerinnen und Kletterer. Manche kommen vom Gailtaler Höhenweg oder vom Drei-Tör-Weg, andere schätzen die Dolomitenzacken. Und alle genießen das kulinarische Angebot auf 2.260 Metern: frisch gebackene Strudel, selbst gemachte Marmeladen und österreichische Spitzenweine.

  • Wasser: Die Wassertemperatur des Laserzsees liegt bei durchschnittlich 12 Grad – nichts für Empfindliche.

  • Touren: Vom Parkplatz der Dolomitenhütte dauert der Zustieg 2 Stunden. Oben geht es auf die Laserzwand (2.576 m, 1,5 h) oder den Roten Turm (2.702 m, 2,5 h).


16. Rappenseehütte – Bayern, Allgäuer Alpen

Wenn das Wetter passt, gibt's einen traumhaften Panoramablick von der auf 2.091 Metern liegenden Hütte ins obere Illertal. Murmeltiersichtungen sind so gut wie garantiert.

  • Wasser: Der Rappensee ist der südlichste See Deutschlands. Da er in einem Naturschutzgebiet liegt, ist das Baden nicht erlaubt.

  • Touren: Der Zustieg von Lechleiten dauert 2,5 Stunden. Nahe Gipfelziele: Hochrappenkopf (2.425 m, 1 h), Biberkopf (2.599 m, 2,5 h).


17. Adolf-Noßberger-Hütte – Kärnten, Schobergruppe

Die „Nossi" auf 2.488 Metern ist von 15 Dreitausendern umgeben und damit natürlich Stützpunkt für Berg- und Klettertouren. Aber auch Familien kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel beim gemeinsamen Kanuausflug oder – ein bisschen Entspannung für die Eltern – in der selbstgebauten Sauna.

Die Adolf-Nossberger-Hütte

Berg & Freizeit

Die Adolf-Nossberger-Hütte in der Schobergruppe

Ein Fundament aus Stein, eine Fassade aus Lärchenschindeln, rote Fensterläden - die Dr. Adolf-Nossberger-Hütte auf 2.488 m in der Schobergruppe in Kärnten symbolisiert, was man sich unter einer alpinen Schutzhütte vorstellt. Wie lebt es sich aber auf so einem Außenposten der Zivilisation, umringt von einer atemberaubenden Gebirgsnatur, aber auch abgeschnitten von den Annehmlichkeiten des Luxuslebens im Tal? Andreas Wollinger war auf der Hütte und ist mit Hüttenwirt Christian Krüger ins Gespräch gekommen. 

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18. Prinz-Luitpold-Haus – Bayern, Allgäuer Alpen

Das Haus auf 1.846 Metern ist ein beliebter Stützpunkt für die Besteigung des Hochvogels. Genauso beliebt sind die Allgäuer Kässpatzen mit Hittisauer Bergkäse.


19. Pühringerhütte – Oberösterreich, Totes Gebirge

Überschreitet man das Tote Gebirge von Altaussee nach Hinterstoder, kommt man bei der Pühringerhütte (1.637 m) vorbei – oder, noch besser: übernachtet in ihr. Die Gäste werden kulinarisch verwöhnt: mit Wildgerichten, Kasspatzen und Topfenstrudel.

  • Wasser: Auf dem Weg zur Hütte kann gleich dreimal gebadet werden, und das bei angenehmer Temperatur (ca. 20 Grad): beim Start im Grundlsee, beim Aufstieg in den Lahngangseen und im Elmsee direkt vor der Hütte.

  • Touren: Von Gössl dauert der Zustieg 3,5 Stunden. Von der Hütte geht es zum Beispiel auf den Hochkogel (2.094 m, 1 h) oder den Großen Priel (2.515 m, 5 h).


20. Oberhütte – Salzburg, Schladminger Tauern

Zur urigen Hütte auf 1.860 Metern gehört eine Viehwirtschaft, deshalb gibt es täglich frische Milch und selbst gemachten Käse.


Häufige Fragen zu Hütten am Bergsee

Kann man in Bergseen baden?

Grundsätzlich ja, sofern es nicht ausdrücklich untersagt ist. Achtung: Der Rappensee etwa liegt in einem Naturschutzgebiet, hier ist Baden nicht erlaubt. Uferzonen sind sensible Biotope – bleib auf markierten Wegen und meide Brutplätze.

Wie warm werden Bergseen im Sommer?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele hochalpine Seen bleiben mit 8 bis 12 Grad ganzjährig kühl (z. B. Funtensee, Laserzsee, Dösener See). Flachere, von Mooren oder Sonne gespeiste Seen erreichen dagegen 18 bis 20 Grad – etwa der Untere Giglachsee in seinen Buchten oder die Seen rund um die Pühringerhütte.

Welche Hütte am Bergsee eignet sich für Familien mit Kindern?

Besonders kinderfreundlich sind die Fahrlechhütte am Duisitzkarsee, die Rinnerhütte am Wildensee, die Oberhütte am Oberhüttensee und die Coburger Hütte – mit machbaren Zustiegen und warmem oder gut zugänglichem Wasser.

Welcher Bergsee gilt als der schönste?

Die Bergwelten-Leser kürten den Schrecksee (erreichbar über das Prinz-Luitpold-Haus) zum schönsten Bergsee. Der Seebensee bei der Coburger Hütte, in dem sich das Zugspitzmassiv spiegelt, zählt zu den meistfotografierten.


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