
Legendäre Tipps für das Bergjahr 2026
Foto: Christian Riefenberg, Red Bull Media House Publishing
Namhafte Gipfel, faszinierende Landschaften und echte Herausforderungen wollen 2026 von dir erkundet und erlebt werden. Bergwelten-Autor Simon Schöpf stellt im aktuellen Bergwelten Magazin (Ausgabe Februar/März 2026) 17 Tipps vor, wie dein Bergjahr auf jeden Fall legendär wird – auf die harte oder auf die sanfte Tour.
Inhalt

1. Den Mont Blanc bezwingen

Der Mont Blanc ist mit 4.806 Metern der höchste Berg der Alpen. Einmal auf seinem Gipfel zu stehen, ist ein Traum, der 2026 wahr werden kann. Die Hochtour mit der Schwierigkeitsbewertung WS+ führt über die Goûter Hütte und den Bossesgrat auf den Gipfel. Die Tour ist lang und wird daher mit einer Übernachtung auf der Hütte geplant.


Mont Blanc über die Goûter Hütte
Wem der Gipfel zu herausfordernd ist, der kann den Mont Blanc auch in einer Mehrtageswanderung umrunden. Verschiedene Alpinschulen, unter ihnen der DAV-Summit Club bieten diese schöne Unternehmung als geführte Tour mit staatlich geprüften Bergführern an.
2. Auf Goethes Hexenberg steigen

Schon Johann Wolfgang von Goethe war vom Brocken, den 1.141 Meter hohen Berg im Harz, fasziniert. Heute stehen große Teile von Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge in Form des Nationalparks Harz unter Naturschutz. Auf zahlreichen Wanderwegen lässt sich die alte und von Mythen und Sagen umwobene Region erkunden - unter anderem auf dem 100 Kilometer langen Harzer Hexensteig.

Hexenstieg im Harz: Die schönsten Wandertouren
Wer nicht so viel Zeit hat, um den gesamten Hexensteig zu meistern, kann auch nur auf den Brocken steigen und genießt von seinem Gipfel aus eine herrliche Aussicht über den Nationalpark Harz.


Schierke – Brocken – Wurmberg
3. Die Ötztaler Ache meistern

Die Ötztaler Ache ist unter Kajakfahrern weithin als das perfekte Wildwasserrevier bekannt. Der 42 Kilometer lange Fluss bietet höchst anspruchsvolle und herausfordernde Passagen, die je nach Wasserstand variieren und nur für geübte Kajakfahrer und Kanuten zu empfehlen sind. Wer aber viel Erfahrung, Können und Wissen mitbringt, wird die Ötztaler Ache lieben.
Alle Infos zu den Strecken, Einstiegsmöglichkeiten, Schwierigkeiten und der besten Jahreszeit findet man bei Ötztal Tourismus.
4. Das Matterhorn spüren

Jeder kennt die formschöne Pyramide des 4.478 Meter hohen Matterhorns im Wallis. Will man dem Berg ganz nahe kommen, sollte man zur Hörnlihütte aufsteigen, die direkt am Fusse des bekannten Hörnligrates steht. Auf der Hütte genießt man das einzigartige Flair des Berges, sieht die Bergsteiger, die auf und absteigen und hört deren Erzählungen vom Gipfel.
Und wer es sich zutraut, steigt von der Hütte aus auf den Gipfel - am besten mit einem der lokalen Bergführer, die den Berg in- und auswendig kennen.


Wanderung über den Hörnliweg auf die Hörnlihütte


Matterhorn über den Hörnligrat, ab Hörnlihütte
Besonders imposant ist der Blick auf das Matterhorn aber auch von der Monte Rosa Hütte. Die Wanderung zur Hütte ist weniger anspruchsvoll und wer hier übernachtet, wird am Morgen mit einem fanatischen Blick zum Matterhorn belohnt, das die aufgehenden Sonne ins beste Licht rückt.


Wanderung zur Monte Rosa Hütte von Rotenboden
5. Den Stolz der Walser verstehen

Das Große Walsertal in Vorarlberg ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Einst von den stolzen Walsern besiedelt, ist es UNESCO-Biosphärenpark, Bergsteigerdorf und in Sachen erneuerbare Energien Vorzeigeregion in einem. Legendär auch der Käse, der im Tal produziert wird – allen voran der mehrfach ausgezeichnete Walserstolz. Und weil die Almen heute wie damals mit viel Sorgfalt bewirtschaftet werden, imposante Gipfelziele warten und Almen und Hütten zur Einkehr einladen, ist das Große Walsertal für einen Wanderurlaub geradezu prädestiniert.


Steris - Oberpartnom - Unterpartnom | Sonntag


Bad Rothenbrunnen und Kessanaschlucht


Auf die Braunarlspitze von Buchboden
6. Den Großglockner berühren

Der mit 3.798 Metern höchste Berg Österreichs ist ein echter Bergmagnet. Es ist der Traum vieler Bergsteiger, ihn zumindest einmal im Leben erklommen zu haben. Die Besteigung über den Stüdlgrat mit Kletterstellen bis zum III. Grad, ausgehend von der Stüdlhütte, ist einer der legendärsten Anstiege auf den Großglockner.


Stüdlgrat Großglockner
Es muss aber nicht immer der Gipfel sein. Einen tollen Blick auf den Großglockner hat man vom Lucknerhaus und auf Wanderungen ins Ködnitztal zur Lucknerhütte und - wer möchte - auch weiter bis zur Stüdlhütte.
Die einzigartig schöne Naturlandschaft des Nationalparks Hohe Tauern lädt zudem zu weiteren Wander- und Bergtouren ein - beispielsweise über die Pfortscharte zu Salmhütte, von der aus man den Großglockner von der Kärntner Seite aus betrachten kann.


Wanderung zur Stüdlhütte vom Lucknerhaus
7. Die Himmelsleiter erklimmen

Die Himmelsleiter ist eine frei schwebende, 40 Meter lange Drahtseilbrücke als Teil des Intersport-Kletterseiges am Donnerkogel am Gosaukamm an der Grenze von Oberösterreich und Salzburg. Der Klettersteig ist mit einer Bewertung von C/D durchaus anspruchsvoll, die Himmelsleiter aber fordert vor allem absolute Schwindelfreiheit. Wem das dann doch zu viel ist, kann die Stelle auch umgehen – fällt dann aber vermutlich um ein spektakuläres Foto um.


Intersport-Klettersteig (C/D), Donnerkogel
Ewas weniger schwierig, aber landschaftlich ebenso beeindruckend, ist eine Wanderung rund um den Gosaukamm, die wunderschöne Blicke auf den Donnerkogel und den Gosausee verspricht. Zwei Tage sollte man dafür jedenfalls einplanen.
Rund um den Gosaukamm
8. Auf Ötzis Spuren laufen

Schon seit Jahrhunderten treiben die Schnalstaler Bauern ihre Schafe auf Weiden im Ötztal bei Vent. Transhumanz wird das genannt. Seit zwei Jahren gibt es nun einen Trail-Lauf, der eben dieser Route folgt: Vom Schnalstal geht es hinauf zur Similaunhütte und zur Ötzifundstelle und danach hinunter nach Vent. Der Schnalstal Alpine Trail findet vom 30. Juli bis 1. August 2026 statt. Die Strecke ist hochalpin und es werden satte 3.600 Höhenmeter zurück gelegt.


Wanderung zur Similaunhütte von Vernagt


Von Vent über die Similaunhütte zur Ötzi-Fundstelle
Wer nicht ganz so viele Höhenmeter machen möchte, kann auch am schönen Wanderweg rund um den Vernagt-Stausee laufen. Die Runde ist umschwierig, landschaftlich aber sehr schön – allerdings wird man einigen Spaziergehern ausweichen müssen.


Rund um den Vernagt-Stausee
9. Reinhold Messner begegnen

Reinhold Messner ist zweifelsohne eine lebende Berglegende. Mit seinem Messner Mountain Museum (MMM), welches an sechs Standorten ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Alpingeschichte und Philosophie darstellt, hat er sich in die Ewigkeit eingeschrieben. Eingeschworene Messner Fans werden alle sechs Museen besuchen, wobei das letzte, das Messner Mountain Museum Corones, vielleicht das spektakulärste ist.

MMM Corones: Ein Museum im Berggipfel
Trainierte Wanderer steigen von Reischach zu Fuß auf den Kornplatz. Eine Tour, die mit ihren 1.300 Höhenmetern durchaus Kraft und Ausdauer verlangt. Als Belohnung genießt man eine wunderbare Fernsicht und kann das Messner Museum mit dem Thema „Tradition des Alpinismus“ besuchen.


Von Reischach auf den Kronplatz
10. Den Berliner Höhenweg beschreiten

Der Berliner Höhenweg in den Zillertaler Alpen, genauer gesagt sogar im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen, ist zweifelsohne einer der landschaftlich schönsten Höhenwege in den Alpen. Auf acht Etappen geht es von einer Hütte zur nächsten, immer hochalpin, immer sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig sowie eine eine gute Kondition und Bergerfahrung. Dafür werden diese acht Tage aber wohl aufgrund der grandiosen Bergnatur ewig in Erinnerung bleiben.

Berliner Höhenweg: In 8 Etappen durch die Zillertaler Alpen
Wer vielleicht nicht genug Ausdauer und Bergerfahrung für den Berliner Höhenweg mitbringt, der sollte dennoch keinesfalls die Berliner Hütte auslassen. Das Schutzhaus ist denkmalgeschützt und gilt als einzigartiger Prachtbau mitten im Gebirge. Der Weg vom Gasthaus Breitlahner über die Alpenrosenhütte ist mittelschwer und nimmt etwas mehr als drei Stunden in Anspruch.


Wanderung zur Berliner Hütte vom Gasthaus Breitlahner
11. Dreimal die Alpen queren
Zu Fuß mit dem Rad oder mit dem Heißluftballon - es gibt viele Möglichkeiten, die Alpen zu überqueren.
Die bekannteste aller Alpenüberquerungen folgt dem Verlauf des E5 von Oberstdorf im Allgäu bis nach Meran in Südtirol. Auf dieser Strecke erlebt man die Alpen in all ihren Facetten - von den lieblichen, grünen Allgäuer Alpen über die wilde Fels- und Eislandschaft in den Ötztaler Alpen bis hin zum mediterranen Flair in Südtirol.
Wer dieses Unterfangen nicht alleine machen, bzw. die Tour mit Gepäcktransport buchen möchte, kann dies über diverse Anbieter tun – z. B. ASI, welt-weit-wandern oder OASE alpin.

Die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran, E5
Mit dem Mountainbike kann man die Alpen ebenfalls überqueren, auch wenn eventuell die ein oder andere Schiebepassage dabei ist. Auf der Albrecht-Route beispielsweise fährt man von Garmisch-Partenkirchen in sieben Tagen bis zum Gardasee - alternativ kann man auch erst in Landeck in Tirol starten.

Alpencross in 6 Etappen: Die Albrecht-Route von Landeck zum Gardasee
Gemütlicher ist eine Alpenüberquerung sicherlich im Heißluftballon. In einer Höhe von 4.000 bis 6.000 Metern schwebt man über den massiven Gebirgszug, der Europa in zwei Teile trennt. Allerdings ist ein solches Erlebnis nicht jederzeit möglich – streng genommen sogar nur an wenigen Tagen im Jahr, denn Thermik und Wetter müssen stimmen. Wer eine Balloinfahrt bucht, sollte also terminlich flexibel sein. Anbieter sind u. a. ballooningtyrol.regiondo.at oder bavaria-ballon.de.
12. Am Hochkönig jodeln

Ja, da kann man durchaus ins Jodeln kommen - hier im Hochkönigmassiv am legendären Königsjodler-Klettersteig. Mit seiner Schwierigkeit D zählt er nicht zu den schwersten Eisenwegen in Österreich, aber seine Länge, die vielen Auf- und Abpassagen über die Felszacken und seine Exponiertheit machen ihn zu einem der anspruchsvollsten Klettersteige überhaupt. Eine Einkehrmöglichkeit bietet als krönenden Abschluss das Matrashaus auf über 2.900 Metern Höhe am Hochkönig.


Königsjodler-Klettersteig (D)
Etwas gemütlicher geht es eine Stufe weiter unten zu. Wunderschöne Almwanderungen verbinden die Hütten und Almen oberhalb von Dienten am Hochkönig. Arthurhaus, Erichhütte und die liebliche Mitterfeldalm etwa sind auf Wanderwegen miteinander verbunden und bieten willkommene Einkehrmöglichkeiten.


Von der Erichhütte über die Pichlalm nach Dienten

Wanderung zur Mitterfeldalm vom Arthurhaus
13. Die Zugspitze erobern

Der mit 2.962 Metern höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze, ist jedenfalls ein Sehnsuchtsort für viele Bergsteiger und auch für alle jene, die nicht schwindelfrei sind – was in diesem Fall aber nichts ausmacht, denn man kommt auch mit der Seilbahn oder mit der Zahnradbahn auf das Dach Deutschlands.
Besonders imposant ist der Jubiläumsgrat, der die Alpspitze mit der Zugspitze verbindet. Dieser Grat mit seinen 5 Kilometern Länge, seinen durchgehenden Kletterstellen im III. Grat und die absolute Ausgesetztheit machen ihn zu einem ganz besonderen Highlight für ambitionierte Bergsteiger.


Jubiläumsgrat Zugspitze
14. Den Watzmann überwinden

Wie die Zugspitze gilt auch der Watzmann zu jenen Bergen, die jeder Bergsteiger einmal im Leben erklommen haben möchte. Im Fall Watzmann geht es vor allem um die Überschreitung, die, Dank Übernachtung im Watzmannhaus in zwei Tagen möglich, allerdings nur sehr versierten Bergsteigern vorbehalten ist.

Die Watzmann-Überschreitung
Gemütlicher und weniger anstrengend ist sicherlich die Wanderung zum Watzmannhaus. Auch diese Tour bringt einem den Watzmann sehr nahe und man genießt auch hierbei eine wunderbare Sicht auf den Königsee und zum Steinernen Meer.


Wanderung zum Watzmannhaus von Ramsau
15. Auf die Drei Zinnen klettern

Die Dreifaltigkeit der Drei Zinnen hat es zu Weltruhm geschafft. Kein Wunder, ist ihr Anblick doch schlicht grandios und nicht umsonst Wahrzeichen des UNESCO-Welterbes Dolomiten. Und klar, dass Kletterer die Drei Zinnen schon früh ins Visier genommen und etliche Routen erschlossen haben. Eine davon ist die Comici-Route auf die Große Zinne im 6. bzw. 7. Schwierigkeitsgrad, die steil, ausgesetzt und entsprechend begehrt ist.
Etwas leichter ist da schon die Normalroute auf die 2.999 m Hohe Große Zinne. Sie führt mit Kletterstellen bis zum III. Grad auf den Gipfel, verlangt aber alpine Erfahrung und ein gutes Orientierungsvermögen.


Große Zinne Normalweg
Wer selbst nicht klettern, die Drei Zinnen aber am liebsten von allen Seiten aus betrachten möchte, dem sei einer der Rundwege um die Zinnen ans Herz gelegt, wie etwa die kleine Umrundung, die in gut drei Stunden zu schaffen ist.


Kleine Umrundung der Drei Zinnen
15. Auf dem Eiger stehen

1.800 Meter senkrechter Fels – die Eiger-Nordwand ist berühmt-berüchtigt und zieht wie vor mehr als 100 Jahren immer noch Alpinisten aus der ganzen Welt an. Einmal am 3.970 Meter hohen Eiger zu stehen, ist für viele ein lange gehegter Traum und wer dies durch einen Anstieg durch die Nordwand erreichen möchte, schreibt selbst ein Stück Alpingeschichte. Die Heckmair-Route, benannt nach Anderl Heckmair, gehört zu den schwersten und längsten Kletterrouten in den Alpen.


Eiger-Nordwand, Heckmair-Route
Eine andere Möglichkeit, den Gipfel des Eiger zu erreichen, ist der bekannte Mittellegigrat. Er gehört zu den anspruchsvollsten und schönsten Grattouren in den Alpen, wir trotz seiner Schwierigkeit aber nicht selten unterschätzt. Es gilt hier die tagesaktuellen Bedingungen hinsichtlich Steinschlag oder Vereisung genauestens im Auge zu behalten. Auskunft erhält man unter anderem über ein Blog, den die Betreiber der Mittellegihütte mit wertvollen Informationen füllen.


Eiger über den Mittellegigrat
Weit weniger aufregend und gefährlich, aber landschaftlich ganz wunderbar ist der familienfreundliche kurze Jungfrau-Eiger-Walk, dessen Ausgangspunkt man mit dem Eiger-Express von Grindelwald aus erreicht.


Jungfrau-Eiger-Walk
17. Des besten Kaiserschmarrn essen

Und weil Bergsteigen nicht nur Sport ist, sondern vor allem auch Genuss, darf der perfekte Kaiserschmarren im Bergjahr 2026 nicht fehlen. Die Bergwelten-Community nennt über 140 Hütten, auf denen man einen ausgezeichneten Kaiserschmarrn bekommt. An erster Stelle steht allerdings die urige Tonimörtlhütte im naturbelassenen Weißpriachtal im Salzburger Lungau.

Tonimörtlhütte
Auf dem zweiten Platz landete die Kaunergrathütte und beweist damit, dass selbst auf über 2.800 Metern der Kaiserschmarrn bestens gelingt. Abgesehen davon ist die hochalpine Hütte auch DER Ausgangspunkt für die Watzespitze und die Verpeilspitze, auf die anspruchsvolle Hochtouren führen.

Kaunergrathütte


Wanderung zur Kaunergrathütte von Plangeross


Von der Kaunergrathütte über den Ostgrat zur Watzespitze


Verpeilspitze von der Kaunergrathütte
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