
Am Ostgrat der Watzespitze (3.533 m) in den Ötztaler Alpen am Kaunergrat trifft klassisches Bergsteigen auf Kletterei. Die Berg- bzw. Hochtour gilt als anspruchsvoll und äußerst schön. Sie ist ein Klassiker im Reigen der Berge um die Kaunergrathütte. Ihre Begehung vermittelt ein intensives und großes Bergerlebnis, bei dem der Gesamtanspruch hoch ist. Man klettert in vorwiegend festem Gestein in etlichen Seillängen über fast 700 Höhenmeter bis zum Gipfel. Mehrere Male sind dabei Dreierstellen (UIAA III), zweimal sogar Viererstellen, zu meistern. Lokale Bergführer, die auch das Matterhorn gut kennen, erklären, dass die Watze mit diesem in puncto Schwierigkeit etwa vergleichbar sei.
Man steigt üblicherweise wieder über den Grat ab. Bei besonders guten Bedingungen ist in seltenen Fällen noch der früher übliche Eisabstieg nach Osten eine Option. Bevor man diesen ins Kalkül nimmt, sollte man sich jedoch gründlich informieren.
Die Tourdaten sind ab der Kaunergrathütte nur für den Anstieg angegeben. Für den Abstieg sollte noch einmal die selbe Zeit eingeplant werden. Für den Zustieg zur Kaunergrathütte von Plangeross sollte man gut 3 h einplanen.
Aussichtsreich Tour ab Hütte

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Strecke: bis 5 km Aufstieg: 600-900 m Dauer: 4-6 h

Über den Genuss bei dieser Tour entscheiden neben den eigenen Fähigkeiten die Bedingungen. Man sollte sich vorab gut über die Wettersituation informieren und einen gewitterträchtigen Tag vermeiden. Wetterdienste bieten verschiedenste Produkte – legen Sie im Zuge der Vorbereitung Wert darauf, dass Sie über das bevorstehende Bergwetter Bescheid wissen. Bei Nässe, Vereisung, Schnee- oder Starkwindereignissen wird eine Begehung schnell sehr schwierig, manchmal auch unmöglich.
30m-Einfachseil und eine 30m-Abseilleine sind für den Fels auch eine Option. Beim Abstieg über den Eisweg kann es unter Umständen wertvoll sein, wenn man über längere Strecken (50-60m) abseilen kann. Kennen Sie die notwendigen Techniken?
Der Ostgrat der Watze wird regelmäßig geführt. Kontaktieren Sie ein lokales Bergführerbüro, falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie den Herausforderungen alleine souverän gewachsen sind.
Wegbeschreibung
Aufstieg
Der Einstieg zur eigentlichen Kletterei liegt auf ca. 2.800 m Seehöhe, beinahe genauso hoch wie die Kaunergrathütte (2.817 m). Man steigt von der Hütte kurz Richtung SW ins Kar ab, überquert den Bach, und gelangt wieder ansteigend zum gut markierten Start. Der Zustieg besteht lediglich aus Trittspuren, ist jedoch mit Steinmännchen markiert. Den Originaleinstieg aus früherer Zeit (markiert mit rotem Pfeil) lässt man rechts liegen. Der aktuell übliche Einstieg liegt etwas unterhalb.
Im Schrofengelände und über ein nach links hochziehendes, kleines Band (UIAA I+) gelangt man an den Fuß einer steilen Kaminverschneidung. 20 Meter klettert man durch die Verschneidung (UIAA IV-) nach oben. Sie ist bereits eine der beiden klettertechnischen Schlüsselstellen der Tour. Fühlt man sich in dieser ersten Seillänge wohl, ist das ein gutes Indiz dafür, dass man auch weiter oben seine Freude haben wird. Nach zwei mittellangen, leichteren Seillängen erreicht man einen Standplatz an einer Wandstelle. Hier, den Bohrhaken nach rechts folgen (ca. 50 m), bis zu einem weiteren Standplatz. Von ihm erneut in einer langen Seillänge zurück zum Grat an einer kanzelartigen Erhebung (Standplatz mit Abseilstelle). Erneut wird der Grat leichter (UIAA I-II, teilweise rinnenartig), bis man zu einer steilen Wand mit Gedenktafel gelangt. Hier wartet die zweite Schlüsselstelle, eine Viererlänge (UIAA IV, ca. 40 m), die in gerader Linie über die Wand nach oben führt. Vom Einstieg bis zum Ausstieg der Wandstelle zählt man etwa sieben Seillängen.
Im Einser- und Zweiergelände (UIAA I-II) steigt man weiter an, bis in einen schrofigen Kessel, der mit (verblassten) roten Punkten markiert ist. Ein großer, roter Pfeil, der über einem sandigen und etwas unangenehm zu gehenden Absatz liegt, gibt den Hinweis zur Querung nach links: Über ein schmales Band (UIAA II) gelangt man zu einer Kante, an der es erneut steil wird. Gerade hoch oder leicht nach links ausweichend überwindet man die Stufe (UIAA III). Anschließend wird’s wieder einfacher: Man bleibt stets am Grat (UIAA I-II, Steinmännchen), lediglich einmal klettert man 25 m luftig über eine Platte nach links, zum nächsten Gratabschnitt. Bis zum Gipfel (3.533 m) bleiben die Schwierigkeiten nun gering (UIAA I-II).
Abstieg
Wie Aufstieg. Über die steilsten Abschnitte wird in der Regel abgeseilt (Standplätze vorhanden). Im oberen Teil empfiehlt es sich, eher auf der N-Seite des Grats zu gehen. Es sind auch Trittspuren südlich des Grats erkennbar, diese sind liegen jedoch abseits der Ideallinie. Für den gesamten Abstieg kann man mit demselben Zeitaufwand kalkulieren wie beim Aufstieg, also mit ca. 4-5 Stunden (womit wir wieder beim Matterhorn-Vergleich sind).
Nur noch in Ausnahmefällen ist der früher übliche Abstieg über den S-Grat und das Eis des Planggeroßferners möglich. Zu Beginn dem Grat entlang nach S. Ein erster zackiger Abschnitt am Grat wird links im Schrofengelände umgangen. Im zweiten Schwierigkeitsgrad klettert man weiter abwärts bis zu einer Scharte (3.430 m). Hier oder bereits kurz oberhalb der Scharte gilt es über Abseilstände aufs Eis bzw. den Altschnee zu gelangen. Wie vielerorts können auch hier jährlich große, durch Permafrost bedingte, Veränderungen zutage treten. Am Gletscher erst noch flach, dann zunehmend steiler (Rinne ganz rechts, ca. 45-50°) hinab in eine weitere Verflachung. Zum Schluss bricht der Gletscher ein weiteres mal steil ab (Felsen) – lediglich rechtshaltend gelangt man tiefer. Im Randbereich des Gletschers sind Abseilstellen vorhanden und je nach Verhältnissen seilt man noch ein oder mehrere Male ab. Insgesamt kann dieser Abstieg wirklich nur bei sehr günstigen Verhältnissen empfohlen werden, die selten vorzufinden sind. Neben den Eisverhältnissen ist auch Steinschlag zu berücksichtigen.
Gut zu wissen
Der O-Grat der Watze Spitze ist bereits seit längerem mit Bohrhaken saniert. Er erfreut sich immer größerer Beliebtheit und obwohl man sich unmittelbar im Herzen des Naturpark Kaunergrat befindet, an seinem höchsten Berg, man ist selten im Trubel unterwegs. Warum? Weil der Gesamtanspruch der Tour hoch ist und man Erfahrung benötigt, um möglichst sicher und genussvoll Bergzusteigen. Die Watze erfordert umsichtiges Steigen und guten Umgang mit Seil und Sicherungsmitteln. Die Kletterei ist schön und nur selten ist man mit losem Gestein konfrontiert.
Die wichtigsten Infos in Kürze:
Ausgangspunkt: Kaunergrathütte (2.817 m)
Stützpunkt: Kaunergrathütte (2.817 m)
Höhenmeter Aufstieg: 750 Hm
Höhenmeter Abstieg: 750 Hm
Aufstiegszeit: Ca. 7-10 h.
Ausrüstung: Vollständige Alpinkletterausrüstung mit 60m-Einfachseil. Will man über’s Eis runter, benötigt man zwingend Steigeisen und Pickel, auch Eisschrauben (zwei pro Person) dürfen nicht fehlen. Die Watze ist der falsche Berg für Kletterpatschen und Turnschuhe – am besten man trägt einen Leichtbergschuh der sich gut zum Klettern eignet.
Alternative Touren/Varianten: Parstleswand (3.096 m, auch Portleswand genannt) O-Grat (UIAA IV) oder Normalweg über das Steinbockjoch (WS/WS+), Verpeilspitze (3.425 m, WS+), Schwabenkopf S-Grat (3.379 m, WS), Seekarlesschneid (3.208 m, S-)
Lokale Experten: Kaunertaler Bergführer, Schranzbuaba, Bergführer Pitztal
Anfahrt und Parken
Die A12 Inntalautobahn an der Abfahrt Imst/Pitztal verlassen und über die L16 ins Pitztal. Die Kaunergrathütte ist von den Pitztaler Talorten Plangeroß, Trenkwald und Mandarfen zu Fuß erreichbar. Ebenfalls möglich aber deutlich anspruchsvoller ist der Aufstieg vom Kaunertal (Parkplatz an der Verpeilalpe).
Parkplatz der Gemeinde St. Leonhard im Ortsteil Plangeroß. Der Parkplatz (ca. 1.600 m) befindet sich an der Straße, ca. 400 m nördlich der ersten Wohnhäuser.
Die Kaunergrathütte ist von den Pitztaler Orten Plangeroß, Trenkwald und Mandarfen zu Fuß erreichbar. Diese können mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreicht werden. Vom Bahnhof Imst-Pitztal gibt es eine stündliche Busverbindungzu den Orten im Pitztal.
dem Bergwelten Club!

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