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Eine Tour von
Beschreibung

Über die Goûter Hütte und den Bossesgrat auf den höchsten Alpengipfel, den 4.806 Meter hohen Mont Blanc.

Der Mont Blanc hat eine starke Anziehungskraft. Er benennt eine ganze Gebirgsgruppe und gilt seit Beginn des Alpintourismus als Ikone der Alpen. Auf den schneereichen, runden und 4.806 Meter hohen Gipfel führen viele Routen – die meisten von ihnen sind äußerst lang und schwierig. Am gängigsten ist es über die Cosmiqueshütte (3.613 m), die Grands Mulets Hütte (3.051 m, vor allem im Winter) oder über die Goûter Hütte (3.835 m) aufzusteigen. Es sind dies die technisch einfachsten Routen, jedoch auch bei ihnen gilt es stets gut abzuwägen und zu entscheiden, um den Gipfel zu erleben und anschließend das Tal wieder gut zu erreichen. Von der Goûter Hütte bis ganz hinauf sind es rund 1.000 Höhenmeter – diese sind in großer Höhe zu bewältigen und das erfordert im Vergleich zu tieferen Lagen mehr Kraft und Kondition.

Der Anstieg zur Goûter Hütte beginnt an der Bergstation der Tramway du Mont-Blanc, einer Zahnradbahn die ihren Betrieb ab Le Fayet im Arvetal bereits im Jahr 1909 aufnahm. Nid d’Aigle – das Adlernest – heißt diese Station, von der aus man rund 1.500 Höhenmeter bis zur Goûter Hütte aufsteigt. Heikelste Passage dabei ist die Querung des Grand Couloir, einer häufig von Steinschlag betroffenen Schutt- und Felsrinne, unterhalb der Goûter Hütte.

Der Weckruf auf der Hütte erfolgt früh. Das Frühstück wird ausgegeben und der Anstieg final vorbereitet. Richtig befreiend kann der Schritt nach draußen sein – die meisten schlafen in der ungewohnt großen Höhe schlecht. Im Schein der Stirnlampe steigt man über den Gletscher auf, überschreitet den Dôme du Goûter und erreicht anschließend das Vallot Biwak. Um dieses, und noch mehr darin, wuselt es oft, denn die Kälte macht einigen zu schaffen und man befindet sich unmittelbar vor dem exponierten Gipfelanstieg, am Fuß des exponierten Bossesgrats. Der Bossesgrat ist ein ästhetischer Firngrat, dessen Begehung – sofern nicht übermäßig starker Wind geht – äußerst eindrucksvoll ist. Zu beiden Seiten blickt man weit hinab, vor einem steigt der Grat kontinuierlich an. Am Gipfel steht man am höchsten Punkt der Alpen und wird sich überglücklich schätzen.

Diese lange Tour teilt man auf zwei Tage mit Übernachtung in der Goûter Hütte auf. Die Tourdaten sind hier nur für den Aufstieg angeführt.

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Beste Jahreszeit
Mai bis Oktober
  • Aussichtsreich
  • Bahnunterstützung
  • Einkehrmöglichkeit
  • Mit Öffis erreichbar
Ähnliche Touren
  • Strecke: 5-10 km
  • Aufstieg: über 1.200 m
  • Dauer: über 8 h

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Bergwelten Tipp

Am Grand Couloir ist äußerste Vorsicht geboten. Am besten man spricht sich vor der Querung gut ab und teilt die Aufgaben. Beim Einhängen in das Stahlseil ist darauf zu achten, dass das mitgeführte Seil (die eigene Personensicherung) lang genug ist, um zügig in der vorhandenen Spur queren zu können. Gegenverkehr sollte vermieden werden, ebenso dass sich mehrere bzw. zu viele Personen gleichzeitig im Couloir befinden. Die Wartenden beobachten das oberhalb liegende Gelände permanent aufmerksam und durch Zuruf von „Vor!“ oder „Zurück!“ kann die/der Betroffene im Fall von akutem Steinschlag schnell handeln.

Für den Gipfeltag: Am Abend gut packen und den nächtlichen Start überlegen. Beginnt der Tag mit Ruhe, fällt es einem viel leichter in den Rhythmus für den Aufstieg zu kommen. Der Höhe entsprechend sollte man nicht zu rasch losgehen.

Wegbeschreibung

Aufstieg zur Goûter Hütte
Von Nid d’Aigle (2.372 m) auf markiertem Weg nach NO zur Cabane des Rognes (2.768 m), einer unbewirtschafteten, kleinen Hütte am Wegrand. Ab der Hütte Richtung SO, erst in Schutthängen, später auf eine Felsrippe, die den Übergang auf das Eis des kleinen Glacier de Tête Rousse ermöglicht. Am Gletscher zweigt gleich zu Beginn nach rechts die Spur zur Tête Rousse Hütte ab. Man bleibt im linken Randbereich des Gletschers und steigt gleichmäßig zu einer markanten Felsrippe auf. Die Felsrippe begrenzt das Grand Couloir an seiner nördlichen Seite und ist jener Punkt (ca. 3.330 m), an dem es ganz essenziell ist, richtig zu entscheiden und auch zu agieren. Das Problem mit dem Grand Couloir ist, dass es einerseits starken Permafrostveränderungen unterliegt und zusätzlich Steinschlag durch übereinandergehende Bergsteiger:innen verursacht werden kann. Ein weit gespanntes Stahlseil ist gedacht, um einen Absturz bei Steinschlag zu verhindern. Man verwendet es im Sinne einer mitlaufenden Sicherung und die Personen queren den gefährdeten Bereich einzeln. Am südlichen Rand des Couloirs erreicht man eine weitere Felsrippe – dem Steinschlag wieder weniger ausgesetzt – Richtung O zum Standort der alten Goûter Hütte (3.817 m, nur noch eine Plattform vorhanden) an der Gratkante aufsteigt. Im Schutt sind deutliche Trittspuren vorhanden und auch der Fels (UIAA I/II) weist eindeutig auf die zahlreichen Begehungen hin. Die schwierigsten Abschnitte sind mit kurzen Fixseilen gesichert, auch gibt es einige Sicherungspunkte. Die neue Hütte (3.835 m) liegt nur unweit der alten, man erreicht sie über einen gutmütigen Firnrücken. Von der Bergstation bis zur Hütte sind es 1.500 Höhenmeter und 4,6 km Gehstrecke. Übliche Gehzeiten liegen bei 6-7 Stunden. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Hier finden Sie weitere Hinweise zur Buchung.

Aufstieg zum Gipfel
Die Aufbruchszeiten variieren. Üblicherweise wird zwischen 1 und 4 Uhr in der Früh gestartet. Von der Hütte flach Richtung SO und auf den Gletscher. Etwas mehr als 400 Höhenmeter sind es bis zum Dôme du Goûter (4.303 m), einem dem Mont Blanc vorgelagerten, vollständig vergletscherten Gipfel. Man geht meist in Dunkelheit, oft sind viele Gleichgesinnte unterwegs. Es gilt den eigenen Rhythmus als Seilschaft zu finden und gleichmäßig in den breiten Gletscherhängen höher zu kommen. Die Gletscherspalten sind groß aber gut umgehbar. Vom Dôme du Goûter steigt man kurz Richtung SO ab (Col du Dôme, 4.236 m) und anschließend wieder zur bereits sichtbaren Vallot Hütte (4.362 m) auf. Die Biwakschachtel wird gerne genützt, um vor äußeren Einflüssen geschützt etwas zu trinken, zu essen, oder um vor dem letzten Teil noch einmal auszutreten – dementsprechend sieht es meist aus. Von der Vallot Hütte steigt man weiter zum Beginn des Bossesgrat auf, an dem zuerst seine zwei markanten Höcker, die sogenannten Bosses du Dromadaire, überschritten werden. Man geht stets am Grat, mal etwas leicht rechts oder links davon (Seilabstände kurz wählen!). Ab P.4708 verläuft der Anstieg über den Grat Richtung O. Es ist noch mal etwas steiler, bis man sich auf dem breiten, kalottenartigen Gipfel (4.806 m) befindet und es ringsum nirgendwo mehr höher ist. Von der Hütte bis zum Gipfel sind rund 1.000 Höhenmeter und 4,6 Kilometer zu bewältigen. Übliche Gehzeiten liegen bei 4-5 Stunden.

Abstieg
Entlang der Aufstiegsroute.

Varianten
Die Tramway du Mont-Blanc kann auch von Les Houches (1.008 m) aus erreicht werden. Man fährt dazu mit der Kabinenbahn Bellevue bis zur Bergstation (1.801 m) und steigt dort in die Zahnradbahn um.

Die wichtigsten Infos in Kürze

  • Ausgangspunkt: Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet (580 m)

  • Stützpunkte: Refuge de Tête Rousse (3.167 m), Refuge du Goûter/Goûter Hütte (3.835 m)

  • Höhenmeter Aufstieg: 2.500 Hm

  • Höhenmeter Abfahrt: 2.500 Hm

  • Aufstiegszeit: Ca. 10-12 h.

  • Ausrüstung: Vollständige Hochtourenausrüstung mit Leichtgurt, Helm und Pickel. Ein leichtes Einfachseil eignet sich für die Tour am besten. Warme Fäustlinge, eine gute Kopfbedeckung sowie ein paar Wärmepads.

  • Alternative Touren/Varianten: Die beiden anderen „Normalwege“ vielleicht? Oder eine Kombination zweier Routen und somit die Überschreitung? Gängig ist die Überschreitung von der Cosmiqueshütte zur Goûter Hütte. Man steigt dazu über die Westschulter des Mont Blanc du Tacul (4.050 m), erklettert (steil) das Col du Mont Maudit (4.345 m), überquert das weite Col de Brenva (4.314 m) und erreicht den Gipfel von NNO. Als Abstieg wird oft die beschriebene Route gewählt, da diese einfacher ist und man zwei unterschiedliche Seiten des Berges erlebt.

  • Lokale Experten: Companie des Guides Chamonix, Guide Alpine Courmayeur

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Anfahrt und Parken

Von Chamonix über die N205 (zuletzt A40) nach Westen. Ausfahrt 22 Albertville/Megève/St Gervais les Bains/Zone d’Activités nehmen und der D1205 bis zum Zielpunkt, dem Parking du Stade. Von Genf kommend verlässt man die A40 an der Ausfahrt 21 St Gervais les Bains/Passy und gelangt über die D339 zum Parkplatz.

Parkplatz

Parking du Stade, kostenlos, keine Services, ca. 10-15 Min. Fußweg zur Seilbahn und zum Bahnhof.

Öffentliche Verkehrsmittel

Der Mont-Blanc-Express des Schweizer Betreibers TMR verbindet Martigny mit Chamonix bis nach Saint-Gervais-Les-Bains Le Fayet. Von Chamonix aus ist es der beste Zubringer. Man kann auch mit Regionalbussen von Chamonix nach Les Houches und von dort mit der Kabinenbahn in die Tour einsteigen (siehe Varianten).

Anfahrt planen

SicherheitshinweisAll unsere Tourenbeschreibungen werden von Expertinnen und Experten überprüft. Trotzdem bist du selbst dafür verantwortlich, dich vor jeder Tour über die aktuellen Bedingungen zu informieren. Beachte die Sicherheitshinweise.
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