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Die 10 schönsten Gipfel Bayerns

Touren-Tipps • 3. Oktober 2017
von Sissi Pärsch

Die bayerischen Berge mögen sich zu keinen gewaltigen Höhen aufschwingen, doch sie sind extrem abwechslungs- und aussichtsreich und bringen uns zum Schwitzen, Staunen und Strahlen. Wir stellen euch unsere 10 bayerischen Gipfelfavoriten vor, die – Achtung, liebe Wadln – allesamt ohne Liftunterstützung auskommen!

Krottenkopf Bayern
Foto: Hans Herbig
Blick vom Krottenkopf (2.086 m) im Wettersteingebirge

1. Benediktenwand (1.801 m), Bayerische Voralpen

Benediktenwand (1.801 m)
Foto: Georg Rothwangl
Benediktenwand (1.801 m)

Im Norden das Kloster Benediktbeuren, im Süden die wunderschöne Jachenau. Viele Wege und unterschiedlichste Kletterpartien führen auf die „Benewand“ (1801 m). Die Aussicht ist grandios und die 500 Meter tiefer gelegene Tutzinger Hütte zu Recht so beliebt. Wer kann, der sollte unbedingt über Nacht bleiben und voll auskosten, was die bayerische Bergwelt (und die Hüttenküche) zu bieten haben.

Hütten und Touren

Tutzinger Hütte
In den Bayerischen Voralpen unterhalb der Benediktenwand (1.801 m) liegt die im Jahr 2000 abgerissene, neu errichtete und dementsprechend moderne Tutzinger Hütte. Sie ist Stützpunkt für Wanderer, Mountainbiker, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher, die aus einem wahrlich großartigen Angebot an Möglichkeiten wählen können. Als bewährtes Kletterziel dient beispielsweise die Benediktenwand mit über 20 Kletterrouten mit Schwierigkeitsgraden zwischen 2 und 8. Eine herrliche Wandertour ist wiederum jene über die Glaswandscharte, die Staffel- und Jocheralm und die Kesselbergpasshöge zum Herzogstand. Dieser in einem Tag zu bewältigende Weg ist auch eine Etappe auf dem Maximilianweg sowie auf der Via Alpina. Nur 1:30 h Gehzeit braucht man bis zum Gipfelkreuz der Benediktenwand über den Westaufstieg, der selbst mit halbwegs konditionsstarken Kindern ab 5 Jahren zu bewältigen ist.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet
Berg- und Hochtouren • Bayern

Benediktenwand

Dauer
5:46 h
Anspruch
WS- mäßig
Länge
18,2 km
Aufstieg
545 hm
Abstieg
1.276 hm

2. Buchstein (1.701 m), Bayerische Voralpen

Buchstein Bayern
Foto: Wikipedia/ Frstgr
Roßstein (links, 1.701 m) und Buchstein (rechts)

Eigentlich wird der Buchstein stets als Doppelpack angeführt: Roß- und Buchstein gehören zusammen wie Hänsel und Gretel. Händchen haltend stehen sie in den Tegernseer Bergen. Eine böse Stiefmutter gibt es bei den beiden allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Im Sattel zwischen den Gipfeln ruht in legendärer Adlerhorst-Position die Tegernseer Hütte, die die Wanderer hervorragend verpflegt. Während der Roßstein ganz einfach zu erklimmen ist, erfordert der Buchstein ein wenig Kraxelei.

Hütten und Touren

Tegernseer Hütte
Die Tegernseer Hütte (1.650 m) ist nicht zuletzt ob der grandiosen Lage und ebensolcher Aussicht einen Besuch wert. Trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer sowie Mountainbiker erreichen diesen in einer engen Scharte zwischen den Gipfeln des Ross- und des Buchsteins im Mangfall-Gebirge gelegenen Stützpunkt über verschiedene Wege und genießen von der Terrasse den Blick bis weit auf den Alpenhauptkamm und das Karwendel bis zur Zugspitze. Vom westseitig gelegenen Balkon aus schaut man auf das Alpenvorland und den Starnberger See. Dass die Hütte meist auch als Alderhorst bezeichnet wird, hat wahrlich seinen Grund. Für Kletterer ist das Gebiet ein Paradies, finden sich hier doch nicht weniger als 90 Kletterrouten mit den Schwierigkeitsgraden 3+ bis 9+ lt. UIAA. Achtung: Im Jahr 2020 finden umfangreiche Baumaßnahmen statt, so dass nur ein eingeschränkter Notbetrieb mit Suppen und Getränken angeboten werden kann.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

3. Geigelstein (1.808 m), Chiemgauer Alpen

Geigelstein (1.808 m)
Foto: Chiemgau Tourismus
Geigelstein (1.808 m)

Der Geigelstein (1.808 m) ist nicht nur einer der bekanntesten Gipfel des Chiemgaus, ihm kommt seit 2017 auch offiziell eine verbindende Rolle zu. Ihn flankieren nämlich zwei Ortschaften – östlich Sachrang im Priental und westlich Schleching im Achental – die vom Alpenverein zu Bergsteigerdörfern ernannt wurden. Und das gerade weil sie ihren Geigelstein nicht mit Skiliften überzogen, sondern sich für eine naturnahe, nachhaltige Ausrichtung entschieden haben.

Tourentipps

Mountainbike • Bayern

Rund um den Geigelstein

Dauer
5:00 h
Anspruch
S0 leicht
Länge
42,2 km
Aufstieg
1.580 hm
Abstieg
1.570 hm

4. Höfats (2.259 m), Allgäuer Alpen

Höfats (2.259 m)
Foto: Alexander Fuchs
Blick zur Höfats (2.259 m)

Die Höfats ist einer der markantesten Berge der Allgäuer Berge: schlank, kantig, zackig, grün. Eigentlich besteht der 2.259 m hohe Berg aus vier Einzelgipfeln, die wie Nadeln empor ragen. Als Grasberg ist er einzigartig in den Ostalpen – das klingt einfach begehbar, ist aber genau das Gegenteil. Die Höfats ist in der Besteigung sehr anspruchsvoll. Das liegt an den extrem steilen, geradezu senkrechten Flanken oder Wänden wie der Ostseite, die hunderte Meter teilweise überhängend in das so genannte Rote Loch abfällt.  

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5. Hochplatte (2.082 m), Ammergauer Alpen

Hochplatte (2.082 m)
Foto: Carolin Scheibel
Hochplatte (2.082 m)

Hochplatten gibt es einige in den Alpen. Diese hier liegt in den Ammergauer Alpen, ist 2.082 m hoch und hält eine spektakulär-schöne Gratwanderung mit wunderbaren Tief- und Ausblicken parat: von den königlichen Seen des Ostallgäus über den Hochvogel (siehe weiter unten) bis hin zum Wettersteingebirge. Im Winter ist sie als einer der (anspruchsvolleren) Skitourenklassiker der bayerischen Berge beliebt.

Tourentipps

Wandern • Tirol

Hochplatte

Dauer
6:30 h
Anspruch
T3 anspruchsvoll
Länge
10,6 km
Aufstieg
1.155 hm
Abstieg
1.155 hm

6. Hochvogel (2.592 m), Allgäuer Alpen

Hochvogel (2.592 m)
Foto: Bergschule Hindelang
Hochvogel (2.592 m)

Mit seinen 2.592 Metern rangiert der Hochvogel zwar nur an Nummer 13 der höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen, aber seine Erscheinung übertrifft sie alle. Die Pyramide ist von weithin sichtbar – und identifizierbar, was den Hochvogel beim Bergeraten besonders beliebt macht. Einfach zu besteigen ist der Hochvogel (auf dem die bayerisch-österreichische Grenze verläuft) hingegen nicht und in den letzten Jahren kam es immer wieder zu Felsstürzen.

Hütten und Touren

Prinz-Luitpold-Haus
Das Prinz-Luitpold-Haus (1.846 m) steht in den Allgäuer Alpen und ist über das Tal des Bärgündlebaches oder über Hinterhornbach im Tiroler Lechtal erreichbar. Namensgeber des Hauses ist der bayrische Prinzregent Luitpold, auf dessen Grund das Haus 1880 gebaut wurde. Damit ist es die älteste Schutzhütte in den Allgäuer Alpen. Das Haus ist beliebter Stützpunkt für die Besteigung des Hochvogels. Es ist auch vorletzter Etappenort bei der mehrtägigen Durchquerung der Allgäuer Alpen. Neben Wanderern und Bergsteigern kommen gern Kletterer. In der kalten Jahreszeit nutzen Skitourengeher und Schneeschuhwanderer den Winterraum. Die Hütte wurde mehrmals renoviert, umgebaut und erweitert. 1994 wurde eine moderne biologische Abwasser-Reinigungsanlage eingebaut.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

7. Krottenkopf (2.086 m), Wettersteingebirge

Krottenkopf und Hoher Fricken
Foto: Siegfried Garnweidner
Krottenkopf (2.086 m) und Hoher Fricken

Den Krottenkopf mag man in einer Top-Ten-Liste gar nicht unbedingt erwarten. Er spielt nämlich nicht gerne an vorderster Front mit, sondern hält sich am liebsten im Hintergrund. Ein wahrer Geheimtipp also. Er ist einer der ersten Gipfel des Wettersteinmassivs und damit ein sensationeller Aussichtsberg. Allerdings ist der Weg hier herauf lang. Wer ihn dennoch angeht, sollte in der Weilheimer Hütte übernachten und der Sonne von hier oben beim auf- und untergehen zusehen – umzingelt von Schafen und mit Blick auf Starnberger See, Walchensee, Karwendel, Zugspitze...

Hütten und Touren

Weilheimer Hütte
Die Weilheimer Hütte (1.946 m), auch Krottenkopfhütte genannt, steht im Estergebirge in den Bayerischen Voralpen. Sie liegt unterhalb des Krottenkopfes, des mit 2.086 m höchsten Gipfels der Bayerischen Voralpen. Das Schutzhaus ist die höchstgelegene Hütte dieser Bergregion und das Estergebirge ist eines der größten Karstgebiete in den Bayerischen Voralpen. Die Wege dort sind lang, steil und einsam.  Bei entsprechender Schneelage sind Weilheimer Hütte und Krottenkopf ein schönes Ziel für ausdauernde Skitouren-Geher. Schneeschuh- und Winterwanderer können im Gebiet um Wank, Hohem Fricken, Bischof, Krottenkopf und der Esterberg-Alm ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Die Weilheimer Hütte verfügt über einen Winterraum, der mit einem AV-Schlüssel zugänglich ist. 
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

8. Rotwand (1.884 m), Mangfallgebirge

Rotwand (1.884 m)
Foto: Günther Zöhrer
Rotwand (1.884 m)

Das Gebiet um den Spitzingsee ist zu jeder Jahreszeit ein bayerisches Vorzeige-Bergrevier. Besonders hoch geht es hier nicht hinauf, dafür geht es hier besonders schön zu. Unter anderem auf der Rotwand, dem höchsten Spitzing-Gipfel (1.884 m), der im Winter – dann als „Rotwand Reibn“ – für viele Skitourengehern ein absolutes Muss ist.

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Rotwand im Mangfallgebirge
Rotwand, Bayerische Voralpen

Ein kleiner Gipfel ganz groß

Die Rotwand im Süden Bayerns lockt nicht nur wegen ihrer roten Felsen auf den Gipfel. Fotograf Günter Zöhrer schwärmt vom Panorama-Blick und der Nacht, wenn die Dunkelheit die Berge umhüllt und die Sterne mit den Lichtern aus München um die Wette strahlen.

Hütten und Touren

Rotwandhaus
Hütte • Bayern

Rotwandhaus (1.737 m)

Das Rotwandhaus (1.737 m) ist eine große, bewirtschaftete und familienfreundliche Berghütte im Mangfallgebirge in den Bayerischen Voralpen. Sie liegt etwas südöstlich des Spitzingsees direkt an der Rotwand in Bayern und ist bekannt für ihre Gastfreundlichkeit und herausragende Küche. Von der herrlichen Sonnenterrasse zieht sich der Panoramablick von der Zugspitze bis zum Großglockner. Die Hütte ist sowohl für Bergwanderer und Kletterer, als auch für Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Mountainbiker ein idealer Stütz- und Ausgangspunkt. Besonders für Kletterer ist der Ruchenkopf mit seinen zahlreichen Touren in allen Schwierigkeitsgraden interessant, während für Wanderer vor allem die Gipfel Miesing und Auerspitze lohnend sind. Skitourengehern ist besonders die Tour Rotwand Reibn zu empfehlen. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit ist sie auch als Tagesausflugsziel gut geeignet.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

9. Soiernspitze (2.257 m), Karwendel

Soiernspitze (2.257 m)
Foto: Wikipedia/ Kogo
Soiernspitze (2.257 m)

Mit 2.257 Metern ist die Soiernspitze der höchste Gipfel der Soierngruppe, oberhalb der Soiernhäuser und des Soiernsees. Soiern könnte auch für sauschön stehen – und das sah einst auch König Ludwig II so, der die Häuser errichten und sich hier oben angeblich auch nachts über den See paddeln ließ. Häufiger als die Soiernspitze wird die Schöttelkarspitze nebenan bestiegen – wir empfehlen über den Gratweg (Trittsicherheit) gleich beide Gipfel zu erklimmen.

Hütten und Touren

Oberes Soiernhaus
Das Obere Soiernhaus steht 80 km von München entfernt im bayerischen Teil des Karwendel. Von der Hütte aus hat man einen wundervollen Blick auf den Soiernkessel, zur Benediktenwand und die Soiernseen, die nur fünf Gehminuten bergab liegen. Um 1866 ließ Ludwig II. am Ufer der türkis-blauen Seen das ursprüngliche Soiernhaus errichten, das er während seiner Jagdausflüge bewohnte. Angeblich soll der König des Nächtens mit einem Drachenboot auf den Seen gefahren sein und geplant haben, Richard Wagners Rheingold vor der malerischen Kulisse aufzuführen. Das heutige Obere Soiernhaus ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober voll bewirtschaftet und bietet im Matratzenlager Platz für 60 Besucher, die sich vorwiegend auf Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker aufteilen.  
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

10. Watzmann (2.713 m), Berchtesgadener Alpen

Watzmann (2.713 m)
Foto: Günter Seggebäing
Watzmann (2.713 m)

Wenn schon die Zugspitze (wegen Liftunterstützung) fehlt, dann muss hier natürlich der mächtige Watzmann (2.713 m) als Krönung die Liste komplettieren. Er ist (mitsamt seiner „Familie“) der bayerische Berg-Mythos schlechthin. Ein sagenhafter Berg, zu dessen Füßen sich der wunderschöne Königssee gelegt hat – der von Caspar David Friedrich porträtiert, von Wolfgang Ambros besungen und von zig Bergsteigern begangen wurde.

Hütten und Touren

Watzmannhaus
Hütte • Bayern

Watzmannhaus (1.930 m)

Gelegen auf dem Falzköpfl, unterhalb des Watzmann Hochecks, liegt das Watzmannhaus (1.930 m) als bedeutender Stützpunkt für Tagesgäste und jene, die im Rahmen der Gipfelbesteigungen und/oder Überschreitungen eine Unterkunft für die Nacht brauchen. Die Touren von der Hütte aus sind nahezu durch die Bank nur etwas für geübte Hoch- und Skitourengeher, Bergsteiger und Kletterer. Jene auf das Hocheck (2.651 m) ist da noch die einfachste und auch für geübte Kinder ab 12 Jahren machbar. Sie erfordert jedoch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Besonders beliebt ist die Route auf das Hocheck auch bei Skitourengehern, allerdings wegen des Absturzgeländes nur für sehr gute Skifahrer geeignet, die zudem sehr konditionsstark sein müssen, schließlich dauert es auf den Gipfel rund 5 h.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

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