Bergsteigerdorf Lesachtal in Kärnten
Foto: Christian Unterguggenberger
Kleinode im Alpenraum

Die Bergsteigerdörfer im Portrait

6. Dezember 2017

Auch in den touristisch stark beanspruchten Alpen gibt es noch Orte, die weder ihre Besonderheiten noch ihre Eigenständigkeit verloren haben – die Bergsteigerdörfer. Wir stellen sie euch im Detail vor.

Bereits 2005 erkannte der Österreichische Alpenverein den unvergleichlichen Wert dieser Orte, die einst als Vorreiter des sommerlichen Bergtourismus galten, später aber durch den boomenden Wintertourismus etwas ins Hintertreffen rückten.

Seither sind 30 Bergsteigerdörfer in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien und der Schweiz eingeweiht worden. Sie stehen für alpine Ursprünglichkeit und gerade deshalb auch für einen zukunftsfähigen Alpentourismus. Jeder Gast, der Ruhe abseits der großen Tourismusdestinationen sucht, der Wert auf Individualismus und eine intakte Natur- und Kulturlandschaft legt, der gerne wandert, bergsteigt, klettert oder im Winter in den Bergen unterwegs ist, der wird sich über die Bergsteigerdörfer freuen.


Reportagen

Steirische Krakau (Steiermark)

In der Steirischen Krakau ist der Herbst doppelt schön: Weil sich in den Seen der Region die bunten Bäume spiegeln und der Nebel hier kaum herkommt.

Lunz am See (Niederösterreich)

Andere Bergsteigerdörfer umgeben höhere Berge, Lunz am See im Mostviertel hat dafür große Überraschungen zu bieten. Im Herbst wandert es sich dort besonders schön zwischen See und Bergen.

Sellraintal (Tirol)

Ein Sommerfrische-Ziel nahe Innsbruck, das schon von Menschen der Mittleren Steinzeit geschätzt wurde? Ja das gibt’s – wir lassen es aber meist „links liegen“. Werner Kräutler durchquert mit uns ein besonderes Tal in Tirol.  

St. Jodok, Schmirn- und Valsertal (Tirol)

Kein großes Hotel, keine Skilifte, keine Schnapshütten. Dafür aber Blumenwiesen, Hochmähder und Almenschmankerl. Wer St. Jodok mit Schmirn- und Valsertal – das vielleicht urtümlichste Bergsteigerdorf Österreichs – südlich von Innsbruck besucht, kann einen „Sommer wie damals“ erleben.

Malta (Kärnten)

Viel Infastruktur wird man im Kärntner Maltatal vergeblich suchen – stattdessen eröffnet sich zwischen Gmünd und der mächtigen Hochalmspitze atemberaubende Hohe-Tauern-Natur. Stefan Lieb nimmt uns ins „Tal der stürzenden Wasser“ mit.

Vent im Ötztal (Tirol)

Für Werner Kräutler ist Vent im hintersten Winkel des Tiroler Ötztals der Inbegriff eines traditionellen Bergsteigerdorfs. Nirgendwo sonst spüre man so sehr die Aura der Alpen – ganz besonders im Sommer, wenn tausende Schafe aus Südtirol auf die Nordtiroler Hochweiden getrieben werden. Für uns wanderte er zwischen Kultobjekten und sagenhaften Plätzen.

Ramsau bei Berchtesgaden (Bayern)

Seit dem 16. September 2015 darf sich Ramsau bei Berchtesgaden mit dem Titel „Erstes Bergsteigerdorf Deutschlands“ rühmen. Dabei steht das kleine Dorf am Fuße des Watzmanns gar nicht so gern im Rampenlicht. „Bergdammisch“ sind dort aber alle, weiß Andrea Obele, die dem aufstrebenden Zentrum für sanften Tourismus einen Besuch abstattete und sechs der schönsten Touren in der Umgebung vorstellt.

Ginzling (Tirol)

Im beschaulichen Ginzling in Tirol nahm der Zillertaler Tourismus einst volle Fahrt auf. Heute findet man hier wieder Ruhe und unzählige Möglichkeiten zum Wandern und Klettern. Uwe Schwinghammer hat das Bergsteigerdorf besucht.

Sachrang und Schleching (Bayern)

Matsch (Südtirol)

Hüttschlag (Salzburg)

Eine grün schimmernde senkrechte Felswand, einige Häuser und eine Kirche, die sich an den Hang schmiegen, im Hintergrund die schneeweißen Gipfel der Ankogelgruppe des Nationalparks Hohe Tauern – das Bergsteigerdorf Hüttschlag im Großarltal (Salzburg) ist ein kleines Juwel in einem großartigen Talschluss.

Villgratental (Osttirol)

Ein stilles Seitental in Osttirol – zuerst Außervillgraten mit dem zauberhaften Winkeltal, dann Innervillgraten mit einem weiten Talboden, einer stolzen Kirche und an den steilen Hängen uralte Bauernhöfe, die wie Adlerhorste auf ihren Aussichtspunkten thronen. Christina Schwann nimmt uns mit ins Bergsteigerdorf Villgratental.

Großes Walsertal (Vorarlberg)

Das Große Walsertal in Vorarlberg ist tief vom Lutzbach eingeschnitten. Über Jahrhunderte haben es die stolzen Walser bewirtschaftet, heute präsentiert es sich als vorbildlicher UNESCO-Biosphärenpark und Bergsteigerdorf. Christina Schwann hat es für uns besucht.

Steinbach am Attersee (Oberösterreich)

Gustav Mahler, Friedrich Gulda, Franz von Schönthan, Charlotte Wolter, Hedwig Bleibtreu, Gustav Klimt… sie alle waren von dem türkisblauen See im Salzkammergut und dem Höllengebirge, das sich wie eine schützende Rückwand im Osten aufbaut, fasziniert. Grund genug, sich das Bergsteigerdorf Steinbach am Attersee in Oberösterreich genauer anzusehen.

Johnsbach im Gehäuse (Steiermark)

Im steirischen Bergsteigerdorf Johnsbach werden sie noch erzählt, die Geschichten der „Gesäuse-Pioniere“ – waghalsiger junger Burschen, die sich an den schier unüberwindbaren Felswänden des Gesäuses versuchten. Heute ist das „Xeis“, der jüngste Nationalpark Österreichs, ein Ausflugsziel für alle Naturliebhaber.

Lesachtal (Kärnten)

Kein Tal in Österreich hat so viele Auszeichnungen erhalten, wie das Kärntner Lesachtal. Unter anderem jene für das „naturbelassenste und umweltfreundlichste Tal Europas“. Zu Recht, wie unsere Autorin Christina Schwann findet. Uns stellt sie das Kärntner Idyll zwischen kleinstrukturierter Berglandwirtschaft und sanftem Tourismus vor – eine andere Welt.

Tiroler Gailtal (Osttirol)

Kartitsch, Obertilliach und Untertilliach – die drei zwischen Karnischem Kamm und Lienzer Dolomiten eingebetteten Grenzorte wurden durch die Wirren des 1. Weltkrieges schwer erschüttert und sind heute ein Symbol für die Freundschaft über Grenzen hinweg. Christina Schwann hat das Tiroler Gailtal in Osttirol besucht.

Grünau im Almtal (Oberösterreich)

Grün ist im Bergsteigerdorf Grünau im oberösterreichischen Almtal die vorherrschende Farbe: der Wald, die Wiesen und selbst das Wasser des Almsees am Talschluss sind grün. Über einen Ort, der mit seinen sanften Formen eine unvergleichliche Ruhe ausstrahlt.

Jezersko (Slowenien)

Am Fuße der mächtigen Steiner Alpen und der Karawanken liegt ein idyllisches kleines Dorf, umgeben von einer außergewöhnlich schönen und ursprünglichen Landschaft. Christina Schwann berichtet aus Jezersko, dem ersten slowenischen Bergsteigerdorf, das diese Auszeichnung mehr als verdient.

Weißbach bei Lofer (Salzburg)

Almen auf der einen Seite, schroffes Karstmassiv auf der anderen. Gemütliches Kuhglockengebimmel versus Karabinerklicken. Weißbach bei Lofer, Naturparkgemeinde und Bergsteigerdorf, vereint viele Kontraste auf sich. Christina Schwann hat sich im kleinen Ort im Salzburger Saalachtal umgeschaut.

Lungiarü (Südtirol)

Kein Motorradverkehr, keine Autoschlange, die sich die Passstraße hochschlängelt, keine Seilbahnen und keine überfüllten Almen… am Dorfende ist einfach Schluss. Wer von dort die Puez- oder Peitlerkofelgruppe hinauf will, muss zu Fuß gehen. Christina Schwann hat Lungiarü, das erste Bergsteigerdorf in den Dolomiten, besucht.

Kreuth (Bayern)

Wo auf den Almen noch Vieh grast und Brauchtum hochgehalten wird: Kreuth ist zum vierten Bergsteigerdorf Deutschlands ernannt worden. Christina Schwann war bei der feierlichen Siegelverleihung dabei und hat sich für uns in der bayerischen Gemeinde umgesehen.

Zell/Sele (Kärnten)

Steil ragt die Koschuta über eine Länge von 11 km im Süden des Zeller Hochtales auf. Bescheidene Bauernhöfe und Einfamilienhäuser betten sich auf grünen Wiesen zu ihren Füßen, alte und neue Pfarrkirche zeugen von Tradition und Weltoffenheit zugleich. Christina Schwann hat das Bergsteigerdorf Zell (slowenisch Sele) – ein liebenswürdiges Kärntner Kleinod an der Grenze – besucht und ist dabei tief in seine bewegte Geschichte eingetaucht.

Mauthen (Kärnten)

Der faszinierende Grenzkamm Karnische Alpen, idyllische Almböden, glasklare Gebirgsseen, 500 Millionen Jahre Erdgeschichte, Römersiedlungen und Kriegsschauplätze – wer das Bergsteigerdorf Mauthen nördlich des Plöckenpasses in Kärnten besucht, hat hinterher viel zu erzählen.

Val di Zoldo (Belluno) 

Über 3.000 m ragen die Gipfel der Civetta und des Monte Pelmo in den Himmel und begrenzen damit das Val di Zoldo. Ein Tal mitten in den Belluneser Dolomiten, Teil der UNESCO Welterberegion Dolomiten und des Nationalparks Belluneser Dolomiten, und dennoch erstaunlich ursprünglich und einsam. Seit 6. Oktober 2018 gehört das Val di Zoldo ganz offiziell zu den Bergsteigerdörfern. 

Mallnitz (Kärnten)

Stützpunkt eines der größten Bahnvorhaben der Monarchie und Inspiration für die Gründungsväter des Alpenvereins – Christina Schwann stellt uns das Bergsteigerdorf Mallnitz inmitten der faszinierenden Gebirgslandschaft des Nationalparks Hohe Tauern in Kärnten vor.

Gschnitztal (Tirol)

Habicht und Tribulaune - ein Gegenüber stolzer Berggestalten aus schroffem Fels, steiler Bergflanken und dichter Wälder. Zur ihren Füßen ein grünes Bergbauerntal, gepflegt, authentisch und ursprünglich. Das Tiroler Gschnitztal mit den Gemeinden Trins und Gschnitz wurde am 5. Mai 2019 feierlich und wohlverdient in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen. Ein Lokalaugenschein.

Luče (Slowenien)

Als ein „Nest“ inmitten der Berge wird Luče gerne bezeichnet. Geborgen, beschaulich und rundum authentisch liegt die kleine Gemeinde im Norden Sloweniens am Fuße der östlichen Ausläufer der Kamnik-Savinja-Alpen (Steiner Alpen). Das jüngste Mitglied in der Familie der Bergsteigerdörfer stellt sich vor.  

St. Antönien (Schweiz)

Spektakuläre Berge, atemberaubende Höhen, ein weitläufiges Wegenetz, tolle Kletterrouten und zahlreiche Skitouren – dazu eine äußerst gepflegte Kulturlandschaft, Bewohner, die den Naturgefahren schon seit Jahrhunderten trotzen und ein fast schüchtern wirkender Ortskern einer typischen Walser Streusiedlung. Gelassenheit und innere Ruhe machen sich breit, wenn man auf das erste Schweizer Bergsteigerdorf St. Antönien blickt, auf den höchstgelegenen Ort der Gemeinde Luzein im Kanton Graubünden am Fuße des Rätikons.  

Buch-Tipp

Seit einigen Jahren zeichnet der Alpenverein Ortschaften, die sich der Ursprünglichkeit und einem sanften Tourismus verschreiben, mit dem Label „Bergsteigerdorf“ aus. Nun werden diese 21 besonderen Alpenorte (Stand 2016) erstmals in einem informativen Buch mit wunderschönen Bildern vorgestellt.

Die Orte im Überblick

Österreich: 

Deutschland: 

Italien: 

Slowenien: 

Schweiz:

Offizielle Seite der Bergsteigerdörfer

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