Göriach - kleines Paradies am Fuße der Niederen Tauern
Foto: Waltraud Grall
Bergsteigerdörfer

Göriach – kleines Paradies am Fuße der Niederen Tauern

• 20. August 2021

Ein ruhiges Tal – ursprünglich, kostbar, unverbaut: Göriach im Salzburger Lungau. Kultur und Tradition gehören hier ebenso zum Leben der Menschen wie Sorgfalt und Achtsamkeit gegenüber ihrer Naturlandschaft. Außerdem findet man eine fast unerwartete Weitsicht für zukünftiges, nachhaltiges Wirtschaften, wohltuende Bescheidenheit und echten Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung. Seit September 2021 gehört Göriach zum Kreis der Bergsteigerdörfer und wird der Initiative fortan nicht nur angehören, sondern diese auch maßgeblich bereichern. 

Das idyllische Hüttendorf im Talschluss von Göriach.
Foto: Waltraud Grall
Das idyllische Hüttendorf im Talschluss von Göriach.

Die Gemeinde Göriach im Salzburger Lungau liegt auf 1.180 Metern Seehöhe südlich der Niederen Tauern rund 10 Kilometer von der Bezirkshauptstadt Tamsweg entfernt. Vier Ortsteile, Vordergöriach, Wassering, Hintergöriach und Fern verteilen sich in der Talschaft. Die Häuser weisen das für den Lungau typische „Krüppelwalmdach“ auf, die Kulturlandschaft ist kleinräumig strukturiert und sehr gepflegt. Außerdem ist die Gemeinde Teil des UNESCO Biosphärenparks Lungau und das hintere Göriachtal zählt zum Landschaftsschutzgebiet Niedere Tauern. 

Die Musikkapelle Göriach ist auch am Berg aktiv - wie hier am Samspitz.
Foto: Waltraud Grall
Die Musikkapelle Göriach ist auch am Berg aktiv - wie hier am Samspitz.

„Wir haben nichts, weil wir alles haben.“

Obwohl die Gemeinde Göriach gerade einmal 352 Einwohner und Einwohnerinnen zählt, gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, eine Trachtenmusikkapelle, eine Landjugend und einen Kirchenchor. Außerdem hat die Gemeinde bereits 2006 den Weg hin zu einer „ölfreien Gemeinde“ eingeschlagen und eine Hackschnitzelanlage errichtet, die von den örtlichen Bauern beliefert wird. Seither spart die Gemeinde jährlich 20 Tonnen Schweröl. 

Zusammenhalt, Regionalität und Wertschöpfung spielen in Göriach eine zentrale Rolle. Werte wie Naturverbundenheit und Hilfsbereitschaft werden bereits in Kindergarten gelehrt.

Bürgermeister a. D. Reinhard Radebner bringt es auf den Punkt: „Wir haben praktisch nichts, was man Gästen des Massentourismus anbieten könnte, aber alles, was ökologisch ausgerichtete Gäste suchen.

Wer Ruhe und Erholung sucht, ist in Göriach mit seiner authentischen Bergbauernkultur genau richtig.
Foto: Waltraud Grall
Wer Ruhe und Erholung sucht, ist in Göriach mit seiner authentischen Bergbauernkultur genau richtig.

Wanderungen rund um Göriach

Die Niederen Tauern bieten mit ihrem Wasserreichtum, den artenreichen Almwiesen und den durchaus auch schroffen Gipfel ein wunderbares Wandergebiet, das im Sommer und Herbst durch ein vielfältiges Farbenspiel und tolle Fernsichten begeistert. 

Die Niederen Tauern sind ein wunderschönes Wandergebiet.

Rundwanderwege

Rund um die Ortschaften im Tal laden gemütliche Rundwege ein, die Landschaft zu erkunden: Der Lasenrundweg etwa führt in rund 2 Stunden von Wassering über den Vordergöriacher Berg nach Hintergöriach. Oder man wandert entlang des Granglitzrundweges durch einen lichten Lärchenwald zu den Granglitzalmen. Empfehlenswert ist zudem der Kürofenrundweg, ein Rundweg in Hintergöriach, der durch die Ederalm führt.

Hüttendorf

Ein besonders beliebtes Ausflugsziel und Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen ist das idyllische Hüttendorf im Talschluss von Göriach. Die neun Almhütten samt Stallgebäuden auf 1.419 Metern Seehöhe wurden früher während der Sommermonate von Sennerinnen bewirtschaftet. Heute können die Hütten zum Teil gemietet werden und sind auch mit dem Tälerbus erreichbar. Die Hansalhütte wird von Mitte Mai bis Anfang Oktober bewirtschaftet und bietet eine urige Einkehrmöglichkeit. Im Winter ist die schmale Straße gesperrt. 

Landwierseen 

Das Hüttendorf ist unter anderem Ausgangspunkt für die Wanderung zu den wunderschönen Landwierseen und zur Landawirseehütte. Die Seen sowie die Gegend rund um sie tragen gemäß Grundbuch richtiger Weise den Namen „Landwier“, obwohl in den meisten Karten „Landawir“ zu lesen ist. Die Bezeichnung leitet sich von „Landwehr“ ab. Göriach ist bemüht, diese alte Schreibweise wieder einzuführen, auch wenn die Bezeichnung der Landawirseehütte unverändert bleiben wird. 

Anspruchsvolle, alpine Touren 

Hochgolling – 2.863 m

Eine tolle und sehr aussichtsreiche Tour vom Hüttendorf führt über die Gollingscharte auf den höchsten Berg im Gemeindegebiet von Göriach, den Hochgolling. Im Gipfelbereich gilt es, einige leichte Kletterstellen zu bewerkstelligen, die mit Eisenklammern versehen sind. 

Auf die Gumma (2.316 m) und die Kreuzhöhe (2.566 m)

Von Vordergöriach gelangt man entlang des Granglitzrundweges Nr. 21 zur Wildbachhütte, wo man den Steig in Richtung Gumma einschlägt. Kurz vor dem Gipfel der Gumma kann man links zur Kreuzhöhe aufsteigen, die allerdings nur für geübte und schwindelfreie Bergsteiger zu empfehlen ist. 

Aussicht von der Gumma
Foto: Waltraud Grall
Aussicht von der Gumma

Pietrach – 2.396 m 

Vom Hüttendorf wandert man zuerst hinauf zur Landawirseehütte und zweigt dort zur Trockenbrotscharte, 2.237 m, ab. Links führt ein schmaler Steig entlang des Grates bis zur Pietrachhöhe mit Gipfelkreuz. Der Abstieg erfolgt über die Krautgartscharte zum Oberen Landawirsee. 

Gensgitsch – 2.279 m und Lesshöhe – 2.490 m 

Vom Parkplatz Moa in Hintergöriach geht es über den Moabergsteig zur Gensgitschütte hinauf. Von dort über die schöne Gensgitschalm zum Gensgitsch und aussichtsreich über den Kamm bis zur Lesshöhe. 

Ausblick vom Hochgolling
Foto: Waltraud Grall
Ausblick vom Hochgolling

Weitwanderwege

Die Landawirseehütte ist für viele Weitwanderwege, die die Niederen Tauern queren, ein wichtiger Übernachtungsstützpunkt. So kommen hier etwa der Schladminger Tauern Höhenweg, aber auch der  Weitwanderweg „Vom Gletscher zum Wein“ vorbei. 

Mountainbiken

Das Gelände rund um Göriach eignet sich sehr gut fürs Mountainbiken und es gibt einige ausgewiesene Strecken, wie etwa die Göriachrunde mit 14,9 Kilometern oder die Hüttendorf Route mit 8,6 Kilometern. Außerdem führt die Mountainbike Route „Lungau extrem“ durch Göriach, die die Täler des Lungaus mit einer durchgehenden 166,8 Kilometer langen Strecke verbindet. 

Auf ausgewiesenen Mountainbikerouten genießt man die Landschaft rund um Göriach.
Foto: Waltraud Grall
Auf ausgewiesenen Mountainbikerouten genießt man die Landschaft rund um Göriach.

Winter in Göriach 

Im Winter versinkt der Lungau und das Göriachtal unter einer tiefen Schneedecke. Das hintere Göriachtal ist dann praktisch nicht zu erreichen, alle Wege und Straßen bleiben den Winter über gesperrt. 

Winter in Göriach

Sehr schöne, schneesichere und meist auch recht sichere Skitouren führen hinauf auf die Gumma oder auf den Gensgitsch. 

Wer lieber im Tal bleibt, wird sich über eine ausgezeichnete und sehr idyllische Langlaufloipe freuen. Die Winkel-Loipe nimmt ihren Ausgangspunkt in Wasserung und führt in rund 8 Kilometer ins Landschaftsschutzgebiet Göriachtal bis zur Ederalm und über Hinter-  und Vordergöriach wieder retour zum Ausgangspunkt. 

In Hintergöriach werden im Winter zudem die Rodeln ausgepackt. Direkt hinter dem Ort befindet sich eine Rodelwiese an einem beleuchteten Hang – ein Spaß für Einheimische und Gäste gleichermaßen. In den Weihnachtsferien gibt es zudem Lagerfeuer, Glühwein und Musik.

Das Bergsteigerdorf Göriach freut sich im Sommer wie im Winter auf Gäste, die Ruhe und Erholung suchen.
Foto: Waltraud Grall
Das Bergsteigerdorf Göriach freut sich auf Gäste, die Ruhe und Erholung suchen.

Fakten: Bergsteigerdorf Göriach

  • Ortschaften: Vordergöriach, Wassering, Hintergöriach, Fern
  • Gebirgsgruppe: Niedere Tauern
  • Wichtigste Gipfel: Hochgolling (2.863 m), Kreuzhöhe (2.566 m), Scharnock (2.498 m), Lesshöhe (2.490 m), Pietrach (2.396 m), Samspitz (2.381 m), Gumma (2.316 m), Gensgitsch (2.279 m), Trockenbrotscharte (2.237 m)

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