
Vent im Ötztal: Ein Besuch im Ur-Bergsteigerdorf
Foto: Werner Kräutler
von Werner Kräutler
Vent – Wiege des modernen Alpintourismus
Prähistorische Kultobjekte
Ganz in der Nähe des Hohlen Steines hat der bekannte Ötztaler Volkskundler Dr. Hans Haid auf der sogenannten „Kaser“, einer einstigen Alm, prähistorische Steinsetzungen ausgemacht. Darunter einen Menhir in der Form eines Widderkopfes. Dass ausgerechnet hier eine Kapelle zu Ehren der heiligen Anna errichtet worden ist, scheint zu belegen, dass es sich bei der Kaser zumindest teilweise um einen Kultplatz gehandelt hat. Die Heilige Anna gilt im Christentum als Beschützerin von Quellen. Zudem erscheint die Spitze des Similauns von der Kaser aus betrachtet als gleichmäßiges Dreieck bzw. als gleichseitige Pyramide.
Die sagenhaften Rofenhöfe

Heute sind die Rofenhöfe ein ganz wunderbares Ausflugsziel. Von Vent aus in knapp einer Stunde Spaziergang über die Bartn’Ebene – einen exquisiten, hochalpinen Kunstpark – zu erreichen, ist meist das Gasthaus Alt-Rofen Ziel der Wanderer. Hier zelebriert die „lebende Legende der Höfe“, Anni Klotz, seit Jahrzehnten alpine Gastlichkeit. Die Tiroler Knödel des Hauses sind ein wahres Schmankerl alpiner Kost.







In einer richtungsweisenden Presseaussendung hieß es damals: „Obwohl sich die Venter bewusst sind, dass ihnen durch den Beschluss der allseits gewünschte „Herbstskifahrer” als touristische Geldquelle entgeht, sind sie der festen Überzeugung, dass der künftige Gast das Wandern in der unberührten Natur als Urlaubsmotiv sehr schätzt. Vent in den Ötztaler Alpen wird also das Bergsteigerdorf Tirols bleiben – sehr zur Freude der naturliebenden Bergfreunde.“
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Infos und Adressen: Vent im Ötztal

- Sehenswert ist das Naturparkmuseum im Alten Vidum in Vent. Auf knapp 50 m² werden die naturkundlichen und kulturhistorischen Themen in Vent angesprochen. Der Bogen reicht von der steinzeitlichen Besiedelungsgeschichte bis in die Neuzeit mit Klimawandel und Gletscherschmelze, teils multimedial aufbereitet. Hier geht's zur
Ausstellungs-Seite . - Der „Hohle Stein“, rund 30 Minuten vom Dorfzentrum Vents entfernt, repräsentiert wie kaum ein anderer Platz die prähistorische Vergangenheit des hinteren Ötztals. Ausgrabungen haben ergeben, dass Menschen diesen Stein schon vor etwa 8.000 Jahren als Unterkunft geschätzt haben.
- Die Kaser oberhalb von Vent wird von einem „Widdermenhir“ dominiert. Der in unmittelbarer Nähe des Wanderweges befindliche Stein ist Teil von Steinsetzungen, deren Bedeutung bis zum heutigen Tag nicht wirklich erklärt werden konnte.
- Die Rofenhöfe: Österreichs höchst gelegene ganzjährig bewirtschafteten Bauernhöfe sind nach einem rund 45 min dauernden Spaziergang über eine spektakuläre Hängebrücke zu erreichen. Die Brücke überwindet die tiefe Schlucht der Venter Ache, die sich etwa 20 m unter der Brücke tosend ihren Weg ins Tal bahnt. Im
Gasthof Rofenhof (bzw. Alt-Rofen) sollte man dann von den schmackhaften, deftigen Tiroler Knödeln probieren. Für die gute Verdauung sorgt ein Vogelbeerschnaps. Hier gibt'smehr Infos . - Die Ausstellung von Fotoportraits von Menschen aus dem Ötztal rund um die Bergsteigerkapelle in Vent ist eine liebenswerte Hommage an die Bewohner des Ötztales. Gestaltet wurden die Porträts vom bekannten Fotografen Bernd Ritschel. https://www.vent.at/embed-eventkalender-de?do=feratel&id=290
- Die ARTeVENT in Vent ist Jahr für Jahr von Ende Juli bis Mitte August der Kulturhöhepunkt des Ötztales schlechthin. Lesungen, Vorträge, Kultur- und Literaturwanderungen zeichnen diese zweiwöchige Kulturveranstaltung aus. Hier geht's
zur Webseite . - Jeweils Anfang September findet in Vent das Wandertheater „Friedl mit der leeren Tasche“ statt. Eine Theateraufführung, die es in sich hat. Prädikat: Absolut sehenswert. Hier geht's
zur Webseite .
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