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Bergsteigerdorf

Grünau im Almtal: Blaumachen im Grünen

Reportage • 22. April 2020
von Christina Schwann

Grün ist im Bergsteigerdorf Grünau im oberösterreichischen Almtal die vorherrschende Farbe: der Wald, die Wiesen und selbst das Wasser des Almsees am Talschluss sind grün. Über einen Ort, der mit seinen sanften Formen eine unvergleichliche Ruhe ausstrahlt.

Almsee: Wie ein Gemälde liegt der Almsee vor der Almtaler Sonnenuhr
Foto: TVB Almtal-Salzkammergut, Genuss am Almflus
Almsee: Wie ein Gemälde liegt der Almsee vor der Almtaler Sonnenuhr
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„Wald wirkt wirklich“. Dass dieses Motto nicht nur so dahingesagt ist, davon kann man sich in Grünau selbst überzeugen. Das Bergsteigerdorf Grünau gehört zu den sechs Orten der Region Almtal Salzkammergut - Österreichs erster WALDNESS-Destination. Gerade an schwülen Sommertagen – oder noch mehr, wenn es regnet – bietet der Wald eine ganz besondere Form der Erholung. Sein Mikroklima wirkt sich äußerst positiv auf unsere Gesundheit aus. Um die Waldwirkungen mit allen Sinnen zu erleben, den Wald zu riechen, zu schmecken und zu fühlen, werden über WALDNESS verschiedenste Aktivitäten rund um den Wald angeboten.

„Wald wirkt wirklich“, unter diesem Motto bietet Waldness® verschiedenste Aktivitäten rund um das Thema Wald an
Foto: Christina Schwann, ökoalpin
„Wald wirkt wirklich“, unter diesem Motto bietet Waldness® verschiedenste Aktivitäten rund um das Thema Wald an

Ein Gemälde in Grün

Kaum ein Ort in Österreich wird seinem Namen so gerecht wie Grünau. Nicht nur der Wald präsentiert sich in verschiedenen Grüntönen, auch das Wasser ist in Grünau grün. Folgt man dem Flusslauf der Alm am Almuferweg „Genuss am Almfluss“ oder dem Almtalradweg R 11, wechselt sich das Grün des Nadelwaldes mit dem Hellgrün der Auen ab. Außerdem ändert sich die Landschaft in faszinierender Art und Weise: Waren es erst noch die typischen sanften Formen der Oberösterreichischen Voralpen, verschlägt es einem nach der letzten Kurve vor dem Almsee beinahe die Sprache: Ein Bergpanorama wie aus dem Bilderbuch, nein, mehr noch, wie ein Gemälde liegt der Almsee vor einem, eingerahmt von der Almtaler Sonnenuhr.

Der Kontrast könnte nicht größer sein – das grüne Wasser des Almsees und das karge Tote Gebirge im Hintergrund
Foto: TVB-Almtal-Salzkammergut, Leo Meiselede
Der Kontrast könnte nicht größer sein – das grüne Wasser des Almsees und das karge Tote Gebirge im Hintergrund

Konrad Lorenz und die Graugänse

Grünau ist aber nicht nur ob seines prachtvollen Talschlusses bekannt. Auch mit dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz wird das Almtal in Verbindung gebracht. Konrad Lorenz wurde 1973 von der Herzog von Cumberland Stiftung eingeladen, in Grünau eine Forschungsstelle zu begründen. Seine intensive Arbeit mit Graugänsen brachte völlige neue Erkenntnisse in der Verhaltensforschung. So konnte er beispielsweise nachweisen, dass frisch geschlüpfte Gänse von jenen Lebewesen geprägt werden, die sie als erstes sehen – also auch von Menschen. Heute leistet die Konrad-Lorenz-Forschungsstation zudem einen essentiellen Beitrag zur Wiederansiedlung der Waldrappe und veröffentlicht immer wieder erstaunliche Beweise für die Intelligenz der Rabenvögel. Der Cumberland Wildpark gibt auf gemütlichen, kinderwagentauglichen Wegen einen Einblick in die heimische Tierwelt.

In der Konrad-Lorenz-Forschungsstation kann man auch heute noch die Graugänse besuchen
Foto: Christina Schwann, ökoalpin
In der Konrad-Lorenz-Forschungsstation kann man auch heute noch die Graugänse besuchen

Herausforderung Berg

Und freilich sind auch die Berge – das Tote Gebirge – besondere Anziehungspunkte des Almtals. Von leichten Wanderungen über mehrtägige Bergtouren bis hin zu einem rassigen Klettersteig ist alles vorhanden. Startet man beispielsweise beim idyllischen Almtalerhaus in der Hetzau, führt der Weg hinauf auf die Welser Hütte. Von hier bietet sich die Besteigung des 2.396 m hohen Schermberges über den imposanten und ausgesetzten Tassilo-Klettersteig in der Schwierigkeit D an.

Das Almtalerhaus in der Heztau ist Ausgangspunkt für die Bergtouren auf die Welser Hütte und den Schermberg
Foto: Petersdorfer, ÖAV-Sektion Wels
Das Almtalerhaus in der Heztau ist Ausgangspunkt für die Bergtouren auf die Welser Hütte und den Schermberg
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Oder man taucht ein in die Welt des Toten Gebirges, das seinen Namen Lügen straft. Denn das Gebiet ist alles andere als tot: in den Felsnischen, rund um die kleinen Seen und selbst in den Schotterkarren, konnte sich eine unglaubliche Artenvielfalt etablieren. Die Besteigung der Almtaler Sonnenuhr vom Almsee aus mit Übernachtung auf der Pühringerhütte am Elmsee ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wer es gerne gemütlicher angeht, dem sei auch die Kasberg-Almrunde ans Herz gelegt, die von ihren originell gestalteten Rastplätzen wunderbare Aussichten bietet.

Auf den Schermberg führt ein rassiger Klettersteig

Fakten: Bergsteigerdorf Grünau im Almtal, Oberösterreich

  • Seehöhe: 528 m
  • Gebirgsgruppe: Totes Gebirge
  • Wichtigste Gipfel: Großer Priel (2.515 m), Scherberg (2.396 m), Rotgschirr (2.270 m), Kasberg (1.747 m)

Alpenvereinshütten:

Das Almtalerhaus (714 m) steht am nordöstlichen Rand des Toten Gebirges im traumhaft schönen Almtal in Oberösterreich. Über ihr ragen die drei höchsten Gipfel dieses Gebirgszuges - Großer Priel, Spitzmauer und Schermberg - in den Himmel. Die Schermberg Nordwand dominiert das Talschluss-Panorama hier. Sie ist mit 1.400 m Höhe, die zweithöchste Wand der Nördlichen Kalkalpen nach der Watzmann Ostwand. Als ebenso respekteinflößend erweist sich von der Hütte die Nordwand des Großen Priels. Wir bewegen uns hier im alpinen Mikrokosmos des Bergsteigerdorfes Grünau im Almtal. Das Almtalerhaus ist ein Anziehungspunkt für Menschen mit ganz unterschiedlichen Alpin- und Naturleidenschaften. Bergsteiger und Kletterer zieht es bergwärts Richtung Schermberg, Großen Priel, Spitzmauer. Konditionsstarke Wanderer und Geologie-Interessierte zu Überschreitungen des Toten Gebirges und dessen Karst-Hochfläche. Ohne aufsteigen zu müssen, finden Hütten-Besucher sowohl in der Umgebung, der Vorderen und Hinteren Hetzau, einem der größten Bergsturztäler Europas, Abwechslung; durch einen Besuch des Großen und Kleinen Ödsees etwa, oder intensiver Beobachtung alpiner Flora und Fauna. Da das Almtalerhaus mit dem Auto erreichbar ist, ist der Hüttenbesuch für Familien ein Kinderspiel, welches sich aufgrund der Lage und Ausstattung fortsetzen lässt. Und wer der Berge wegen in ihre Höhlen hinein steigt, wird im Karst des Toten Gebirges seine Freude haben.
Geöffnet
Mai - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Bergtouren

Klettersteig

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