Blick auf das Buchsteinhaus und die Felsen des Gesäuse

Hüttenwandern ohne Auto: 10 Wochenendtouren mit öffentlicher Anreise

Tourentipps
5 Min.
23.07.2026

Foto: Stefan Leitner, TVB Gesaeuse

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Weil es auch in den Bergen gilt, einen möglichst kleinen Fußabdruck zu hinterlassen und die Anreise mit Bus und Bahn oft viel stressfreier ist: Diese zehn Wochenendtouren in Österreich, Bayern, Südtirol und der Schweiz lassen sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Inhalt

  1. 1. Auf den großen Buchstein im Gesäuse

  2. 2. Auf Südtirols höchste Schutzhütte

  3. 3. Überschreitung in den Berchtesgadener Alpen

  4. 4. Familienausflug in die Radstädter Tauern

  5. 5. Anspruchsvolle Jägertour im Montafon

  6. 6. Auf die Topalihütte

  7. 7. Hufeisentour im Karwendel

  8. 8. Über den Dürrensteig durch die nördlichen Kalkalpen

  9. 9. Hüttentour auf der Südseite des Wilden Kaisers

  10. 10. Kreuzeck-Höhenweg

Zweitägige Hüttentouren mit öffentlicher Anreise:


1. Auf den großen Buchstein im Gesäuse

Steiermark

Den Ausgangspunkt der Wanderung im Nationalpark Gesäuse erreicht man mit dem Zug von Wien aus in gut vier Stunden. Die Wanderung startet direkt beim Bahnhof Gstatterboden und führt dann knapp 1.000 Höhenmeter hinauf bis zum Buchsteinhaus (1.571 m) wo übernachtet wird. Am nächsten Tag erreicht man in knapp 2,5 Stunden über einen teils ausgesetzten Steig den Gipfel des Großen Buchsteins (2.224 m). Alternativ kann man für den Auf- und Abstieg auch den Südwandband-Klettersteig (Schwierigkeit: B) nutzen.


2. Auf Südtirols höchste Schutzhütte

Tirol, Südtirol

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Die anspruchsvolle Zweitagestour startet an der Bushaltestelle Nürnberger Hütte im Stubaital. In rund sieben Stunden geht es hinauf zum Becherhaus (3.195 m), der höchstgelegenen Schutzhütte Südtirols. Wer möchte, kann unterwegs auch noch den Wilden Freiger (3.418 m) mitnehmen. Am zweiten Tag steigt man über die Südtiroler Seite nach Schönau an der Timmelsjochstraße ab. Dort kommt der Timmelbus ins Spiel: Er verbindet in den Sommermonaten Nord- und Südtirol über das Timmelsjoch und ermöglicht so die bequeme Rückreise ins Stubaital oder die Weiterfahrt ins Passeiertal.


3. Überschreitung in den Berchtesgadener Alpen

Bayern, Salzburg

Mit der Buslinie 838 kommt man von Berchtesgaden bis Hinterbrand bei Schönau am Königssee. Von dort startet die rund zweistündige Tour zum Carl-von-Stahl-Haus, das bereits wieder auf der österreichischen Seite liegt und als Ausgangspunkt für zahlreiche Gipfelbesteigungen in den Berchtesgadener Alpen dient. Die 1,5 Stunden lange Tour auf das aussichtsreiche Hohe Brett (2.338 m) lohnt sich, Trittsicherheit ist aber unbedingt erforderlich. Nach einer Übernachtung auf der Hütte geht es am nächsten Tag auf der anderen Seite der Gebirgskette wieder talwärts. Den Bahnhof Golling erreicht man zu Fuß in knapp fünf Stunden, alternativ kann man die Tour auch in die entgegengesetzte Richtung machen.


4. Familienausflug in die Radstädter Tauern

Salzburg

Vom gut mit dem Zug erreichbaren St. Johann im Pongau bringt einen die Buslinie 530 bis nach Kleinarl zum malerischen Jägersee. Von hier aus startet der dreistündige Aufstieg, der zum Tappenkarsee und zur gleichnamigen Tappenkarseehütte (1.820) führt. Sie bietet knapp 70 Schlafplätze und ist Ausgangspunkt für mehrere lohnende Wanderungen. In rund zwei Stunden Gehzeit erreicht man etwa zum Weißgrubenkopf (2.369 m) und in vier Stunden das Nebelkareck (2.536 m). Für Familien mit Kindern empfiehlt sich die Seeumrundung.


5. Anspruchsvolle Jägertour im Montafon

Vorarlberg, Tirol, Graubünden

Von Innsbruck und Bregenz aus gelangt man über Landeck mit dem Tiroler Bus bis zur Bielerhöhe, wo die Rundwanderung durch das Montafongebirge startet. In zwei Tagen wandert man durch Vorarlberg, Tirol sowie die Schweiz und legt dabei sportliche 37 Kilometer zurück. Man bekommt auch so manches zu sehen: etwa den Silvrettasee am Beginn der Tour, den Vermuntgletscher, den es zu überschreiten gilt, oder das historisch bedeutende Val Urschai. Alpine Erfahrung sowie Gletscherausrüstung sind ein Muss bei dieser Tour. Übernachtet wird auf der geschichtsträchtigen Jamtalhütte (2.165 m).


6. Auf die Topalihütte

Wallis

Vom Bahnhof Visp gelant man mit dem Zug zum Ausgangspunkt der Tour in Randa. Über den Guggiberg führt die Route in etwa sechs Stunden zur futuristisch-anmutenden Topalihütte (2.674 m) die sich in einer besonders spektakulären, hochalpinen Lage befindet und ein bekannter Treffpunkt für ambitionierte Alpinistinnen und Alpinisten ist. Am nächsten Morgen führt die Tour über die Wasulicke (3.114 m) weiter in das hochalpine Jungtal. Von Jungu aus kann man schließlich die Seilbahn nutzen, um hinunter zum Bahnhof St. Nikolaus und weiter nach Visp zu gelangen.

Dreitägige Hüttentouren mit öffentlicher Anreise:


7. Hufeisentour im Karwendel

Bayern, Tirol

Der Bergsteigerbus ermöglicht die öffentliche Anreise ins Karwendel von der bayerischen Seite aus. Mit der Regionalbahn geht es zunächst nach Lenggries und von dort weiter mit dem Bus ins Rißtal (Haltestelle „Hinterriß, Einstieg Laliderertal"), dem Ausgangspunkt der dreitägigen Tour. Die einzelnen Etappen sind in vier bis sechs Stunden zu schaffen und die Wege sind mit mäßiger Schwierigkeit bewertet. Daher eignet sich diese Wochenendtour auch für weniger erfahrene Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Übernachtet wird auf der Plumsjochhütte und auf der Engalm inmitten des Naturparks Karwendel.

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8. Über den Dürrensteig durch die nördlichen Kalkalpen

Oberösterreich

Mit dem Zug erreicht man den Bahnhof Großraming von Linz innerhalb von eineinhalb Stunden und von Wien innerhalb von zwei Stunden. Weitere drei Stunden sollte man für den anschließenden Aufstieg zur ganzjährig bewirtschafteten Ennser Hütte (1.293 m) einplanen. Am nächsten Tag geht es über den Almkogel (1.513 m) weiter auf den Dürrensteig. Dieser teils ausgesetzte Steig entlang des Dürrensteinkamms bietet einzigartige Ausblicke in die grüne Landschaft des Nationalparks Kalkalpen. Nach sieben bis acht Stunden erreicht man das zweite Etappenziel der Tour, die Schüttbauernalm (1.070 m), wo erneut übernachtet wird. Am letzten Tag erfolgt der Abstieg nach Kleinreifling (3,5 h), von wo man mit dem Zug in zwei bzw. drei Stunden wieder nach Linz und Wien gelangt.


9. Hüttentour auf der Südseite des Wilden Kaisers

Tirol

Der KaiserJet (Wanderbus und Ruftaxi) bringt einen zum Ausgangspunkt der Tour in Going Hüttling, wo nach wenigen Höhenmetern bereits das erste Highlight der Wanderung wartet: der magische Schleierwasserfall. Vorbei an berühmten Kletterfelsen und über die saftigen Almwiesen gelangt man zur ersten Übernachtungsmöglichkeit, der Gaudeamushütte (1.267 m) Am nächsten Tag geht es über das Ellmauer Tor und einen anspruchsvollen Felsweg zum Gipfel der Hinteren Goinger Halt (2.192 m), wo ein fantastischer Rundumblick wartet. Der Rückweg erfolgt über den Jubiläumssteig bis zur Gruttenhütte (1.620 m). Am dritten Tag führt der Weg über mehrere malerische Hochalmen hinunter nach Scheffau, wo man wiederum in den KaiserJet steigen kann.

Mehr Infos zur Tour gibt's hier.


10. Kreuzeck-Höhenweg

Kärnten

Über Spittal an der Drau gelangt man mit dem Zug oder Bus bis Kolbnitz. Die Kreuzeck-Panoramabahn bringt einen zum Wasserspeicher Rosswiese, von wo aus man die Wanderung zum ersten Etappenziel, der Salzkofelhütte, startet. Am zweiten Tag geht es über weite Almflächen und alpine Abschnitte durch felsdurchsetztes Gelände bis zum Gipfel der Annaruhe, der einen eindrucksvollen Blick über die Kärntner Grasberge bietet. Nach rund sieben Stunden erreicht man die Feldnerhütte am malerischen Glanzsee, dem zweiten Übernachtungsstopp. Der Abstieg erfolgt in rund vier Stunden bis zur Emberger Alm, von dort fährt ein Wanderbus, der einen bis zum Bahnhof Greifenburg bringt.


FAQ: Hüttenwandern ohne Auto

Kann man eine Mehrtagestour ohne Auto planen?

Ja. Viele Alpenvereins- und Schutzhütten liegen in Regionen mit guter Bahn- und Busanbindung. Eine Auswahl an Zwei- und Dreitagestouren mit öffentlicher Anreise findest du in diesem Artikel.

Was spricht für die Anreise mit Bus und Bahn?

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln reduziert Verkehr und Parkplatzdruck in den Bergregionen. Außerdem entfällt die Rückkehr zum Ausgangspunkt, was bei Mehrtagestouren oft ein großer Vorteil ist.

Wie bereite ich mich auf eine Mehrtagestour vor?

Eine gute Tourenplanung, aktuelle Wetterinformationen und die passende Ausrüstung sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Mehrtagestour. Hier findest du einen kompletten Einsteiger‑Guide für deine Mehrtagestour in den Alpen.


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