Karnischer Höhenweg
Foto: Philip Schönauer
Weitwandern

Am Karnischen Höhenweg

Touren-Tipps • 18. September 2019

Der Karnische Hauptkamm zwischen Österreich und Italien: Einst standen sich hier im Ersten Weltkrieg tausende österreichisch-ungarische und italienische Soldaten gegenüber. Heute verläuft am ehemaligen Schicksalsgrat der 150 km lange Karnische Höhenweg, kurz KHW 403, der auch als „Friedensweg“ bezeichnet wird und in seiner Vielfalt zu den schönsten Weitwanderpfaden Europas zählt. Wir stellen euch die 8 Etappen im Detail vor.

Die malerisch gelgene Wolayersee Hütte am Karnischen Hauptkamm
Foto: Philipp Forstner
Die malerisch gelgene Wolayersee Hütte am Karnischen Hauptkamm

Wer an den Hüttenbänken entlang des Karnischen Höhenwegs in der Nachmittagssonne sitzt, wird nicht nur Deutsch und Italienisch hören, sondern noch viele weitere Sprachen. Der „Via della pace" ist weit über die Grenzen Österreichs und Italiens hinaus bekannt, denn wer hier über den Grat wandert hat rechts immer einen Blick auf die grandiosen Dolomiten und sieht links weit hinein nach Kärnten. Ein Naturerlebnis, das sich von Sillian in Osttirol bis nach Arnoldstein in Kärnten erstreckt, wobei man immer mit einem Fuß in Italien wandert.

Etappe 1: Leckfeldalm – Obstansersee Hütte

Die erste Etappe startet mit einer mittelschweren Wanderung von der Leckfeldalm zur Obstansersee-Hütte (2.304 m). Der Weg führt zunächst durch wunderschöne Almlandschaften und über Kämme und Gipfel vorbei an beeindruckenden Bergseen. Bei Schönwetter kann man von der Sillianer Hütte sogar die Drei Zinnen erkennen. 

Die Tour im Detail

Etappe 2: Obstansersee-Hütte – Porzehütte

Auch die zweite Etappe bieten viele Möglichkeiten für Gipfelerlebnisse: Gleich zu Beginn erreicht der Karnische Höhenweg auf der Pfannspitze (2.678 m) seinen höchsten Punkt, bevor man anschließend an der wilden Felsszenerie der Kinigat vorbei wandert. Mit Erreichen der Filmoor-Standschützenhütte betritt man die weite grüne Almlandschaft des Filmoores und erblickt nach dem Aufstieg zum Heretriegel die eindrucksvollen Nordwände der Porze (2.599 m).

Porzehütte
Foto: Philipp Schönauer
Die Porzehütte: Ziel der zweiten Etappe

Danach folgt der Abstieg zur darunterliegenden Porzehütte

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Etappe 3: Porzehütte – Hochweißsteinhaus

Die längste Etappe im Karnischen Höhenweg: Hier ist eure Kondition gefragt, da es keine kurzen Abstiegsmöglichkeiten auf der österreichischen Seite gibt. Begleitet von einem herrlichen und vielfältigen Bergpanorama führt diese schöne Höhenwanderung entlang des Grenzkammes oft nur wenige Meter unter den Gipfelkreuzen vorbei bis man schließlich beim Hochweißsteinhaus einkehrt.

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Etappe 4: Hochweißsteinhaus – Wolayersee Hütte

Vom Hochweißsteinhaus führt der Weg über das Öfnerjoch ins Fleonstal, ein verschlafenes italienisches Almhochtal mit Bergwiesen und lichten Wäldern. Im Süden wird das Tal von wuchtigen Felswänden begrenzt, die trotz ihrer hellen Kalkfelsen düster wirken.

Wolayersee
Foto: Philipp Schönauer
Der Wolayersee am Ende der vierten Etappe

Eine landschaftlich sehr schöne Etappe durch die Karnischen Alpen in Osttirol, die am tiefblauen Wolayersee, umrahmt von einer grandiosen Bergkulisse, endet.

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Etappe 5: Wolayersee Hütte – Zollnersee Hütte

Von der Wolayersee Hütte (1.967m) zur Zollnersee Hütte (1.738 m). Unter den hoch aufragenden Nordwänden von Seewarte und Hoher Warte geht es vom Wolayer See hinauf zum Valentintörl und weiter zur unteren Valentinalm am Plöckenhaus. Nun folgt ein langer Anstieg zu den Köderköpfen und Abstieg durch den Talschluss des Kronhofgrabens bis zur Zollnersee Hütte. 

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Etappe 6: Zollnersee Hütte – Nassfeld

Auf zum Nassfeldpass (1.530 m) und Alpenhotel Plattner (1.609 m). Auf dieser Etappe erwarten euch keine besonders großen Höhenunterschiede und auch keine nennenswerten alpinistischen Schwierigkeiten, dennoch ist sie aufgrund der zurückzulegenden Distanz nicht zu unterschätzen. 

Karnischer Höhenweg
Foto: Philipp Schönauer
Vom Zollnersee zum Nassfeld geht es durch eine naturbelassene Moorlandschaft

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Etappe 7: Nassfeld – Dolinzaalm

Ziel der vorletzten Etappe ist die Dolinzaalm in Nassfeld (1.459 m). Im Anstieg zum Garnitzentörl und dem folgenden Abstieg zur Garnitzenalm durchwandert man wieder weitläufige Almlandschaften im Randbereich des Schigebietes Nassfeld. Danach geht es mit nur geringen Ab- und Anstiegen, ohne große Höhenunterschiede großteils durch Nadelwälder zur Egger Alm.

Auf einer Asphaltstraße wandert man nun zur Dellacher Alm und nach der Querung des Kesselwaldgrabens folgt ein letzter Aufstieg zum Starhandsattel bevor es durch Wald- und Wiesenabschnitten schließlich hinab zur Dolinza Alm (1.459 m) am Karnischen Hauptkamm in Kärnten geht.

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Etappe 8: Dolinzaalm – Thörl-Maglern

Auch auf der letzten Etappe des Karnischen Höhenweges wandert man wieder von Alm zu Alm, um sich von verschiedenen Ausblicken ins Untere Gailtal und ins Kanaltal überraschen zu lassen und den Nahblick zu den Julischen Alpen nochmals zu genießen. Unterschätzen sollte man diese Etappe als gemütlichen Ausklang jedoch trotzdem nicht, denn vom Bartolosattel auf den Kapinberg steht noch ein längerer Anstieg bevor und von der Göriacher Alm der letzte lange und teils steile Absteig nach Thörl-Maglern.

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