Berg-Know-How

Packliste: 11 Dinge fürs Wandern

Wissenswertes • 3. Juli 2018
von Riki Daurer

Die Wandersaison ist eröffnet! Was man bei sommerlichen Streifzügen durch die Berge im Rucksack mitführen sollte? Bergwelten-Expertin Riki Daurer verrät uns, welche 11 Dinge es unbedingt einzupacken gilt.

Rucksack packen: Wanderin im Tannheimer Tal in Tirol
Foto: mauritius images / Westend61 / Uwe Umstätter
Rucksack packen: Wanderin im Tannheimer Tal in Tirol

1. Erste Hilfe-Set

Es zählt zum Standard, immer ein Erste Hilfe-Set im Rucksack mitzuführen. Wichtig hierbei ist, den Inhalt regelmäßig zu kontrollieren. Sind die Bestände aufgefüllt? Finden sich im Set essentielle Dinge wie Aludecke, Dreieckstuch und Druckverband? Möchte ich den Inhalt des Sets noch um persönliche Dinge erweitern? Empfehlenswert ist etwa eine wasserdichte Hülle – zum Beispiel von Evoc oder Ortovox.


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2. Notfallkarte

Kommt es zu einem Notfall am Berg, gibt es einige Informationen, die besonders relevant und wichtig sind für die Helfer:

  • Wie lautet der Name des Verunfallten?
  • Wer soll informiert werden (Notfallkontakt)?
  • Bestehen Allergien?

Diese Informationen kann man auf einer Notfallkarte vermerken und in der Deckeltasche des Rucksacks verstauen. Damit stehen alle wichtige Daten – inklusive Telefonnummer des Notfallkontakts – sofort auf einen Blick zur Verfügung.

Bergwelten-Sicherheitsexperte Walter Würtl hat eine solche Notfallkarte für Ortovox aufbereitet.

3. Notfallnummern

Im ersten Schock ist es gar nicht so leicht sich an die Notfallnummern zu erinnern. Daher empfiehlt es sich, diese im Handy einzuspeichern und sich auf einem Zettel zu notieren. Ebenso ratsam ist es, die Nummern diverser Checkpoints (Hütten, Unterkünfte, ...) mitzuführen.


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4. Taschen-/Stirnlampe

Erst einmal sollte man natürlich davon ausgehen, dass alles gut gehen und man wieder rechtzeitig zurück im Tal sein wird. Aber: Es kommt oft anders als gedacht und man sollte auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Daher darf eine kleine, aber starke Stirnlampe im Rucksack nicht fehlen – nicht zuletzt im Hinblick auf das Absetzen von alpinen Notsignalen mittels Lichtzeichen.

5. Biwak-/Windsack

Ein Biwaksack ist Bestandteil der Notfallausrüstung, hat aber auch von akuten Notfällen abgesehen einen praktischen Nutzen. Er ist wind- und meist auch wasserdicht und eignet sich daher hervorragend als „Wärmelieferant“ bei einer Pause. Viele Vorteile birgt in dieser Hinsicht auch ein sogenannter Windsack – zum Beispiel von Hilleberg. Je mehr Personen in einem Windsack stecken, desto wärmer wird es. Vor allem für Kinder ist das wichtig, denn sie tun sich schwer beim eigenständigen Aufwärmen. Zudem kann in einem Windsack schon einmal der Kocher angeworfen oder bequem die Kleidung gewechselt werden.

Rucksack-Inhalt für Wanderungen im Gebirge
Foto: Riki Daurer
Rucksack-Inhalt für Wanderungen im Gebirge

6. Energielieferanten

Schokoriegel, Fruchtzucker und isotonische Getränke befördern Zucker schnell ins Blut und wirken so Müdigkeit oder Energieverlust entgegen. Persönlicher Tipp: Immer eine Packung Isostar Brausetabletten mitführen und bei Bedarf ganz einfach im Wasser auflösen.

Dass Energielieferanten auch gesund – und sogar vegan – sein können, beweist der köstliche Healthy Performance Snack Gonats aus Tirol.

7. Wasserdichte Geld-/Dokumentenbörse/Handyhülle

Was sich erst einmal banal anhören mag ist äußerst sinnvoll: Alle Dokumente, die Notfallkarte und das Handy sollten wasserdicht verpackt sein. Ein praktisches wasserdichtes Wallet – in dem sogar der Reisepass Platz hat – gibt es zum Beispiel von Mammut, eine wasserdichte Handyhülle bei SeaLine.

8. Wasserdichter Packsack/Dry Sack

Nicht nur Dokumente und Handy wollen wasserdicht verpackt werden, auch das Verstauen von Kleidung und elektronischen Geräten in einen Dry Sack ist ratsam. Zusätzlicher Vorteil: die Komprimierfunktion von wasserdichten Packsäcken. Damit verringert sich – insbesondere bei Jacken – das Packvolumen erheblich. Wasserdichte Packsäcke gibt es in verschiedenen Größen und Formen, beispielsweise auch eigens für Schlafsäcke. Empfehlenswert ist etwa der Dry Sack von Sea to Summit oder von Exped.


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9. Mobiles Ladegerät/Powerbank

Was wir mit dem Handy am Berg alles machen? Wir fotografieren, posten, verfolgen die Tour auf der Online-Karte mit, eruieren unseren Standort. Das alles hat erheblichen Einfluss auf die Akku-Laufzeit unserer Smartphones, insbesondere bei Kälte. Daher sollte man immer ein Akkupack für das Mobiltelefon im Rucksack mitführen. Denn: Kommt es zu einem Notfall muss das Handy funktionieren!

Von Black Diamond gibt es ein Ladegerät in Kombination mit einer Taschenlampe.

10. Trinkflasche/Thermoskanne

Trinken ist wichtig – das weiß jeder. In der kalten Jahreszeit sind Isolierflaschen unschlagbar, ansonsten haben sich zusammenfaltbare Kunststoffbeutel bewährt. Diese sind in verschiedensten Größen (von 200 bis 1.000 Milliliter) erhältlich, zum Beispiel von HydraPak.

11. Haube

Der Mensch verliert extrem viel Wärme über den Kopf, daher leistet eine Haube stets gute Dienste und sollte einen festen Platz im Rucksack haben. Wer Platz sparen möchte, kann auch eine Unterziehhaube einpacken.

Auch ein Beanie aus Merinowolle benötigt kaum Platz und passt immer – ob unter Ski- oder Kletterhelm oder am Lagerfeuer. Verschiedenste Mützen für jede Gelegenheit – und jeden Geschmack – findet man beispielsweise bei Woolpower, Ortovox oder Smartwool. Übrigens: Auch die gute alte Schlafmütze hat ihre Berechtigung. Wer bei der nächsten Hüttenübernachtung im Lager friert, sollte zur Mütze greifen.

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