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Hütten

Nomen est Omen: 12 Hütten und ihre Namen

• 19. September 2017
von Christina Geyer

Hütten heißen nicht zufällig so wie sie heißen. Ihre Namen erinnern in den meisten Fällen an Sektionsmitglieder, Erschließer der Region oder herausragende Bergsteiger. Wir stellen euch 12 Hütten und ihre Namensgeber vor.

Hesshütte
Foto: Harald Herzog
Die Hesshütte in dne Ennstaler Alpen (Steiermark)
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Edmund-Probst-Haus, 1.930 m

Allgäuer Alpen / Bayern

Das Edmund-Probst-Haus liegt am Fuße des Nebelhorns (2.224 m)  bei Oberstdorf in den Allgäuer Alpen. Sein Name leitet sich von Edmund Probst ab, der von 1879-1918 erster Vorsitzender der für den Bau zuständigen DAV-Sektion Allgäu-Immenstadt war. Probst setzte sich über 40 Jahre lang für die Errichtung der Hütte ein, ehe sie im Jahr 1890 um umgerechnet knapp 7.000€ endlich fertiggestellt und eingeweiht werden konnte.


2. Arthur-von-Schmid-Haus, 2.281 m

Ankogelgruppe / Kärnten

1910 wurde mit dem Bau des Arthur-von-Schmid-Haus' begonnen, nur ein Jahr später wurde es fertiggestellt und konnte eröffnet werden. Sein Namensgeber Dr. Arthur von Schmid lebte da schon nicht mehr. Der Direktor der Grazer Handelsakademie starb 1902. Er vermachte der Sektion Graz, deren Vorsitz er selbst von 1882-1885 innehatte, ein beträchtliches Vermögen, mit dem schließlich der Bau des Schutzhauses finanziert werden konnte.


3. Peter-Wiechenthaler-Hütte, 1.752 m

Berchtesgadener Alpen / Salzburg

Die Peter-Wiechenthaler-Hütte wurde 1924 auf Initiative des Maurermeisters und leidenschaftlichen Bergsteigers Peter Wiechenthaler gebaut und zwei Jahre später fertiggestellt. Aufgrund seines persönlichen Einsatzes beschloss der Saalfeldener Sektionsausschuss  bereits während der Bauplanung, die Hütte nach ihrem Bauherrn zu benennen. Wiechenthaler selbst erfuhr davon erst bei der Einweihung, als die Enthüllung der Tafel seinen Namen preisgab. Nur ein Jahr später verunglückte er tödlich bei einer Bergtour in den Hohen Tauern.


4. Albert-Link-Hütte, 1.053 m

Bayerische Voralpen / Bayern

Die Albert-Link-Hütte wurde 1929 von der DAV-Sektion München als sektionseigene Hütte erbaut, ehe sie 1990 in eine allgemein zugängliche Hütte umgewandelt wurde. Benannt wurde sie nach Albert Link, der seines Zeichens einer der aktivsten Funktionäre der Sektion München war. Der Hofdekorationsmaler hat sich innerhalb der Sektion vor allem mit der Gründung einer Skiabteilung verdient gemacht, einer Pioniertat. Unter Links Federführung folgten Skiwettkämpfe von überregionaler Bedeutung, Bergtouren und Vorträge. 1942 wurde er zum Ehrenmitglied der Sektion ernannt.


5. Adamekhütte, 2.196 m

Dachsteingebirge / Oberösterreich

Die Adamekhütte wurde 1908 von der Sektion Austria Wien erbaut und nach Sektionsvorstand Karl Ritter von Adamek benannt. Seine Verdienste umfassen eine Zeitspanne von über 25 Jahren: Ausschussmitglied der Sektion, Schriftführer, Vorstandsstellvertreter und schließlich ab 1892 Vorstand der Sektion Austria. In seiner Funktion als Hofrat beim Obersten Gerichtshof ab 1899 setzte sich Adamek darüber hinaus auch für eine Regelgung der Bergführerverhältnisse sowie für eine neue Wege- und Hüttenbauordnung ein.


6. Zsigmondyhütte, 2.224 m

Dolomiten / Südtirol

Die Zsigmondyhütte in den Dolomiten erinnert an Emil Zsigmondy, einen Wiener Arzt und Bergsteiger, der sich nicht nur als Erstbesteiger verschiedener Routen einen Namen machen konnte, etwa der Besteigung der Zsigmondyspitze (3.089 m) in den Zillertaler Alpen, sondern auch als glühender Verfechter des führerlosen Bergsteigens und Autor des Standardwerks „Gefahren in den Alpen“, das er mit nur 20 Jahren schrieb. Zsigmondy verunglückte 1885 tödlich an der Meije (3.983 m), sein Grab befindet sich unweit der Absturzstelle auf einem kleinen Friedhof in den Dauphiné-Alpen in Frankreich.


7. Gnifetti Hütte, 3.647 m

Monte-Rosa-Massiv / Aostatal

Die vom Club Alpino Italiano 1876 erbaute Gnifetti Hütte ist namentlich an den italienischen Pfarrer und Bergsteiger Giovanni Gnifetti angelehnt, der sich mit der Erschließung um die Monte-Rosa-Gruppe verdient machen konnte. So konnte er etwa die Erstebesteigung der Signalkuppe (4.556 m) in den Walliser Alpen für sich verbuchen. Die Einweihung der Hütte erlebte Gnifetti nicht mehr. Er verstarb 1867.


8. Hesshütte, 1.699 m

Ennstaler Alpen / Steiermark

Die Hesshütte (1.699 m) steht am Ennsecksattel zwischen Hochtor und Hochzinödl in den Gesäusebergen in den Ennstaler Alpen. Sie liegt mitten im Nationalpark Gesäuse und ist über vier Zustiege aus drei Gesäuse-Orten erreichbar: von Hieflau, von Johnsbach und von Gstatterboden. Die anspruchsvollsten Aufstiege führen von Gstatterboden über den legendären Peternpfad und den Wasserfallweg zur Hütte. Der Klassiker, oder sagen wir Normalweg zur Hütte, ist der Anstieg aus Johnsbach vom Gasthof Kölbl weg. Gleichgültig aus welcher Richtung man zur Hütte empor steigt, der Lohn für den zurückgelegten Weg ist mehrfach: eine prachtvolle Ostalpen-Hütte, die imposanten Gesäuse-Berge und im Falle einer sternenklaren oder sogar Vollmond-Nacht, ein Himmel und ein Panorama, das so schnell nicht zu vergessen ist.  In welcher alpinen Gesellschaft hält sich die Hesshütte auf: die Planspitze im Norden, die Hochtor-Gruppe im Westen, die Jahrlingmauer im Süden und der Zinödl im Osten sind jahraus, jahrein die ständigen Begleiter der Hütte. Schon die Anstiegswege zur Hütte sind richtige Bergtouren. Nur rund um die Hesshütte gehen die Wege weiter. Darunter sind auch eine Reihe verwegener Klettereien. So reicht der Hochtor-Ostgrat, der Rossschweif, bis zur Hütte herunter. Der "Normalweg" von Johnsbach ist allerdings familientauglich, vorausgesetzt, die heranwachsenden Alpinisten sind bereit, mindestens drei Stunden Fußmarsch in Kauf zu nehmen.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Hesshütte wurde von der Wiener Alpengesellschaft „Die Ennstaler“ erbaut und nach Heinrich Hess, dem „Vater des Gesäuses“, benannt. Seine ersten führerlosen Besteigungen führten den gebürtigen Wiener mit nur 17 Jahren auf den Großvenediger (3.666 m) und das Kitzsteinhorn (3.203 m). Sein Herz aber hatte Hess an das Gesäuse verloren: Unter anderem gelangen ihm Erstbesteigungen des Reichensteins (2.251 m), Hochtors (2.369 m), der Planspitze (2.117 m) und des Kleinen Buchsteins (1.990 m). Verdient machte sich der gelernte Metallwarenfabrikant darüber hinaus auch mit der Verfassung des ersten Gesäuse-Führers sowie des Standardwerks „Hochtourist in den Ostalpen“ (gemeinsam mit Ludwig Purtscheller).


9. E.T.-Compton-Hütte, 1.650 m

Gailtaler Alpen / Kärnten

Die E.T.-Compton-Hütte am Fuße des Reißkofels (2.371 m) wurde zwischen 1925 und 1928 von der Sektion Austria in Wien erbaut und nach dem englischen Maler Edward Theodoro Compton benannt. Compton erwarb die deutsche Staatsbürgerschaft und unternahm zahlreiche Bergtouren, unter anderem mit Dr. Karl Blodig, der alle 4.000er in der Schweiz bestiegen hat, und Ludwig Purtscheller, der seinerzeit als bester Kenner der Alpen galt. Compton selbst durchstreifte den gesamten Alpenraum, 27 Erstbesteigungen konnte er verzeichnen. Die Liebe zu den Bergen schlug sich auch in seinen Bildern nieder: Rund 1.700 Bergmotive hielt der Maler in nahezu fotofrafischer Genauigkeit fest.


10. Glorer Hütte, 2.642 m

Glocknergruppe / Tirol

Ausnahmsweise versteckt sich hinter der Glorer Hütte keine spezifische Persönlichkeit, sondern ein Ortsteil. Die Kalser Bergführer Veit Oberlohr, Paul Schnell und Thomas Huter, die für den Bau der Schutzhütte von 1887 maßgeblich verantwortlich zeichneten, stammten allesamt aus dem Ortsteil Glor in der Gemeinde Kals. So wurde die Hütte kurzerhand Glorer Hütte getauft. 1924 wurde sie schließlich an die Sektion Donauland in Wien verkauft.


11. Pforzheimer Hütte, 2.308 m

Stubaier Alpen / Tirol

Auf Initiative der Brüder Emil und Adolf Witzenmann, die sich in die Riege der letzten sogenannten klassischen Erschließer der Alpen einreihten, wurde die (alte) Pforzheimer Hütte von der Sektion Pforzheim errichtet und 1901 eingeweiht. 1919 zog es Adolf Witzenmann zur Hütte zurück, wegen unerlaubten Grenzübertritts wurde er jedoch von einem Militärgericht verurteilt und die Schweiz abgeschoben. Die Hütte wurde dem bewussten Verfall preisgegeben. 1924 entschloss man sich – wieder unter Beteiligung von Adolf Witzenmann – zum Bau einer neuen Hütte im Gleirschtal unweit von Innsbruck, der heute noch bestehenden (neuen) Pforzheimer Hütte.


12. Leglerhütte, 2.273 m

Schweiz / Glarner Alpen

Die Leglerhütte befindet sich mitten im Freiberg Kärpf, dem ältesten Wildschutzgebiet Europas in den Glarner Alpen im Kanton Glarus. Die Berghütte ist eine Einrichtung der Sektion Tödi des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Sie liegt am Fuße des Kärpf-Massivs auf 2.273 m Seehöhe über der Ortschaft Schwanden.  Vor einer grandiosen Bergkulisse, die sich aus über hundertneunzig umliegenden Gipfeln formt, präsentiert sich eine malerische Naturlandschaft mit einer unberührten alpinen Fauna. Schon der gemütliche Hüttenzustieg über die Mättmenalp, vorbei an glasklaren Bergseen, lässt Wanderer in dieses kleine Naturparadies eintauchen.  Im Sommer wie im Winter ist das Gebiet ein reizvoller Ausflugsort für Naturliebhaber und Genusswanderer. Im Winter locken Schneeschuhwanderungen und Skitouren. Wanderer können auf einer dreitägigen, aussichtsreichen Tour rund um die Kärpf-Gruppe die Region für sich entdecken. Für geübte Bergwanderer bieten sich einige lohnende Gipfelziele östlich der Hütte an. Dazu zählen der Chli Kärpf, der Gross Kärpf, der Hanenstock und der Bützistock.  Bergfexe mit Kletterambitionen werde hier auch fündig. Der Klettergarten Unter Kärpf befindet sich in unmittelbarer Hüttennähe. Etwa zwei Stunden von der Hütte entfernt liegt oberhalb des Garichtistausees der Klettergarten Widerstein. Mit seinen zwanzig Sektoren und einem relativ breiten Spektrum an Schwierigkeitsgraden (2 bis 7b) ist er eine vertikale Spielwiese für Kletteranfänger und Fortgeschrittene. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Hütte am Fuße des Kärpf-Massivs liegt im ältesten Wildschutzgebiet Europas und ist im Sommer wie im Winter ein wichtiger und komfortabler Touren-Stützpunkt. Gern auf der Hütte übernachtet hat aber auch schon ihr Stifter und Namensgeber, Hauptmann Mathias Legler, der einer wohlhabenden Textilfabrikantenfamilie aus Diesbach angehörte. Er schenkte den alpinen Stützpunkt nach seiner Fertigstellung im Jahr 1908 der Sektion Tödi des Schweizer Alpen-Clubs, sicherte sich und seiner Familie in der Schenkungsurkunde aber dauerhaft ein Zimmer. Schon zur Zeit ihrer Entstehung zeichnete sich die Leglerhütte durch eine vergleichsweise aufwendige Bauweise aus – 2007 wurde sie durch einen modernen, kubischen Anbau aus heimischen Baumaterialien erweitert. Die Gesamtkapazität liegt jetzt bei 54 Betten.

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