Hütten

Die höchsten Hütten der Alpen

Hütten-Tipps • 8. Mai 2019

Wo die Luft dünner wird und die Berge höher, der Himmel zum Greifen nahe rückt und nichts mehr grünt – da stehen sie: Die höchsten Hütten der Alpen. Jenseits der 3.000 Meter Marke erschließen sie unzählige Gipfelmöglichkeiten und lassen die Herzen ambitionierter Bergsteiger höher schlagen. Wir stellen euch die höchsten Schützhäuser in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz vor.

Sonnenaufgang auf der höchsten Hütte Österreichs, der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner.
Foto: mauritius images / Iris Kürschner
Sonnenaufgang auf der höchsten Hütte Österreichs, der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner

Österreich

Erzherzog-Johann-Hütte, 3.454 m

Glocknergruppe/ Osttirol

Die Erzherzog-Johann-Hütte

Mit 3.454 m ist die auf der Adlersruhe gelegene Erzherzog-Johann-Hütte des ÖAK die höchste Schutzhütte Österreichs und gleichermaßen Stütz- wie Ausgangspunkt für den finalen Gipfelvorstoß auf den Großglockner (3.798 m). Von der Hütte sind es gerade einmal noch 2 bis 3 Stunden hinauf auf Österreichs höchsten Berg.

In der bereits 1880 eröffneten und mehrmals generalsanierten Hütte werden alle Speisen frisch zubereitet: der im Holzofen gebackene Apfelstrudel, die Osttiroler Schlipfkrapfen, die Kaspressknödelsuppe. Garniert wird das Ganze mit einem einmaligen wie unbezahlbaren Blick auf den Gipfel des Großglockners.

Öffnungszeiten: Ab Mitte Juni

Terrasse im Winter
Die Erzherzog-Johann-Hütte (3.451 m), die auf der so genannten Adlersruhe liegt, ist die höchstgelegene Schutzhütte in Österreich. Sie ist idealer Ausgangspunkt für die zweistündige Besteigung des Großglockners, des höchsten Berges in Österreich, ein Paradies für Bergsteiger und Kletterer. Nur 344 Höhenmeter müssen zurückgelegt werden. Erforderlich sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein sicherer Umgang mit dem Seil. Als Lohn wartet ein traumhaftes Panorama im Nationalpark Hohe Tauern.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Brandenburger Haus, 3.277 m

Ötztaler Alpen/ Tirol

Brandenburger Haus
Foto: mauritius images/ Leon Werdinger)
Brandenburger Haus

Das 1909 vom Alpenverein eröffnete Brandenburger Haus steht der Erzherzog-Johann-Hütte mit nicht einmal 200 Höhenmetern Unterschied in nichts nach. Der Ausblick ist auch hier atemberaubend und gipfelreich. Um ihn genießen zu können, muss man sich allerdings mit Seil, Steigeisen und Eispickel ausstatten: Alle Routen hinauf auf das Brandenburger Haus führen über Gletscher und haben somit hochalpinen Charakter.

Öffnungszeiten: 21.06. bis Mitte September

Brandenburger Haus
Das erhabene Brandenburger Haus liegt inmitten der Gletscher der Ötztaler Alpen auf 3.277 m und ist damit eine der höchstgelegenen Schutzhütten des Landes. Der Standort zwischen Gepatsch- und Kesselwandferner erfordert unbedingt Gletscherausrüstung für den Zustieg – das gilt auch für die meisten Touren in die grandiose 3.000er-Gletscher-Bergwelt ringsum. Die Dahmannspitze (3.401 m) – der Hausberg des Brandenburger Hauses – ist in nur 30 min Gehzeit zu erreichen, weitere beliebte Touren führen auf die Kesselwandspitze (3.414 m, 1:30 h), auf den Fluchtkogel (3.500 m, 1:30 h) und die Weißkugel (3.739 m, 4 h). Das Brandenburger Haus bietet an die 100 Schlafgelegenheiten, die meisten sind Matratzenlager. Es ist nur in den Sommermonaten bewirtschaftet, im Winter steht Skitourengehern ein unversperrter Winterraum zur Verfügung.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Hochstubaihütte, 3.173 m

Stubaier Alpen/ Tirol

Hochstubaihütte

Die Hochstubaihütte des DAV befindet sich auf der Wildkarspitze in einer Höhe von 3.173 m und rangiert damit auf Platz 3 der höchstgelegenen Schutzhütten Österreichs. Der Blick über das Gipfelpanorama der Zentralalpen reicht von der Zugspitze bis in die Dolomiten hinein – ein Anblick, den man unbedingt auch im Abendrot auf der Terrasse genießen sollte.

Öffnungszeiten: Anfang Juli bis Mitte September

Hochstubaihütte
Die Hochstubaihütte (3.173 m) ist die dritt-höchst gelegene Hütte Österreichs. Sie steht eingebettet in den Stubaier Alpen in Tirol und wird den Sommer über bewirtschaftet. Der Talort ist Sölden, der Gipfel die Wildkarspitze. Die Hochstubaihütte ist das Ziel von geübten Bergsteigern, Kletterern, Klettersteig- und Skitourengehern. Die Zustiege und umliegenden Routen sind lang und schwierig und daher nicht für Ungeübte und Familien mit kleinen Kindern geeignet.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Zittelhaus, 3.106 m

Goldberggruppe/ Salzburg

Die höchsten Hütten der Alpen
Foto: Sektion Rauris/ÖAV-Hüttenfinder
Das Zittelhaus auf 3.106 m

Direkt am Gipfel des Hohen Sonnblicks auf 3.106 m liegt das 1886 eröffnete Zittelhaus des Alpenvereins. 1905 wurde hier ein Kälterekord gestellt: -37,4° wurden gemessen; die tiefste jemals gemessene Temperatur in Österreich. An wärmeren Tagen laden freilich zahlreiche Gipfel zu ausgedehnten Bergtouren ein. Abends wird man dann auch hier mit herrlichen Sonnenuntergängen belohnt.

Öffnungszeiten: Ende Juni - Ende September

Zittelhaus
Hütte • Salzburg

Zittelhaus (3.106 m)

Das Zittelhaus steht direkt am Gipfel des Hohen Sonnblick auf 3.106 m Seehöhe in Salzburg. Damit ist es die höchstliegende Hütte des Österreichischen Alpenvereins. Das Haus wurde als meteorologische Station im Jahr 1886 eröffnet und verrichtet seither seinen Dienst als Schutzhütte. Auf der man einmal in seinem Alpin- und Bergsteiger-Leben gewesen sein muss. Direkt neben dem Haus liegt das Hochgebirgsobservatorium Sonnblick. Der Ausblick, den man dort genießen kann, gleichgültig bei welcher Tages- oder Nachtzeit, ist unvergesslich. Panorama- und Stern-Schauer werden ihre Freude an den Sonnenauf-, den Sonnuntergängen und dem Nachthimmel über dem Nationalpark Hohe Tauern haben. Bergsteiger mit und ohne Ski sowie hochalpine Weitwanderer sind das bunte Völkchen, das je nach Saison in der Zittelhaus-Stube oder im Winterraum anzutreffen sind und Geschichten ihrer schönsten und wildesten Touren erzählen.
Geöffnet
Mär - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Deutschland

Münchner Haus, 2.964 m

Wettersteingebirge/ Bayern

Die höchsten Hütten der Alpen
Foto: Admin-Team München und Oberland
Das Münchner Haus auf 2.964 m

Das denkmalgeschützte Münchner Haus wurde bereits 1897 auf dem Westgipfel der Zugspitze eröffnet und befindet sich noch weitestgehend im Originalzustand. Der Küchenherd wird noch mit Holz beheizt und dient gleichermaßen als Kochstelle wie Wärmequelle. Das Münchner Haus bietet sich als Ausgangspunkt für verschiedene Berg- und Klettertouren an: zum Beispiel auf die Alpspitze, den Jubiläumsgrat oder als Zwischenstation auf der dreitätigen Zugspitztour.

Öffnungszeiten: Ab 2. Juni

Münchner Haus
Hütte • Bayern

Münchner Haus (2.964 m)

Das Münchner Haus steht auf dem Westgipfel der Zugspitze auf fast 3.000 m. Damit ist es das höchstgelegene Schutzhaus in den deutschen Alpen. Es wurde 1897 gebaut und laufend modernisiert – viel Glas, Stahl und Beton bilden einen schönen Kontrast zum Holz. Bewirtschaftet wird das Münchner Haus seit 1925 von der Familie Barth. In dritter Generation kümmert sich Hansjörg Barth um das Wohl der Gäste. Gleich neben dem Haus befindet sich die Gipfelstation der Bayerischen Zugspitzbahn mit den Bergstationen der Eibsee- und der Gletscherbahn. Während die direkte Anreise mit der Bergbahn ohne Strapazen möglich ist, ist der Fußmarsch von Garmisch oder Hammersbach nur für geübte Wanderer zu empfehlen. Vom Münchner Haus können zahlreiche Berg- und Klettertouren unternommen werden, etwa zur Alpspitze über den Jubiläumsgrat. Zudem dient die Hütte als Zwischenstation auf der dreitägigen Zugspitztour. Im Winter kommen gern Skitourengeher und Skifahrer. Das Haus wird nur von einem einzigen Ofen in der Küche beheizt. Fließwasser ist knapp. 
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Schweiz

Mönchsjochhütte, 3.650 m

Wallis/ Berner Alpen

Die Mönchsjochhütte auf 3.650 m
Foto: mauritius images/ Wolfgang Weinhäupl
Die Mönchsjochhütte auf 3.650 m

Die Mönchsjochhütte ist die höchste bewirtschaftete Hütte der Schweiz. Und sie hat auch noch einige andere Superlativen zu bieten: Ausgangspunkt für den Zustieg ist die höchste Eisenbahnstation Europas – die Station Jungfraujoch der Jungfraubahn auf 3.454 m. Am Fuß des Mönchs beginnt der längste und flächenmäßig größte Eisstrom Europas, der Aletschgletscher, nach Süden zu fließen.

Die Hütte selbst steht in exponierter Lage auf Stelzen am Ostgrat des Mönchs und klebt buchstäblich am Felsen. Es versteht sich selbst, dass auf dieser Höhe einiges, was uns alltäglich scheint, mit viel Aufwand verbunden ist. Lebensmittel müssen mit dem Pistenbully oder Helikopter hochgeschafft werden, Kochen dauert länger, weil der Siedepunkt niedriger liegt. Trotzdem zaubert Hüttenwart Christian (Chrigel) Almer, gelernter Koch und Metzger, verlässlich Köstliches auf den Tisch.

Öffnungszeiten: Bis Ende Oktober

Mönchsjochhütte
Die höchste bewartete Hütte der Schweiz liegt auf 3.650 m in den Berner Alpen mitten im UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch. Die Mönchsjochhütte hat gleich noch ein paar Superlative zu bieten: Ausgangspunkt für den Zustieg ist die höchste Eisenbahnstation Europas – die Station Jungfraujoch der Jungfraubahn auf 3.454 m. Am Fuss des Mönchs beginnt der längste Eisstrom Europas, der Aletschgletscher, nach Süden zu fliessen. Die berühmten 4.000er-Berge wie Jungfrau, Mönch und die Fiescherhörner liegen zum Greifen nah. Die Weitsicht in die Berner und Walliser Alpen ist schier unendlich!  Die Hütte steht in exponierter Lage auf Stelzen am Ostgrat des Mönch und klebt buchstäblich am Felsen. Eigentümer ist die Genossenschaft Mönchsjochhütte, die überwiegend aus den Bergführern von Grindelwald besteht. Der 2004 erweiterte und modernisierte Bau bietet 117 Schlafplätze. An schönen Tagen kommen dazu noch bis zu 600 Tagesgäste vom Jungfraujoch.  Die Mönchsjochhütte ist vom Jungfraujoch aus auf der präparierten Spur leicht erreichbar –Wanderschuhen und warme Jacke reichen bei guten Bedingungen aus. Will man von der Hütte weiter wird es schwieriger: Jungfrau, Fiescherhorn, Walcherhorn, Eiger und natürlich der nahe Mönch sind allesamt anspruchsvolle Hochgebirgstouren und verlangen gute Ausrüstung und Erfahrung.
Geöffnet
Mär - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Italien

Margheritahütte, 4.554 m

Walliser Alpen/ Wallis

Die höchsten Hütten der Alpen
Foto: Hejkal
Die Margheritahütte auf 4.554 m

Mit spektakulären 4.554 m ist die Margheritahütte, deren italienischer Name „Capanna Regina Margherita“ lautet, das höchstgelegene Gebäude Europas. Sie liegt auf dem Gipfel der Signalkuppe in den Walliser Alpen – nur etwa 30 Meter von der Schweizer Landesgrenze entfernt.

Rings um die Hütte herum fällt es steil ab: Ein falscher Schritt entscheidet über Leben und Tod. Und auch die Höhe stellt eine grobe Belastung für den Körper dar. Eine gute Akklimatisierung sollte darum Voraussetzung einer jeden Tour auf die Margheritahütte sein, in der sich nicht umsonst auch ein höhenphysiologisches Forschungszentrum angesiedelt hat.

Öffnungszeiten: 22. Juni bis 8. September

Margheritahütte
Die Margheritahütte in den Walliser Alpen liegt spektakulär im Monte-Rosa-Massiv am Gipfel der Signalkuppe auf 4.554 m und ist damit das höchstgelegene Gebäude Europas. Sie befindet sich unmittelbar an der Schweizer Grenze und ist vor allem als Schutzhütte für Bergsteiger gedacht. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für Gletschertouren auf die Gipfel Zumsteinspitze, Dufourspitze, Nordend und Liskamm. Erreichen kann man sie über die Gnifetti Hütte.   
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Becherhaus, 3.195 m

Stubaier Alpen/ Südtirol

Das Becherhaus in den Stubaier Alpen in Südtirol

Die höchstgelegene Hütte Südtirols trägt den Namen des Berges, auf dessen Gipfel sie liegt: Becher oder „Rifugio Bicchiere“. 1894 wurde sie unter großem Zeitdruck fertiggestellt und hieß anfangs noch Kaiserin-Elisabeth-Schutzhaus: Eine Ehrung der Kaisersleute, die den schier unmöglichen Bau der Schutzhütte auf 3.195 m unterstützt hatten.

Auch heute noch schmücken drei Bilder der Kaiserin die Wände der Hütte, von der aus sich zahlreiche Bergtouren anbieten – etwa auf den Wilden Freiger (3.418 m), das Zuckerhütl (3.507 m) oder den Wilden Pfaff (3.456 m).

Öffnungszeiten: Juni bis September

Becherhaus
Hütte • Trentino-Südtirol

Becherhaus (3.195 m)

1894 unter dem Namen Kaiserin-Elisabeth-Schutzhaus erbaut, liegt das Becherhaus (3.195 m) direkt auf dem Gipfel des Bechers, einer Erhebung am Südgrat des Wilden Freigers (3.418 m) in Südtirol. Das Becherhaus befindet sich in einer grandiosen Gletscherlandschaft, auch der Großteil der Anstiege erfolgt über Gletscher. Deshalb sollte man beim Aufstieg unbedingt auf Nummer sicher gehen und sich wegen möglicher Spalten, die nicht immer gleich zu sehen sind, stets anseilen. In nur 45 Minuten Gehzeit erreicht man den Gipfel des Wilden Freigers und genießt, wie von allen anderen Gipfeln der Übeltalfernerrunde, einen gigantischen Fernblick. Das Becherhaus, ein Stützpunkt für Bergsteiger, Kletterer und Skitourengeher, ist das höchst gelegene Schutzhaus Südtirols und von Juni bis September geöffnet. Mit der denkmalgeschützten Kapelle „Maria im Schnee“ verfügt es zudem über eines der höchstgelegenen Marienheiligtümer der Alpen.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

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