Skidurchquerung des Ortler-Massivs
Foto: mauritius images / Udo Bernhart
Tourentipps

Skidurchquerung des Ortler-Massivs

Touren-Tipps • 9. April 2019

Rund um den Monte Cevedale: Faszinierende und eindrucksvolle Skihochtouren im Reich der Königsspitze und des Ortler warten auf dieser 6-tägigen Tour durch das Ortler-Massiv.

Die Durchquerung

Das schöne Martelltal ist der Ausgangspunkt der Skidurchquerung im Nationalpark Stilfser Joch. Mit dem Monte Cevedale umrundet man im Uhrzeigersinn den sogenannten „höchsten Skigipfel der Ostalpen“. Marteller Hütte, Larcher, Branca und Pizzini heißen die Hütten, die man als Basis für diese Gipfelbesteigungen rund um den Cevedale nutzt.

Auf den Hütten wartet sehr gute italienische Küche. Das Skitourengebiet bietet hervorragende Skigipfel für ein unvergessliches Erlebnis mit Langzeitwirkung.

Wir stellen euch die einzelnen Etappen vor:

Etappe 1: Martellertal - Marteller Hütte

Der erste Tag dieser eindrucksvollen Skihochtour durch das Ortler-Massiv beginnt im Martelltal und führt über die Zufallhütte hinauf zur Marteller Hütte. 

Die Hütten im Detail

Zufallhütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Zufallhütte (2.265 m)

Gelegen im Reich der Dreitausender des Cevedale- und Ortler-Massivs im Martelltal, zieht die Zufallhütte (2.265 m) Mountainbiker, Wanderer, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher geradezu in Scharen an. Was – dem Hüttennamen zum Trotz – kein Zufall ist, gilt die Region doch als eines der schönsten Wander-, Rad- und Skitourengebiete Südtirols. Als Klassiker unter Mountainbikern gilt etwa die Tour auf das Madritschjoch, den höchstgelegenen schneefreien Alpenpass der Ostalpen. Für die meisten Gletschertouren (Hintere Schranspitze, Madritschspitze oder Zufallspitze) benötigt man Gletscherausrüstung, die Pederspitze erreicht man hingegen ohne. Puren Genuss verspricht die Drei-Täler-Wanderung von der Hütte zur Lyfialm und zurück. Rund 4 h Gehzeit ist man in diesem Fall unterwegs. Kletterer schätzen den Murmele Klettersteig direkt hinter der Hütte. Was die Abfahrten betrifft, zählt die Skitour auf die Zufallspitze zu den absoluten Höhepunkten, wobei man für den Aufstieg rund 5:30 h einplanen muss. Auf den Cevedale benötigt man bis zu 7 h – diese Tour ist auch noch im Sommer möglich.
Geöffnet
Feb - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Marteller Hütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Marteller Hütte (2.585 m)

Die Marteller Hütte (2.585 m) ist im Südtiroler Martelltal, einem südlichen Seitental des Vinschgaus, beheimatet. Sie liegt oberhalb der Zufallhütte im Nationalpark Stilfser Joch in der südlichen Ortlergruppe und erfreut sich bei Wanderern, Bergsteigern, Kletterern und Skitourengehern großer Beliebtheit. Der Stützpunkt, dem zu Füßen sich ein kleiner Teich befindet, wird von nicht weniger als 15 Dreitausendern emgeben (u.a. Butzenspitze, Drei Kanonen, Königsspitze, Lyfispitze oder Plattenspitze) und zieht dank des grandiosen Ausblicks auch viele Tagesgäste an. Generell gilt das Gebiet als eines der schönsten Skitourengebiete der Ostalpen und ist bekannt für hervorragende Tiefschnee- und Firn-Verhältnisse bis Ende Mai. Aus diesem Grund öffnet die Hütte ihre Pforten nicht nur im Sommer (Mitte Juni bis Mitte Oktober), sondern auch von Mitte Februar bis Mitte Mai. Zusätzlich ist ein nicht versperrter Winterraum vorhanden.
Geöffnet
Feb - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 2: Marteller Hütte - Köllkuppe - Marteller Hütte

Der zweite Tag der Skihochtour im Ortler Massiv ist quasi eine Akklimatisationstour. Von der Marteller Hütte besteigt man die Köllkuppe mit 3.326 m und genießt ein atemberaubendes Panorama, das schon Lust auf die nächsten Tage macht.

Etappe 3: Marteller Hütte - Zufallspitze - Rif. Larcher

Am dritten Tag der Skihochtour geht es ziemlich zur Sache. Zuerst geht es hinauf auf die 3.757 m hohe Zufallspitze. Steigeisen sind meist erforderlich, obwohl der Grat unschwierig ist (I). Wer dann noch motiviert ist, der kann auch noch ihren berühmten Nachbarn, den Cevedale (3.769 m), mitnehmen. 

Etappe 4: Rif. Larcher - Palon de la Mare - Branca Hütte

Die vierte Etappe der Skihochtour im Ortler-Massiv führt auf den 3.703 m hohen Palon de la Mare. Die Aussicht vom Gipfel ist gewaltig. Danach geht es abwärts zur gemütlichen Branca Hütte auf 2.487 m.

Die Branca Hütte im Detail 

Brancahütte
Hütte • Lombardei

Brancahütte (2.487 m)

Im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch, vor dem mächtigen Forni-Gletscher, liegt die Brancahütte. Mountainbiker, Wanderer, Bergsteiger und Kletterer, Schneeschuhwanderer, Skitourengeher und sogar Langläufer – der Nationalpark ist für sie alle ein wahres Paradies.  Die Brancahütte ist von März bis September bewirtschaftet und mit einem Winterraum ausgestattet. Ein wenig unterhalb der Hütte liegt ein kleiner See. Der Hausberg der Hütte, der Palon de la Mare (3.703 m), eignet sich zu jeder Jahreszeit für traumhafte und vor allem einfache Begehungen, weil man den spaltenreichen Forni-Gletscher dabei nicht betreten muss. Ein wahrer Skitouren-Geheimtipp ist nach wie vor die Cima di Pejo (3.549 m), die fantastische Ausblicke und eine grandiose Abfahrt garantiert. Ungemein eindrucksvoll ist auch der eiszeitliche Exkursionsweg auf dem Forni-Gletscher. Man marschiert von der Hütte entlang der Endmoräne bergauf, überquert den Gletscher und ist in rund 3 h wieder beim Ausgangspunkt. Auch die nur 30 min entfernten Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg sind einen Besuch wert.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 5: Branca Hütte - Monte Pasquale - Rif. Pizzini

Die fünfte Etappe der Skihochtour durch das Ortler-Massiv führt hinauf auf den 3.553 m hohen Monte Pasquale mit einer fantastischen Sicht auf die Königsspitze, die mit 3.859 m die zweithöchste Erhebung des Ortler-Massives darstellt. 

Das Rif. Pizzini im Detail 

Rifugio Pizzini
Speziell von geübten Kletterern, Hoch- und Skitourengehern ist die im Jahr 2002 generalsanierte Hütte in den Südtiroler Ortler-Alpen ein vielbesuchter Stützpunkt nahe der Königspitze und des Cevedale-Gletschers. Die Hütte ist einfach zu erreichen, für Touren in der Umgebung sind aber Können und die richtige Ausrüstung gefragt. Schon die Tour auf den Hausberg, die Königspitze (3.859 m), ist bis zu 42 Grad steil und sollte mit einem ortskundigen Bergführer in Angriff genommen werden. Das gilt für nahezu alle Gipfel der Region, darunter auch der Cevedale, mit 3.769 m der höchste von der Hütte aus erreichbare. ​Die schwierige Zwei-Gipfel-Skihochtour führt auf den Cevedale und den Palon de la Mare durch vergletschertes Gelände. Neben der normalen Ausrüstung sind Steigeisen und Seile hier Pflicht. Von März bis September geöffnet und zudem mit einem Winterraum ausgestattet ist die Hütte im Sommer auch bei Mountainbikern beliebt.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 6: Rif. Pizzini - Eisseespitze - Martelltal

Der letzte Tag der Skihochtour durch das Ortler-Massiv führt zum geschichtsträchtigen Rif. G. Casati auf 3.254 m. Danach geht es noch einmal aufwärts zum letzten Gipfel dieser mehrtätigen Tour, auf die Eisseespitze mit 3.230 m.

Das Rif. G. Casati im Detail

Casatihütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Casatihütte (3.269 m)

Die Gianni-Casati-Hütte (und Alessandro-Guasti-Hütte) liegt am Langfernerjoch in einer Höhe von 3.269 m in einer schönen Panoramalage zwischen der Val Cedec, Sulden und dem Martelltal in der Ortler-Cevedalegruppe an der Provinzgrenze zwischen der Lombardei und Südtirol. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für lohnende Hochtouren.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

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