Hütten

7 traumhafte Hütten in Nationalparks

Hütten-Tipps • 23. Juli 2020

In unberührter Natur, umgeben von schroffen Berggipfeln und tiefen Schluchten, rückt der Trubel der Städte in weite Ferne – das perfekte Umfeld für einige aktive und erholsame Tage. Wir stellen euch 7 idyllische Hütten in Österreich, Deutschland und Italien vor, die inmitten von Nationalparks stehen.

Das Watzmannhaus im Nationalpark Berchtesgaden
Foto: mauritius images / Jozef sedmak / Alamy
Das Watzmannhaus im Nationalpark Berchtesgaden

Italien

1. Casatihütte, 3.269 m

Südtirol/ Ortler-Alpen

Die Casatihütte im Nationalpark Stilfserjoch
Foto: Svíčková/Wikipedia Commons
Die Casatihütte im Nationalpark Stilfserjoch

Auf einer imposanten Höhe von 3.269 m eröffnet das Rifugio Gianni Casati einen eindrucksvollen Panoramaausblick über die Ortler-Alpen im Nationalpark Stilfserjoch in Südtirol. Aufgrund ihrer hohen Lage ist sie jedoch mit keinerlei motorisierten Fahrzeugen erreichbar, sondern muss zu Fuß ausgehend vom Schutzhaus Forni erklommen werden. Dafür ist sie ein idealer Ausgangspunkt für Hochtouren, etwa auf die Zufallspitze (3.757 m) oder auf den Monte Cevedale (3.769 m).

Casatihütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Casatihütte (3.269 m)

Die Gianni-Casati-Hütte (und Alessandro-Guasti-Hütte) liegt am Langfernerjoch in einer Höhe von 3.269 m in einer schönen Panoramalage zwischen der Val Cedec, Sulden und dem Martelltal in der Ortler-Cevedalegruppe an der Provinzgrenze zwischen der Lombardei und Südtirol. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für lohnende Hochtouren.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

2. Zufallhütte, 2.265 m

Südtirol/ Ortler-Alpen

Die Zufallhütte
Foto: Noclador/ Wikipedia Commons
Die Zufallhütte

Rund 1.000 Höhenmeter weiter talwärts von der Casatihütte befindet sich die Zufallhütte, die mit nicht minderen Reizen aufwarten kann. Ursprünglich 1882 erbaut, diente sie im Ersten Weltkrieg als Unterkunft für ein österreichisch-ungarisches Abschnittskommando. Heute beherbergt die geschichtsträchtige Hütte wanderlustige Berg-Fans, erholungssuchende Naturliebhaber und wagemutige Mountainbiker. Umgeben von der einzigartigen Natur der Ortlergruppe und ihren zahlreichen Dreitausendern ist es wohl doch kein Zufall – trotz Hüttenname – dass sich die Menschen zu diesem Ort hingezogen fühlen.

Zufallhütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Zufallhütte (2.265 m)

Gelegen im Reich der Dreitausender des Cevedale- und Ortler-Massivs im Martelltal, zieht die Zufallhütte (2.265 m) Mountainbiker, Wanderer, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher geradezu in Scharen an. Was – dem Hüttennamen zum Trotz – kein Zufall ist, gilt die Region doch als eines der schönsten Wander-, Rad- und Skitourengebiete Südtirols. Als Klassiker unter Mountainbikern gilt etwa die Tour auf das Madritschjoch, den höchstgelegenen schneefreien Alpenpass der Ostalpen. Für die meisten Gletschertouren (Hintere Schranspitze, Madritschspitze oder Zufallspitze) benötigt man Gletscherausrüstung, die Pederspitze erreicht man hingegen ohne. Puren Genuss verspricht die Drei-Täler-Wanderung von der Hütte zur Lyfialm und zurück. Rund 4 h Gehzeit ist man in diesem Fall unterwegs. Kletterer schätzen den Murmele Klettersteig direkt hinter der Hütte. Was die Abfahrten betrifft, zählt die Skitour auf die Zufallspitze zu den absoluten Höhepunkten, wobei man für den Aufstieg rund 5:30 h einplanen muss. Auf den Cevedale benötigt man bis zu 7 h – diese Tour ist auch noch im Sommer möglich.
Geöffnet
Feb - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Deutschland

3. Berggaststätte Wimbachschloss, 937 m

Bayern/ Berchtesgadener Alpen

Die Berggaststätte Wimbachschloss
Foto: Philipp Schönauer
Die Berggaststätte Wimbachschloss

Im Nationalpark Berchtesgaden in Bayern liegt das Wimbachschloss zwischen dem Watzmann, Hochkalter und Steinernem Meer. 1784 wurde es vom letzten Fürstprobst Berchtesgadens erbaut und diente im 19. Jahrhundert als Jagdschloss des Prinzregenten Luitpold und König Max II. Petra Palt und Alexander Unger bewirtschaften das Wirtshaus unter besonderer Berücksichtigung der Umwelt äußerst nachhaltig. Die unberührte Wildnis des Wimbachtals im Nationalpark ist auch durch ihr Bemühen ein Ort der Erholung und des Ausgleichs.

Berggaststätte Wimbachschloss
Das im Nationalpark Berchtesgaden, zwischen dem Hochkalter und dem Watzmann, gelegene Wimbachschloss wurde im Jahre 1784 erbaut und bis ins 19. Jahrhundert als Jagdschloss genutzt. Es liegt auf einer Seehöhe von 937 m und wird nun als Gaststätte ohne Übernachtungsmöglichkeit betrieben. Inmittern der Berchtesgadener Alpen ist es ein beliebtes Ausflugsziel in Bayern. Der Zustieg erfolgt am besten vom kostenpflichtigen Parkplatz Wimbachbrücke. Relativ flach führt der Weg an der beeindruckenden Wimbachklamm vorbei und in knapp 1:30 h erreicht man das Wimbachschloss.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

4. Watzmannhaus, 1.930 m

Bayern/ Berchtesgadener Alpen

Das Watzmannhaus
Foto: Philipp Schönauer
Das Watzmannhaus

Das Watzmannhaus auf 1.930 m ist weithin bekannt der Watzmann-Stützpunkt schlechthin. Nach umfangreiche Renovierungsarbeiten gilt das natürlich nach wie vor. Der legendäre Stützpunkt bietet Unterschlupf für Tagesgäste und Familien ebenso wie für geübte Bergsteiger und Kletterer, die sich an die Gipfelbesteigung der Mittel- oder Südspitze des Watzmanns wagen wollen.

Watzmannhaus
Hütte • Bayern

Watzmannhaus (1.930 m)

Gelegen auf dem Falzköpfl, unterhalb des Watzmann Hochecks, liegt das Watzmannhaus (1.930 m) als bedeutender Stützpunkt für Tagesgäste und jene, die im Rahmen der Gipfelbesteigungen und/oder Überschreitungen eine Unterkunft für die Nacht brauchen. Die Touren von der Hütte aus sind nahezu durch die Bank nur etwas für geübte Hoch- und Skitourengeher, Bergsteiger und Kletterer. Jene auf das Hocheck (2.651 m) ist da noch die einfachste und auch für geübte Kinder ab 12 Jahren machbar. Sie erfordert jedoch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Besonders beliebt ist die Route auf das Hocheck auch bei Skitourengehern, allerdings wegen des Absturzgeländes nur für sehr gute Skifahrer geeignet, die zudem sehr konditionsstark sein müssen, schließlich dauert es auf den Gipfel rund 5 h.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Österreich

5. Winklerner Hütte, 1.905 m

Tirol/ Schobergruppe

Die Winklerner Hütte
Foto: Franz Unterwainig
Die Winklerner Hütte

Aufgrund ihrer ruhigen Lage im Nationalpark Hohe Tauern ist die Winklerner Hütte auf 1.905 m ein Traumplätzchen für Genießer und Gipfelstürmer zugleich. Der Blick über das Mölltal und die weiten Wiesen der Hochweiden lädt ein die Seele baumeln zu lassen. Wer aber die Augen auf die umliegenden Berggipfel richtet, den wird früher oder später die Wanderlust überkommen. Die Auswahl an Tagestouren von der Winklerner Hütte aus ist groß, und bereits in zwei Stunden erreicht man den Gipfel des Straßkopfs (2.401 m).

Winklerner Hütte
Die Winklerner Hütte oberhalb des Ortsgebietes von Winklern an der Landesgrenze zwischen Kärnten und Tirol liegt auf einer Anhöhe, von der man den Straßkopf ausgezeichnet sehen kann. Dieser ist in eineinhalb Stunden zu erreichen und ist vor allem im Winter bei Tourengehern beliebt. Er gilt als lawinensicher. Im Sommer ist die Winklerner Hütte durch ihre ruhige Lage im Nationalpark Hohe Tauern perfekt zum Entspannen und bietet sich für Tagestouren an, einerlei, ob man ins Mölltal oder nach Osttirol wandern möchte. Mountainbiker fühlen sich wohl, auch Kletterer kommen auf ihre Rechnung. Die Küche ist bodenständig und gut.
  
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

6. Ebenforstalm, 1.105 m

Oberösterreich/ Oberösterreichische Voralpen

Auf der Ebenforstalm wird hauseigener Käse serviert

Auf der gemütlichen Ebenforstalm im Nationalpark Kalkalpen, direkt unter dem Alpstein und Trämpl, genießen die Gäste einen herrlichen Blick ins Reichsraminger Hintergebirge und ins Sensengebirge. Die Hütte wird besonders bodenständig und traditionsbewusst geführt. So wird vor Ort Milch von Kühen und Ziegen zu Almbutter, frischem Topfen und Ziegenkäse verarbeitet. Wer gerne ein „einfaches“ Leben genießen möchte ist hier goldrichtig – ganz ohne Strom und Internetverbindung.

Ebenforstalm
Hütte • Oberösterreich

Ebenforstalm (1.105 m)

Die Ebenforstalm liegt im oberösterreichischen Bezirk Steyr-Land im Nationalpark Kalkalpen, unter dem Alpstein und Trämpl, und ist beliebtes Ziel von Wanderern, Ausflüglern, Familien mit Kindern und vor allem Mountainbikern. Für Entspannung sorgt ein herrlicher Ausblick ins Reichraminger Hintergebirge, Sengsengebirge und Alpenvorland. Auf der Alm wird die Milch der Kühe und Ziegen zu Almbutter, frischem Topfen und Ziegenkäse verarbeitet. Die Ebenforstalm, auf der man auch übernachten kann, ist Station des musikalischen Alm-Sommers.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

7. Ennstaler Hütte, 1.543 m

Steiermark/ Ennstaler Alpen

Die Ennstaler Hütte
Foto: Michael Kastl
Die Ennstaler Hütte

Die Steiermark gilt als „Grünes Herz“ Österreichs und mit dem Nationalpark Gesäuse macht sie diesem Namen auch alle Ehre. Mitten in dem Naturschutzgebiet sitzt die Ennstalerhütte auf 1.543 m direkt auf dem Kamm zwischen Tieflimauer (1.814 m) und Tamischbachturm (2.035 m). Der Panoramablick von der ältesten Hütte im „Xeis“ über die umliegenden Bergspitzen ist daher denkbar eindrucksvoll.

Ennstaler Hütte
Hütte • Steiermark

Ennstaler Hütte (1.543 m)

Die familienfreundliche Ennstaler Hütte (1.543 m) liegt im Gebirgszug Buchsteingruppe in den Ennstaler Alpen in der Steiermark. Sie ist die älteste Hütte im Gesäuse, dem Grünen Herzen Österreichs und steht auf einem Kamm zwischen der Tieflimauer (Teufelsmauer) und dem Tamischbachturm – ihrem Hausberg. Die bewirtschaftete Hütte ist vor allem bei Bergwanderern und Mountainbikern bekannt und als Stützpunkt bei Klettersteiggehern beliebt. An ihr führt auch der Weitwanderweg Eisenwurzenweg vorbei, der St. Gallen mit Gstatterboden verbindet.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

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