Tourentipps

Die schönsten Skitouren im Lungau

Touren-Tipps • 17. Februar 2020
von Rupert Hauer

Rupert Hauer ist leidenschaftlicher Lungauer – und das schon seit 50 Jahren. Er weiß also ziemlich genau, wo die schönsten Skitouren-Ziele in seinem Salzburger Winterparadies liegen. Uns stellt er sie vor.

Skitourengehen im Lungau in Salzburg: Zur Felskarspitze
Foto: Rupert Hauer
Skitourengehen im Lungau in Salzburg: Durch die Hölle zur Felskarspitze (2.506 m)

Lungau

Im Lungau gibt es selten schlechtes Wetter. In irgendeinem „Eck“ scheint immer die Sonne: Bei Nordstaulage in den Nockbergen, bei Südstau in den Schladminger Tauern. Meine Tourenwahl treffe ich so auch meistens mit einem Blick aus dem Fenster: Wo es am „hellsten“ ist, dort wird hingefahren. Auch bei angespannter Lawinensituation findet man im Lungau Touren, die relativ gefahrlos angespurt werden können.

1. Das Zederhaustal

Über die Tauernautobahn leicht erreichbar, ist im Zederhaustal natürlich entsprechend viel los. Von Geheimtipp kann hier keine Rede mehr sein. Wenn man sich die Möglichkeiten im „Großkessel“ ansieht, weiß man auch, warum dieses Gebiet so beliebt ist. Vom Einsteiger bis zum Skitourenprofi kommt hier jeder auf seine Rechnung. Wenn es die Lawinenlage zulässt, sind die Touren auf das Kleine Mosermandl (2.538 m) durch das Urbankar sowie die Schliererspitze skifahrerische Leckerbissen. Auch die Abfahrt von der Taferlscharte bietet wunderschöne Hänge. Die gemütlicheren Varianten sind die Aignerhöhe (2.014 m) und der Schöpfing. Auch bei diesen beiden Touren findet man schönes Skigelände vor.

Meine absoluten Favoriten im Zederhaustal sind die Felskarspitze (2.506 m) und bei guten Verhältnissen der weitere Aufstieg auf das Weißeck (2.714 m). Die Tour auf die Felskarspitze hat landschaftlich und – oberhalb der Gspandlalm – skifahrerisch sehr viel zu bieten. Der Aufstieg durch die „Hölle“ ist beeindruckend. Für die Abfahrt gibt es verschiedene Varianten – je nach Lawinengefahr kann man gut variieren.

Nach einem schönen Tourentag im Zederhaustal gehört natürlich auch der Besuch des Kirchenwirts dazu. Der Chef, Peter, ist sehr viel mit den Skiern in „seinem“ Tal unterwegs. Neben einer guten Küche erhält man dort auch Infos über die Schneeverhältnisse. Sollte vom Gipfelschnaps nichts mehr übrig geblieben sein, lohnt sich auf alle Fälle ein Besuch beim Schnapsbrenner Moser Hias mit seinen Edelbränden. Dieser gute Tropfen verfeinert jeden Gipfelsieg.

Die Touren im Detail:

Skitouren • Salzburg

Kleines Mosermandl

Dauer
6:00 h
Anspruch
ZS- anspruchsvoll
Länge
7,1 km
Aufstieg
1.200 hm
Abstieg
1.200 hm
Skitouren • Salzburg

Aignerhöhe

Dauer
3:30 h
Anspruch
L+ leicht
Länge
5,6 km
Aufstieg
750 hm
Abstieg
750 hm
Skitouren • Salzburg

Weißeck im Lungau

Dauer
7:00 h
Anspruch
S schwierig
Länge
13 km
Aufstieg
1.414 hm
Abstieg
1.414 hm

2. Touren im Süden

In den Nockbergen rund um die Dr. Josef-Mehrl-Hütte (1.720 m) bieten die Touren auf den Kleinen Königsstuhl (2.342 m), die Mühlhauserhöhe (2.216 m) oder das Schilchernock (2.270 m) viele Möglichkeit zum Tourengehen fernab vom Trubel.

Die Touren im Detail:

3. Die Klassiker im Norden

Der Preber (2.740 m) ist zweifelsohne ein Skitourenberg par excellence. Ab der Preber-Halterhütte findet man Skigelände der Spitzenklasse vor – und im Frühjahr: Firn, Firn und nochmals Firn. Der Nachteil: Man ist halt selten allein. Wer eine ruhigere Variante bevorzugt, kann bei der Halterhütte in den Preberkessel abbiegen und das Mühlbachtörl (2.470 m) als Ziel wählen. Auch mit Schneeschuhen ist das eine richtige Genusstour.

Für konditionsstarke Spezialisten sind die Abfahrt vom Mühlbachtörl ins Moarkar und der anschließende Aufstieg zum Roteck (2.742 m) ein alpiner Klassiker. Eine Einkehr in der Ludlalm am Prebersee rundet einen gelungenen Skitourentag ab: Es warten grandioser Topfen- und Apfelstrudel!

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