Der Geroldsee mit Blick auf das Karwendel
Foto: Alpenwelt Karwendel, Jakob Schultz
Regionsportrait

Mittenwald, Krün und Wallgau – Am Fuße des Karwendels

Anzeige • 3. September 2020

Als typisch bayerisch kann man die drei Gemeinden Mittenwald, Krün und Wallgau am Fuße des Karwendels durchaus bezeichnen. Schon allein die Architektur spricht für Gemütlichkeit und Traditionsbewusstsein und die Landschaft vereint alles, was zu Bayern gehört: Berge, Almen, Seen und in diesem Fall sogar einen echten Wildfluss. 

Umgeben von den Gipfeln des Karwendels im Süden, dem Wetterstein im Westen, der Soierngruppe im Osten sowie dem Estergebirge im Nordwesten punkten die drei Gemeinden Mittenwald, Krün und Wallgau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen vor allem mit ihrer Vielfalt an Bergnatur und einer artenreichen, sehr gepflegten Kulturlandschaft. 

Der Wildensee ist im Herbst besonders schön.
Foto: Alpenwelt Karwendel, Rudolf Pohmann
Der Wildensee ist im Herbst besonders schön.

Schützenswerte Natur und ein echter Wildfluss

Südlich von Mittenwald erstreckt sich das „Naturschutzgebiet Karwendel und Karwendel Vorgebirge“, das ab der österreichischen Grenze nahtlos in den Naturpark Karwendel übergeht. Zusammen weisen sie eine beachtliche Fläche von 920 Quadratkilometern auf. Einen besonders hohen Schutzstatus genießt dabei die junge Isar, die aus dem Hallerangertal im Karwendel kommend, durch das Gemeindegebiet von Mittenwald, Krün und Wallgau fließt, ehe sie in den Sylvensteinstausee mündet. Als echter Wildfluss darf sie sich in ihrem Oberlauf noch ausbreiten, wie es ihr gefällt, was seltenen Vogelarten wie dem Flussuferläufer und dem Flussregenläufer eine Heimat bietet. Im Frühling gilt ein striktes Betretungsverbot der Schotterflächen, denn die Vögel brüten direkt auf den weißen Steinen. 

Tipp: Am besten ist der Lauf der Isar am Isartal-Radweg zu erkunden. Besonders schön ist der Abschnitt von Krün bis zum Sylvensteinstausee. Südlich der Isar verläuft der Radweg, nördlich die Mautstraße von Wallgau bis Vorderriß. 

Die Isar - ein echter Wildfluss
Foto: Christina Schwann, ökoalpin
Die Isar - ein echter Wildfluss

Zwischen Mittenwald und Krün findet man eine Besonderheit, die sich auf die letzte Eiszeit zurückführen lässt: die Buckelwiesen. Mit herkömmlichen Maschinen lassen sich die Buckelwiesen nicht mähen. Die Bauern betreiben hier einen großen händischen Aufwand und nutzen alte Techniken, wie das Sensen. Das Ergebnis sind sehr artenreiche Wiesen, auf denen man vor allem im Frühling eine unglaubliche Vielfalt an seltenen Alpenblumen findet. 

Ein Spaziergang durch die Buckelwiesen ist im Sommer wie im Winter ein ganz besonderes Erlebnis. 

Hoch hinaus – Karwendel

Die höchsten Berge findet man entlang der Karwendelkette im Süden von Mittenwald. Die Gipfel von Sulzleklammspitze und Schönbergspitze reichen bis auf über 2.300 m hinauf. Die Westliche Karwendelspitze mit ihren 2.385 m ist dabei die höchste Erhebung und mit einer spektakulären Seilbahn erschlossen. Mit Deutschlands zweithöchster Bergbahn gelangt man direkt von Mittenwald bis auf 2.244 m. Oben genießt man eine atemberaubende Aussicht auf das weite Tal der Isar, die vielen kleinen Seen, auf das Wettersteingebirge und weit hinein in den angrenzenden Naturpark Karwendel. Am besten lässt sich die Aussicht auf dem Panoramaweg genießen, der sowohl im Sommer als auch im Winter begehbar ist. 

An der Bergstation beginnt zudem der Mittenwalder Klettersteig bzw. der Mittenwalder Höhenweg, der luftig und ausgesetzt über die Bergzacken führt. Der Steig ist als mittelschwer (A/B) eingestuft und kann mit entsprechender Ausrüstung auch von Klettersteig-Einsteigern begangen werden. Die Brunnsteinhütte biete am Ende des Steiges eine nette Einkehrmöglichkeit. 

Brunnsteinhütte
Die Brunnsteinhütte (1.560 m) steht im Karwendelgebirge in Bayern. Von der Terrasse haben Tagesausflügler, Wanderer und Mountainbiker einen schönen Fernblick auf die Arnspitze und das Wettersteingebirge. Die Hütte liegt auf dem Heinrich-Noé-Steig, über den in jeweils drei Stunden Gehzeit die Westliche Karwendelspitze und die Nördliche Linderspitze zu erreichen sind. Der nächstgelegene Gipfel ist die Brunnsteinspitze. Nach zahlreichen Renovierungen und technischen Adaptierungen wurde die Brunnsteinhütte mit mehreren Umwelt-Preisen ausgezeichnet. Für Familien mit Kindern gibt es eigene Familienzimmer.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Weitere Hütten sind die Mittenwalder Hütte und die Dammkarhütte, die direkt von Mittenwald über schöne Zustiege besucht werden können. Auch zur Hochlandhütte gelangt man ausgehend von Mittenwald. Sie stellt das erste Etappenziel auf dem Karwendel Höhenweg dar, der in sechs Tagen durch den Naturpark führt. 

Die Mittenwaldhütte
Die Mittenwalder Hütte liegt in Bayern unter der Westlichen Karwendelspitze, nächst der Grenze zum Tiroler Land. Von der Terrasse sieht man in das obere Isartal, auf die Mieminger Kette, zum Wettersteingebirge und auf die Ammergauer Alpen. Nicht zuletzt wegen der sagenhaften Aussicht ist die komfortable und gut ausgebaute Hütte beliebtes Ziel von Wanderern und erfahrenen Bergsteigern, die gern Touren über mehrere Tage unternehmen. Besonders beliebt ist der Mittenwalder Höhenweg, der über mehrere Gipfel der Nördlichen Karwendelkette führt. Für Kletterer ist die Gegend ein Paradies, in der Nähe der Mittenwalder Hütte gibt es einen Klettergarten mit Routen von den Schwierigkeitsgraden III bis VII. 27 Personen können gleichzeitig übernachten. Im Winter ist die Hütte geschlossen.   
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Dammkarhütte
Hütte • Bayern

Dammkarhütte (1.667 m)

Umgeben von riesigen Felswänden liegt die Dammkarhütte (1.667 m) im Karwendelgebirge oberhalb von Mittenwald in Bayern. Die Dammkarhütte ist ein idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen zur westlichen Karwendelspitze, zur nördlichen Linderspitze oder zum Mittenwalder Klettersteig. Damit liegt die Hütte ideal, um sich für den weiteren Marsch mit einer Brotzeit zu stärken. Der Aufstieg von Mittenwald aus zur Dammkarhütte dauert etwa zwei Stunden. 
Geöffnet
Mai - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Hochlandhütte
Hütte • Bayern

Hochlandhütte (1.623 m)

Die Hochlandhütte (1.623 m) steht auf einer Bergwiese, westlich unterhalb des Karwendel-Gipfels Wörner. Sie befindet sich in der nördlichen Karwendelkette, welche von Südwesten kommend am Wörner nach Osten umschwenkt. Von der Hütte schaut man auf das Wettersteingebirge mit Zugspitze und Alpspitze sowie auf das Estergebirge, eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete in den Bayerischen Alpen. Das Schutzhaus ist Tagestouren-Ziel für Wanderer, die aus Mittenwald und aus dem Oberen Isartal heraufkommen. Es ist auch Rastplatz und Etappenziel auf Mehrtages-Bergtouren in das nördliche Karwendel, sowie in die Soierngruppe. Die 1909 errichtete Hochlandhütte hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Unterwegs am Karwendel Höhenweg
In 6 Tagen durch den größten Naturpark Österreichs: Auf 60 Kilometern und über 3.600 Höhenmetern bergan entdeckt man die alpine Bergnatur Tirols und lernt das Karwendel von den Tallagen bis in die Gipfelregionen kennen. Wir stellen euch die Etappen im Detail vor.

Warme Seen und Klammgeister

Zahlreiche warme Seen betten sich zwischen Wiesen und Wälder und laden im Sommer zum Baden ein. Dazu zählen der Ferchensee, der idyllische Lautersee, der meist angenehm warme Barmsee, der zauberhafte Geroldsee, der versteckte Grubsee oder der kleine Wildensee. Oder man wandert zum Soiernhaus unterhalb der 2.050 m hohen Schöttelkarspitze, der höchsten Erhebung der Soierngruppe. Das Schutzhaus steht direkt an den beiden kristallklaren Soiernseen.

Der Barmsee – im Herbst mit leichtem Nebel
Foto: Alpenwelt Karwendel, Rudolf Pohmann
Der Barmsee – im Herbst mit leichtem Nebel
Oberes Soiernhaus
Das Obere Soiernhaus steht 80 km von München entfernt im bayerischen Teil des Karwendel. Von der Hütte aus hat man einen wundervollen Blick auf den Soiernkessel, zur Benediktenwand und die Soiernseen, die nur fünf Gehminuten bergab liegen. Um 1866 ließ Ludwig II. am Ufer der türkis-blauen Seen das ursprüngliche Soiernhaus errichten, das er während seiner Jagdausflüge bewohnte. Angeblich soll der König des Nächtens mit einem Drachenboot auf den Seen gefahren sein und geplant haben, Richard Wagners Rheingold vor der malerischen Kulisse aufzuführen. Das heutige Obere Soiernhaus ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober voll bewirtschaftet und bietet im Matratzenlager Platz für 60 Besucher, die sich vorwiegend auf Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker aufteilen.  
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die imposante Bergnatur rund um die drei Gemeinden hat auch einige beeindruckende Klammen zu bieten. Da wäre einmal die Laintalklamm mit ihrem imposanten Wasserfall zu erwähnen. Die Finzbachklamm oder die Hüttlebachklamm, die von Krün aus auf Stegen und Holztreppen zu begehen ist. Und dann wäre da noch die spektakuläre Leutascher Geisterklamm westlich von Mittenwald und bereits auf österreichischem Boden. Auf imposant hohen Stegen durchwandert man die Klamm, in der ein Klammgeist hausen soll.  

Wandern • Bayern

Hüttlebachklamm

Dauer
1:30 h
Anspruch
T2 mäßig
Länge
2,1 km
Aufstieg
120 hm
Abstieg
120 hm
Durch die Hüttlebachklamm führt eine schöne Wanderung.
Foto: Alpenwelt Karwendel, Gregor Lengler
Durch die Hüttlebachklamm führt eine schöne Wanderung.

Ein Schloss in den Bergen

Im Westen von Mittenwald befinden sich die Ausläufer des Wettersteingebirges. Sehenswert ist vor allem das Schachenschloss, das König Ludwig II. von Bayern an einem der wohl schönsten Plätze im Wetterstein hat erbauen lassen. Schon der Zustieg ist äußerst reizvoll, führt er doch durch die beeindruckende Laintalklamm mit imposantem Wasserfall und vorbei am idyllischen Lautersee, ehe man den Ferchensee erreicht.  

Wandern • Bayern

Schachenschloss

Dauer
8:20 h
Anspruch
T2 mäßig
Länge
16,4 km
Aufstieg
1.000 hm
Abstieg
60 hm

Die Schutzhütte am Krottenkopf

Das schönste Ausflugsziel im Estergebirge ist die Weilheimer Hütte direkt unterhalb des mächtigen Krottenkopfes. Ein abwechslungsreicher Anstieg führt von Krün durch die Finzbachklamm auf die Hütte auf 1.946 m. Sportlich Ambitionierte können mit dem Mountainbike bis zur Krüner Alm, der Wallgauer Alm oder bis kurz vor die Farchanter Alm fahren und die letzten Höhenmeter zur Hütte zu Fuß bewältigen. 

Weilheimer Hütte
Die Weilheimer Hütte (1.946 m), auch Krottenkopfhütte genannt, steht im Estergebirge in den Bayerischen Voralpen. Sie liegt unterhalb des Krottenkopfes, des mit 2.086 m höchsten Gipfels der Bayerischen Voralpen. Das Schutzhaus ist die höchstgelegene Hütte dieser Bergregion und das Estergebirge ist eines der größten Karstgebiete in den Bayerischen Voralpen. Die Wege dort sind lang, steil und einsam.  Bei entsprechender Schneelage sind Weilheimer Hütte und Krottenkopf ein schönes Ziel für ausdauernde Skitouren-Geher. Schneeschuh- und Winterwanderer können im Gebiet um Wank, Hohem Fricken, Bischof, Krottenkopf und der Esterberg-Alm ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Die Weilheimer Hütte verfügt über einen Winterraum, der mit einem AV-Schlüssel zugänglich ist. 
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Oder man wandert „nur“ bis zur Esterbergalm, genießt dabei aber auch den Abschnitt durch die Finzbachklamm und darf sich auf der Alm auf köstliche bayerische Schmankerl freuen. Nach der Tour lohnt sich der Sprung in den meist recht warmen Barmsee. 

Logenplatz Kranzberg

Mit dem nostalgischen Kranzberglift gelangt man gemütlich und nicht zu schnell auf den Kranzberg. Oben angekommen, steht man praktisch auf dem Logenplatz über dem Isartal: Karwendel, Wetterstein- und Estergebirge breiten sich vor einem aus. Außerdem befindet sich am Kranzberg der Barfußwanderweg, den man am besten mit der ganzen Familie erkundet. Wer es rasant mag, der wählt – auch im Sommer – die 1,6 km lange Naturrodelbahn für die Abfahrt – und zwar mit Mountaincarts

Blick vom Kranzberg auf den Lautersee
Foto: Alpenwelt Karwendel, Rudolf Pohmann
Blick vom Kranzberg auf den Lautersee

Einmal rund ums Isartal

Die schönsten Flecken der Region erkundet man auf dem zwar wenig steilen, aber dafür umso längeren Isartal-Rundweg. Der Rundweg beginnt in Wallgau und führt über den Barmsee und über den Sonnhügel nach Klais. Nun wird es geschichtlich besonders interessant, denn schon die Römer waren hier einst sehr präsent. Auf der historischen Handelsroute „Via Raetia“ geht es weiter bis zum Schloss Elmau und über den Ferchensee und den Lautersee vorbei an der Kapelle Maria Königin in die Laintalschlucht. Durch Mittenwald und vorbei am Isartalstausee wandert man schließlich entlang der Isar wieder zurück nach Krün und Wallgau. 

Wandern • Bayern

Isartaler Rundweg

Dauer
10:00 h
Anspruch
T2 mäßig
Länge
37,4 km
Aufstieg
400 hm
Abstieg
400 hm

Winter im Isartal

Wenn die Landschaft unter einer dicken Schneedecke liegt, ist das die beste Zeit, um die Schneeschuhe oder die Langlaufskier auszupacken. Wunderschöne Winterwanderungen führen zu den zugefrorenen Seen, auf den Hohen Kranzberg oder auf die Ederkanzel. 

Vom Kranzberg führt außerdem eine tolle Rodelbahn ins Tal. Den Anstieg kann man sich dank Kranzberg-Sesselbahn erleichtern. 

Auf Langlaufskiern lässt sich die Region im Winter ebenfalls bestens erkunden. Rund 150 km Loipen ziehen sich durch das sonnige Tal und bieten ein wahres Paradies für Langläufer jeder Könnerstufe. Eine, die es kann, ist übrigens Magdalena Neuner. Die gebürtige Wallgauerin war Olympiasiegerin im Biathlon und heute kann man auf der „Magdalena-Neuner-Loipe“ in ihre Spuren treten und beim Gästebiathlon versuchen, eine der Zielscheiben zu treffen.  


Mehr Informationen

Wenn du mehr zu den drei Gemeinden Mittenwald, Wallgau und Krün im Isartal erfahren möchtest, dann besuche die Seite des Tourismusverbandes Alpenwelt Karwendel. Hier findest du viele hilfreiche Informationen wie etwa zur Anreise, den Übernachtungsmöglichkeiten, Brauchtum und Veranstaltungen sowie zu den Aktivitäten im Sommer wie im Winter. 

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