Unterwegs am Karwendel Höhenweg
Foto: Heckmair
Tourentipps

Der Karwendel Höhenweg

Touren-Tipps • 4. Juni 2019

In 6 Tagen durch den größten Naturpark Österreichs: Auf 60 Kilometern und über 3.600 Höhenmetern bergan entdeckt man die alpine Bergnatur Tirols und lernt das Karwendel von den Tallagen bis in die Gipfelregionen kennen. Wir stellen euch die Etappen im Detail vor.

Routenübersicht Karwendel Höhenweg
Foto: Naturpark Karwendel
Kartenausschnitt: Die Strecke des Karwendel Höhenwegs im Überblick

Der Karwendel Höhenweg führt durch den südlichen Teil des Karwendelgebirges in Tirol. Einzigartig ist dabei der mehrfache Blickwechsel zwischen der Einsamkeit der Karwendel-Wildnis und dem geschäftigen Treiben im Inntal. Man startet den Weitwanderweg vom Seefelder Plateau durch Wald und über Almflächen ins Hochgebirge, wo man Gamsbeobachtungen beinahe garantieren kann.

Übernachtet wird in handverlesenen Schutzhütten des Alpenvereins. Die Begehung des Höhenwegs richtet sich an erfahrene, konditionell starke Bergsteiger, die trittsicher und schwindelfrei unterwegs sind. Die beste Zeit für den Karwendel Höhenweg entfällt auf die Monate von Juni bis September.

Auf der Hompepage des Karwendel Höhenwegs findet man gleichermaßen wichtige Informationen rund um die Tour wie auch Beobachtungstipps zu Tier- und Pflanzenwelt im Karwendel. Praktisch ist zudem der kleine Folder zum Karwendel Höhenweg, der alle wichtigen Toureninformationen noch einmal kompakt darstellt.

 

Etappe 1: Von Reith bei Seefeld auf die Nördlinger Hütte

Start der ersten Etappe ist Reith bei Seefeld, das man auch bequem mit der Bahn erreicht. Man steigt zur Nördlinger Hütte auf, die wunderschön gelegen einen ersten wunderbaren Eindruck vom Naturpark Karwendel vermittelt. 

Die Nördlinger Hütte im Detail:

Nördlinger Hütte
Die Nördlinger Hütte (2.238 m) steht oberhalb von Seefeld in Tirol auf einem Grat der zur Reither Spitze führt. Sie ist die höchstgelegene Schutzhütte im gesamten Karwendel. Ihr exponierter Platz verschafft Gästen eine beeindruckende Aussicht auf das Wettersteingebirge, die Stubaier Alpen und das Inntal. Die Hütte ist von der Bergstation Härmelekopfbahn in relativ kurzer Zeit und ohne besonderen Schwierigkeiten zu erreichen.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 2: Von der Nördlinger Hütte zum Solsteinhaus

Die zweite Etappe führt nun mitten hinein ins wilde Herz des Karwendels. Über den Ursprungsattel und die Eppzirler Scharte geht es zum Solsteinhaus. Dabei sind einige seilversicherte Passagen zu meistern.

Das Solsteinhaus im Detail:

Solsteinhaus
Hütte • Tirol

Solsteinhaus (1.805 m)

Auf weitläufigen Almwiesen und am Fuße des Großen Solstein im westlichen Karwendel und nicht weit von Innsbruck gelegen, ist die Solsteinhütte (1.805 m)  sowohl Ausgangspunkt für gemütliche Wanderungen wie auch für anspruchsvolle Bergtouren. Bestens geeignet für Tagesausflüge auch mit Kindern.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 3: Vom Solsteinhaus zur Pfeishütte

Die dritte Etappe bietet mit Abstand den längsten und auch kontrastreichsten Tag auf dem Karwendel Höhenweg. Von der stillen Seite des Naturparks wechselt man am Frau Hitt Sattel auf die südliche Seite der Nordkette mit fantastischem Blick hinunter auf die Alpenstadt Innsbruck. Über den spektakulär angelegten Goetheweg geht es dann weiter bis zur Pfeishütte, die wieder still am Fuße der Praxmarerspitzen steht.

Die Pfeishütte im Detail:

Pfeishütte
Hütte • Tirol

Pfeishütte (1.922 m)

Berggipfel wie Pfeisspitz, Rumer Spitze, Stempeljochspitze oder Bachofenspitze umringen die urige Pfeishütte (1.922 m). Die Hütte liegt am Ende des Samertales inmitten des südlichen Karwendels und oberhalb von Innsbruck. Sie fällt in die Kategorie klein, fein und gemütlich. Die Hütte zieht Menschen an, die Gipfeltouren und Überschreitungen im Karwendel an. Mountainbiker begeistern sich für die Auffahrt durch Gleirsch- und Samertal, die zunächst leicht ist. Den davon aufgewärmten Beinen wird zum Schluss einige Standfestigkeit und Durchhaltevermögen abverlangt.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 4: Von der Pfeishütte zur Bettelwurfhütte

Am vierten Tag des Karwendel Höhenwegs geht es hinauf zum Stempeljoch mit wunderschönem Blick auf den idyllischen Issanger. Entlang des „Wilde-Bande-Steigs“ folgt man den Flanken der Stempeljochspitze und der Speckkarspitze zur Bettelwurfhütte, die wie ein Adlerhorst über dem Inntal thront. 

Die Bettelwurfhütte im Detail: 

Bettelwurfhütte
Die Bettelwurfhütte (2.077 m) thront in exponierter Lage, wie ein Adlerhorst, in der Südflanke des Großen und Kleinen Bettelwurfs. Die Aussicht auf das Inntal ist atemberaubend. Hoch über dem Absamer Halltal liegt sie am Innsbrucker Höhenweg und ist Ausgangspunkt für schöne Wander- und Bergtouren in das Tiroler Karwendel Gebirge. Das 1894 erbaute Schutzhaus ist eines der ältesten Häuser im Karwendel. Auf einer Höhe von 2.077 m allerdings auch eine der höchst gelegenen Hütten in Tirol. Die Ausstattung des urigen Stützpunktes bietet alles, was der Besucher der Gegenwart so braucht. Während im Tal die Stadt Innsbruck und ihre Umgebung mit den Annehmlichkeiten der urbanen Welt aufwartet, geht es hoch oben am Berg auf der Hütte gemächlicher zu. Neben traumhaften Wanderungen und Bergtouren auf die umliegenden Gipfel und Almen wartet die einladende Terrasse der Hütte auf müde Wanderer. Hier genießt man nach einem Ausflug die frische Luft sowie die kulinarischen Spezialitäten der Hüttenwirte.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 5: Von der Bettelwurfhütte zum Hallerangerhaus

Die fünfte Etappe führt von der Bettelwurfhütte ein Stück weit zurück und hinauf auf das Lafatscher Joch, von wo aus man anschließend zum Hallerangerhaus absteigt. Schöne Blicke ins Halltal sind garantiert und die Kapelle am Halleranger lädt zu einer kleinen Andacht ein.

Das Hallerangerhaus im Detail:

Hallerangerhaus
Das Hallerangerhaus (1.768 m)iegt im Karwendelgebirge, das zu 80% in Tirol liegt. Die höchste Erhebung des Karwendels ist die Birkkarspitze mit 2.749 m. Das Karwendel ist mit 727 Quadratkilometern das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Das Schutzhaus liegt an den Weitwanderwegen „Traumpfad München/Venedig“, Adlerweg und Höhenweg West. Wanderer, Mountainbiker, Tourengehern aber auch Familien mit Kindern steuern das Hallerangerhaus an. Von der Hütte wird zu Bettelwurfhütte, Pfeishütte oder Lamsenjochhütte weitergewandert. Kletterer finden in der Umgebung, aber auch unmittelbar bei der Hütte, im Klettergarten namens „Durchschlag“, ansprechende und herausfordernde Routen.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 6: Vom Hallerangerhaus nach Scharnitz

Die sechste und letzte Etappe des Karwendel Höhenweges führt durch das idyllische Hinterautal hinaus nach Scharnitz. Der Weg führt entlang der Isar, wo romantische Rastplätze immer wieder zum Verweilen laden. Von Scharnitz gelangt man schließlich mit der S-Bahn zurück nach Innsbruck oder Garmisch-Partenkirchen.

Der Karwendel-Höhenweg wurde von der ARGE Karwendel-Höhenweg zusammengestellt. Darin vertreten sind insgesamt 15 Projektpartner, unter ihnen der Naturpark Karwendel sowie die Tourismusverbände.

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