Berg-Know-How

Anders als gedacht: Die höchsten Berge der Welt

Wissenswertes • 8. August 2019

Der höchste Berg der Welt? Der Mount Everest natürlich. Aber auch nicht unbedingt. Es gibt verschiedene Zugänge zur Klassifizierung der höchsten Berge – und nicht immer ist es der Everest, der das Rennen um die Pole Position macht.

Mount Everest und Lhotse
Foto: mauritius images / imageBROKER / Wigbert Röth
Sonnenuntergang im Himalaya: Blick auf Mount Everest und Lhotse

1. Gemessen vom Meeresspiegel

Das prominenteste Werteschema geht vom höchsten Punkt über dem Meeresspiegel aus. Demnach ergeben sich folgende Top 5 – alle im Himalaya Gebirge: 

  1. Mount Everest (8.848 m)
  2. K2 (8.611 m) 
  3. Kangchendzönga (8.586 m)
  4. Lhotse (8.516 m) 
  5. Makalu (8.485 m)

2. Gemessen vom Erdmittelpunkt

Misst man die Höhe anhand der Kilometer-Anzahl vom Erdmittelpunkt aus, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Weil die Erde nicht rund ist, sondern aufgrund der Fliehkraft an den Polen abgeplattet, ist der Radius unseres Planeten an den Polen kleiner, am Äquator hingegen größer.

Daraus ergibt sich, dass der Gipfel des Chimborazo in Ecuador mit 6.310 m am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist – nämlich insgesamt 6.384,557 km. Von dieser sogenannten geozentrischen Maximaldistanz ausgehend folgen dem Chimborazo auf Platz 2 der Nevado Huascarán (6.768 m) in Peru, auf Platz 3 der Cotopaxi (5.897 m) in Ecuador und auf Platz 4 der Kilimanjaro (5.895 m) in Tansania.

Chimborazo in Ecuador
Foto: mauritius images / imageBROKER / Martina Katz
Blick auf den Chimborazo (6.310 m) in Ecuador

3. Gemessen vom Fuß des Berges

Geht man nicht vom höchsten Punkt, also der Höhenlage des Gipfels, sondern von der absoluten Höhenmeter-Anzahl aus, ist der Mount Everest mit 3.500 m mäßig beeindruckend. Berücksichtigt wird vielmehr die Höhe vom Fuß bis zum Gipfel des Berges – und hier machen Berge wie Mauna Kea (4.205 m) auf Hawaii, Mount St. Elias (5.489 m) in Kanada, Rakaposhi (7.788 m) in Pakistan und Damavand (5.610 m) im Iran das Rennen.

4. Gemessen an der Dominanz

Zieht man die sogenannte topographische Dominanz als Bezugspunkt zur Klassifizierung von Höhe heran, stehen wiederum andere Berge an der Spitze. Gemessen wird die Distanz zum jeweils nächsthöheren Berg, also jeweils, wie freistehend ein Berg ist – der Everest hat keine endliche Dominanz, da es keine höheren Berge als ihn gibt. Demzufolge ist der Aconcagua (6.962 m) in Argentinien der höchste Berg der Welt.

Aconcagua in Argentinien
Foto: mauritius images / SuperStock / Ed Darack
Sturm am Gipfel des Aconcagua (6.962 m) in Argentinien

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