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Berg-Know-How

Anders als erwartet: Die höchsten Berge der Welt

• 22. September 2021

Der höchste Berg der Welt? Der Mount Everest natürlich. Aber auch nicht unbedingt. Es gibt verschiedene Zugänge zur Klassifizierung der höchsten Berge – und nicht immer ist es der Mount Everest, der das Rennen macht.

Mount Everest und Lhotse
Foto: mauritius images / imageBROKER / Wigbert Röth
Sonnenuntergang im Himalaya: Blick auf Mount Everest und Lhotse

Die Frage, welcher der höchste Berg der Erde ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Schließlich gibt es unterschiedliche Messlogiken. Je nachdem, für welche man sich entscheidet, ist das Dach der Welt auf einem anderen Gipfel zu finden.

Gemessen vom Meeresspiegel: Mount Everest

Das prominenteste Werteschema, an dem sich die meisten Bergsteiger orientieren, geht vom höchsten Punkt über dem Meeresspiegel aus. Richtet man sich danach, ist der Mount Everest (8.848 m) der höchste Gipfel unseres Planeten.

Insgesamt gibt es auf unserer Erde 14 Gipfel, die – vom Meeresspiegel aus gemessen – über 8.000 Meter hoch sind. Alle liegen im Karakorum und Himalaya-Hochgebirgssystem in Asien, das sich über Pakistan, Indien, China, Nepal und Bhutan erstreckt. Diese Achttausender sind:

  1. Mount Everest (8.848 m)
  2. K2 (8.611 m) 
  3. Kangchendzönga (8.586 m)
  4. Lhotse (8.516 m) 
  5. Makalu (8.485 m)
  6. Cho Oyu (8.201 m)
  7. Dhaulagiri (8.167 m)
  8. Manaslu (8.163 m)
  9. Nanga Parbat (8.125 m)
  10. Annapurna (8.091 m)
  11. Gasherbrum I oder Hidden Peak (8.068 m)
  12. Broad Peak (8.047 m)
  13. Gasherbrum II (8.035 m)
  14. Shishapangma (8.013 m)

Der höchste Gipfel Europas ist übrigens – je nachdem, wo man die innereurasische Grenze zieht – entweder der Elbrus (5.642 m) oder der Mont Blanc (4.810 m). Nach der Auffassung von Reinhold Messner ist es der Elbrus. Eines ist der Mont Blanc aber zweifelsohne: der höchste Berg der Alpen. Zu den Seven Summits, also den höchsten Bergen jedes Kontinents, haben wir übrigens einen eigenen Beitrag: 

Gemessen vom Erdmittelpunkt: Chimborazo

Misst man die Höhe anhand der Kilometer-Anzahl vom Erdmittelpunkt aus, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Weil die Erde nicht rund ist, sondern aufgrund der Fliehkraft an den Polen abgeplattet ist, ist der Radius unseres Planeten an den Polen kleiner, am Äquator hingegen größer.

Daraus ergibt sich, dass der Gipfel des Chimborazo (6.310 m) in Ecuador am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist – nämlich insgesamt 6.384,557 km. Von dieser sogenannten geozentrischen Maximaldistanz ausgehend, folgen dem Chimborazo auf

  • Platz 2 der Nevado Huascarán (6.768 m) in Peru
  • Platz 3 der Cotopaxi (5.897 m) in Ecuador und
  • Platz 4 der Kilimanjaro (5.895 m) in Tansania
Chimborazo in Ecuador
Foto: mauritius images / imageBROKER / Martina Katz
Blick auf den Chimborazo (6.310 m) in Ecuador

Gemessen vom Fuß des Berges: Mauna Kea

Geht man nicht vom höchsten Punkt, also der Höhenlage des Gipfels, sondern von der absoluten Höhenmeter-Anzahl vom Fuß des Berges aus, ist der Mount Everest mit 3.500 m mäßig beeindruckend. Hier machen Berge wie

  • Mauna Kea (4.205 m) auf Hawaii
  • Denali (6.190 m) in Alaska
  • Rakaposhi (7.788 m) in Pakistan und
  • Damavand (5.610 m) im Iran

das Rennen.

Sonnenaufgang am Mauna Kea
Foto: Steve Halama / Unsplash
Sonnenaufgang am Mauna Kea

Gemessen an der Dominanz: Aconcagua

Zieht man die sogenannte topografische Dominanz als Bezugspunkt zur Klassifizierung von Höhe heran, stehen wiederum andere Berge an der Spitze. Gemessen wird dabei die Distanz zum jeweils nächsthöheren Berg – also wie freistehend ein Berg ist. Dabei hat der Everest keine endliche Dominanz, da es keinen höheren Berge als ihn gibt. Demzufolge ist der Aconcagua (6.962 m) in Argentinien der höchste Berg der Welt. Er wird erst in 16.534 km Entfernung vom Tirich Mir im Hindukusch an Höhe übertroffen.

Aconcagua in Argentinien
Foto: Nicolas Prieto / Unsplash
Aconcagua in Argentinien
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