Die Chamanna Coaz haben wir vorletzten Sommer kennengelernt, als wir unsere
Redaktions-Hüttenwoche im Val Roseg im Engadin verbrachten und sie uns
als Übernachtungs-Stützpunkt für eine Bergtour diente. Wenige Schutzhütten sind derart unmittelbar in Naturgewalten eingebettet: Wie eine Perlenkette aus Gipfeln umschließen sie die umliegenden Dreitausender – mit dem berühmten
Piz Bernina sogar ein Viertausender. Der Roseggletscher wirkt von der Terrasse aus zum Greifen nahe. Zwei Dinge sind uns besonders in Erinnerung geblieben: Der einmalige Ausblick auf den unterhalb der Hütte liegenden Gletschersee Lej da Vadret – und die Schockstarre, als wir tags darauf in selbigen
hineingesprungen sind. Bei einer Wassertemperatur von weit unter 10 Grad. Ach ja, auch die mächtig deftigen Pizzoccheri – eine Art Buchweizen-Nudelauflauf mit Kartoffeln, Käse und Mangold – werden wir so schnell nicht vergessen. Kredenzt werden die Engadiner Schmankerl von den sympathischen Wirtsleuten Ruedi und Ursula, die die Hütte seit 17 Jahren führen.