Viertausender

Bergportrait: Piz Bernina (4.049 m)

• 14. Dezember 2020

Der Piz Bernina knackt die 4.000 Meter-Marke mit 4.049 m zwar nur knapp, in puncto Schönheit und Eleganz ist er allerdings – auch von höheren Bergen – nur schwer zu schlagen. Wir stellen euch den Berg an der Grenze von Italien zur Schweiz im Detail vor.

Biancograt: Piz Bernina in der Schweiz
Foto: mauritius images / imageBROKER / FB-Fischer
Der schönste Eisgrat der Alpen: Über den Biancograt auf den Piz Bernina (4.049 m)

Höhe und Lage

Der Piz Bernina ist mit 4.049 m der einzige Viertausender der Ostalpen – oder, je nach Betrachtungsweise, der östlichste Viertausender der Westalpen. Er mag zwar nur knapp über die 4.000 Meter-Marke ragen, aber das reicht aus, um ihn zur höchsten Erhebung des Kantons Graubünden zu machen. Darüber hinaus ist der Piz Bernina an Eleganz und Wucht nur schwer von anderen, wenn auch höheren Bergen zu übertreffen. Gemeinsam mit dem Gran Paradiso (4.061 m) und der Barre des Écrins (4.101 m) zählt er zu den großen Einzelbergen des Alpenraums, deren Massive in besonderem Maße selbstständig sind.

Der Piz Bernina hat gleich drei Gipfel, die sich kaum vom mittleren Hauptgipfel absetzen. Aber auch sie haben ihre Reize: Über den Grat des Südgipfels, die Spalla (4.020 m), verläuft die Landesgrenze der Schweiz – gleich dahinter liegt bereits Italien. Der Nordgipfel, der Piz Bianco (3.995 m), wiederum genießt den Ruf, über den schönsten Eisgrat der Alpen zu verfügen: den berüchtigten Biancograt. Ist der Piz Bernina auch ein Grenzberg: Sein Hauptgipfel liegt zur Gänze auf Schweizer Landesgebiet.

Rund um den Piz Bernina (4.049 m) in der Berninagruppe

Geschichte

Erstbestiegen wurde der Piz Bernina 1850 durch den Schweizer Landvermesser Johann Coaz und den Brüdern Jon und Lorenz Ragut Tscharner über den Morteratschgletscher. Sie erreichten den Gipfel unter großen Mühen am 13. September über den Südgrat. Insgesamt waren sie 20 Stunden lang unterwegs, um den damals noch namenlosen Gipfel zu vermessen. Erst knapp drei Jahrzehnte später wurde der Piz Bernina erstmals vom Norden über den Biancograt bestiegen. Die Schweizer Führer Johann Jaun und Caspar Maurer erreichten den Gipfel 1876 gemeinsam mit dem Franzosen Henri Cordier und dem Engländer Thomas Middlemore.

Piz Bernina-Erstbesteiger und Landvermesser Johann Coaz
Foto: Rotatebot/Adrian Michael/commons.wikimedia
Piz Bernina-Erstbesteiger und Landvermesser Johann Coaz

Der Piz Bernina im Überblick

  • Höhe: 4.049 m
  • Lage: Berninagruppe / Grenze zu Italien
  • Talort: Pontresina im Oberengadin auf Schweizer Seite, Chiesa in Valmalenco und Lanzada in der Lombardei auf italienischer Seite
  • Stützpunkt: Tschierva Hütte (2.583 m) und Chamanna Boval (2.495 m) auf Schweizer Seite, Carate Brianza Hütte (2.636 m) und Marco e Rosa Hütte (3.609 m) auf italienischer Seite
  • Erstbesteigung: 1850

Touren

Der Normalweg führt über den südlichen Vorgipfel, die Spalla, auf den Gipfel der Piz Bernina. Der schwierigere Anstieg über den wunderschönen Biancograt führt über den nördlichen Vorgipfel zum höchsten Punkt der Piz Bernina. Hier zwei Tourentipps:

Gut zu wissen

Die Tour auf den Piz Bernina verläuft größtenteils durch vergletschertes Gelände. Am Gipfelgrat ist Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad III gefragt. Gebohrte Haken zur Sicherung und zum Anseilen sind vorhanden, Fixseile hingegen sucht man vergeblich.

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Am 13. September 1850 erreichten der 28-jährige Johann Wilhelm Coaz und seine beiden Gehilfen den höchsten Gipfel des schweizerischen Engadins. Weil das heute mit 4.048,6 m vermessene Dach des Kantons Graubünden noch keinen Namen hatte, taufte Coaz es Piz Bernina. Nicht der einzige weiße Fleck auf der Schweizer Landkarte, den der verdienstreiche Alpen-Pionier und Topograph tilgte.
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