Auf der Spaghetti Tour light
Foto: Mark Buzinkay
Traumtour für Bergsteiger

Spaghetti-Tour "light": Fünf Viertausender in fünf Tagen

29. November 2018

Diese Berghochtour der Superlative inmitten der Walliser Alpen hat nicht nur fünf Viertausender in fünf Tagen, sondern auch eine Übernachtung auf der höchsten Schutzhütte der Alpen zu bieten.

Die "light"-Version der legendären Spaghetti-Runde ist gegenüber der Originaltour mit einem Duzend Viertausender von Anspruch und Umfang etwas "abgespeckt" und in Begleitung eines Bergführers für jeden konditionsstarken und trittsicheren Wander mit Gletschererfahrung machbar. 

Auch wenn die Wegstrecken kurz sind - zwischen 1 und 14 km - darf man sich über die Ernsthaftigkeit der Tour nicht täuschen lassen.  Die Runde ist ein durchgehend alpines Unterfangen und man ist täglich zwischen 7 und 9 Stunden unterwegs. Ein guter Grund schon bald mit dem Training zu beginnen.

Als Motivation präsentieren wir dir die einzelnen Etappen im Detail:

1. Etappe: Zermatt - Gandegghütte

Die erste Etappe dient der Akklimatisierung. Nach einem Stadtbummel durch Zermatt geht es gemütlich mit der Bahn zur Station Trockener Steg. Von dort ist in gut 30 Minuten die Gandegghütte (3.030 m) erreicht. Auf dieser Höhe macht sich die dünnere Luft schon etwas bemerkbar. Gut das der Körper über Nacht Zeit hat, sich an die sauerstoffärmere Luft zu gewöhnen.

2. Etappe: Gandegghütte - Rifugio Mezzalama

Der zweite Tag bringt mit dem Breithorn (4.164 m) schon den ersten Viertausender. Übernachtet wird auf italienischem Boden in der heimeligen Mezzalama Hütte auf 3.004 m.

3. Etappe: Rifugio Mezzalama - Rifugio Mantova

Der dritte Tag der Spaghetti-Runde light ist dem Abstieg gewidmet. Von der Mezzalama Hütte geht es zunächst hinab nach Piano Resy. Über den Colle di Bettaforca gelangt man ins Val Gressoney und weiter zum Rifugio Mantova (3.498 m).

Die Mantova-Hütte im Detail:

Mantova Hütte
Hütte • Aostatal

Mantova Hütte (3.498 m)

Die Mantova Hütte steht im Monte-Rosa-Massiv auf dem Monte-Rosa-Gletscher in den Walliser Alpen in Italien. Sie befindet sich hoch über Staffal, einem Ortsteil von Gressoney-La-Trinité und in der Nähe des Garstelet-Gletschers im Lystal.  Die Hütte ist das Basislager, um Hochtouren und Besteigungen im Monte-Rosa-Massiv, wie auf dessen höchsten Gipfel, die Dufourspitze, Ludwigshöhe, Parrotspitze, Vincent-Pyramide oder auf Lyskamm unternehmen möchten. Man sich von der Mantova Hütte auch zu Übergängen mit Ziel Margherita- und Gnifetti Hütte aufmachen.   
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

4. Etappe: Rifugio Mantova - Capanna Margherita

Der anstrengendste, aber auch schönste Tag der ganzen Runde. Heute gibt es gleich vier Viertausender zu erleben: die Vincentpyramide (4.215 m), das Balmenhorn (4.167 m), die Ludwigshöhe (4.341 m) und die Signalkuppe (4.554 m). Übernachtet wird auf der höchsten Schutzhütte der Alpen: der Capanna Margherita am Gipfel der Signalkuppe.

 

Alles, was Du über die Campanna Margherita wissen musst:

Margheritahütte
Die Margheritahütte in den Walliser Alpen liegt spektakulär im Monte-Rosa-Massiv am Gipfel der Signalkuppe auf 4.554 m und ist damit das höchstgelegene Gebäude Europas. Sie befindet sich unmittelbar an der Schweizer Grenze und ist vor allem als Schutzhütte für Bergsteiger gedacht. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für Gletschertouren auf die Gipfel Zumsteinspitze, Dufourspitze, Nordend und Liskamm. Erreichen kann man sie über die Gnifetti Hütte.   
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

5. Etappe: Capanna Margherita - Zermatt

Gemütlich klingt die Runde am letzten Tag der Überschreitung aus. Der Abstieg von der Capanna Margherita(4.554 m) zur Monte Rosa Hütte (2.883 m)eröffnet nochmal fantastische Aussichten auf die umliegende Gletscherwelt. Besonders imposant präsentiert sich die gezackte Nordwand des Lyskamms. 

Eine kurze Einkehr in der Monte Rosa Hütte lohnt. Alle Details zu einer der modernsten Schutzhütten der Alpen findest du hier:

Monte Rosa Hütte
Die Monte Rosa Hütte des SAC ist „outstanding“ in vielerlei Hinsicht: Im wahrsten Sinne „outstanding“, weil sie nur über den Gornergletscher im Kanton Wallis zu erreichen ist – reine Wanderer, die noch nie auf Steigeisen gestanden sind, sollten sich besser einem Bergführer anvertrauen. Revolutionär und zukunftsweisend ist auch das Energiekonzept der 100 m oberhalb der alten Hütte gelegenen neuen Monte Rosa Hütte, welches zusammen mit der ETH Zürich entwickelt wurde. Die Architektur ist von außen eine der modernsten Hütten der Alpen und aufgrund der speziellen Lage weithin zu sehen. Etwas Besonderes ist auch das Gipfelmenü, das rund um die Hütte geboten wird: Mit Dufourspitze (4.634 m) und Nordend (4.609 m) sind der zweit- und der dritthöchste Gipfel der Alpen von der Hütte aus zu erreichen. Aber auch andere von der Monte Rosa Hütte erreichbare Gipfel wie Liskamm (4.527 m), Zumsteinspitze (4.563 m) und Signalkuppe (4.554 m) gehören zu den ganz hohen Gipfeln der Alpen. Während die Gipfel für Viertausender technisch nicht allzu schwierig sind, braucht man sich konditionell keine Sorgen zu machen, unterfordert zu sein: alle Touren sind extrem lang. So lang, dass viele Hochtourengeher die Monte Rosa Hütte mit den umliegenden Viertausendern im Rahmen einer Durchquerung besuchen – der sogenannten „Spaghettirunde“. Der reine Wanderer hat allerdings rund um die Hütte einen sehr eingeschränkten Aktionsradius: spätestens nach einer Stunde steht man an einen der umliegenden Gletscher an.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Zuletzt steigt man von der Monte Rosa Hütte über den Gornergletscher ab und gelangt dann - auf einfachem Wanderweg - zum Rotenboden hinauf. Von hier geht´s mit der Bahn gemütlich nach Zermatt, wo man am Dorfplatz die gelungene Tour mit einem Panaché feiert.

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