Die Wildspitze, Tirols höchster Berg
Foto: Mountain Sports Zillertal
Die Venter Runde

Skidurchquerung Ötztaler Alpen

17. März 2020

Die „Haute Route” der Ostalpen, so wird die Venter Runde auch gerne genannt. Immerhin geht es bei dieser mehrtägigen Skihochtour nicht nur von Hütte zu Hütte, sondern auch auf die höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen, wie die Weißkugel mit 3.739 m oder die Wildspitze mit 3.770 m. Außerdem: ihr kommt bei der Fundstelle des „Ötzi“ – dem Mann aus dem Eis am Tiesenjoch vorbei. 

Diese Skidurchquerung der Ötztaler Alpen ist zurecht international bekannt und hat bis heute nichts an ihrer Attraktivität verloren. Die weiten Gletscherflächen bieten eine unglaublich große Vielfalt an Variationsmöglichkeiten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Wir stellen euch die einzelnen Etappen vor. 

Etappe 1: Von Vent zur Similaunhütte

Im Bergsteigerdorf Vent im Ötztal beginnt die „Haute Route“ der Ostalpen, die Venter Skirunde. Am ersten Tag zieht ihr eure Spur hinauf auf die 3.019 m hoch gelegene Similaunhütte an der Grenze zum Südtiroler Schnalstal. 

Die Similaunhütte im Detail

Similaunhütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Similaunhütte (3.019 m)

Die Similaunhütte (3.018 m) verdankt ihre Beliebtheit einem uralten Mann. Sie liegt auf dem Übergang vom Schnalstal ins Ötztal und in der Nähe des Tiesenjochs – dort, wo „Ötzi“ gefunden wurde. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für fantastische Gipfelbesteigungen auf den Similaun (3.606 m) und die Fineilspitze (3.516 m) sowie für Eis- und Alpinkurse, die in der Region angeboten werden. Dank der berühmten Eismumie ist die Hütte längst nicht mehr nur Anlaufstelle für Bergsteiger, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher, sondern auch Ziel für Tagestouristen, von denen viele mit dem Mountainbike kommen. Besonders imposant sind die Gletscherwanderungen zur Schönen Aussicht und zum Hochjoch Hospiz. Im Winter beginnt hier für Skitourengeher die zweite Etappe der berühmten Venter Skirunde auf die Fineilspitze.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 2: Von der Similaunhütte zur Schönen Aussicht

Am zweiten Tag stehen gleich zwei fantastische Gipfel auf dem Programm. Zuerst geht es auf den 3.606 m hohen Similaun und im Anschluß weiter auf die Fineilspitze mit 3.514 m, bevor man das Tagesziel, die Schutzhütte „Schöne Aussicht“ erreicht. 

Die Schutzhütte „Schöne Aussicht“ im Detail

Schutzhütte Schöne Aussicht
Hütte • Trentino-Südtirol

Schutzhütte Schöne Aussicht (2.845 m)

Wo Südtirol auf Nordtirol trifft, wenige Meter oberhalb eines Gletschersees, liegt die Schutzhütte Schöne Aussicht (2.845 m) im Schnalskamm der Ötztaler Alpen. In der Nähe befindet sich auch das durch die Schnlastaler Gletscherbahn erschlossene Skigebiet, dennoch wird das 2006 umfangreich renovierte Schutzhaus in erster Linie von Wanderern, Bergsteigern, Mountainbikern, Schneeschuhwanderern und Skitourengehern in Anspruch genommen. Von der Hütte aus führen hervorragend ausgebaute Wege zu benachbarten Hütten. Mit der notwendigen Ausrüstung lassen sich die recht anspruchsvollen Gipfel von Similaun (3.599 m, 4 - 5 h), Fineilspitze (3.516 m, 3 h), Weisskugel (3.739 m, 5 h), Innere Quellspitze (3.517 m, 4 h) und Im Hinteren Eis (3.270 m, 1:30 h) erklimmen. Befindet man sich auf dem Nordteil des berühmten Europäischen Fernwanderwegs E5, so empfiehlt sich ein eindrucksvoller Umweg über Rofenalm und das Hochjochhospiz, um die Hütte als Etappenziel einzubauen.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 3: Von der Schönen Aussicht zum Hochjoch Hospiz

Die dritte Etappe wartet mit dem Gipfel der Weißkugel (3.739 m) auf, einem grandiosen Aussichtsberg. Der Anstieg über das Blockgelände am schmalen Grat (Schwierigkeit I bis II) darf dabei nicht unterschätzt werden.

Das Hochjoch Hospiz im Detail

Hochjoch Hospiz
Das Hochjoch Hospiz (2.413 m) liegt im hintersten Rofental am Südosthang der Guslarspitzen in den Ötztaler Alpen in Tirol. Es wurde bereits ab 1869 als ein erster Stützpunkt für den Übergang von Nord- nach Südtirol erbaut. Hoch- und Skitourengeher kehren in die Hütte ein. Sie dient als hochalpiner Stützpunkt für die Besteigung der drei Guslarspitzen, anderer Gipfel im Weißkamm sowie als Zwischenstation auf dem Weg zum Brandenburger Haus. Das Schutzhaus ist von Vent relativ leicht zu erreichen. Das Hochjoch-Hospiz ist keine Hütte im Sinne der Erwartung, dass alpine und hochalpine Hütten aus Holz bestehen. Es ist ein Haus. Ein Haus, das aufgrund seiner Exposition, hochalpinem Wetter Stand halten muss. Unter der äußeren Widerstandsfähigkeit verbirgt sich ein Inneres, dass seinen Gästen Geborgenheit und Schutz gibt und sie beherbergt. Hospiz bedeutet auch Herberge, in dem sowohl Pilger als auch Fremde auf ihren Reisen Rast und Zuflucht finden.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 4: Vom Hochjoch Hospiz zur Vernagthütte

Der vierte Tag hält einen weiteren beeindruckenden Gipfel bereit, den Fluchtkogel mit 3.500 m. Vom Guslarjoch folgt danach eine schön Abfahrt über den Guslarferner zur Vernagthütte. 

Die Vernagthütte im Detail

Vernagthütte
Hütte • Tirol

Vernagthütte (2.755 m)

Die Vernagthütte (2.755 m), 1901 erbaut, liegt im Herzen der Ötztaler Alpen im oberen Vernagttal zwischen Guslar- und Vernagtferner auf einem reizenden, von Moränenwällen eingerahmten Wiesenfleck. Sie ist eine Aussichtsterrasse in eindrucksvoller, hochalpiner Umgebung. Talort ist das gemütliche Bergsteigerdorf Vent am Ende des Ventertals, einem Seitental des Ötztals. Bergwanderer, Ski- und Hochtourengeher erreichen vom Ventertal aus unberührte, großartige Ziele. Im Sommer und im Winter ist die Vernagthütte deshalb ein idealer Ausgangspunkt für Touren auf Dreitausender der Ötztaler Alpen mit ihren weiten Gletscherhängen. Die Wildspitze, Tirols Höchster, ist von hier aus zu besteigen. Und trotz ihres hochalpinen Standortes ist der Zustieg zur Vernagthütte auch für Genusswanderer ein Erlebnis.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 5: Von der Vernagthütte über die Wildspitze nach Vent

Der letzte Tag der Venter Skirunde führt hinauf auf den höchsten Berg Tirols, auf die Wildspitze mit 3.774 m. Vorsicht ist sowohl im Aufstieg - ohne Skier in leichter Kletterei (Schwierigkeit I) als auch bei der Abfahrt geboten, wo man eine steile Schneerinne und einen Felsabbruch überwinden muss. Danach kann man den Tag gemütlich in Vent ausklingen lassen, bevor man sich auf die Heimreise begibt.

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