Touren in Grün-Weiss
Foto: Claudia Timm
Tourentipps

Grün-weiße Touren in der Schweiz

Magazin • 21. November 2018

Frühlingsgefühle im Tal und perfekte Schneebedingungen am Berg. Der Mai ist ein Monat der beides kann: Grün und Weiß. Während die unermüdlichen Tourengeher am Berg noch die Skier schultern, herrscht unten im Tal schon Flip-Flop-Stimmung. Bunte Krokusteppiche breiten sich auf den Wiesen aus. Wanderer und Biker genießen auf Touren und vor der Hütte die ersten kräftigen Sonnenstrahlen.

Im Bergwelten-Magazin (Dezember/Jänner 2018/19) präsentieren wir dir eine Tour die beides kann: Grün und Weiß.

Wer zwei Jahreszeiten an einem Tag erleben möchte, steigt in der Früh – oder besser gesagt: noch in der Nacht – mit Ski vom Gotthardpass auf den Pizzo Lucendro (2.963 m). Nach einer schönen Firnabfahrt durch das Tal der Witenwasser bis nach Oberchäseren kommen die Wanderschuhe ins Spiel. Zu Fuß wandert man bis zum Talausgang nach Realp und gelangt mit der Bahn zurück nach Andermatt.

Eine weitere schöne Tour in grün-weiß ist die Skihochtour auf den Pizzo Stella (3.163 m) in den Oberhalbsteiner Alpen. Die Unternehmung in Graubünden hält für Abenteurer ein ganz besonderes Schmankerl bereit: Die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Skitour erfolgt mit dem Bike.

Skitouren • Graubünden

Skihochtour Pizzo Stella

Dauer
5:00 h
Anspruch
ZS- anspruchsvoll
Länge
13 km
Aufstieg
1.214 hm
Abstieg
38 hm

Auf die Pässe fertig los – weitere Touren in grün-weiß

Eine ideale Möglichkeit für grün-weiße Touren bieten in der Schweiz die zahlreichen Passstraßen. Soweit diese im Winter geschlossen sind, öffnen sie im Mai langsam ihre Tore. So kommt man schon mit dem Auto hoch hinaus und ist nach der Skitour wieder schnell im Tal, wo schon die Wanderschuhe oder das Bike auf einen Ausflug in der Sonne warten. 

1. Furkapass (2.429 m)

Der Furkapass liegt auf 2.429 m und verbindet das Urserental im Kanton Uri mit dem Bezirk Goms im Kanton Wallis. Der Name stammt vom lateinischen Begriff „furca“ und bedeutet „Gabel“. Der Pass wurde schon zur Römerzeit begangen. Zwischen 1864 und 1866 wurde auf der Route erstmalig eine Passstraße errichtet. Internationale Bekanntheit erlangte der Pass durch die Dreharbeiten von „James Bond – Goldfinger“.

Die Wintersperre des Passes dauert von Oktober bis Mai, dann haben Skitourengänger freie Bahn und können folgende Touren beliebig miteinander kombinieren:

Wandern • Uri

Arnisee - Gurtnellen

Dauer
2:00 h
Anspruch
T2 mäßig
Länge
8,3 km
Aufstieg
188 hm
Abstieg
686 hm

2. Sustenpass (2.224 m)

Der 45 km lange Sustenpass gehört zu den neueren Passstraßen der Schweiz. Die Route verbindet die Kantone Uri und Bern und ist hauptsächlich von touristischer Bedeutung: Die Existenz eines Saumpfads am Sustenpass ist zu Beginn des 17. Jahrhunderts erstmalig urkundlich belegt. Das Wort „Sust“ bedeutet „Lager“ oder „Warenhaus“.

Der Pass ist meist nur zwischen Juni und Oktober geöffnet. Je nach Schneelage gelangt man jedoch auch im Frühling schon bald bis zum Alpincenter Sustenpass, dem Ausgangspunkt vieler Skihochtouren. Nach dem Besuch in der Gletscherwelt werden die Wanderschuhe geschnürt. Rund um Meiringen und Gurtnellen herrscht jetzt schon Frühling und es gibt einige schöne Wanderungen zu entdecken.

Skitouren • Bern

Skihochtour Sustenhorn

Dauer
4:00 h
Anspruch
WS mäßig
Länge
8,3 km
Aufstieg
1.650 hm
Abstieg
1.650 hm

3. Klausenpass (1.948 m)

Der Klausenpass verbindet die Kantone Uri und Glarus und schafft einen Anschluss zum Urnerboden, eine im Winter durchgehend bewohnte Talschaft. 

Im Winter ist der Klausenpass gesperrt. Die Passsperre beginnt meist im November und dauert in der Regel bis Anfang Mai. Dann beginnt die Zeit der Skitourengeher. Die Route bietet dann Zugang zu absoluten Hochtourenklassikern wie dem Tödi und dem Clariden. Nach der Tour wird das Gerät getauscht: Am Talboden zwischen Altdorf und Erstfeld locken zahlreiche Radausflüge und sorgen für perfekte Regeneration.

Skitouren • Uri

Skihochtour Clariden

Dauer
4:00 h
Anspruch
ZS anspruchsvoll
Länge
4,6 km
Aufstieg
1.351 hm
Abstieg
36 hm
Skitouren • Glarus

Skihochtour Tödi

Dauer
6:00 h
Anspruch
S schwierig
Länge
5,2 km
Aufstieg
1.537 hm
Abstieg
42 hm

4. Flüelapass 

„Flüela“ ist die Verkleinerung von Fluh und bedeutet „Felswand“. Der 27 km lange Pass stellt die kürzeste Verbindung zwischen dem Rheintal und dem Unterengadin dar und ermöglicht in der Forsetzung eine Verbindung nach Österreich und Italien. Bestrebungen, die wichtige Passstraße den ganzen Winter offen zu halten, konnten bisher nicht realisiert werden. Zwischen Januar und April bleibt der Pass somit weiterhin geschlossen.

Im Frühjahr ist die Region um die Passhöhe bei Skitourengehern äußerst beliebt. Während hier oben noch tief winterliche Bedingungen herrschen, lockt das frühlingshafte Wetter im Tal schon zum Wandern.

5. Oberalppass (2.044 m)

Der Oberalppass verbindet die Bündner Surselva mit dem Urserental im Kanton Uri. Während die Passstraße zwischen Mitte November und Mitte April für den Autoverkehr gesperrt ist, kann die Passhöhe mit der Matterhorn-Gotthard Bahn ganzjährig erreicht werden. 

Ein schöne Skihochtour führt vom Oberalppass auf den Piz Borel. Zurück ins Tal saust mit ganz gemütlich mit dem Rad. Und das Beste daran: Bis nach Ilanz geht es fast nur bergab.

6. Julierpass (2.284 m)

Der ganzjährig geöffnete Julierpass ist beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Skitouren. Die landschaftlich herausragend schöne Passhöhe verbindet das Engadin mit dem Oberhalbstein. Nach der Skitour lohnt eine Wanderung zur Alp da Flix. Sie gilt als eine der schönsten Alpenterrassen der Schweiz.

Skitouren • Graubünden

Piz Surgonda

Dauer
4:00 h
Anspruch
WS- mäßig
Länge
5,6 km
Aufstieg
981 hm
Abstieg
981 hm
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Foto: Bergwelten
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