
Wie kommt das Wasser auf die Hütte?
Foto: Jens Klatt, DAV
von Christina Schwann
Woher kommt das Wasser?
Trinkwasser versus Brauchwasser
Wie kann es zu Wassermangel auf der Hütte kommen?

- Hohe Bettenkapazitäten und hoher Standard
In den letzten Jahrzehnten ist der Wasserbedarf der meisten Hütten kontinuierlich gestiegen. 5-Gange-Menü, Geschirrspüler, Waschmaschine, Duschen, Toiletten mit Wasserspülung... das alles braucht extrem viel Wasser. Zusätzlich wurden die Bettenkapazitäten auf vielen Hütten nach oben geschraubt, Hygienestandards haben sich verschärft und auch die Erwartungshaltung des Gastes an das Angebot auf der Hütte ist gestiegen. Um den Bedarf zu decken, mussten neue Quellen erschlossen und größere Zisternen gebaut werden. - Klimawandel
Schneearme Winter und trockene, heiße Sommer führen im Zuge des Klimawandels zu einer geringeren Schüttung von Quellen. Der Rückgang der Gletscher kann punktuell auch eine Rolle spielen, ausschlaggebend ist aber vor allem die Schneedeckenhöhe im Winter. Extremwetterereignisse mit Starkniederschlägen in den Sommermonaten führen meist nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Quellschüttung, da der Boden das viele Wasser in so kurzer Zeit nicht aufnehmen kann. Es fließt oberflächlich ab und führt nicht selten zu Vermurungen.
Was hat der Wassermangel mit der Energieversorgung zu tun?

Was wird gegen den Wassermangel getan?
- Technische Möglichkeiten
Um die Hütten auch weiterhin mit ausreichend Wasser zu versorgen, kann man die Technik verbessern und weitere Quellen erschließen und größere Zisternen bauen – falls das (naturschutzrechtlich) möglich ist. Man kann energie- und wassereffiziente Geräte einsetzen oder Regenwasser durch spezielle Dachkonstruktionen auffangen, wie das bei der neuenSeethaler-Hütte am Dachstein bereits sehr gut funktioniert. - Reduktion des Angebotes
Wasser sparen kann man aber vor allem, in dem das Angebot auf den Hütten reduziert wird. Robert Kolbitsch, Leiter des Ressorts Hütten und Wege des Deutschen Alpenvereins, bringt es deutlich auf den Punkt: „Der Luxuswahnsinn muss aufhören!" und meint damit folgende Punkte: Einfache Gerichte, weniger Gänge – das spart nicht nur Wasser und Energie beim Kochen, sondern auch Geschirr. Nutzung von eigenen Hüttenschlafsäcken – es muss kein Bettzeug gewaschen werden, dies spart ebenfalls Wasser und Energie. Keine Duschen – zumindest nicht für Gäste, sowie rigorose Umstellung von Wasser- auf Trockentoiletten. - Bewusstseinsbildung
"Seit jeher ist Wasser- und Energiesparen oberste Prämisse auf den Schutzhütten", so Georg Unterberger, Leiter der Abteilung Hütten und Wege beim Österreichischen Alpenverein. Den Gästen sei aber oft nicht klar, dass aufgrund der exponierten Lage vieler Hütten, Wasser- und Energie extrem kostbar sind. Hier gelte es, vorhandene Kampagnen der Alpenvereine, wie zum Beispiel dasUmweltgütesiegel für Schutzhütten , weiter zu verbreiten und zu vertiefen.

Wie du als Hüttengast deinen Beitrag zum Wasser- und Energiesparen leisten kannst
- Auch wenn Duschen vorhanden sind, muss man auf einer Weitwanderung nicht jeden Tag duschen – man ist ja unter Gleichgesinnten.
- Die eigene Wäsche wäscht man besser zu Hause und nicht im Waschraum der Hütte.
- Beim Zähneputzen den Wasserhahn abdrehen.
- Akkus von Mobiltelefonen, E-Bikes, Kameras und Tabletts nur aufladen, wenn der Hüttenwirt dafür grünes Licht gibt.





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