Berg Know How

Beim Wandern: Welches Wasser darf man trinken?

Wissenswertes • 22. März 2020

Anlässlich des Weltwassertags haben wir bei der Innsbrucker Limnologin, Birgit Mindl, nachgefragt, welches Wasser ihr am Berg bedenkenlos trinken könnt und welches nicht.

Wanderin schöpft Wasser aus einem Brunnen
Foto: mauritius images / Hans-Peter Merten
Wanderin schöpft Wasser aus einem Brunnen: Bedenkenlos trinken sollte man selbst Brunnenwasser nicht

Selbst glasklares Wasser kann für die Gesundheit des Menschen gefährliche Mikroorganismen enthalten. Diese kann man allerdings weder mit freiem Augen erkennen, noch mit der Nase er-riechen. Trinkwasser muss daher mindestens einmal jährlich von einem akkreditierten Labor überprüft werden.

Auf der Hütte?

Generell gilt: Das Wasser auf Schutzhütten kann bedenkenlos getrunken werden. Das Bereitstellen von sauberem Wasser hoch oben am Berg ist oftmals mit einem enormen technischen Aufwand verbunden: Jede bewirtschaftete Hütte muss ihr Trinkwasser laut Trinkwasserverordnung einmal im Jahr überprüfen lassen. Aber Achtung! Nicht jedes Wasser auf der Hütte muss zwingend Trinkwasserqualität haben. In Sanitärräumen beispielsweise hat das Wasser nicht zwingend Trinkwasserqualität. Das ist im Zweifel aber entsprechend ausgeschildert und angegeben.

Aus Bächen und Flüssen?

Aus Bächen und Flüssen sollte man nicht trinken. Das Wasser kann noch so klar sein: Man kann nie wissen, ob nicht weiter oben Tiere weiden – oder dort gar verendet sind. Verunreinigungen des Wassers – etwa durch tierische Exkremente oder verendete Tiere – können zu Erbrechen und schweren Magen-Darm-Beschwerden führen.

Das könnte dich auch interessieren

Berg- und Voralpenseen

Auch hier muss man leider ein klares Nein formulieren: Der See kann noch so glasklar sein, eine Garantie für Trinkwasserqualität ist das nicht. Die im See lebenden Tiere – allen voran die verschiedensten Wasservögel – scheiden mit ihrem Kot Milliarden Mikroorganismen aus, die für die Gesundheit des Menschen eine ernstzunehmende Gefahr darstellen können.

Gletscherwasser

Auch auf das Trinken von Gletscherwasser sollte verzichtet werden. Gletscher sind oft stark durch Staub und atmosphärischen Eintrag belastet. Darüber hinaus ist Gletscherwasser sehr salzarm: Nimmt man es über einen längeren Zeitraum zu sich, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen. Auch wird das Wasser – wie jenes von Bächen und Flüssen – nicht durch Gesteinsschichten filtriert, sodass tierische Exkremente im Wasser enthalten sein können.

Brunnen

Das Wasser aus Brunnen kann man dann trinken, wenn es als Trinkwasser gekennzeichnet ist. Nur wenn das Wasser aus dem Brunnen offiziell überprüft und als Trinkwasser freigegeben worden ist, kann man es auch bedenkenlos zu sich nehmen.

Trinkpause: Wanderin an einem Bergsee in Kanada
Foto: mauritius images / imageBROKER / Stefan Wackerhagen
Trinkpause: Wanderin rastet an einem Bergsee in Kanada

Was tun, um sicherzugehen?

Die beste Lösung, um sich am Berg mit sauberem Wasser versorgen zu können ist natürlich: Ausreichend Flüssigkeit mit sich führen. Alternativ dazu kann man auch wiederbefüllbare Flaschen mit eingebauten Filtersystemen verwenden. Diese bereiten Wasser aus jeder Wasserquelle entsprechend so auf, dass es nach dem Filterprozess bedenkenlos getrunken werden kann.

Mehr zum Thema

Winterpanorama: Sicherheit am Berg
Bergwelten-Profi Peter Plattner erklärt, was es alles braucht, um am Berg sicher unterwegs zu sein.
Gesundheit: Wadeln eines Wanderers
Ob Linderung für Muskelkater und Blasen oder psychologische Forschungen: Hier findest du Informationen rund um das Thema Gesundheit am Berg.

Bergwelten entdecken