Neuveröffentlichung

„Parasol Peak“ – Manu Delagos Musik vom Klettersteig

Aktuelles • 27. August 2018

Manu Delago ging mit internationalen Musik-Größen wie Björk auf Welttour – die besondere Anziehungskraft der heimischen Berge ließ ihn aber nie los. Nun spielte er mitten in den Tiroler Alpen – an Gletschern und auf Klettersteigen – ein neues Akustik-Album ein: „Parasol Peak“ kommt zugleich als Film in die Kinos!

Manu Delago Parasol Peak
Foto: Klemens Weisleitner
Auf der Rinnenspitze in den Stubaier Alpen in Tirol

Die Beatles gingen nach Indien ins Ashram, Pink Floyd in die Ruinen von Pompei. Schon immer suchten Musiker ungewöhnliche Orte auf, um besondere Klänge aus sich heraus zu kitzeln. Einen Band-Trip wie diesen, gab es aber wohl noch nie: Gemeinsam mit sechs weiteren Musikern plus Film-Crew unternahm Manu Delago eine Expedition durch die Tiroler Berge. Dort entstanden in verschiedenen Höhenlagen – etwa am Wankspitze-Klettersteig, am Rinnensee oder am Alpeiner Ferner – acht auf akustischen Instrumenten eingespielte Musikstücke.

„Parasol Peak“ nennt sich dieses Gesamtkunstwerk, das nun auch als Musik- (oder doch Berg-?) Film in ausgewählten Kinos gezeigt wird. Der aus Tirol stammende und aktuell in London lebende Hang-Spieler und Komponist Delago nahm dafür einen wahrlich „steinigen“, aber auch äußerst befreienden Weg in die Natur auf sich. Als Live-Musiker der isländischen Pop-Künstlerin Björk oder der Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar unternahm er in den letzten Jahren eher lange Konzertreisen in die Metropolen dieser Welt und verbrachte viel Zeit im Studio. Die Arbeit mit Shankar, an deren letzten Album „Land of Gold“ er mitkomponierte, brachte ihm sogar eine Grammy-Nominierung ein.

Am Wankspitze-Klettersteig in Tirol

Nun aber hieß es aus dem Studio auf den Klettersteig. Die neuen Stücke sollten abseits der üblichen Herangehensweisen und im Einklang mit der Natur komponiert und eingespielt werden: „Die natürliche Umgebung war für mich eine Möglichkeit perkussive Soundquellen in die Musik einfließen zu lassen“, erzählt der 34-jährige Delago, der nicht nur Bäume, Wasser oder Steine sondern z.B. auch die Kletterausrüstungen der Musiker zu Musik werden ließ. „Bei Parasol Peak war ich mit den Begebenheiten der unterschiedlichen Locations konfrontiert, die das Komponieren und das Zusammenspiel beeinflussten. Zum Beispiel waren wir auf einem Klettersteig komplett vertikal aufgestellt und hatten keinen Blickkontakt. Nebenbei war es ganz gut darauf zu achten, nicht abzustürzen.“

Nebenbei nicht abstürzen

Auch für Regisseur und Produzent Johannes Aitzetmüller, der an sich viel in den Bergen dreht, war dieses Projekt alles andere als alltäglich. Vor jedem Dreh galt es zuerst einen Aufstieg zu bewältigen und die Locations audio- und filmtechnisch vorzubereiten. Die Wetterbedingungen ließen oft nicht mehr als zwei Takes zu, da sich die Instrumente verstimmten oder aufgrund der tiefen Temperaturen nicht mehr zu bespielen waren. Ein für den Spätsommer untypischer Kälteeinbruch und ergiebiger Schneefall trugen ihren Teil dazu bei, dass die Expedition musikalisch eine noch größere Herausforderung wurde.

Manu Delago wurde zunächst al Hang-Spieler (Schaleninstrument) bekannt

„Es gab einige Momente wo der ein oder andere am liebsten umdrehen wollte. Aber da auch klar war, dass dieses Projekt nur in der gesamten Gruppe funktionieren konnte, war der gegenseitige Support umso größer“, so Delago. Gut so! Denn das Ergebnis all dieser Anstrengungen ist ein einzigartiges Werk – sowohl in visueller als auch in musikalischer Hinsicht – durch das sich auf berührende Weise der Einfluss der Natur und des gegenseitigen Zusammenhalts zieht. „Es war für die meisten von uns mit Sicherheit das Extremste, was wir jemals erlebt haben“, resümiert Manu Delago die Tage in den Bergen. „Und am Ende war es ein unglaubliches Gefühl den Gipfel zu erreichen und alle Herausforderungen bestanden zu haben.“

Manu Delagos neuer Film und das dazugehörige Album „Parasol Peak“ wird am 7. September 2018 offiziell veröffentlicht. Vorbestellungen unter parasolpeak.com.

Trailer

In diesen ausgewählten europäischen Kinos wird der Film (zum Teil schon vorab) gezeigt:

Mehr zum Thema

Purtschellerhaus
Während der Hauptsaison – speziell an den Wochenenden – kann es auf den Hütten auch mal ganz schön eng werden. Wir stellen euch 8 Stützpunkte abseits ausgetretener Wanderpfade vor, auf denen es in der Regel weniger hektisch zugeht.
Die Makemakes vor ihrer Hütte
Bergwelten trifft Song-Contest-Starter

Mit den Makemakes auf der Postalm

Die Makemakes sind drauf und dran, in die Glitzerwelt der Stars vorzupreschen. Daheim im Salzkammergut zählen aber andere Dinge: die Sterne am Nachthimmel, das Glitzern der Seen und selbstgemachte Dirndlmarmelade. Auf ihrer Lieblingsalm schnupperten wir mit Österreichs sympathischen Song-Contest-Startern ein letztes Mal Bergluft vor dem großen Showdown.
Hubert von Goisern
Hubert von Goisern

„Du spürst die Berge“

Hubert von Goisern (*1952 in Bad Goisern) gehört zu den erfolgreichsten Musikern im deutschsprachigen Raum. Christian Seiler hat mit ihm für Bergwelten über Landschaft, Stimmung und Musik gesprochen. Das ganze Interview ist in der Bergwelten-Ausgabe 5 (Februar / März 2016) nachzulesen. Bergwelten: Sie haben für den Film „Österreich: Oben und Unten“ viele Berge von oben betrachtet. Wie vertont man Berge? Hubert von Goisern: Ich konnte auf Melodien zurückgreifen, die aus den alpinen Tälern stammen. Wenn ich sie schon nicht selbst geschrieben habe, dann sind das alte Volksweisen oder Jodler.

Bergwelten entdecken