Tourentipp

Skihochtour: Auf den Großvenediger

Touren-Tipps • 16. April 2019
von Robert Maruna

Der Großvenediger. Ein Berg wie aus dem Bilderbuch. Ein Berg, der wie so viele vor und nach ihm als topographischer Grenzpunkt dient. Das kann der Schönheit dieses überaus ästhetischen Granitgneisblocks allerdings nichts anhaben und so ist der Großvenediger (3.666 m) unser Skihochtourentipp der Woche. 

Großvenediger
Foto: mauritius images / Stefan Sassenrath
Auf dem Weg zum Großvenediger (3.666 m) von der Neuen Prager Hütte

Der Berg

Preisfrage: Hat der Großvenediger seinen Namen, weil die Handelsroute der Venediger an ihm vorbeizog oder weil sich die Fernsicht vom Gipfel bis nach Venedig erschließt? Bis dato ist die Frage noch ungeklärt und im Grunde genommen auch völlig irrelevant, denn sowohl die Schönheit Venedigs als auch die des „großen Bruders“ ist unbestritten. Nebenbei ist der Großvenediger mit seinen 3.666 m der fünfhöchste Berg Österreichs, wurde am 3. September 1841 von einer 26-Mann starken Expedition erstbestiegen und steht in den Hohen Tauern. Ach ja, und bis 1797 trug er den Namen Stützerkopf bis dann eben die Venediger kamen, zumindest will es die Legende so... 

Die Touren 

Der höchste Gipfel der Venedigergruppe ist von beiden Seiten - also von der Osttiroler als auch von Salzburger Seite aus - zu besteigen. In beiden Fällen handelt es sich um eine Skihochtour, die jeweils aufgrund ihrer Länge auf je zwei Tage aufgeteilt wird. 

Technisch betrachtet stellen beide Varianten keine allzu große Herausforderung dar, allerdings sind die Touren aufgrund ihrer Weitläufigkeit und Höhe nicht gerade mit einem Spaziergang durch den Münchner Rosengarten zu vergleichen. Abgesehen vom konditionellen Aspekt zählt die Skitour über die Neue Prager Hütte (2.796 m) als auch jene über die Kürsinger Hütte über den noch immer vergletscherten Berg zu den schönsten im Nationalpark Hohe Tauern. 

Von Osttirol auf den Großvenediger

Diese klassische Frühjahrsskitour folgt zunächst dem Weg ins wunderschöne - und zu dieser Zeit sehr ruhige - Innergschlöß. Danach steigt man zur Neuen Prager Hütte auf, die auch im Winter bewirtschaftet ist. Am zweiten Tag geht es dann über den Gletscher hinauf zum Gipfel. 

Die Tour im Detail

Von Salzburg auf den Großvenediger

Möchte man den Großvenediger von der Salzburger Seite aus besteigen, so fährt man bis nach Neukirchen im Oberpinzgau. Im Spätwinter, wenn die Straße durch das Obersulzbachtal schon frei ist, hat man die Möglichkeit, das Taxi bis zur Materialseilbahn zu nutzen, denn schließlich ist der gesamte Zustieg sonst mit rund 6 h bis zur bewirtschafteten Kürsinger Hütte ziemlich lange. 
Am zweiten Tag beginnt dann der prächtige Aufstieg über den Gletscher bis zum Gipfel des Großvenedigers. Die komplette Gletscherausrüstung ist obligatorisch sowie auch das Anseilen am Gletscher. 

Die Tour im Detail

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Der Nebel hat uns längst verschlungen. Wir stapfen durch schweres Grau, ohne erkennbaren Anhaltspunkt, ohne Orientierung. Wo der Himmel aufhört und der Schnee beginnt, wissen wir schon seit Stunden nicht mehr. Der Großvenediger zeigt sich uns von einer bitterkalten Seite.
Auch wenn oder gerade weil die Temperaturen den Frühling bereits einläuten, stellen wir euch heute seine Majestät „König Ortler“ (3.905 m) höchstpersönlich vor: Das ideale Skihochtourenziel im Frühjahr und ein Berg der Superlative, denn nur wenige Gipfel der Ostalpen thronen so anmutig über dem Tal wie der höchste Berg Südtirols. 

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