Blutmond: Totale Mondfinsternis am 21. Januar

Aktuelles • 15. Januar 2019
von Robert Maruna

Am Morgen des 21. Januars heißt es früh aufstehen, denn um 5:41 Uhr könnt ihr Zeugen eines seltenen Naturschauspiels werden: des „Super-Blutmonds“. Doch was bedeutet eigentlich das „Super“ vor dem Mond und wieso wird er blutrot leuchten? Alles rund um die totale Mondfinsternis.

Ein seltenes Naturschauspiel: Blutmond über der Berninagruppe im Schweizer Engadin
Foto: mauritius images / imageBROKER / Bernd Zoller
Ein seltenes Naturschauspiel: Blutmond über der Berninagruppe im Schweizer Engadin

Wie entsteht eine Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis ist ebenso wie eine Sonnenfinsternis ein faszinierendes Ergebnis des Wechselspiels der Himmelskörper Sonne, Mond und Erde. Während sich bei der Sonnenfinsternis der Mond in seiner Umlaufbahn in eine Linie zwischen Sonne und Erde bewegt (wodurch die Sonne kurzzeitig verdeckt wird), befindet sich bei einer Mondfinsternis die Erde zwischen der Sonne und dem Mond. Der Vollmond wandert somit in den Schatten, der von der Sonne angestrahlten Erde (im Fachjargon spricht man hier vom Kernschatten der Erde). Diese Konstellation der drei Planeten bezeichnet man als totale Mondfinsternis.

Warum leuchtet der Mond dann aber rot?

Unser kleiner Erdtrabant erscheint natürlich nicht komplett dunkel oder wirkt sogar unsichtbar, vielmehr nehmen wir ihn in einem Rotton wahr. Dieses Phänomen entsteht dadurch, dass das Sonnenlicht auf seinem Weg zum Mond in der Erdatmosphäre abgelenkt und in den Kernschatten hineingeworfen wird. Rotes Licht hat eine größere Wellenlänge als blaues oder grünes Licht, welches beim Eintritt in die Erdatmosphäre herausgestreut wird. Rotes Licht hingegen passiert die Erdatmosphäre und wird in den Kernschatten abgelenkt. Dadurch erscheint der Mond, von der Erde aus betrachtet, als würde er rot leuchten.

Und warum Supermond?

Der Mond hat in dieser Konstellation keine unbekannten Superkräfte, vielmehr rührt der Begriff daher, dass sich der Mond in seiner Umlaufbahn an jenem Punkt befindet, an dem er am kürzesten von der Erde entfernt ist und somit am größten erscheint. 

Super-Blutmond

Und nun zum 21. Januar: Um exakt 4:34 Uhr wird sich der Mond auf seinem Weg in den Kernschatten der Erde zu verfinstern beginnen. Von diesem Moment an wirkt es fast so, als ob der Erdschatten den Vollmond „anknabbern“ würde, bis er eine Stunde später völlig darin verschwindet. Die totale Mondfinsternis wird laut Berechnung um 5:41 Uhr erreicht sein – ab diesem Zeitpunkt wird der Mond auch blutrot zu leuchten beginnen. Eine weitere Stunde später verlässt er dann wieder den Kernschatten der Erde und um 7:51 Uhr ist dieses seltene Himmelsspektakel auch schon wieder vorbei.

Also früh aufstehen lohnt sich, denn die nächste totale Mondfinsternis findet erst wieder im Jahr 2022 statt und den nächsten „Super-Blutmond“ wird es überhaupt erst wieder 2037 zu bestaunen geben.

Wo kann man den Blutmond am besten beobachten?

Wenn ihr den „Super-Blutmond“ in seiner vollen Pracht erblicken wollt, müsst ihr nicht nur rechtzeitig dem Bett entfliehen, sondern solltet unbedingt auf freie Sicht in Richtung Westen bzw. Nordwesten achten. Und wie bei jedem Himmelsschauspiel ist es ratsam eine besonders dunkle Umgebung, weit weg von großen Lichtquellen wie einer Stadt, aufzusuchen.

Unser Tipp: Schnappt eure/n Liebste/n, sucht euch einen möglichste einsamen Berg eurer Wahl auf und werdet Zeugen eines der schönsten Naturschauspiele unseres Universums. 

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