Tag des Friedens

6 Wanderungen zu Plätzen des Friedens

Touren-Tipps • 21. September 2019
von Martin Foszczynski

Der 21. September wird auf Anregung der Vereinten Nationen (UNO) als Internationaler Tag des Friedens begangen. Wir stellen euch aus diesem Anlass 6 Wege zu friedsamen Orten in den Bergen vor – einige von ihnen waren in der Vergangenheit selbst Schauplätze verlustreicher Kämpfe.

1. Karnischer Höhenweg: „Weg des Friedens“

Karnischer Höhenweg
Foto: Philipp Schönauer
Unterwegs am Karnischen Höhenweg, auch „Friedensweg“ genannt

Der Karnische Höhenweg ist der „Friedensweg“ der Alpen schlechthin, dabei wurde er einst zur Vorbereitung eines Krieges angelegt. Während sein Verlauf über den Karnischen Kamm und somit entlang der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien heute von Ruhe und wunderschönen Panoramen begleitet wird, war das Gebiet im Ersten Weltkrieg ein gnadenlos umkämpftes Gebiet. Tausende Männer mussten hier zwischen 1915 und 1918 in Höhen bis zu 2.700 m ausharren, viele ließen im Kampf oder in der Kälte ihr Leben.

Am Karnischen Höhenweg

Überreste alter Schützengräben, Bunker und Soldatenfriedhöfe erinnern noch an die schreckliche Zeit des „Gebirgskriegs“ (mehr darüber kannst du im Museum 1915-18 in Kötschach-Mauthen erfahren). Heute ist der Karnische Höhenweg ein Ort der Begegnung für Bergbegeisterte aus allen Teilen der Welt. Entlang der insgesamt 155 Kilometer warten zahlreiche Hütten mit italienischen und österreichischen Schmankerln.

Karnischer Höhenweg
Foto: Philipp Schönauer
Eine der Einkehrmöglichkeiten am Karnischen Höhenweg: die Wolayerseehütte mit Kriegerdenkmal

Alle Etappen im Detail

Karnischer Höhenweg
Der Karnische Hauptkamm zwischen Österreich und Italien: Einst standen sich hier im Ersten Weltkrieg tausende österreichisch-ungarische und italienische Soldaten gegenüber. Heute verläuft am ehemaligen Schicksalsgrat der 150 km lange Karnische Höhenweg, kurz KHW 403, der auch als „Friedensweg“ bezeichnet wird und in seiner Vielfalt zu den schönsten Weitwanderpfaden Europas zählt. Wir stellen euch die 8 Etappen im Detail vor.

2. Wanderung zur Friedensglocke bei Seefeld

Friedensglocke Seefeld
Foto: TVB Seefeld
Friedensglocke bei Seefeld in Tirol

In Mösern bei Seefeld in Tirol gibt es sie wirklich – die Friedensglocke. Sie wurde für einen guten Zusammenhalt der Länder des Alpenbogens errichtet und läutet täglich um 17 Uhr. Die zugleich größte Glocke Tirols steht an einem besonders schönen Platz mit Blick auf das Inntal. Genauso schön ist die leichte, familientaugliche Wanderung dorthin – sie führt durch den Wald bei Mösern und rund um den Möserer See. Sieben Stationen regen unterwegs zu Besinnung und Naturerleben ein.

Möserer See
Foto: mauritius images/ Klaus Neuner
Der Möserer See bei Mösern

Die Tour im Detail

Wandern • Tirol

Friedenswanderweg

Dauer
1:30 h
Anspruch
T1 leicht
Länge
3,9 km
Aufstieg
60 hm
Abstieg
130 hm

3. Der Romedius-Pilgerweg

Almen am Schneeberg
Romediusweg: Almen am Schneeberg

Der Romedius-Pilgerweg wurde erst 2014 eröffnet, er führt aber über Tausend Jahre alte Pfade – und auf den Spuren eines Heiligen! Der Legende nach soll der heilige Romedius als Adeliger sein gesamtes Vermögen verschenkt haben, um über die Berge nach Rom zu pilgern. Den Weg retour machte er sich einfacher, da ritt er nämlich auf einem Bären.

Der Romediusweg ist nur etwas für Bergwanderer mit guter Kondition – auf den 12 Tagesetappen vom Romdiuskirchl in Thaur in Tirol bis nach San Romedio im Trentino müssen jeweils bis zu 1.300 Höhenmeter bewältigt werden – vergütet wird die Anstrengung mit imposanten und einsamen Landschaften.

Infos: Romedius Pilgerweg

Mehr zum Romediusweg

Spronser See
Auf alten Pfaden über die Zentralalpen

Romediusweg: Über den Brenner ins Trentino

Am Romediusweg wandert man auf den Spuren eines Heiligen, der einst auf einem Bär ritt. Und entdeckt naturbelassene Berggebiete und mediterrane Städtchen.

4. Dolomiten: Auf den Spuren des 1. Weltkriegs

Die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten (Südtirol)
Foto: mauritius images/ Simone Wunderlich
Die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten (Südtirol)

In den Dolomiten – insbesondere zwischen der Marmolata und der Sextner Rotwand – stößt man immer wieder auf Spuren des Ersten Weltkriegs. Unvorstellbar, dass diese prächtige Gebirgslandschaft von 1915 bis 1917 zu den blutigsten Frontlinien gehörte.

Besonders die berühmten Drei Zinnen und ihre Umgebung waren heftig umkämpft.

Um die Drei Zinnen 

Drei Zinnen Hütte in den Dolomiten in Südtirol
Rund um die Drei Zinnen: In vier Tagen durchwandert man die Sextener Dolomiten im Hochpustertal – und nächtigt dabei in Hütten, die weit über die Südtiroler Grenzen hinaus bekannt sind. Wir stellen euch die Etappen im Detail vor.

Das Freilichtmuseum Bellum Aquilarium auf der Sextmer Rotwand (2.050 m) zeigt Spuren des Gebirgskriegs. So kommst du hin:

5. „Weg der Liebe“ am Millstätter See

Weg der Liebe Millstätter See
Foto: Franz Gerdl
Der Weg der Liebe hoch über dem Millstätter See (Kärnten)

Vorausgesetzt es steht kein Beziehungskrach vor der Tür, kann dieser Wanderweg tatsächlich ein Hort des Friedens sein. Auf dem Weg der Liebe laden zwischen Alexanderhütte und Granattor in den Kärntner Nockbergen sieben Holzbänke und Bücher dazu ein, innezuhalten und sich über die Liebe Gedanken zu machen. Stets mit prächtigem Ausblick über den Millstätter See.

Die Tour im Detail

6. Klein-Tibet im Zillergrund

Klein-Tibet Zillergründl
Foto: TVB Mayrhofen, Elisabeth Kröll
Klein-Tibet im Zillergrund (Tirol) am Ende des Zillergründl-Stausees

Im Zillertal ist ein kleines Tibet verborgen – und wer es findet, wird diesen Ort so schnell nicht mehr vergessen. Man muss zum hintersten Winkel des Zillergründl-Stausees wandern um ihn zu besuchen. Dort, auf der einsamen und wunderschönen Hohenau Alm, weiden Rinder und Ziegen nebst Gebetsmühlen und tibetischen Fahnen.

Klein-Tibet im Zillergrund

Von der Hüttenterrasse genießt man einzigartige Blicke auf die Zillertaler Alpen und den See. Wenn hier nicht Friede ins Herz einzieht, wo sonst?

Die Tour im Detail

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