Hütten

7 Hütten in Blumenparadiesen

Hütten-Tipps • 29. Juni 2017
von Gabi Ebner

Enzian, Edelweiß, Almrosen. Manche Hütten stehen inmitten von echten Alpenblumen-Paradiesen. Wir verraten euch 7 besondere Ausflugsziele für Pflanzenliebhaber in Österreich, Bayern, Südtirol und der Schweiz.

Hütte Blumenwiese Enzian
Foto: mauritius images/
Enzian-Wiese

Die Bergwiesen zeigen sich jetzt im Sommer in voller Blumenpracht. Neben den bekannten Alpenblumen wie Enzian, Edelweiss und Almrosen findet man unzählige andere Arten: Akeleien, Trollblumen, Orchideen, Lilien, Heckenrosen, Storchenschnabel…. man kann sie gar nicht alle aufzählen. Es ist auch gar nicht so wichtig sie alle zu kennen – einfach Augen auf, raus in die Berge und sich freuen an der Farbenpracht!

Viele Alpenblumen sind streng geschützt, außerdem halten sie nicht lange, wenn man sie pflückt. Als Andenken eignen sich deshalb besser Fotos. Für die, die es ganz genau wissen wollen:  Beim Bestimmen der Pflanzen helfen viele gute Alpenblumenführer für die Hosentasche und die Plantnet-App. Wir versorgen dich mit 7 Hütten-Tipps für Ausflüge in besondere Blumenparadiese.  


1. Kohlröslhütte, 1.540 m

Gailtaler Alpen/ Kärnten

Kohlröslhütte
Hütte • Kärnten

Kohlröselhütte (1.540 m)

Die Kohlröslhütte liegt auf 1.540 m Seehöhe in den Gailtaler Alpen. Das beliebte Ausflugsziel ist vom Gitschtal oder vom Weissensee aus zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Die Kohlröselhütte wird von Mai bis Oktober von der Familie Jung bewirtschaftet. Von der einladenden Sonnenterrasse aus kann man einen fantastischen Blick über das Gitschtal genießen. 2007 und 2008 wurde die Hütte generalsaniert und erstrahlt seitdem im neuen Glanz.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Rote Kohlrösl (Nigritella rubra) wie auch das Schwarze Kohlrösl (Nigritella nigra) gehören zu den wenigen Alpenorchideen und duften unverwechselbar nach Vanille. Die kleinen Blümchen – auch Männertreu, Brunellen oder Blutströpfchen genannt – wachsen auf alpinen Magerrasen. Sie reagieren sehr empfindlich auf Düngung und intensive Beweidung, daher sind sie recht selten. Rund um die Kohlröslhütte im Kärntner Gitschtal kommen beide vor – Grund genug für einen Besuch. Ebenfalls geografisch begrenzt auf Kärnten und Slowenien ist das Vorkommen von Frigga auf der Speisekarte, ein deftiges Almomlett, das auf der Kohlröslhütte serviert wird. Nicht geschützt, sondern absolut zum Verzehr bestimmt.


2. Täsch Hütte, 2.701 m

Walliser Alpen/ Schweiz

Täschhütte
Hütte • Wallis

Täsch Hütte (2.701 m)

Die Täschhütte – an der Südseite der Mischabelgruppe gelegen – ist ohne Zweifel eine Schutzhütte des SAC für Hochtourengeher. Vier Viertausender können von der Hütte aus begangen werden: Alphubel, Rimpfischhorn, Allalinhorn und Täschhorn.  Dennoch ist alles etwas milder und vielleicht auch freundlicher als bei anderen Hütten, die als Ausgangspunkt für Viertausender fungieren: Der Zustieg dauert 1:20 h von der Täschalp und führt über einen bequemen, von Edelweiß-Blumen flankierten Weg. Die Hütte selbst liegt noch in der Grünzone auf einer sonnigen Aussichtsterrasse.  Neben Viertausenderbesteigern ist die Täschhütte auch für hochalpin erfahrene Wanderer ein beliebtes Ziel. Sie ist Zwischenstation auf dem Weg vom Berghaus Fluealp zur Europahütte über den Europaweg.
Geöffnet
Apr - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Ein Paradies für Pflanzenfreunde befindet sich in der Umgebung von Zermatt und Täsch. Fast 900 verschiedene Pflanzenarten wachsen hier, darunter einige Blumen, die zu den seltenen und geschützten Arten in den Alpen gehören. Rund um die Täsch Hütte findet man besonders viele Edelweiß, die hier von Juli bis September blühen. Das Edelweiß, das als typische Blume der Alpen gilt, ist eigentlich ein „Einwanderer“ aus den Hochsteppen Zentralasiens. Die als Alpen-Souvenir so beliebte Blume war bereits stark gefährdet und steht deshalb streng unter Schutz.


3. Hallerangerhaus, 1.768 m

Karwendel/ Tirol

Hallerangerhaus
Das Hallerangerhaus (1.768 m)iegt im Karwendelgebirge, das zu 80% in Tirol liegt. Die höchste Erhebung des Karwendels ist die Birkkarspitze mit 2.749 m. Das Karwendel ist mit 727 Quadratkilometern das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Das Schutzhaus liegt an den Weitwanderwegen „Traumpfad München/Venedig“, Adlerweg und Höhenweg West. Wanderer, Mountainbiker, Tourengehern aber auch Familien mit Kindern steuern das Hallerangerhaus an. Von der Hütte wird zu Bettelwurfhütte, Pfeishütte oder Lamsenjochhütte weitergewandert. Kletterer finden in der Umgebung, aber auch unmittelbar bei der Hütte, im Klettergarten namens „Durchschlag“, ansprechende und herausfordernde Routen.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der Naturpark Karwendel ist eines der ältesten Schutzgebiete der Ostalpen. Urwälder, Wildflüsse und eine hohe Artenvielfalt mit typischen Tier- und Pflanzenarten der Alpen finden sich hier noch in ursprünglicher Form. Der Weg durch das Halltal über den Issanger zum Hallerangerhaus führt durch ein wahres Blumenparadies mit besonders vielen Orchideen: 41 Orchideenarten wachsen im Karwendel, viele davon sind selten und unter Schutz. Verschiedene Knabenkrautarten, Stendelwurz, Händelwurz, Ragwurz, Waldhyazinthen, das Rote Waldvögelein und den Gelben Frauenschuh, eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas, kann man hier bestaunen. Besonderheit: Der Frauenschuh entwickelt sich sehr langsam. Das erste grüne Blatt wird nach etwa vier Jahren angelegt, bis zur ersten Blüte können 16 Jahre vergehen.


4. Geltenhütte, 2.002 m

Berner Alpen/ Schweiz

Geltenhütte
Hütte • Bern

Geltenhütte (2.002 m)

Die Geltenhütte liegt, umgeben von Wildhorn, Niesehorn, Arpelistock, Spitzhorn und Geltenhorn auf 2.002 m im Lauenental über dem Lauenensee im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen in den Berner Alpen. Die Geltenhütte ist eine Berghütte der Sektion Oldenhorn des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) im Schweizer Kanton Bern. Die überwältigende Naturlandschaft rund um das Wildhorn als höchste Erhebung in der Wildhorngruppe bietet Bergbegeisterten mit unterschiedlichen alpinistischen Ansprüchen und Fähigkeiten ganzjährig ein Füllhorn an Tourenmöglichkeiten.  Für Familien und Genusswanderer erschließt sich das Gebiet über den Hüttenzustieg ausgehend vom Lauenensee. Gipfelstürmer mit alpinistischer Erfahrung finden einfache und mittelschwere Herausforderungen auf den umliegenden Gipfel. Darunter das berüchtigte und panoramagewaltige Wildhorn mit seinen 3.247 Metern und das namensgebende Geltenhorn.  Über die Sommermonate ist die Geltenhütte eine Station der neu angelegten Tour du Wildhorn – eine mehrtägige, panoramareiche Bergwandertour rund um das Wildhorn, die von Hütte zu Hütte durch die Wildhorngruppe führt.  Für Skitourengeher ist die Geltenhütte ein begehrter und zentraler Ausgangs- bzw. Knotenpunkt. Hier kreuzen sich zahlreiche Touren. Arpelistock, Geltenhorn und Wildhorn sind auch in der Skitourensaison lohnende Gipfelziele. Die Geltenhütte ist Teil der Berner Haute Route und erstes Etappenziel der so genannten Wilden W - eine mehrtägige Skitour über das Wildhorn und den Wildstrubel, quer durch den attraktivsten Teil des Berner Oberlandes.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Am Weg zur Geltenhütte im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen findet man im Bereich der Alp Undere Feisseberg ein wahres Meer von gelben Trollblumen oder Ankebälli, wie sie in der Schweiz genannt werden. Sie wachsen mit Vorliebe auf Feuchtwiesen und Bachrändern bis auf 3.000 m Höhe. Den Namen Trollblumen haben die runden Kugeln nicht von den nordischen Ungeheuern, sondern vom althochdeutschen Wort „troll“ für „kugelrund“. Rund um die Geltenhütte kann man auch Edelweiß, Alpenastern und Orchideen wie die Grüne Hohlzunge und die Kugelorchis bewundern.


5. Scotonihütte, 2.040 m

Dolomiten/ Südtirol

Scotonihütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Scotonihütte (2.040 m)

Die Scotonihütte (2.040 m) befindet sich auf einer kleinen Alm im Gardertal am südlichen Rand des Naturparks Fanes-Sennes-Prags. Im Talschluss von St. Kassian und unterhalb der mächtigen Südwände der Cunturines gelegen, lockt dieser zauberhafte Stützpunkt im Sommer Wanderer und Radfahrer, Kletterer und Bergsteiger, im Winter Schneeschuhwanderer und Skitourengeher. Von der Hütte aus erreicht man über den Wanderweg Nr. 20 den Großen (2.835 m) und den kleinen Lagazuoi (2.778 m), in weiterer Folge den Falzaregopass. Drei Sehenswürdigkeiten befinden sich im unmittelbaren Umfeld der Hütte: im Winter vereiste, im Sommer sprudelnde Wasserfälle, eine hölzerne Kapelle, die an die im Dolomitenkrieg gefallenen Soldaten erinnert, sowie der Lagazuoisee, der für seinen Fischreichtum bekannt ist und in dem man auch baden kann (500 m von der Hütte entfernt). Die Hütte liegt außerdem direkt an der traumhaften Skiabfahrt nach Armentarola, die von der Lagazuoi-Bergstation ausgeht. Den Gipfel erreicht man freilich auch mit Tourenski.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Am Südrand des Naturparks Fanes-Sennes-Prags kann man im lichten Wald die zarten Blüten der Alpenrebe, sowie Buschwindröschen und Flockenblumen entdecken, weiter oben auf den Bergwiesen blühen Dolomitenakeleien, die Schopfige Teufelskralle und der gelbe Alpenmohn. Sehr auffallend sind die orangeroten Trichter der Feuerlilie und die weißen der Paradieslilie. Die Feuerlilie ist Bestandteil des sogenannten „Sonnbüschels", das zusammen mit anderen Kräutern in die zur Sommersonnenwende entzündeten Feuer geworfen wird, um Unwetter fernzuhalten. Ein Ausflug auf die Scotonihütte lohnt sich aber nicht nur botanisch, sondern auch kulinarisch. Zum T-Bone-Steak kann man den passenden Wein aus dem Keller mit fast 400 Weinen aus aller Welt wählen.


6. Alexanderhütte, 1.786 m

Gurktaler Alpen/ Kärnten

Die Alexanderalm steht wunderschön oberhalb des Millstätter Sees.
Hütte • Kärnten

Alexanderalm (1.786 m)

Die Alexanderalm steht auf einem Logen-Platz über dem Millstätter See in den Nockbergen in Kärnten. Ein Besuch wird leicht gemacht. Die Zufahrt endet zwar bei der Schwaigerhütte. Das Stück Weg, das dann noch zu gehen ist, ist auch mit Kinderwagen zu bewältigen. Deshalb ist die Hütte und die dazugehörige Sennerei ein beliebtes Ausflugsziel für junge und erwachsene Genießer, die zum Schauen, Rasten, Essen und Innehalten kommen.  Das heißt aber nicht, auf Bewegung zu vergessen. Über die Nockberge, die westlichste und höchste Gebirgsgruppe der Gurktaler Alpen, zu wandern, ist ein Erlebnis. Tschierweger Nock, Hochpalfenock und Tschiernock lassen sich von der Hütte bequem und genussvoll überschreiten. Und von der Schwaiger-, Pichl-, Lammersdorfer-, Hansbauer- und Sommereggerhütte, dem Gasthof Zur Schönen Aussicht, aus Laubendorf und Obermillstatt führen eine Reihe von leichten Wegen zur Hütte und der Sennerei. 
Geöffnet
Mai - Nov
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der gelbe Speik, eine Art Baldrian, ist eine Heilpflanze, die ziemlich wählerisch ist, was den Standort anbelangt: Nur in den Nockbergen und den Niederen Tauern auf kalkfreien Böden ab einer Höhe von 1.800 Metern findet man die unscheinbare Pflanze. Ihr Duft, der bis heute nicht synthetisch hergestellt werden kann, wird sehr geschätzt. Die Wurzeln des Speik werden von wenigen Bauern mit Sorgfalt so geerntet, dass durch Teilung im Jahr darauf die Wurzel wieder vollständig nachwachsen kann. Speik wird für Fußbäder und Seifen verwendet, zum Räuchern und zum Vertreiben von Motten. Rund um die Alexanderhütte auf der Millstätter Alm liegt der herb-aromatischen Duft zur Blütezeit des Speiks, von Anfang Juli bis Ende September, überall in der Luft.


7. Kärlingerhaus, 1.631 m

Berchtesgadener Alpen/ Bayern

Kärlingerhaus
Hütte • Bayern

Kärlingerhaus (1.631 m)

Das Kärlingerhaus (1.631 m) am Funtensee – auch Funtenseehaus genannt – ist eine malerisch gelegene Unterkunft im Steinernen Meer und liegt im Nationalpark Berchtesgaden. Talort ist Schönau am Königssee. Die idyllische Berghütte ist für längere Aufenthalte gut geeignet, da sie einen idealen Ausgangspunkt für zahlreiche Berg-, Wander- und Skitouren darstellt. Auch Kinder finden in der Umgebung viel Beschäftigung. Eine besonders beliebte Attraktion sind der direkt unter dem Kärlingerhaus gelegene Funtensee und die Teufelsmühle. Das klare Wasser des fünf Meter tiefen Bergsees ermöglicht erfrischende Abkühlung an heißen Sommertagen. Am Haus vorbei führt auch die bekannte Skihochtour „Große Reibe“.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Rund um den malerischen Funtensee und das Kärlingerhaus wächst der gelbe Enzian. Den blauen Enzian kennt jeder, aber den gelben? Den kennt man auch – aber in anderer Form: Die Wurzel des gelben Enzian ist nämlich die Grundlage für die Herstellung von Enzian-Schnaps. Der Gelbe Enzian ist eine robuste Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 Zentimeter erreicht, mit eher unauffälligen Blüten in den Blattachseln. Wohl deshalb wird auf den Etiketten der Flaschen meist der plakativere blaue Enzian abgebildet. Als Heilpflanze war der gelbe Enzian schon den Römern bekannt. Sie nutzten ihn als pflanzliches Bittermittel bei Magen-Darm-Beschwerden. Auf der Südseite des Funtensees liegt eine Brennhütte der Brennerei Grassl, in der nach wie vor Enzian-Schnaps erzeugt wird. Übrigens: Soll der Enzianschnaps seine verdauungsfördernde Wirkung optimal entfalten, muss er vor dem Essen getrunken werden.


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