Hütten

8 Hütten mit vegetarischer und veganer Kost

Hütten-Tipps • 23. Mai 2019

Immer mehr Menschen stellen ihre Ernährung um und entscheiden sich bewusst für den Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte. Das lässt sich natürlich auch mit einem Wanderausflug samt Schmankerl-Einkehr vereinbaren. Wir stellen 8 Hütten in Österreich, Südtirol, Bayern und der Schweiz vor, auf denen alle voll auf ihre Kost(en) kommen.

Hütten mit vegetarischer und veganer Kost
Foto: Ötztal Tourismus/Alexander Lohmann
Auch auf Hütten gibt es fleischlose Schmankerln - man muss nur wissen wo

1. Schiestlhaus, 2.154 m

Steiermark/ Hochschwabgruppe

Schiestlhaus Außenansicht
Hütte • Steiermark

Schiestlhaus (2.156 m)

Das Schiestlhaus ist die höchste Schutzhütte in der Hochschwabgruppe auf 2.156 m. Die Hütte liegt am Gipfelplateau, direkt unterhalb des Hauptgipfels. Sie ist über verschiedene Wege von Seewiesen oder St. Ilgen erreichbar. Gästen wird von der Terasse ein traumhafter Ausblick geboten. Die Hütte wurde beim Neubau als Passivhaus realisiert, die Energie kommt aus Abluft-Wärmetauschern. Übernachten kann man in Zimmern oder Lagern. Eine Reservierung ist empfohlen, da auf der Hütte immer viel los ist. Außerdem gilt Hüttenschlafsackpflicht. Hunde sind gern gesehene Gäste. In 30 Minuten ist man am Hochschwab (2.277 m). Weitere Wanderziele sind der Zagelkogel (2.255 m) und der Ringkamp (2.153 m). Skitourengeher können im Winterraum übernachten.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das am Gipfelplateau des Hochschwabs gelegene Schiestlhaus gilt als höchstgelegene Schutzhütte der Hochschwabgruppe. Und hier oben wird Nachhaltigkeit großgeschrieben! Die Hütte wird als Passivhaus mit erneuerbarer Energie betrieben und übernahm in dieser Hinsicht eine absolute Vorreiterrolle. Die Frischwaren für die Küche werden von den Mitarbeitern regelmäßig zu Fuß von der Voisthaler Hütte heraufgebracht. Und was in der Küche daraus gezaubert wird, erfreut auch Vegetarier und Veganer/innen. Ihnen werden zwei bis drei köstliche Gerichte angeboten.

Geöffnet: Ab Mitte Mai 2019 (abhängig vom Wetter)

2. Kürsinger Hütte, 2.558 m

Salzburg/ Venedigergruppe

Kürsinger Hütte
Hütte • Salzburg

Kürsinger Hütte (2.558 m)

Die Kürsinger Hütte (2.558 m), nördlich des Großvenedigers (3.657 m) in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern in Salzburg gelegen, gilt als idealer Ausgangspunkt für Touren auf den Hauptgipfel der Venedigergruppe – nicht zuletzt auf den Spuren der Erstbesteiger, zu denen der Namensgeber der Hütte, Ignaz von Kürsinger, gehörte. Talort ist Neukirchen am Großvenediger, von wo aus man die Hütte auch erreicht. Freilich ist der Großvenediger nicht der einzige Gipfel, den man im Sommer im Rahmen einer Hochtour oder im Frühjahr im Rahmen einer Skitour erklimmen kann. Es locken auch zahlreiche andere, wie der (gletscherfreie) Keeskogel (3.291 m) oder die Schieferspitze (3.289 m), für deren Begehungen auch Bergführer gebucht werden können. Eindrucksvoll ist auch eine Wanderung über den Kürsingersteig mit grandiosem Blick auf den Gletschersee. Schneeschuhwanderungen sind ebenfalls sehr beliebt, der Untersultzbachwasserfall bietet im Winter beste Voraussetzungen für Eiskletterer. Die Hütte selbst wartet mit einer Indoor-Kletterwand und erstklassiger Küche (inklusive vegetarischer und veganer Speisen) auf.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Gleich fünf Gasträume bietet die Kürsinger Hütte ihren Besuchern – inklusive Kachelöfen und grandiosem Ausblick von der Terrasse. Das kulinarische Angebot lässt keine Wünsche offen und umfasst vegetarische wie vegane Speisen. Gekocht wird täglich frisch.

Geöffnet: Ab 4. April 2019

3. Gjaid Alm, 1.738 m

Oberösterreich/ Dachsteingebirge

Gjaid Alm
Hütte • Oberösterreich

Gjaid Alm (1.738 m)

Die Gjaid Alm (1.738 m) liegt auf der Hochfläche des Dachsteinplateaus im inneren Salzkammergut in Oberösterreich. Und mitten im UNESCO-Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein. Historiker gehen davon aus, dass die Alm bereits in der Römerzeit zur Viehhaltung benutzt wurde. Dazu wurden seit 2001 regelmäßig Grabungen in der Umgebung der Hütte durchgeführt. Unter der Gjaid Alm liegen die Dachstein-Rieseneis- und Mammuthöhle. Die Alm wird im Sommer und Winter von bewegungshungrigen, naturverbundenen Menschen in Atem gehalten. Sie tritt als Freesports Arena auf. In der sich in der schneelosen Zeit Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Klettersteig-Geher, Paragleiter und Outdoor-Fans, auf Schnee Freerider, Skitouren- und Schneeschuh-Geher, Snowboarder, Eiskletterer, Ski- und Skivarianten-Fahrer ein Stelldichein geben. In dieser Umgebung ist die Hütte ein Ort der Behaglichkeit, der Beschaulichkeit, der Ruhe und zum Kraftsammeln. Ein Haus zwischen Extremsport und Extrem-Entspannung. Ruhesuchende, die das Alltagsadrenalin abbauen wollen, beschreiten auf der Privathütte in Yoga-Kursen, im Meditationsraum oder in der Sauna ihre inneren Wege. Und jene großen und kleinen Gäste, die eine Alm hauptsächlich als Platz von weidenden und grasenden Tieren verstehen, können seit dem Sommer 2016 mit Ziegen, Shetland-Ponies, Haflinger, Schafen, Schweinen, Kühen und Hühnern auf Tuchfühlung gehen.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die erstklassige Küche der Gjaid Alm bezieht ihre Zutaten allesamt aus nachhaltiger biologischer Landwirtschaft und verspricht somit guten Gewissens „fleischhaltige Speisen von glücklichen Tieren“. Neben typischen Hütten-Klassikern wie Brettljause und Käsespätzle gibt es aber auch vegetarische und vegane Speisen im Angebot.

Geöffnet: Ab 6. Juni 2019

4. Karl Ludwig Haus, 1.800 m

Steiermark/ Rax-Schneeberg-Gruppe

Karl Ludwig Haus Außenansicht
Hütte • Steiermark

Karl-Ludwig-Haus (1.804 m)

Das Karl Ludwig Haus steht auf 1.800 m auf der Rax, einem abwechslungsreichen Massiv der Rax-Schneeberg-Gruppe an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Hinter dem Haus wölbt sich die Heukuppe, die höchste Erhebung der Rax, auf. Sie ist ein Gipfel ohne Kreuz. Stattdessen steht dort ein Heldenstein zum Gedenken an die in den beide Weltkriegen gefallenen Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs. Die Rax ist eine Hochfläche, die sich über 34 Quadratkilometer erstreckt und von unzähligen Gräben und Tälern durchzogen ist. Das Haus ist voll bio-zertifiziert. Eine Besonderheit, nicht nur unter den Hütten der Rax-Schneeberg-Region. Alle Speisen sind zu 100 Prozent biologisch. Das wird mehrmals pro Saison geprüft. Bio erstreckt sich auch auf die Lieferanten. Alle Nahrungsmittel am Karl-Ludwig-Haus sind Gentechnik-frei, ohne Einsatz von Kunstdünger erzeugt und deren Produzenten erhalten einen fairen Preis für Produkte. Ein für Vegetarier und Veganer geeignetes Berghaus.  Das Karl-Ludwig-Haus ist sommers wie winters ein attraktives Ziel. Nicht nur wegen des kurzen Zustiegs vom Preiner Gscheid. Das Haus steht so, dass Gäste uneingeschränkte Sicht Richtung Süden weit in das Steirische hinein haben, Sonnentage nahezu endlos Licht bescheren und die gastronomische Qualität sehr hoch ist. Eltern, die mir ihren Kindern eine erste richtige Bergtour machen wollen, sollten das Haus als Ziel wählen. 
Geöffnet
Apr - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

2015 wurde dem Karl Ludwig Haus das österreichische Bio-Zertifikat verliehen: Alle Zutaten werden aus biologischer Landwirtschaft bezogen. Koch Gerold achtet darüber hinaus auf regionale und saisonal abgestimmte Küche: Im Frühling kommt Bärlauch in die Pfannen, im Herbst Pilze. Vegetarier und Veganer kommen hier voll auf ihre Kosten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem veganen oder vegetarischen Schoko-Nuss-Muffin oder Dinkel-Bananen-Schnitte?

Geöffnet: Ab 1. Mai 2019 (in den Monaten Mai, Juni und Oktober ist Dienstag Ruhetag)

5. Staufner Haus, 1.634 m

Bayern/ Allgäuer Alpen

Staufner Haus
Hütte • Bayern

Staufner Haus (1.634 m)

Das Staufner Haus (1.634 m) ist eine bewirtschaftete Berghütte in der Nagelfluhkette in den Allgäuer Alpen. Talort ist Steibis in Bayern. Sie liegt an einem Hang nur knapp unterhalb des Hochgratgipfels mit herrlichem Blick auf den Bodensee. Die Hütte ist ein äußerst komfortabler Stütz- und Ausgangspunkt für Bergwanderungen und Skitouren auf die Gipfel Rindalphorn und Hoher Häderich. Aber auch Familien, Mountainbiker und Tagesausflügler fühlen sich auf der Hütte sehr wohl.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Auch in Bayern findet sich eine kulinarische Hochburg – nicht nur für Vegetarier und Veganer. Pächter und Koch Christoph Erd ist mit seiner Hütte an der Initiative „So schmecken die Berge“ beteiligt und verpflichtet sich damit, sämtliche Produkte aus der unmittelbaren Region zu beziehen. Sogar der Kaffee stammt aus einer Allgäuer Bio-Röstung.

Geöffnet: Ab 1. Mai 2019

6. Petersberger Leger Alm, 1.529 m

Südtirol/ Fleimstaler Alpen

Petersberger Leger Alm
Hütte • Trentino-Südtirol

Petersberger Leger Alm (1.529 m)

Zwischen den beiden UNESCO-Welterben Dolomiten und der Bletterbachschlucht (Südtirols Grand Canyon) liegt das Hochplateau Regglberg.  Im Rücken der gemütlichen Alm „Petersberger Leger“ (1.529 m) erhebt sich das markante Weißhorn (2.317 m). Während man den Blick zum kleinen bekannten Wallfahrtskloster Maria Weißenstein richtet, entfaltet sich im Hintergrund ein prächtiges, breites Alpenpanorama der westlichen südtiroler Gipfel. Das flache Gelände rund um die Alm und der barrierefreie Gastbereich ist ideal für Familien und Naturliebhaber, die keine langen Wanderwege bewältigen können. Aber: Ob kurze halbstündige Wanderung oder ein ausgiebiger Wandertag: Ein breites Wegenetz verbindet die Gemeinden Deutschnofen mit Aldein mit Zentrum Petersberger Leger.
Geöffnet
Mai - Nov
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der Leger erregte als erste vegetarische Alm Südtirols überregional Aufmerksamkeit. Statt Speck und Gulasch wurden Bandnudeln mit Kräuterpesto oder Brennessel-Nocken serviert – und es schmeckte den Gästen vorzüglich. Auch nach dem Betreiberwechsel wird „mit Liebe“ und heimischen Kräutern und Pflanzen gekocht, wie Familie Untermarzoner verspricht. Sowohl Vegetarier als auch Menschen mit Glutenunverträglichkeit finden hier ihre Speise.

Geöffnet: Mittwoch Ruhetag

7. Leglerhütte, 2.273 m

Glarus/ Glarner Alpen

Die Leglerhütte in der Abendsonne
Hütte • Glarus

Leglerhütte (2.273 m)

Die Leglerhütte befindet sich mitten im Freiberg Kärpf, dem ältesten Wildschutzgebiet Europas in den Glarner Alpen im Kanton Glarus. Die Berghütte ist eine Einrichtung der Sektion Tödi des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Sie liegt am Fuße des Kärpf-Massivs auf 2.273 m Seehöhe über der Ortschaft Schwanden.  Vor einer grandiosen Bergkulisse, die sich aus über hundertneunzig umliegenden Gipfeln formt, präsentiert sich eine malerische Naturlandschaft mit einer unberührten alpinen Fauna. Schon der gemütliche Hüttenzustieg über die Mättmenalp, vorbei an glasklaren Bergseen, lässt Wanderer in dieses kleine Naturparadies eintauchen.  Im Sommer wie im Winter ist das Gebiet ein reizvoller Ausflugsort für Naturliebhaber und Genusswanderer. Im Winter locken Schneeschuhwanderungen und Skitouren. Wanderer können auf einer dreitägigen, aussichtsreichen Tour rund um die Kärpf-Gruppe die Region für sich entdecken. Für geübte Bergwanderer bieten sich einige lohnende Gipfelziele östlich der Hütte an. Dazu zählen der Chli Kärpf, der Gross Kärpf, der Hanenstock und der Bützistock.  Bergfexe mit Kletterambitionen werde hier auch fündig. Der Klettergarten Unter Kärpf befindet sich in unmittelbarer Hüttennähe. Etwa zwei Stunden von der Hütte entfernt liegt oberhalb des Garichtistausees der Klettergarten Widerstein. Mit seinen zwanzig Sektoren und einem relativ breiten Spektrum an Schwierigkeitsgraden (2 bis 7b) ist er eine vertikale Spielwiese für Kletteranfänger und Fortgeschrittene. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Schweizer Leglerhütte in den Glarner Alpen ist eine moderne Berghütte, auf der mit Simone Landolt und Martin Frehner zwei wahre Bergenthusiasten und geborene Hüttenwarte werken. Das äußert sich auch – besonders – in der Kulinarik. Nicht nur ist Simone seit Jahren eine wahre Meisterin im Zubereiten von süßen Köstlichkeiten – auch auf Wünsche von Vegetariern und Allergikern wird bei der Zusammenstellung des Menüs gerne eingegangen. Man sollte nur rechtzeitig, am besten gleich bei der Anmeldung, Bescheid sagen.

Geöffnet: Ab 30. Mai 2019 (winterliche Verhältnisse)

8. Grubenberghütte, 1.840 m

Bern/ Freiburger Alpen

Grubenberghütte
Die Grubenberghütte (1.840 m) diente früher als Käserhütte bis sie 1962 vom Schweizer Alpenclub SAC Sektion Oldenhorn übernommen und als Clubhütte in Betrieb genommen wurde. Seither bietet die Hütte in den Freiburger Alpen Wanderern und Schneesportlern eine Unterkunft und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Bergsportaktivitäten in den Gastlosen.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die frühere Käserhütte in den Freiburger Alpen – hoch über dem lieblichen Saanenland – betreibt an den Wochenenden ein gemütliches Gasthaus. Und bei rechtzeitiger Bekanntgabe zaubert das Team rund um Ruedi Hählen auch für Vegetarier, Veganer und Allergiker etwas Köstliches in der Küche. Für Vegetarier ebenfalls von Interesse: Ende Juni hält in der nahegelegenen Alphütte die Bauersfamilie Oehrli Einzug. Während des ganzen Sommers gibt es hier Berg- und Hobelkäse sowie frische Milch zu kaufen.

Geöffnet: Ab 30. Mai 2019

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