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Ausflugsziele

11 Hütten mit vegetarischer und veganer Kost

• 24. März 2022

Immer mehr Menschen stellen ihre Ernährung um und entscheiden sich bewusst für den Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte. Das lässt sich natürlich auch mit einem Wanderausflug samt Schmankerl-Einkehr vereinbaren. Wir stellen 11 Hütten in Österreich, Südtirol, Bayern und der Schweiz vor, auf denen alle voll auf ihre Kost(en) kommen.

Auch auf der Gjaid Alm in Oberösterreich gibt es vegane und vegetarische Gerichte
Foto: Julius Hirtzenberger
Auch auf der Gjaid Alm in Oberösterreich gibt es vegane und vegetarische Gerichte
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1. Schiestlhaus, 2.156 m

Steiermark / Hochschwabgruppe

Das am Gipfelplateau des Hochschwabs gelegene Schiestlhaus gilt als höchstgelegene Schutzhütte der Hochschwabgruppe. Und hier oben wird Nachhaltigkeit großgeschrieben! Die Hütte wird als Passivhaus mit erneuerbarer Energie betrieben und übernahm in dieser Hinsicht eine absolute Vorreiterrolle. Die Frischwaren für die Küche werden zu Fuß heraufgebracht. Und was in der Küche daraus gezaubert wird, erfreut auch Vegetarier und Veganer. Ihnen werden zwei bis drei köstliche Gerichte angeboten.

Bergwelten-Magazin (April/Mai 2022)
Foto: Bergwelten
Bergwelten-Magazin (April/Mai 2022)

Ausflugsziele für Vegetarier und Veganerinnen findet ihr übrigens auch im neuen Bergwelten-Magazin. Die aktuelle Ausgabe (April/Mai 2022) ist überall im Zeitschriftenhandel oder ganz bequem per Abo erhältlich.

2. Gjaid Alm, 1.738 m

Oberösterreich / Dachsteingebirge

Die Gjaid Alm (1.738 m) liegt auf der Hochfläche des Dachsteinplateaus im inneren Salzkammergut in Oberösterreich. Und mitten im UNESCO-Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein. Historiker gehen davon aus, dass die Alm bereits in der Römerzeit zur Viehhaltung benutzt wurde. Dazu wurden seit 2001 regelmäßig Grabungen in der Umgebung der Hütte durchgeführt. Unter der Gjaid Alm liegen die Dachstein-Rieseneis- und Mammuthöhle. Die Alm wird im Sommer und Winter von bewegungshungrigen, naturverbundenen Menschen in Atem gehalten. Sie tritt als Freesports Arena auf. In der sich in der schneelosen Zeit Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Klettersteig-Geher, Paragleiter und Outdoor-Fans, auf Schnee Freerider, Skitouren- und Schneeschuh-Geher, Snowboarder, Eiskletterer, Ski- und Skivarianten-Fahrer ein Stelldichein geben. In dieser Umgebung ist die Hütte ein Ort der Behaglichkeit, der Beschaulichkeit, der Ruhe und zum Kraftsammeln. Ein Haus zwischen Extremsport und Extrem-Entspannung. Ruhesuchende, die das Alltagsadrenalin abbauen wollen, beschreiten auf der Privathütte in Yoga-Kursen, im Meditationsraum oder in der Sauna ihre inneren Wege. Und jene großen und kleinen Gäste, die eine Alm hauptsächlich als Platz von weidenden und grasenden Tieren verstehen, können seit dem Sommer 2016 mit Ziegen, Shetland-Ponies, Haflinger, Schafen, Schweinen, Kühen und Hühnern auf Tuchfühlung gehen.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die erstklassige Küche der Gjaid Alm bezieht ihre Zutaten allesamt aus nachhaltiger biologischer Landwirtschaft und verspricht somit guten Gewissens „fleischhaltige Speisen von glücklichen Tieren“. Neben typischen Hütten-Klassikern wie Brettljause und Käsespätzle gibt es aber auch vegetarische und vegane Speisen im Angebot.

3. Karl Ludwig Haus, 1.804 m

Steiermark / Rax-Schneeberg-Gruppe

Das Karl Ludwig Haus steht auf 1.800 m auf der Rax, einem abwechslungsreichen Massiv der Rax-Schneeberg-Gruppe an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Hinter dem Haus wölbt sich die Heukuppe, die höchste Erhebung der Rax, auf. Sie ist ein Gipfel ohne Kreuz. Stattdessen steht dort ein Heldenstein zum Gedenken an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs. Die Rax ist eine Hochfläche, die sich über 34 Quadratkilometer erstreckt und von unzähligen Gräben und Tälern durchzogen ist. Das Haus ist voll bio-zertifiziert. Eine Besonderheit, nicht nur unter den Hütten der Rax-Schneeberg-Region. Alle Speisen sind zu 100 Prozent biologisch. Das wird mehrmals pro Saison geprüft. Bio erstreckt sich auch auf die Lieferanten. Alle Nahrungsmittel am Karl-Ludwig-Haus sind Gentechnik-frei, ohne Einsatz von Kunstdünger erzeugt und deren Produzenten erhalten einen fairen Preis für Produkte. Ein für Vegetarier und Veganer geeignetes Berghaus.  Das Karl-Ludwig-Haus ist sommers wie winters ein attraktives Ziel. Nicht nur wegen des kurzen Zustiegs vom Preiner Gscheid. Das Haus steht so, dass Gäste uneingeschränkte Sicht Richtung Süden weit in das Steirische hinein haben, Sonnentage nahezu endlos Licht bescheren und die gastronomische Qualität sehr hoch ist. Eltern, die mir ihren Kindern eine erste richtige Bergtour machen wollen, sollten das Haus als Ziel wählen. Das Haus ist je nach Wetter bis Mitte/Ende November geöffnet.
Geöffnet
Apr - Nov
Verpflegung
Bewirtschaftet

2015 wurde dem Karl Ludwig Haus das österreichische Bio-Zertifikat verliehen: Alle Zutaten werden aus biologischer Landwirtschaft bezogen. Auch Vegetarier und Veganer kommen hier voll auf ihre Kosten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Indischen Linsensuppe oder einem hausgemachten Chili sin carne?

4. Staufner Haus, 1.634 m

Bayern / Allgäuer Alpen

Auch in Bayern findet sich eine kulinarische Hochburg – nicht nur für Vegetarier und Veganer. Die Hütten-Betreiber sind an der Initiative „So schmecken die Berge“ beteiligt und verpflichten sich damit, sämtliche Produkte aus der unmittelbaren Region zu beziehen. Sogar der Kaffee stammt aus einer Allgäuer Bio-Röstung.

Die Leglerhütte befindet sich mitten im Freiberg Kärpf, dem ältesten Wildschutzgebiet Europas in den Glarner Alpen im Kanton Glarus. Die Berghütte ist eine Einrichtung der Sektion Tödi des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Sie liegt am Fuße des Kärpf-Massivs auf 2.273 m Seehöhe über der Ortschaft Schwanden.  Vor einer grandiosen Bergkulisse, die sich aus über hundertneunzig umliegenden Gipfeln formt, präsentiert sich eine malerische Naturlandschaft mit einer unberührten alpinen Fauna. Schon der gemütliche Hüttenzustieg über die Mättmenalp, vorbei an glasklaren Bergseen, lässt Wanderer in dieses kleine Naturparadies eintauchen.  Im Sommer wie im Winter ist das Gebiet ein reizvoller Ausflugsort für Naturliebhaber und Genusswanderer. Im Winter locken Schneeschuhwanderungen und Skitouren. Wanderer können auf einer dreitägigen, aussichtsreichen Tour rund um die Kärpf-Gruppe die Region für sich entdecken. Für geübte Bergwanderer bieten sich einige lohnende Gipfelziele östlich der Hütte an. Dazu zählen der Chli Kärpf, der Gross Kärpf, der Hanenstock und der Bützistock.  Bergfexe mit Kletterambitionen werde hier auch fündig. Der Klettergarten Unter Kärpf befindet sich in unmittelbarer Hüttennähe. Etwa zwei Stunden von der Hütte entfernt liegt oberhalb des Garichtistausees der Klettergarten Widerstein. Mit seinen zwanzig Sektoren und einem relativ breiten Spektrum an Schwierigkeitsgraden (2 bis 7b) ist er eine vertikale Spielwiese für Kletteranfänger und Fortgeschrittene. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

5. Grubenberghütte, 1.840 m

Bern / Freiburger Alpen

Die frühere Käserhütte in den Freiburger Alpen – hoch über dem lieblichen Saanenland – betreibt an den Wochenenden ein gemütliches Gasthaus. Und bei rechtzeitiger Bekanntgabe zaubert das Team rund um Ruedi Hählen auch für Vegetarier, Veganer und Allergiker etwas Köstliches in der Küche. 

6. Franz-Fischer-Hütte, 2.020 m

Salzburg / Radstädter Tauern

Die Franz-Fischer-Hütte war eine der ersten zu 100 % vegetarischen und veganen Hütten in den Alpen. Genuss und Gastlichkeit stehen hier ganz oben auf der Tagesordnung. Besonders auf der gemütlichen Terrasse lassen sich die Schmankerl bei herrlicher Aussicht in die Radstädter Tauern genießen. Und wenn das Wetter einmal nicht mitspielen sollte, laden der helle Gastraum und das gemütliche Kaminzimmer zum Verweilen in der Hütte ein.

7. Hündeleskopfhütte, 1180 m

Bayern / Allgäuer Alpen

Genau wie die Franz-Fischer-Hütte ist die Hündeleskopfhütte rein vegetarisch. Nachhaltigkeit wird hier groß geschrieben und von Hüttenwirtin Silvia Beyer gelebt. Alle Zutaten stammen aus dem Naturkostladen um die Ecke, von regionalen Bauern mit biologischem Anbau und einer gentechnikfrei zertifizierten Sennerei.

8. Medelserhütte

Graubünden / Bündner Alpen

Zwei-, dreimal die Woche kochen Verena Kuhle und Jochen Schirmann ausschließlich vegetarisch. Und die beiden planen, die fleischlose Küche weiter auszubauen. Derzeit sind etwa der Sellerie-Kartoffel-Auflauf und die Pizzoccheri, eine heimische Pastaspezialität, echte Renner.

9. Briol

Südtirol / Eisacktal

Briol ist ein architektonisches Highlight mit Ausblick auf Sella, Schlern und Langkofel. Geführt wird es in vierter Generation von Johanna Fink, die ihren Gästen vorzugsweise Fleischloses serviert: Brennnessel-Omelette oder Kartoffelteigtaschen mit Radicchio-Füllung und (nicht nur) für Veganer das Zitronenrisotto.

10. Zachhofalm

Salzburg / Hochkönig 

Auf der urigen Alm haben Mama Heidi und Tochter Isabella Lainer nicht nur den Hochkönig stets im Blick, sondern auch ihren üppigen Kräutergarten. Der spielt in ihrer Küche eine ebenso wichtige Rolle wie die Produkte von ihrem Bio-Bauernhof im Tal. Die schmeckt man in den Palatschinken mit eingelegten Zucchini und Wildkräuterpesto, dem selbst gemachten Brot, den Chutneys, dem Sirup, der Almbutter…

11. Prinz-Luitpold-Haus

Bayern / Allgäu

2021 stellte Hüttenwirt Christoph Erd seine Küche komplett auf Bio um, und das Prinz-Luitpold-Haus wurde zur ersten bio-zertifizierten Hütte des Deutschen Alpenvereins. Da liegt es nahe, dass hier am Fuße des markanten Hochvogels auch die vegetarischen Gerichte überwiegen – nur ein Fleischgericht findet sich auf der Karte. Ein Bestseller ist übrigens das vegane Kichererbsen-Curry mit Gemüse und Kokosmilch.

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