Tiefrastenhütte mit See
Foto: Tourismusverein Terenten - TVB Kronplatz
Auf einsamen Pfaden durch die Berge Südtirols

Der Pfunderer Höhenweg

Touren-Tipps • 21. Februar 2019

Einsam, alpin und wunderschön - so präsentieren sich die Pfunderer Berge im Pustertal in Südtirol mit herrlicher Aussicht auf die Zillertaler Alpen und die Dolomiten. Hier, wo Bergwanderer noch echte Einsamkeit finden, führt der Pfunderer Höhenweg von Sterzing bis nach St. Georgen bei Bruneck. 

Sechs Tage sollte man für die Begehung des Pfunderer Höhenweges einplanen. Der Weg verläuft fast durchgehend in Höhen von 2.000 bis 3.000 m, versicherte Passagen, wegloses Gelände, zum Teil über Blockgelände, wechseln mit alpinen Pfaden ab. Die Strecke ist durchgehend mit einem rot-weißen Kreis markiert. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Kondition, Ausdauer und ein gutes Orientierungsvermögen sollten aber jedenfalls mit gebracht werden, um den Weg in seiner ganzen Schönheit genießen zu können. 
Insgesamt sind etwas mehr als 70 km, 4.870 Hm im Aufstieg und 4.990 Hm im Abstieg zu bewältigen. 
 

Die Etappen im Detail

Etappe 1: Von Sterzing zur Simile-Mahd-Alm

Für die erste Etappe auf dem Pfunderer Höhenweg sollte man schon gut gerüstet sein, denn es geht gleich zu Beginn ordentlich bergan. Von Sterzing geht es hinauf zur Pfitschalm und über die Trenser-Jochhütte und das Jägerjöchl zum Trenserjoch und zur Similie-Mahd-Alm.

Die Hütte im Detail

Simile Mahd Alm
Hütte • Trentino-Südtirol

Simile-Mahd-Alm (2.011 m)

Die Simile-Mahd-Alm (2.011 m) liegt in den Pfunderer Bergen im oberen Sengestal in Südtirol. Sie dient als Stützpunkt am Pfunderer Höhenweg. Am Ende der ersten Etappe von Wiesen bei Sterzing dient sie als willkommener Unterschlupf. Von der Hütte gelangt man auf den höchsten Berg der Pfunderer Alpen, auf die Wilde Kreuzspitze (3.132 m). Ein weiteres Superlativ dieser Gebirgsgruppe passiert man während des Aufstieges - der Wilde See ist zugleich der tiefste Bergsee Südtirols. Die Alm bietet ca. 20 Schlafplätze und ist im Sommer von Mitte Juni bis Ende September geöffnet. Auf der Speisekarte finden sich hausgemachte Südtiroler Spezialitäten mit Milchprodukten aus eigener Erzeugung. Touren und Hütten in der Umgebung Wilde Kreuzspitze (3.132 m), Finsterstern (2.537 m), Sengesspitz (2.368 m), Wilder See (2.532 m), Höllenkragen (2.387 m). Nahe gelegene Hütten sind Labesebenalm (2.138 m), Kuttenhütte, Zingerlehütte (1.739 m) sowie die Brixner Hütte (2.270 m).
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 2: Von der Simile-Mahd-Alm zur Brixner Hütte

Die zweite Etappe ist etwas leichter und auch kürzer. Sie führt auf das Senges Joch und zum Wilden See. Über das Rauthaljoch geht es ins Rauthal und zur Brixner Hütte.

Die Hütte im Detail

Brixner Hütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Brixner Hütte (2.282 m)

Die bewirtschaftete und familienfreundliche Brixner Hütte (2.282 m) thront auf einer kleinen Ebene inmitten der Pfunderer Berge im Südtiroler Teil der Zillertaler Alpen. Zur Hütte aufsteigen sollte man unbedingt von der Fane Alm. Die Fane, eine große Gemeinschaftsalm, ist ein richtiges kleines und uriges Bergdorf. Es ist geprägt von schönen Almhütten, in denen im Sommer die Bauern leben, und von Heuhütten, um für die „urlaubenden“ Kühe Futter zu haben. Die Hütte ist ein Knotenpunkt am Pfunderer Höhenweg, der von Sterzing oder Bruneck aus begangen werden kann, 70 km Fußmarsch in alpinem und hochalpinem Gelände, mit sich bringt. Höhenwanderer können die Hütte in drei (von Sterzing) oder in vier (von Bruneck) Tagen erreichen. Bergsteigen streben von der Brixner Hütte in Richtung der Gipfel Wilde Kreuzspitze und Wurmaulspitze.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 3: Von der Brixner Hütte zum Brenninger-Biwak

Am dritten Tag geht es von der Brixner Hütte über gleich drei Scharten: Die Steinkarscharte, die Keller- und die Dannelscharte bis zum Walter-Brenninger-Biwak, das mit 8 Betten ausgestattet ist. Proviant muss man aber selber mitnehmen!

Das Biwak im Detail

Walter-Brenninger-Biwak
Hütte • Trentino-Südtirol

Walter-Brenninger-Biwak (2.156 m)

Das Walter-Brenninger-Biwak (2.156 m) hat seinen Platz im hintersten Pfunderer Tal in den Zillertaler Alpen in Südtirol. Es dient am Ende des Weissteintales als Zwischenstopp für Begeher des Pfunderer Höhenwegs von Sterzing nach Bruneck. Man erreicht das Biwak am Ende der dritten der ingesamt sechs Etappen. Die alpine Notunterkunft verkürzt die Strecke zwischen Edelrauthütte und der Brixner Hütte. Beide Hütten liegen etwa 10 h Gehzeit auseinander. Das Biwak ist ein reines Matratzenlager für in Not geratene Alpinisten – aufgrund seiner lebensrettenden Funktion sollte sorgsam damit umgegangen werden.  Die Pfunderer Berge sind stille, unberührte und wilde Schönheiten. Sie werden wegen ihrer berühmten Umgebung - Zillertaler Alpen, Dolomiten - links liegen gelassen. Kenner beschreiben sie als traumhafte, alpine Naturlandschaften, die sich optimal zum Weitwandern und für mehrtägige Wandertouren eignen. Aus einem 1977/78 von einem Pfunderer Bauern aufgegebenem Schafstall machten Mitglieder der Sektion Brixen des Alpenvereins Südtirol das Biwak. Benannt wurde es nach dem langjährigen 2. Vorstand der Brixener AVS-Sektion, dem Bergsteiger und Schneidermeister Walter Brenninger, der von 1913 bis 1972 lebte. Er war Leiter des Bergrettungsdienstes, Tourenleiter und den liebte die Berge rund um das Pfunderer Tal.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Etappe 4: Vom Walter-Brenninger-Biwak zur Edelrauthütte

Am vierten Tag wandert man über einen schmalen Steig und Blockgelände zur Gaisscharte. Der mit Drahtseilen versicherte Weg führt weiter zur Edelrauthütte.

Die Hütte im Detail

Die Edelrauthütte, modern, aber sehr gemütlich
Hütte • Trentino-Südtirol

Edelrauthütte (2.545 m)

Die Edelrauthütte (2.545 m) liegt am Eisbruggjoch, einem Übergang zwischen dem Pfunderer und dem Lappacher Tal in den Zillertaler Alpen in Südtirol. Sie wird daher auch Eisbruggjochhütte genannt. Im Juli 2016 wurde die neue Edelrauthütte eröffnet und dann Anfang September offiziell eingeweiht. Mit einem Neuanfang geht die Geschichte des 108 Jahre alten Schutzhauses weiter. Im Frühjahr 2015 wurde die alte Eisbruggjochhütte abgerissen und hinter ihr das neue Schutzhaus errichtet. Es gehört seit 2010 dem Land Südtirol. Im Jahr 2012 lösten Entwürfe für die neue Hütte, die im Rahmen eines Architektur-Wettbewerbes entstanden, heftige Kontroversen aus. Deren Staub hat sich gelegt. Nun setzt die neue Hütte ihre hochalpinen Aufgaben fort. Und beherbergt Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher. Von der Eisbruggjochhütte geht es auf die höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Auf Hochfeiler, den Großen Möseler und Hohen Weißzint. Höhenwege wie der Pfunderer oder der Neves Höhenweg führen an ihr vorbei. Gletscher- und Bergseen wie Eisbruggsee oder die Zösen-Seen gehören zur ihrer Umgebung. Dort tummeln sich auch Murmeltiere und Steinböcke.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 5: Von der Edelrauthütte zur Tiefrastenhütte

Die fünfte Etappe ist lang und schwierig. Sie führt auf die Kuhscharte und über die Gruipa Alm bis zur Gambia Hütte und zum Passenjoch. Von dort geht es abwärts bis zur Tiefrastenhütte.

Die Hütte im Detail

Tiefrastenhütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Tiefrastenhütte (2.312 m)

Am Pfunderer Höhenweg im Winnebachtal, einem Seitental des Pustertals, liegt die Tiefrastenhütte (2.312 m) am malerischen Tiefrastensee. Sie ist Ausgangspunkt für Wander- und Skitouren auf Gipfel wie die Eidechsspitze (2.738 m) oder die Kemtspitze (2.704 m), die jeweils in weniger als 1:30 h Gehzeit zu erreichen sind. Von der Eidechsspitze reicht der Blick bei entsprechendem Wetter zu den Zillertaler Alpen und zur Rieserfernergruppe. Rund sechs Stunden marschiert man zur Edelrauthütte, im Rahmen einer Zweitagestour erreicht man auch die Brixner Hütte, die Hochfeilerhütte und die Chemnitzerhütte.
Geöffnet
Apr - Nov
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 6: Von der Tiefrastenhütte nach St. Georgen

Ein langes und relativ schwieriges, dafür aber umso aussichtsreicheres Wegstück wartet am Ende des Pfunderer Höhenweges auf den Bergsteiger. Es geht bis zum Kleinen Tor und über den Zwölferspitz und die Putzenspitze. Über die Bärentöter Spitze und den Plattnerspitz erreicht man das Sambock, von wo aus es abwärts geht bis nach St. Georgen bei Bruneck.

Tipp

Die Schutzhütten sollte man unbedingt schon im Voraus buchen, damit einer bequemen Übernachtung nichts im Wege steht. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass man für die Übernachtung am Walter-Brenninger-Biwak ausreichend Proviant mitnehmen muss. 

Bergwelten entdecken