Mehrtagestour Pfunderer Höhenweg

Der Pfunderer Höhenweg in Südtirol: alle 6 Etappen im Detail, mit Hütten, Highlights und Tipps

Tourentipps
4 Min.
04.03.2026

Foto: Carlos Blanchard

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Einsam, alpin und wunderschön - der Pfunderer Höhenweg in Südtirol zählt zu den eindrucksvollsten alpinen Weitwanderwegen. Auf 70 km führt die Mehrtagestour in 6 Etappen von Sterzing nach St. Georgen. Am Weg: beeindruckende Gipfel, moderne Hütten und unbezahlbare Ausblicke.

Sechs Tage sollte man für die Begehung des Pfunderer Höhenweges einplanen. Der Weg verläuft fast durchgehend in Höhen von 2.000 bis 3.000 m, versicherte Passagen und wegloses Gelände wechseln sich mit alpinen Pfaden ab. Die Strecke ist durchgehend mit einem rot-weißen Kreis markiert. Die Weitwanderung darf auf keinen Fall unterschätzt werden: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Kondition, Ausdauer und ein gutes Orientierungsvermögen sollten jedenfalls mitgebracht werden, um den Weg sicher zu begehen.


Die wichtigsten Fakten zum Pfunderer Höhenweg

  • Länge: 71 km

  • Dauer: 5–6 Tage

  • Höhenmeter: 4.870 Hm im Aufstieg / 4.990 Hm im Abstieg

  • Start: Sterzing (Wipptal)

  • Ziel: St. Georgen / Bruneck (Pustertal)

  • Beste Zeit: Juli bis Mitte September

  • Region: Pfunderer Berge, Südtirol / Italien


Etappe 1: Von Sterzing zur Simile-Mahd-Alm

Für die erste Etappe auf dem Pfunderer Höhenweg sollte man gut gerüstet sein, denn es geht gleich zu Beginn ordentlich bergan. Von Sterzing geht es hinauf zur Pfitschalm und über die Trenser-Jochhütte und das Jägerjöchl zum Trenserjoch und zur Similie-Mahd-Alm. Auf der Hütte schläft man und stärkt sich mit selbstgemachten Milchprodukten und Südtiroler Spezialitäten. Auf dieser Etappe wird der Spitzname der Pfunderer Berge deutlich: man nennt sie auch „grüne Berge“, da sie bis zu den Kämmen hin mit Gras bewachsen sind. Zuweilen fühlt man sich wie im Auenland, nur dass man statt auf Hobbits eher auf Murmeltiere trifft. Und auf Alpenblumen. Edelweiß, Enzian, Türkenbund. Alpenrose, Schafgarbe und Frauenmantel.

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Etappe 2: Von der Simile-Mahd-Alm zur Brixner Hütte

Die zweite Etappe ist etwas leichter und auch kürzer. Von der Simile-Mahd-Alm steigt man hoch auf das Sengesjoch (2.620m) und blickt von dort auf den Lago Selvaggio, mit 46 Metern Tiefe der tiefste Bergsee Südtirols. Er liegt eingebettet zwischen kargen Wiesen, gerahmt von schroffen Gipfeln. Einen davon, die Wilde Kreuzspitze (3.125m), kann man am Weg leicht mitnehmen. Der Auf- und Abstieg erfolgt auf demselben Weg, man kann den 3.000er also auch auslassen. Weiter geht es durch das Rauhtal, wo man einen kleinen Gletscher umgehen muss. Schilder ermahnen die Wanderer, auf dem Weg zu bleiben, außerhalb drohen Eislöcher. Bis zum Ziel der zweiten Etappe, der Brixner Hütte, geht es stetig bergab.


Etappe 3: Von der Brixner Hütte zum Brenninger-Biwak

Der dritte Tag führt in die Einsamkeit der Pfunderer Berge. Auf dem Pfunderer Höhenweg, so scheint es, sind mehr Tiere als Menschen unterwegs. Auf dieser Etappe kann man nicht nur Pferde auf der Alm treffen, sondern auch Gämsen, Adler und Bartgeier beobachten. Von der Brixner Hütte aus geht es über gleich drei Scharten: Die Steinkarscharte, die Keller- und die Dannelscharte bis zum Walter-Brenninger-Biwak, das mit 8 Betten ausgestattet ist. Diese Etappe sollte man im Voraus gut planen, denn die Übernachtung in einem unbewirtschafteten Biwak bedeutet natürlich auch, dass man Verpflegung für diese Etappe selbst mitnehmen muss. Nur bei sehr sicheren Wetterbedingungen und ausgezeichneter Kondition kann man sich überlegen, am selben Tag die 4. Etappe anzuhängen, um wieder in einer bewirtschafteten Hütte zu übernachten. Dafür muss man aber rund 10 Stunden reine Gehzeit einplanen.


Etappe 4: Vom Walter-Brenninger-Biwak zur Edelrauthütte

Am vierten Tag wandert man über einen schmalen Steig und Blockgelände zur Gaisscharte. Der Abstieg von hier ist sehr steil und teilweise mit Drahtseilen versichert. Weiter geht es zum Kar von Obervals, wo auch im Hochsommer häufig Schnee liegt - man braucht also gute Ausrüstung. Am Eisbruggsee vorbei führt das letzte Stück des Weges schließlich zum Ziel der Etappe, der Edelrauthütte. 2016 wurde sie auf dem Eisbruggjoch neu errichtet, ein hochmodernes Klimahaus mit 73 Schlafplätzen und großer Glasfront, von wo man eine spektakuläre Sicht auf gleich zwei Täler hat: das Pfunderer Tal und das Ahrntal. Kulinarische Spezialität der Edelrauthütte sind die Nudelgerichte.


Etappe 5: Von der Edelrauthütte zur Tiefrastenhütte

Die fünfte Etappe ist lang und schwierig. Der Weg führt zuerst eine Stunde lang Richtung Tal. Statt dem Grau der Steine sieht man nun vermehrt wieder grün, wandert für Stunden Almen und Blumenwiesen entlang. Besonders im Juli ist diese Etappe eine Blütenpracht. Nach einem Fußmarsch von gut sechs Stunden erreicht man über ein großes Fernfeld und die Hochsägescharte die Tiefrastenhütte, idyllisch am gleichnamigen See gelegen. Es ist die letzte Hütte auf dem Höhenweg, nach knapp 6.000 Höhenmetern und rund 70 Kilometern.


Etappe 6: Von der Tiefrastenhütte nach St. Georgen

Ein langes und relativ schwieriges, dafür aber umso aussichtsreicheres Wegstück wartet am Ende des Pfunderer Höhenweges auf Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Es geht bis zum Kleinen Tor und über den Zwölferspitz und die Putzenspitze. Über die Bärentöter Spitze und den Plattnerspitz erreicht man das Sambock, von wo aus es abwärts geht bis nach St. Georgen bei Bruneck.


Was ist die beste Jahreszeit für den Pfunderer Höhenweg?

Da man sich teilweise auf über 3.000 Meter bewegt, ist die Zeitspanne für die Weitwanderung relativ kurz: Von Juli bis September ist die beste Jahreszeit für den Pfunderer Höhenweg. Aber auch in den Sommermonaten können Schneefelder auf dem Weg liegen.


Welche Ausrüstung brauche ich?

Für diese hochalpine Mehrtagestour brauchst du stabile Bergschuhe, wetterfeste Kleidung, Notfallausrüstung und einen Biwaksack für die Übernachtung in den Schutzhütten. Für die Übernachtung im Walter-Brenninger-Biwak muss man außerdem ausreichend Proviant mitnehmen. Falls du dir nicht sicher bist, ob du alles hast, nutze unsere Packliste, die du auch ausdrucken kannst.


Wie schwierig ist der Pfunderer Höhenweg?

Für die fünf bis sechs Tage lange Strecke auf zum Teil weglosem Gelände mit großen zu bewältigenden Höhenunterschieden ist eine sehr gute Kondition erforderlich, ebenso Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Man sollte ihn nur in Angriff nehmen, wenn man gute alpine Erfahrung hat, da die Bergrettung hier immer wieder ausrücken muss, um überforderte Wanderer zu retten.


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