Am Gipfel des Großen Priel steht ein rotes Gipfelkreuz.
Foto: Andreas Lattner
Bergportrait

Der Große Priel - Steinreicher Oberösterreicher

• 14. Mai 2020

Mit 2.515 m ist der Große Priel der höchste Gipfel im Toten Gebirge in Oberösterreich. Rund um ihn liegen gemütliche Schutzhütten, die durch ein Netz an Wanderwegen miteinander verbunden sind. Auf seinen Gipfel führt seit 2019 Österreichs längster Klettersteig und ganz oben steht ein knallrotes Gipfelkreuz. Bergweltenautorin Marlies Czerny ist mit dem steinreichen Oberösterreicher für die aktuelle Ausgabe des Bergwelten Magazins (Juni/Juli 2020) auf Tuchfühlung gegangen.

Das aktuelle Bergwelten Magazin (Ausgabe Juni/Juli 2020)
Foto: Bergwelten
Das aktuelle Bergwelten Magazin (Ausgabe Juni/Juli 2020)

Das aktuelle Bergwelten Magazin (Juni/Juli 2020) ist ab 22. Mai 2020 im Zeitschriftenhandel, bequem im Abo für ÖsterreichDeutschland und die Schweiz oder als E-Paper erhältlich.

Das Tote Gebirge ist die größte Karsthochfläche der Alpen. Im Süden befindet sich Hinterstoder, im Norden Grünau im Almtal - beide Talorte sind grün, fruchtbar und mit viel Wasser gesegnet. Auf der Hochfläche des Plateaus hingegen ist Wasser rar, denn im Karst versickert es schnell und verschwindet im Inneren des Berges. Tot ist das Tote Gebirge aber bei weitem nicht. Sind es im unteren Bereich alpine Rasengesellschaften und Latschen, haben sich weiter oben blütenreiche Polsterpflanzen in den Felsnischen eingerichtet. 

Prielschutzhaus und Großer Priel

Der Zustieg zum Prielschutzhaus erfolgt von Hinterstoder. Vorbei am idyllischen Schiederweiher, in dem sich Spitzmauer und Gr. Priel spiegeln, wandert man in rund 2:30 h hinauf zur Alpeinvereinshütte auf 1.420 m. 

Der Große Priel ist begehrtes Ziel vieler Bergsteiger, die im Toten Gebirge unterwegs sind. Kein Wunder, denn die Aussicht von seinem Gipfel mit dem außergewöhnlichen - nämlich knallroten - Gipfelkreuz ist genial. Der Normalweg führt auf dem Weg 206 durch das Kühkar auf den Gipfel. Steile Passagen sind mit Stahlseilen gesichert, der Anstieg erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. 

Wer es besonders rassig mag, der wählt den Klettersteig auf den Großen Priel. Dieser wurde im Jahr 2019 komplett saniert und nach unten hin verlängert. Damit ist mit über 2 km Länge der längste Klettersteig Österreichs entstanden. In Kombination mit der Schwierigkeitsbewertung D ist er nur etwas für konditionsstarke und klettersteigerprobte Bergsteiger, die allerdings werden ihre Freude an diesem abwechslungsreichen Steig haben.

Von Hütte zu Hütte und das über den Großen Priel - auch diese Variante ist möglich. Die Überschreitung des Großen Priels vom Prielschutzhaus über die Welser Hütte zum Almtaler Haus ist eine tagesfüllende, wunderschöne Bergtour. 

Kleiner Priel

Der kleine Bruder des Großen Priel ist in einem Tagesmarsch von Hinterstoder aus auch ohne Schutzhüttenübernachtung zu bewältigen. Der Anstieg ist leichter, die Aussicht aber fast genauso faszinierend. 

Dolomitensteig

Im Talschluss von Hinterstoder führt der Dolomitensteig in einer anspruchsvollen Runde vorbei an bizarren Felstürmen, Gumpen und Wasserfällen. Tatsächlich könnte man an manchen Stellen glauben, sich in den Dolomiten zu befinden. 

Welser Hütte und Schermberg

Auf der anderen Seite des Toten Gebirges ragt der Schermberg mit 2.396 m in die Höhe. Auf halbem Wege vom Almtalerhaus auf seinen Gipfel befindet sich die Welser Hütte, die sich als Einkehr und Übernachtungsstützpunkt bestens eignet. 

Der Schermberg ist - wie der Große Priel - ein durchaus spannender Berg. Auch auf ihn führt ein schwieriger (D) Klettersteig, der Kondition und Kraft verlangt. 

Almsee in Grünau

Wesentlich gemütlicher geht es da schon am Almsee in Grünau zu. Grünau im Almtal zählt zu den Bergsteigerdörfern des Alpenvereins und bietet eine ganze Reihe von schönen Wanderungen und Bergtouren. Die Runde um den wunderschönen, grünen Almsee ist eine davon. 

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