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Urner Haute Route: Von Andermatt nach Engelberg

• 18. März 2019
von Claudia Timm

Bergwelten-Expertin Claudia Timm berichtet von der Urner Haute Route: Die 5-tägige Überschreitung führt von Realp nach Engelberg und verbindet die Kantone Uri, Bern und Obwalden miteinander. Hier stellt uns Claudia die 5 Etappen im Detail vor.

Skidurchquerung: Urner Haute Route - Lochberg
Foto: Claudia Timm
Urner Haute Route - Etappe 2: Am Gipfel des Lochbergs (3.039 m)
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Etappe 1: Realp - Albert-Heim-Hütte

Da wir freitags noch arbeiten mussten, machen wir uns in Realp erst um 18 Uhr auf den Weg zur Albert-Heim-Hütte. Der Hüttenzustieg führt über 1.000 Höhenmeter hauptsächlich auf einer im Winter gesperrten Passstraße hinauf zur Hütte (2.542 m). Das Gelände ist größtenteils mit Stangen markiert. Gegen 21 Uhr haben wir die erste Etappe bewältigt und freuen uns über unsere Ankunft im Winterraum der Hütte.

Die Etappe im Detail

Die Hütte im Detail

Etappe 2: Albert-Heim-Hütte - Chelenalphütte

Den zweiten Tag begrüßen wir etwas später als die anderen Tourengeher. Nach kurzer Abfahrt geht es in mehreren Aufschwüngen zunächst zur Winterlücke (2.852 m) und in weiterer Folge zum Lochberg (3.039 m). Erst noch auf Skiern, dann zu Fuß erreichen wir den Gipfel und werden mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Die knapp 1.400 Höhenmeter lange Abfahrt zum Göscheneralpsee eröffnet geniale Powderturns in weiten Hängen. Der Anstieg zur Chelenalphütte führt schließlich weiter über den Stausee und eine ganze Weile lang entlang des Talbodens. Landschaftlich ist dieser „Hatscher“ aber wirklich absolut lohnenswert.

Die letzte Steilstufe im Anstieg zur Chelenalphütte (2.350 m) ist schweißtreibend, dafür dürfen wir zu unserer Freude feststellen, dass wir die einzigen Gäste auf der Hütte sind. Remo, der Hüttenwirt, weiß viele interessante Geschichten über Hütte und Tal zu erzählen – und beherrscht auch das Handwerk der kulinarischen Verköstigung perfekt. Höhepunkt des Menüs? Sagenhaft köstliche Älplermakronen!

Die Etappe im Detail

Die Hütte im Detail

Etappe 3: Chelenalphütte - Alpin Center Sustenpass

Der dritte Tag der Urner Haute Route startet für uns mit Traumwetter und einem ziemlich gefrorenem Steilanstieg in Richtung Brunnenfirn, selbst mit Harscheisen sind sauberes Steigen und Konzentration im ersten Abschnitt gefordert. Danach wird das Gelände sanfter und der Schnee besser. Bald erreichen wir das Sustenlimi (3.089 m) und nach weiteren 400 Höhenmetern das Sustenhorn, mit 3.502 m den höchsten Punkt der gesamten Durchquerung. Die Aussicht von hier ist beeindruckend: Eiger, Mönch, Wetterhorn, Finsteraarhorn, Titlis, Fünffingerstock, Matterhorn scheinen zum Greifen nahe. Man kann sich kaum satt sehen.

Die Abfahrt erfolgt über den Steingletscher und endet am Alpin Center Sustenpass (1.865 m), wo wir uns zu unserer Überraschung wieder als einzige Gäste einfinden sollten. Hier warten zahlreiche Annehmlichkeiten: Strom, Heizung, Warmwasser, Duschen, guter Internetempfang – nach einer ausgiebigen „Rundumerneuerung“ lassen wir den Abend gemütlich am Kamin ausklingen.

Die Etappe im Detail

Etappe 4: Alpin Center Sustenpass - Sustlihütte

Über Nacht hat sich das Wetter deutlich verschlechtert: White-Out und Graupel begrüßen uns morgens. Daher entschließen wir uns, die Tour über den Sustenpass in Richtung Wassen abzubrechen – statt wie geplant bis Engelberg weiterzugehen. Aber: Auch die Umgehung des Tunnels verspricht Abenteuer und einige steile Querungen. Schließlich erreichen wir den Talboden und beenden unsere Durchquerung in Wassen. Fazit – trotz vorzeitigen Abbruchs: Hinter uns liegen vier geniale Tage! Die Urner Haute Route ist eine dringende Empfehlung.

Die (klassische) Etappe im Detail

Die Hütte im Detail

Etappe 5: Sustlihütte - Engelberg

Für alle, die mehr Glück mit dem Wetter haben: Die letzte Etappe wartet noch einmal mit einem absoluten Höhepunkt auf. Von der Sustlihütte (2.257 m) geht es zunächst über den Stössensattel nordseitig hinauf auf den Gipfel des Grassen (2.946 m), der zweifelsohne einen der schönsten Skigipfel der Zentralschweiz darstellt. Der Blick auf die mächtige Titlis-Südwand ist schlichtweg atemberaubend.

Und auch die Abfahrt ist fantastisch: Vorbei am Grassenbiwak schwingt man über die weiten Hänge des Firnalpeligletschers durch Rinnen und Mulden bis nach Herrenrüti-Engelberg ab. Hier endet nun die Urner Haute Route. Garantiert mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Die Etappe im Detail

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