Initiative

Nachhaltige Hütten: Naturfreunde kochen auf!

Hütten-Tipps • 12. Oktober 2016

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden laut Welternährungsorganisation jedes Jahr verschwendet. Das entspricht rund 1/3 der gesamten Lebensmittelproduktion. Die Naturfreunde haben gemeinsam mit 16 Hütten Tipps und Rezepte für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Lebensmitteln erarbeitet. Wir stellen euch einige davon vor.

Schutzhaus Neubau in der Goldberggruppe in Salzburg
Foto: Naturfreunde
Teil der Initiative: Das Schutzhaus Neubau (2.175 m) in Salzburg

Die Vernichtung von Lebensmitteln bedeutet eine unglaubliche Verschwendung unserer Ressourcen. Oft ist die leichtfertige Entsorgung von Lebensmitteln dem Umstand geschuldet, dass die Produkte nicht den ästhetischen Ansprüchen genügen – Stichwort: schrumpelige Äpfel – oder bereits zum Mindesthaltbarkeitsdatum weggeschmissen werden.

Produktion und Transport von Lebensmitteln verschlingen weitere wertvolle Ressourcen. Ein nachhaltiger Zugang zu Einkauf und Gebrauch von Lebensmitteln würde darum auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Treibhausgas-Bilanz nehmen.


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So schmecken die Berge
Über 100 Alpenvereinshütten sind bereits an der Inititative „So schmecken die Berge“ beteiligt. Damit verpflichten sie sich, ihre Produkte aus einem Umkreis von 50 km und möglichst aus ökologischer Berglandwirtschaft zu beziehen. Bei „So schmecken die Berge“ gilt: so lokal und regional wie möglich. Wir stellen euch einige der an der Inititative beteiligten Hütten vor. Die gesamte Liste findet ihr hier.

Naturfreunde-Hütten kochen auf!

Einen kleinen Beitrag im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung leisten aktuell die Naturfreunde mit ihrer Broschüre „Naturfreunde-Hütten kochen auf!“. Darin finden sich wertvolle Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln.

Das Einkaufen nach Einkaufslisten sowie Informationen zu Portionsmengen und der richtigen Lagerung von Produkten finden sich in der Broschüre ebenso wie Rezepte mit Tipps zur Verwertung von Restbeständen.

Die Rezepte wurden von den Naturfreunden gemeinsam mit 16 Hütten erarbeitet. Wir stellen euch 6 davon vor.


1. Pinzgauer Hütte, 1.700 m

Kitzbüheler Alpen / Salzburg

Pinzgauer Hütte
Hütte • Salzburg

Pinzgauer Hütte (1.700 m)

Die Pinzgauerhütte in den Pinzgauer Grasbergen ist ein Ziel, das zu erkunden sich zu allen Jahrenzeiten lohnt. Im Ski- und Wandergebiet „Schmittenhöhe“ oberhalb von Zell am See gelegen, ist die Hütte der ideale Ausgangspunkt für Wanderer, Skifahrer, Skitourengeher, Mountainbiker und Gipfelstürmer. Im Winter können sich die (Übernachtungs-) Gäste direkt vor der Hütte die Skier anschnallen und talwärts schwingen. Im Sommer ist die Pinzgauerhütte Startpunkt und Zwischenstation vieler Wanderungen; der Arnoweg durch das Bundesland Salzburg und der Weitwanderweg 02 von Niederösterreich bis Vorarlberg führen unmittelbar an der Hütte vorbei.  
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Pinzgauer Hütte liegt im Ski- und Wandergebiet „Schmittenhöhe“ oberhalb von Zell am See in den Pinzgauer Grasbergen und verwendet ausschließlich Lebensmittel aus der Region. Das Fleisch stammt von einem lokalen Metzger aus Zell am See, der Pinzgauer Käse vom Bauernhof, Kräuter und Gemüse überhaupt aus dem hütteneigenen Garten. In der Naturfreunde-Broschüre präsentiert die Pinzgauer Hütte ihr Rezept zu Bauernsalat mit Gröstl und Spiegelei.

  • Wieder geöffnet: Weihnachten - Ostern


Alle Rezepte und Tipps findet ihr unter:

Naturfreunde-Hütten kochen auf!


2. Höllensteinhaus, 645 m

Wienerwald / Niederösterreich

Höllensteinhaus
Hütte • Niederösterreich

Höllensteinhaus (645 m)

Das Höllensteinhaus (645 m), im Wienerwald vor den Toren Wiens, steht auf der bewaldeten und namensgebenden Erhebung Höllenstein. Hügel und Haus sind vom Biosphärenpark im Wienerwald und dem Naturpark Föhrenberge umgeben. Wir befinden uns hier in Niederösterreich und im Gemeindegebiet von Kaltenleutgeben. Das Höllensteinhaus ist Ziel von Kurzstrecken-, Weitwanderern, Wallfahrern und Mountainbikern. Die Wallfahrer sind auf der Via Sacra, dem Wiener Mariazeller Weg, Weitwanderer auf dem Nord-, dem Voralpen- und dem Niederösterreichischen Landesrundwanderweg unterwegs. Tagesausflüger marschieren den Mödlinger Rundwanderweg.  Direkt an der Hütte steht der Julienturm, eine 1880 errichtete Aussichtswarte. Sie gibt die Sicht auf Wien, das Wiener Becken, den Wienerwald, die Gutensteiner Alpen bis hin zu Neusiedlersee, das Wechselgebeit sowie Rax und Schneeberg frei. Das Höllensteinhaus brannte im Juni 2007 zweimal - am 23. Juni teilweise und am 26. Juni bis auf die Grundmauern - ab. Im Juni 2009 wurde das Wienerwald-Schutzhaus neu aufgebaut und wieder eröffnet.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Höllensteinhaus liegt auf dem bewaldeten Gipfel des Höllensteins (645 m) im Biosphärenpark des Wienerwalds und eröffnet freie Sicht auf die Rax und den Schneeberg. Die umfangreiche Speisekarte umfasst vor allem deftige Hausmannskost, unter anderem Rindsrouladen, Spanferkelstelzen, Krenfleisch und Würstelgulasch. In der Naturfreunde-Broschüre stellt das Höllensteinhaus sein Kaspressknödelsuppen-Rezept vor.

  • Öffnungszeiten: Immer Mittwochs (09:00-18:00 Uhr)


3. Schutzhaus Neubau, 2.175 m

Goldberggruppe / Salzburg

Schutzhaus Neubau
Hütte • Salzburg

Schutzhaus Neubau (2.175 m)

Das Schutzhaus Neubau liegt im Nationalpark Hohe Tauern in Salzburg und ist ein beliebter Stützpunkt auf dem Weg zum Hohen Sonnblick in der Goldberggruppe. Die Hütte steht auf historischem Boden: Einst wurde hier Gold abgebaut. Heute bevölkern nicht Goldgräber, sondern Bergsteiger, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer das Gebiet. Das Schutzhaus ist Ausgangspunkt des Tauerngold-Rundwanderweges, des Tauerngold-Erlebnisweges und des Gletscherlehrpfades der Naturfreunde. Von Kolm-Saigurn aus gelangt man auf zwei Routen zum Schutzhaus: Über den Barbarawasserfall und über den weniger steilen Familienwanderweg, der auch für Familien mit kleineren Kindern zu bewältigen ist.  
Geöffnet
Apr - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Schutzhaus Neubau liegt im Nationalpark Hohe Tauern auf historischem Boden am Hohen Sonnblick (3.106 m). Einst wurde hier Gold abgebaut. Heute locken vor allem Gipfel und Kulinarik auf über 2.000 m. Im Schutzhaus Neubau kommt ausschließlich Saisonales auf die Teller, alle Speisen werden frisch zubereitet. Besonders empfehlenswert sind die Kaspressknödel sowie die Kasnocken. In der Naturfreunde-Broschüre präsentiert die Hütte ihr Rezept zu Fleischkrapfen mit Sauerkraut.

  • Wieder geöffnet: Ab April


4. Hochangerschutzhaus, 1.312 m

Lavanttaler Alpen / Steiermark

Hochangerschutzhaus
Hütte • Steiermark

Hochangerschutzhaus (1.312 m)

Am Brucker Hochanger in der Steiermark, dem Hausberg von Bruck an der Mur, steht auf dessen höchstem Punkt dieses Schutzhaus, das nicht zuletzt ob der fantastischen Fernsicht lockt. Bis man dieses Ziel erreicht hat, dauert es freilich seine Zeit, denn keiner der Zustiege ist in weniger als 2 h Gehzeit zu schaffen.  Dafür sind sämtliche Wege wenig anspruchsvoll (u.a. über eine Forststraße) und werden im Winter bei guter Schneelage auch mit Schneeschuhen oder mit Tourenski bewältigt. Von Bruck führt zudem eine als solche ausgewiesene, neun Kilometer lange Mountainbikestrecke ans Ziel. Von Dezember bis April ist die kinderfreundliche Hütte nur an Wochenenden geöffnet, in der Sommersaison täglich, außer am Mittwoch. Wegen der beschränkten Wandermöglichkeiten im direkten Hüttenumfeld ist dieser Stützpunkt in erster Linie Ziel für Tagesausflügler. Aber ein wahrlich lohnendes. Den Gipfel des Dürregg (1.406 m) erreicht man in 20 Minuten, die Hütte liegt außerdem am Naturfreunde-Rundwanderweg.  
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Hochangerschutzhaus liegt am Brucker Hochanger, dem Hausberg von Bruck an der Mur. Kulinarisch wird gleichermaßen viel Wert auf saisonale wie regionale Produkte gelegt. Das Angebot ist überschaubar, dafür immer frisch und selbst zubereitet. Die Naturfreunde-Broschüre enthält das hütteneigene Rezept zu Eierschwammerlsauce mit Semmelknödeln.

  • Wieder geöffnet: Ab 31. Oktober bis April (an den Wochenenden)


5. Traisnerhütte, 1.313 m

Gutensteiner Alpen / Niederösterreich

Traisnerhütte
Hütte • Niederösterreich

Traisnerhütte (1.313 m)

Die Traisnerhütte auf der Hinteralm in den Gutensteiner Alpen liegt inmitten der „grünen Lunge“ Niederösterreichs: Drei Viertel der Region sind mit Wald bedeckt. Nur rund eine Autostunde von Wien entfernt findet man hier eine idyllische Almenlandschaft mit einem dichten Netz an Wanderwegen und alpinen Steigen. Ein Sessellift erschließt die Region rund um den 1.248 Meter hohen Muckenkogel. An schönen Tagen reicht der Blick von der Traisnerhütte vom Schneeberg bis zum Traunstein. Jedes Jahr im März wird bei der Hütte ein Nostalgieskirennen ausgetragen. Teilnehmen darf nur, wer entsprechend adjustiert ist – auf Holzskiern ohne Stahlkanten, mit Lilienfelder Stahlsohlenbindung und Einstock.  
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Traisnerhütte liegt auf der Hinteralm inmitten der „grünen Lunge“ Niederösterreichs: 3/4 der Region sind mit Wald bedeckt. Das kulinarische Konzept der Hütte folgt dem Prinzip: Weniger ist mehr. Das Speisenangebot wechselt täglich und wird bewusst klein gehalten. Die Zutaten stammen großteils aus der Region. In der Naturfreunde-Broschüre verrät die Traisnerhütte ihr Hüttenpfandl-Rezept.

  • Wieder geöffnet: Ab 1. November bis Ende April


6. Ennser Hütte, 1.293 m

Oberösterreichische Voralpen / Oberösterreich

Ennser Hütte
Hütte • Oberösterreich

Ennser Hütte (1.293 m)

Am Rande der Nationalparkregion Kalkalpen bei Großraming in Oberösterreich lockt dieser Stützpunkt mit einer gigantischen Aussicht über das Sensengebirge bis zum Traunstein. Die Hütte ist ideales Ausflugsziel für Wanderer und Mountainbiker, im Winter ist die Hütte am besten mit Schneeschuhen erreichbar. Erklimmt man den Almkogel (1.513 m), was in rund 45 Minuten zu schaffen ist, belohnt man sich mit einem Rundumblick vom Alpenvorland zum Ötscher und bis hinein in die Schladminger Tauern. Darüber hinaus sind herrliche Panoramawanderungen möglich – Infos gibt’s bei den Hüttenwirten.  
Geöffnet
Mär - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Ennser Hütte in der Nationalpark-Region Kalkalpen lockt mit einer gigantischen Aussicht über das Sensengebirge – und mit Qualitätsprodukten aus der Region. Alle Gerichte werden frisch am Holzofen zubereitet, die Mehlspeisen sind allesamt hausgemacht. In der Naturfreunde-Broschüre stellt die Ennser Hütte ihr Topfenkuchen-Rezept vor.

  • Wieder geöffnet: Ab November


Tipp

Weitere Informationen und wertvolle Tipps findet ihr unter:

Naturfreunde-Hütten kochen auf!


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