Hütten

7 Hütten mit weltberühmten Gästen

Hütten-Tipps • 7. August 2019

Schon seit vielen Jahrhunderten bieten Hütten in den Bergen leidenschaftlichen Alpinisten und gemütlichen Wanderern Schutz. Daher ist es kaum verwunderlich, dass es über die Jahre die eine oder andere berühmte Persönlichkeit in so manche Berghütte verschlagen hat. Wir stellen euch 7 Hütten vor, deren Hüttenbücher bekannte Namen zieren.

Siegmund Freud war zu Gast im Ottohaus auf der Rax
Foto: mauritius images / Chromorange / Ernst Weingartner
Siegmund Freud war zu Gast im Ottohaus auf der Rax

1. Sigmund Freud: Otto-Haus, 1.650 m

Niederösterreich / Rax-Schneeberg-Gruppe

Otto-Haus
Hütte • Niederösterreich

Otto-Haus (1.650 m)

Das Otto-Haus (1.650 m) auf der Rax in Niederösterreich, das aus Hirschwang mit der Rax-Seilbahn zu erreichen ist, gehört zu den schönsten Ausflugsziele in den Wiener Alpen. Es steht, dem Jakobskogel vorgelagert, markant auf der Ostseite der Rax über dem Höllental mit freier Sicht auf den Schneeberg und in das Schwarzatal bis Gloggnitz. Unterhalb des Otto-Hauses erstreckt sich auf 4.000 m² der Alpengarten Rax. Dort wachsen rund 200 Pflanzen, die im Rax- und Schneeberg-Gebietes heimisch sind. Die Blütezeit der meisten dort gedeihenden Arten ist von Juni bis August. Das leicht zu erreichende Schutzhaus wird von Menschen aus dem Großraum Wien, die für eine Landpartie kurzzeitig urbane gegen alpine Atmosphäre tauschen, von Sommerfrischlern aus den Zweitwohnsitzen am Fusse der Rax und des Semmering sowie von eingefleischten Wanderern und Rax-Liebhabern besucht.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Sigmund Freud war ein begeisterter Wanderer und begab sich zur Sommerfrische oft mit seiner Familie auf die Rax. 1893 begegnete er Aurelia Kronich, der Tochter der Pächterin des Ottohauses, die sich mit den Worten „ist der Herr ein Doktor?“ an Freud wandte. Sie ging als „Fall Katherina“ in seinem Buch „Studien der Hysterie“, das einen wesentlichen Grundstein für die Psychoanalyse legte, in die Geschichte ein. Somit war das Otto-Haus Schauplatz von Sigmund Freuds erster Analyse.

Die Hütte ist einfach zu Fuß oder mit der Rax-Seilbahn zu erreichen und zählt zu den schönsten Ausflugszielen der Wiener Alpen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es – damals wie heute – gerne von vielen Menschen aus dem Großraum Wien besucht wird, die zumindest kurz den Häuserschluchten der Stadt entkommen möchten.

2. Viktor Frankl: Rax-Alm Berggasthof, 1.545 m

Niederösterreich / Rax-Schneeberg-Gruppe

Berggasthof - Außenansicht Winter
Hütte • Niederösterreich

Rax-Alm Berggasthof (1.545 m)

Der Rax-Alm Berggasthof ist zugleich die Bergstation der Rax-Seilbahn, die Besucher in acht Minuten auf 1.545 Meter bringt. Von den Zimmern mit selbst getischlerten Holzmöbeln ist ein Ausblick bis zum Neusiedlersee möglich. Typisch österreichsiche Küche wird angeboten, eine Spezialität ist das hausgemachte Gulasch. Der Berggasthof dient als Ausgangspunkt für das bekannte "Hüttenhüpfen" auf dem Rax-Plateau. Auch Kinder können die leichten Wanderungen mitmachen. Im Winter können Schneeschuhe ausgeliehen werden.  
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Noch einen weiteren berühmten Wiener Psychiater verschlug es auf die Rax: Viktor Frankl war nicht nur ein begeisterter Bergsteiger – der es übrigens bis zum Bergführer brachte – sondern vor allen ein leidenschaftlicher Kletterer. Zahlreiche Tage verbrachte er auf der Rax-Bergstation, wo viele Grundkonzepte seiner Theorien entstanden. Für den Vater der Logotherapie – eine Lehre, die sich mit existenziellem Frust auseinandersetzt – wurde daher stets ein Zimmer im Rax-Alm Berggasthof freigehalten. Von hier genießt man bei gutem Wetter einen Ausblick bis hin zum Neusiedlersee.

3. Albert Einstein: Jamtalhütte, 2.165 m

Tirol / Silvretta

Jamtalhütte
Hütte • Tirol

Jamtalhütte (2.165 m)

Die Jamtalhütte steht auf 2.165 m Seehöhe inmitten des Silvretta-Gebirges in Tirol. Der Talort ist Galtür. Die Hütte ist ein beliebtes Ziel für Naturfreunde jeden Alters: ob Familien mit Kindern, Senioren oder ambitionierte Sportler. Im Sommer sind es Wanderer, Kletterer, Slackliner und Mountainbiker, im Winter Snowboarder, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Eis-Kletterer, die die Jamtalhütte besuchen. Sieben Monate im Jahr wird die Hütte bewirtschaftet.
Geöffnet
Feb - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Den Inbegriff des Genies, Albert Einstein, zog es ebenfalls in die Alpen. In jungen Jahren war er aufgrund seiner Kontakte zu zahlreichen Wiener Wissenschaftlern, wie etwa Erwin Schrödinger oder Karl Popper, des Öfteren in Österreich zu Besuch. Von Galtür aus brach Einstein 1912 ins Gebirge auf und marschierte bis zur Jamtalhütte, wo er sich auch ins Hüttenbuch eintrug. Heute zählt die geschichtsträchtige Hütte, die über die Jahre mehrmals erweitert und erneuert wurde, zu den modernsten Alpenvereinshütten und der Zustieg ist auch für Nicht-Bergsteiger leicht zu schaffen.

4. Ernest Hemingway: Lindauer Hütte, 1.744 m

Vorarlberg / Rätikon

Die Lindauer Hütte mit Bergpanorama
Hütte • Vorarlberg

Lindauer Hütte (1.744 m)

Die Lindauer Hütte (1.744 m) steht am Ende des Gauertals im Montafon und ist von Gipfeln und Nordabhängen des Rätikon umrahmt. Am Ausgang des Hochgebirgstales liegen die Orte Tschagguns, mit dem Ortsteil Latschau, und Schruns. Sie liegt am Fuße der Drei Türme (Großer Turm - 2.830 m) und wird von Sulzfluh und Drusenfluh flankiert. Diese drei Gipfel zählen zu den zehn höchsten Gipfeln des Rätikons. Hütte und Gipfel sind zu einem eindrucksvollen Ensemble verschmolzen.  Die Lindauer Hütte wurde bis zum Beginn der Wintersaison 2016 um ein Schlaf- und Personalhaus erweitert. Das Schutzhaus hat punkto Gastronomie und Beherbergung Hotel-Niveau erreicht. Im Sommer wird es von Wanderern, Bergsteigern, Kletterern und Mountainbikern aufgesucht. Bei Schnee verwandelt sich die Hütte in ein Winterschloss, das Rodler, Schneeschuh- und Skitourengeher magisch anzieht. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway ist bekannt für seinen turbulenten Lebensstil, viele wissen aber nicht, dass er auch ein passionierter Skifahrer und Tourengeher war. Die Wintersaison 1924/25 und 1925/26 verbrachte er bevorzugt in Österreich im Montafon wo er sich – wohl als einer der ersten wahren Freerider – auf Abfahrten begab, die mit der damaligen Ausrüstung äußerst gewagt waren. Zwischen ausgedehnten Touren übernachtete er dabei unter anderem in der Lindauer Hütte, aber auch die Wiesbadener Hütte und die Jamtalhütte dienten als Skitourenstützpunkte. Heute ist die Lindauer Hütte mit den Gipfeln des Rätikons zu einem eindrucksvollen Ensemble verschmolzen und bietet im Sommer wie auch im Winter Unterschlupf für zahlreiche Gäste.

5. Prinzregent Luitpold von Bayern: Wimbachschloss, 937 m

Bayern / Berchtesgadener Alpen

Berggaststätte Wimbachschloss
Das im Nationalpark Berchtesgaden, zwischen dem Hochkalter und dem Watzmann, gelegene Wimbachschloss wurde im Jahre 1784 erbaut und bis ins 19. Jahrhundert als Jagdschloss genutzt. Es liegt auf einer Seehöhe von 937 m und wird nun als Gaststätte ohne Übernachtungsmöglichkeit betrieben. Inmittern der Berchtesgadener Alpen ist es ein beliebtes Ausflugsziel in Bayern. Der Zustieg erfolgt am besten vom kostenpflichtigen Parkplatz Wimbachbrücke. Relativ flach führt der Weg an der beeindruckenden Wimbachklamm vorbei und in knapp 1:30 h erreicht man das Wimbachschloss.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Wimbachschloss wurde bereits 1784 vom letzten Fürstprobst Berchtesgadens gebaut. Ab 1810 wurde es von den neuen Herrschern als Jagdschloss genutzt und besonders König Max II. und Prinzregent Luitpold von Bayern veranstalteten hier Hofjagden. Heute etwas bescheidener geführt, liegt die Berggaststätte mitten im Nationalpark Berchtesgaden zwischen Hochkalter und Watzmann. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es keine, das Schlösschen wird aber von Wanderern und Tagesausflüglern für die Kulinarik hoch geschätzt.

6. Reinhold Messner: Düsseldorfer Hütte, 2.721 m

Südtirol / Ortler-Alpen

Düsseldorfer Hütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Düsseldorfer Hütte (2.721 m)

Die Düsseldorfer Hütte (2.721 m) liegt im Ortlergebiet, eingebettet in die atemberaubende Suldner Gletscherwelt. Dieses Jahr steht alles unter dem Motto „Generationenwechsel“: Die Hütte wird seit Ihrer Entstehung von der Familie Reinstadler bewirtschaftet. Walter Reinstadler, Bergführer, Bauer und Hüttenwirt aus Leidenschaft hat seine Hütte nun an seinen Sohn Martin übergeben. Somit wird die Hütte nun in 5. Generation geführt. Martin und Veronika freuen sich im heurigen Sommer auf viele nette Bergwanderer. Zu den Besuchern zählen vor allem Wanderer, Bergsteiger, Kletterer und Familien. Bisweilen lässt sich auch Reinhold Messner auf der Hütte blicken, der auf den Almen von Sulden eine Herde von Yaks unterhält und im Dorf in einem restaurierten Bergbauernhof einen Buschenschank besitzt. 2004 hat er zudem das Messner Mountain Museum Ortles eröffnet. Der von der Hütte am einfachsten zu erreichende Dreitausender ist das Hintere Schöneck, wo schon während des Aufstiegs (1:15 h Gehzeit) ein herrlicher Ausblick zum Reschensee und dem restlichen Obervinschgau die Laune hebt. Mindestens 2:30 h muss man einplanen, wenn man auf die Tschengelser Hochwand (3.370 m) steigen möchte. Hier entschädigt der Blick über den Vinschgau für die Mühen. Die Tschengelser Hochwand ist ebenso über einen sehr interessanten Klettersteig zu erreichen (ca. 3h). Ebenfalls der Aufstieg auf den großen Angelus wird bei schönem Wetter mit einem traumhaften Blick belohnt. Die Hütte ist im Sommer geöffnet und verfügt zudem über einen Winterraum. Somit ist sie hin und wieder auch Anlaufstelle für Schneeschuhwanderer und Skitourengeher.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Kontemporäre Helden des Alpinsports wie Reinhold Messner waren schon in zahlreichen Berghütten zu Gast. Eine Hütte die er wohl öfter frequentiert, ist die Düsseldorfer Hütte unweit des kleinen Dorfes Sulden, wo Messner einen Bergbauernhof samt Burchenschank besitzt. Hier werden auch Yaks gezüchtet, eine ursprünglich aus Tibet stammende Rinderrasse, die Messner 1985 erstmals nach Sulden brachte. Im Juni führt er die zotteligen Tiere alljährlich auf die Almen von Sulden und dabei schaut er auch gerne bei der Düsseldorfer Hütte vorbei. Eingebettet in die atemberaubende Suldner Gletscherwelt lockt sie zahlreiche Wanderer, Bergsteiger, Kletterer und Familien an.

7. Heinz Fischer: Buchsteinhaus, 1.571 m

Steiermark / Ennstaler Alpen

Buchsteinhaus
Hütte • Steiermark

Buchsteinhaus (1.571 m)

Das Buchsteinhaus, das 2010 an gleicher Stelle neu errichtet wurde, liegt auf der Südseite des Buchsteinstockes in den Ennstaler Alpen. Bereits seit dem Jahr 1924 bietet die Schutzhütte, die von den Naturfreunden Ortsstelle Steyr erbaut wurde, Unterkunft für Gesäuse- und Berg-Begeisterte jeden Alters. Die Hütte liegt auf dem Weg zur Besteigung des Großen Buchsteins (2.224 m) und der St. Gallener Spitze (2.144 m). Gipfel und Hütte wollen verdient sogar regelrecht erobert werden. Der Aufstieg auf das Buchsteinhaus eignet sich junge und heranreifende Alpinisten dann, wenn sie über eine gute Grundkondition verfügen. Das Buchsteinhaus ist auch Wegmarke auf dem Gesäuse-Hüttenrundwanderweg.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der ehemalige Bundespräsident Österreichs, Dr. Heinz Fischer, ist bekannterweise ein leidenschaftlicher Wanderer. Im Blitz-Interview verriet uns der gebürtige Steirer außerdem seine absolute Lieblingshütte: das Buchsteinhaus in den Ennstaler Alpen. Die 2010 neu errichtete Hütte im steirischen Gesäuse hat eine rund hundertjährige Geschichte aufzuweisen und bietet seit jeher Unterschlupf für Berg-Begeisterte jeden Alters. Sie liegt auf dem Weg zum Großen Buchstein (2.224 m) und zur St. Gallener Spitze (2.144 m).

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