Hütten

5 Hütten für Kletterer in der Schweiz

Hütten-Tipps • 2. Mai 2017
von Gabi Ebner

Auch wenn’s grad noch nicht danach aussieht – die nächste Klettersaison kommt ganz bestimmt. Mit dem Planen kann man auf jeden Fall schon mal beginnen! Wir stellen euch fünf Hütten-Stützpunkte – bekannte und weniger bekannte – für alle Ansprüche und ein gelungenes Kletterwochenende vor.

Wiwannihütte
Foto: Egon Feller
Die Wiwannihütte (2.470 m) im Oberwallis

1. Albigna Hütte, 2.336 m

Graubünden/Berninagruppe

Capanna da l'Albigna
Hütte • Graubünden

Capanna da l'Albigna (2.336 m)

Die auf 2.336 m Höhe liegende Capanna da l’albigna ist eine Berghütte des Schweizer Alpinen Clubs im Kanton Graubünden.  Ihr zu Füßen liegt der Albigna See, dessen Staumauer 1959 fertiggestellt wurde. Eingebettet in einer wunderschönen Landschaft aus Granitzacken, Bergen, Pässen, Seen und Gletscher ist die moderne Hütte in den Bernina Alpen ein idealer Ort für Tagesausflügler, Familien, und Hüttenwanderer. Mit seinen unzähligen Kletterrouten und dem angrenzenden Badesee ist das Albignagebiet darüber hinaus ein Eldorado für Kletterer aller Alters- und Leistungsklassen.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Wer klettert kennt das Bild vom kühnen Granitzacken der Fiamma, auf deren Spitze nur ein Mensch Platz hat – einmal im Leben muss man dort oben gewesen sein! Von der Albigna Hütte (Capanna da l'Albigna) im Bergell aus kann man sich diesen Klettertraum erfüllen – und noch ein paar mehr: Rund um die Albigna Hütte sorgt der helle und bombenfeste Bergeller Granit für ein wahres Kletter-Eldorado.

An der Wand der Spazzacaldeira mit steilen Platten finden sich einige der schönsten Mehrseillängen-Granitklettereien überhaupt, gekrönt von den faszinierenden Schlusslängen auf die Fiamma und den Dente. Am Biopfeiler, an der Punta Albignia und am Fracchiccio finden sich exzellente Touren, die das Zeug zu modernen Klassikern haben. Meist sind die Kletterrouten gut, aber in größeren Abständen gesichert und erfordern hier und dort den Einsatz von Friends oder Keilen.

Tipp für alle, die es nicht so mit dem Wandern haben: Der Zustieg zur Hütte wird beträchtlich kürzer, wenn man die kleine Seilbahn von Pranzaira nützt.


2. Wiwannihütte, 2.470 m

Wallis/ Berner Alpen

Wiwannihütte
Hütte • Wallis

Wiwannihütte (2.470 m)

Die Wiwannihütte ist eine einfache und private Schutzhütte im Wallis, hoch über dem Rhonetal. Ihre aussichtsreiche Lage lockt Wanderer, Bergsteiger und Kletterer zu gleich. Unweit der Hütte befindet sich ein Klettergarten mit mehr als 50 Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Gleich daneben ein paar knifflige Boulderblöcke. Darüberhinaus ist sie ein ausgezeichneter Stützpunkt für Weitwanderungen und Treks durch das UNESCO Weltnaturerbe Bietschhorn-Aletsch-Jungfrau. Zahlreiche Schul- und Themenwochen finden jährlich ihren Anklang auf der Wiwannihütte. Rundum: eine Hütte für die gesamte Familie mit schier endlosen Möglichkeiten des Zeitvertreibs.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

In der Felsarena des Wiwanni findet jeder Kletterer das Glück auf seine Weise: In den über 70 Seillängen der hüttennahen Klettergärten, in 30 alpinen Sportkletterrouten oder in der klassischen alpinen Gratüberschreitung zwischen Augstkummenhorn und Wiwannihorn. Griffiger Gneis und Routen in allen Schwierigkeitsgraden bieten genug Betätigung für ein langes Wochenende.

Die heimelige Wiwannihütte steht wie auf einem Balkon in fantastischer Lage über dem Rhonetal. Überwältigende Aussichten auf die 4.000er des Wallis begleiten einen hier überall. Hüttenwart Egon Fellner hat seit den 90er Jahren viele Routen eröffnet und laufend ergänzt. Die Touren sind in der Regel gut gesichert, ein wenig Erfahrung mit mobilen Sicherungsmitteln schadet aber nicht. Die Gratüberschreitung ist ein grandioses Abenteuer mit eindrücklichen Tiefblicken für erfahrene Bergfexe.


3. Bergseehütte, 2.370 m

Uri/ Urner Alpen

Bergseehütte
Die Bergseehütte ist eine Schutzhütte des Schweizer Alpenclubs SAC (Sektion Angenstein) und liegt am Ende des Göschenertals (Urner Alpen). Sie ist Ausgangspunkt zahlreicher Sommer- und Wintertouren auf das Sustenhorn (3.503 m) und die sie umgebenden Gipfel und Gletscher. Der Blick nach Westen gen Dammastock ist umwerfend. Das geräumige Haus hat für 65 Gäste Platz und ist in traditioneller Bauweise errichtet.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Gipfel rund um die Bergseehütte über dem Göschenertal bieten ein Genusskletterrevier der Extraklasse. Schweizer Qualitätsgranit und grandiose Ausblicke zum vergletscherten Dammastock verleihen den Klettereien hochalpines Flair. Toni Fullin, Hüttenwart der gemütlichen Bergseehütte, hat am Schijenstock, am Bergseeschijen und am Hochschijen eine Menge Touren nach Plaisir-Kriterien erschlossen und saniert. Problemlose Zu- und Abstiege tragen noch weiter zur Beliebtheit des Gebietes bei. In Hüttennähe gibt es einige Klettergärten und sogar einen Kletterlernpfad, in dem Anfänger und Kinder erste Versuche in einer Mehrseillängen-Tour unternehmen können.

Dank der südseitigen Ausrichtung kann schon früh im Jahr geklettert werden, ab Ende Mai hat die Bergseehütte wieder geöffnet. Der Genussklassiker am Bergseeschijen ist der Südgrat (10 SL, 4c) mit Wandkletterei im unteren Teil und luftiger Gratschneide oben. Genauso schön, aber etwas schwieriger sind die Via Claudia (5c+) und die Via Andrea (5a) – um nur ein paar wenige der vielen Möglichkeiten zu erwähnen.


4. Schienberghütte, 1.280 m

Schwyz, Schwyzer Alpen

Schienberghütte
Das Ferienhaus der Naturfreunde liegt südlich der Ibergeregg, etwas abseits der Passtrasse in einer ruhigen Geländekammer mit wunderbarer Rundsicht vom Fronalpstock über Pilatus, Rigi und zum Grossen Mythen und auf den Vierwaldstättersee. Die Hütte ist seit über 80 Jahren im Besitz der Naturfreunde Sektion Zug. In unzähligen freiwilligen Arbeitseinsätzen wurde das ehemalige Bauernhaus zu einem gemütlichen, mit gutem Komfort ausgestattetem Haus ausgebaut. Mitten im Grünen gelegen und von Wald umgeben ist das Haus im Sommer für Familien-Ferien und als Ausgangsort für schöne Wanderungen geeignet. Im Winter hat man trotz ruhiger Lage eine direkte Verbindung zum Schigebiet Ibergeregg mit 15 Anlagen und fünf leichten bis mittelschweren Pisten.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Selbstversorger

Leicht erreichbar, meist oberhalb der Nebelgrenze und dazu noch familientauglichen Kletterspaß – all das bieten die Klettergebiete am Ibergeregg. Nicht allzu hoch gelegen und mit vielen sonnigen Sektoren bietet sich das Gebiet für einen Frühlingsklettertrip über’s Wochenende geradezu an. Idealer Ausgangspunkt ist die Schienberghütte, die etwas südlich des Ibergeregg gelegen ist.

Der Chli Schijen ist eine Gruppe von Felsnadeln und Kalkriffen, die Klettergebiete sind entsprechend etwas verteilt. Man kann leicht zwischen Sonne und Schatten, leichten und schweren Routen hin und her wechseln, außerdem finden sich mehrere Feuerstellen für’s Grillvergnügen in der Pause. Am Gross Schijen ist es meist ruhiger, die Routen sind dort generell etwas schwieriger (6a – 7a), aber absolut lohnend. Beide Gebiete zeichnet wasserzerfressener, rauher Kalk mit Löchern und Leisten, aber auch Dächern und Verschneidungen aus. Der Großteil der Routen ist saniert und sehr gut abgesichert.


5. Länta-Hütte, 2.094 m

Graubünden, Adula Alpen

Länta Hütte
Hütte • Graubünden

Länta-Hütte (2.094 m)

Die Läntahütte ist eine Hütte der Schweizer Alpen Clubs in den Adula-Alpen im Kanton Graubünden. Sie liegt im Länta, im oberen Talabschnitt des Valsertals, zwischen Zerfreilasee und Rheinwaldhorn, auf über 2.090 m Höhe.   1913 wurde die erste Hütte gebaut, 1968 nach einem Lawinenabgang die jetzige Hütte neu errichtet und 2005 letztmalig renoviert. Im Jahr 2013 wurde das 100-jährige Bestehen der Hütte gefeiert, die mit viel Engagement und Herzblut von der Sektion Bodan betreut wird. Beliebt ist sie als Ausgangspunkt für Hochtouren im Sommer und Skitouren im Winter. Aber eigentlich lassen sich alle Bergaktivitäten in der Länta ausführen. So gibt es zahlreiche Klettermöglichkeiten, wie das Zerfreilahorn oder ganz einfach der Klettergarten in Hüttennähe.  Auch für Familien eignet sich die Läntahütte mit ihrer Umgebung als Wanderziel.  So locken unterwegs Alp- und Wildtiere, die Hüttenesel, tolle Felsen zum Spielen und Klettern und abends sogar ein Geschichten erzählender Hüttenwart.
Geöffnet
Mär - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Länta-Hütte liegt ganz hinten im Graubündner Valsertal und ist umgeben von einem äußerst vielfältigen alpinen Sportklettergebiet. Das markante Zerfreilahorn fordert alpines und athletisches Klettern in bombenfestem, blank geschliffenem Gneis. Lohnende Klassiker sind der Südgrat und der Nordostgrat. Die Routen sind eingebohrt, die Hakenabstände aber eher sportlich, Topos gibt es auf der Hütte.

Überhaupt ist im ganzen Länta mit mehr als 200 Routen zwischen Zerfreilasee, Zerfreilahorn, Lampertschalp und Länta-Hütte alpines Gespür und beherztes Handeln gefragt: Die Routen sind gut abgesichert, aber nur wo es notwendig ist. Wo es möglich ist muss selbst gesichert werden, der angegebene Grad ist zwingend zu klettern. Ein richtiges Abenteuergebiet, wenn man solide Erfahrung und gefestigte Moral im alpinen Gelände hat.

Gemütlicher geht es beim Klettern direkt um die Hütte zu. In den verschiedenen Sektoren des Klettergartens ist Plaisir-Klettern angesagt, auch Kinder haben hier Spaß.


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