Genuss im Dreiländereck

Hüttenwanderungen in der Kärntner Bergwelt

Hütten-Tipps • 23. September 2015
von Alexandra Kimmer

Kärnten ist das Land der tausend Seen. Während sich ein Großteil der Gäste am Schwimmen, Segeln oder Windsurfen erfreut, hat Alexandra Kimmer die Schönheit der Kärntner Berge für sich entdeckt.

Gradental

Hüttenzauber

In Kärnten gibt es 61 Schutzhütten und rund 1900 Almen, von denen allerdings nicht mehr alle bewirtschaftet sind. Manche davon sind ganzjährig geöffnet, wie etwa das Dobratsch Gipfelhaus oder die Klagenfurter Hütte, andere nur wenige Monate im Sommer - wie das Arthur-von-Schmid-Haus oder die Alexanderhütte.  
 
Auch das Angebot rund um Hütten und Almen ist vielseitig: Von Klettergärten, Streichelzoos oder Naturspielplätzen reicht die Palette bis hin zu Erlebniswanderwegen und Lehrpfaden. Oft werde ich gefragt: „Welche ist die schönste Hütte?“ Ich denke dann an die älteste Hütte in Kärnten – das 1874 erbaute Koralpenhaus. Oder doch die höchstgelegene Hütte – die Erzherzog-Johann-Hütte auf 3.454 Metern. Oder die jüngste Hütte – z.B. das neue Hannoverhaus am Fuße des Ankogels.
 
Schön ist eine Hütte für mich, wenn der Zustieg durch schattige Berg- und Zirbenwälder erfolgt, der Übergang über felsige Pässe und Pfade führt oder der gut markierte Wanderweg rauschende Bergbäche quert. Wenn dann die Hütte noch an einem romantischen Bergsee liegt, dann ist sie ein ganz besonders Juwel.   
 

Adolf-Nossberger-Hütte

Als Wanderparadies hat das südlichste Bundesland Österreichs von den Hohen Tauern und den Gurktaler Alpen im Norden über die Kreuzeckgruppe und die Gailtaler Alpen zu den Karnischen Alpen und den Karawanken im Süden einiges zu bieten. Ob Mountainbiken, Bergsteigen oder Wandern – für jeden Anspruch ist etwas dabei. Dabei ist, wie ich finde, nicht immer der Gipfel das Ziel. Eine bewirtschaftete Alm mit schöner Aussicht oder eine charmante Schutzhütte mit hervorragender Küche lassen den Trubel im Tal und an den Seen rasch vergessen. Jeder Berg hat seine eigene Charakteristik, jede Hütte ihre eigene Geschichte. Fernab eines komfortablen Lebensstils genieße ich hier das Reduzierte und lasse meine Seele baumeln.

Gaumenfreuden und Gourmets

Kärnten ist nicht nur das südlichste Bundesland Österreichs – es liegt auch im Dreiländereck zu Slowenien und Italien. Beeinflusst von den Esskulturen im Alpe-Adria-Raum wird der Wandergenuss in so manch gemütlicher Alm oder uriger Hütte somit erst perfekt: Nach traditionellen Rezepten werden regionale Produkte mit frischen Bergkräutern garniert und zu schmackhaften Gerichten verarbeitet.
 
Eine Hütte für echte Feinschmecker ist das Sadnighaus in der Asten. Dort serviert Margit Pobitzer deftige Speckknödel und würzige Kasspatzen auf Haubenniveau. Duftenden Bergkäse und echte Kärntner Brettljause gibt es auf der Lammersdorfer Hütte, die kürzlich mit dem Kärntner Qualitätssiegel geehrt wurde und saftigen Apfelstrudel verspricht die Eisenkappler Hütte am Hochobir. Den selbstgemachten Kräutertee lasse ich mir in der gemütlichen Gaststube der Adolf-Nossberger-Hütte besonders gut schmecken.  
 

Wiener Höhenweg Kärnten
Foto: Alexandra Kimmer
Wiener Höhenweg Kärnten

Meine liebsten Hütten- und Almtouren in Kärnten:

 

Aufs Sadnighaus mit Mohar

Eine leichte Almtour durch das Astner Hochmoor.
 

Auf das neue Hannoverhaus

Auf einem alten Römerweg zum neuen Schutzhaus.
 

Auf die Lasörnhütte

Eine einsame Hütte am östlichen Ende der Hohen Tauern.
 

Auf die Wolayerseehütte

Schöne, hochalpine Tour durch das Valentintal.
 

Auf die Eisenkappler Hütte

Auf den schönsten Aussichts- und Blumenberg in Unterkärnten.
 
 

Sadnighaus
Hütte • Kärnten

Sadnighaus (1.880 m)

Das Sadnighaus (1.880 m) im Astental ist am einfachsten mit dem Auto zu erreichen. Das Tal liegt in Kärnten und ist eines der östlichen Seitentäler des oberen Mölltals in der Goldberggruppe. Diese Gruppe ist wiederum eine Untergruppe der Zentralen Ostalpen und befindet sich in der östlichen Hälfte der Hohen Tauern.  Das Sadnighaus ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wander- oder Skitouren. Ski-Bergsteiger zieht es in das Astental, da die Süd-Abhänge des Tales fast baumfrei und deshalb sehr schön zu befahren sind. Das Haus bietet aber auch Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ungehinderten Zugang zur Natur. Holzüberstiege, Weideroste oder sonstige Hemmnisse wurden beseitig, Wege verbreitert. Insgesamt stehen Rollstuhlfahrern ab dem Sadnighaus acht Kilometer barrierefreie Wege zur Fauna und Flora des Tales bereit. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet
Das Hannoverhaus in der Abenddämmerung
Hütte • Kärnten

Hannoverhaus (2.565 m)

Das neue, moderne Hannoverhaus (2.565 m) liegt etwas unterhalb der Ankogelbahn am Etschsattel in der Ankogelgruppe. Talort ist Mallnitz in Kärnten. Von der Schutzhütte aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Dolomiten, die Julischen Alpen und einen Großteil der Hohen Tauern. Das Haus ist ein wichtiger Stützpunkt, da es direkt am Alpenhauptkamm, am Tauernhöhenweg und neben der Skipiste des Ankogels liegt. Vor allem Bergsteiger und Bergwanderer, aber auch Skitourengeher, Skifahrer und Familien kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit mit der Ankogelbahn ist das Schutzhaus auch bestens für Tagesausflüge geeignet.   
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet
Lasörnhütte
Hütte • Kärnten

Lasörnhütte (1.866 m)

Die urige Lasörnhütte befindet sich in Rennweg am Katschberg und liegt einsam auf einer schönen Almwiese am östlichen Ende der Hohen Tauern in Kärnten. Von der Terrasse hat man einen traumhaften Ausblick auf die umliegende Berglandschaft, in der sogar das seltene Edelweiß beheimatet ist. Die Hütte ist ein beliebter Einkehrort für Wanderer und Skitourengeher. Der Aufstieg zur Hütte mit Ausgangspunkt im Pöllatal ist nicht sehr schwer und eignet sich optimal für einen Wanderausflug mit der Familie. Beliebte Touren führen über das Lasörnkar auf die Seemannwand (2.822 m), Girlitzspitze (2.468 m) oder zum wunderschönen und glasklaren Lasörnsee (2.313 m). Wanderer schätzen vor allem die herrliche Natur in der Umgebung.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Wolyerseehütte
Hütte • Kärnten

Wolayersee-Hütte (1.960 m)

Im kärntnerisch-italienischen Grenzgebiet, im Herzen des Karnischen Alpenhauptkamms, liegt die Wolayersee-Hütte (1.960 m) direkt am gleichnamigen See. Umgeben von mächtigen Gipfeln wie der Hohen Warte (2.780 m) und der Seewarte (2.595 m) ist die Hütte einerseits wichtige Anlaufstelle auf dem Karnischen Höhenweg, andererseits Stützpunkt für Kletterkurse und Bergtouren. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei Klettergärten, deren Routen mit über 70 Bohrhaken, vom 4. bis zum 8. Schwierigkeitsgrad lt. UIAA. Zwei weitere Klettersteige führen auf die Hohe Wand. Rund um den See gibt es schöne Wander- und Tourenmöglichkeiten, auf dem sogenannten Geo-Trail erfährt man Wissenswertes über die Region. Die interessanten Aufstiegsmöglichkeiten zur Hütte locken Wanderer und Mountainbiker, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Eisenkappler Hütte
Die urige und familienfreundliche Eisenkappler Hütte (1.553 m) liegt am Hochobir in den Kärntner Karawanken. Sie ist vor allem als Tagesausflugsziel und Stützpunkt für Genusswanderer geeignet. Von der Hütte aus hat man einen herrlichen Blick auf die Karawanken und die Steiner Alpen.  
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Dobratsch Gipfelhaus
Wo das Dobratsch Gipfelhaus (2.143 m) steht, geht aus dem Namen eindeutig hervor: auf dem westlich des Stadtrandes von Villach beginnenden Dobratsch. Der Bergstock ist ein östlicher Ausläufer der Gailtaler Alpen. Er liegt zwischen den Flüssen Drau und Gail, die in Villach zusammenfließen. Das Haus sitzt im Gipfelbereich der höchsten Erhebung der Villacher Alpe. Das 2010 neu gebaute Gipfelhaus gilt als wegweisend dafür wie Schutzhütten der Zukunft aussehen könnten. Alpine Schutzhütten müssen mittlerweile sehr vielen ökologischen, ökonomischen und architektonischen Ansprüchen gerecht werden. Das Dobratsch Gipfelhaus, das noch dazu im Naturpark Dobratsch liegt, ist Ausdruck dieser, fast schon unzähligen Ansprüche. Es ist, nur um ein Beispiel dafür zu geben, nach modernsten Passivhaus-Richtlinien errichtet. Außerdem soll es effektiv zu bewirtschaften sein und aufgrund seiner Lage allen Gästegruppen - Tagesausflügler, Wintersportler, Bergwanderer und Genießer - nützlich sein, Erlebnisse vermitteln und Sehnsüchte stillen.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet
Klagenfurter Hütte
Die Klagenfurter Hütte (1.664 m) steht im Herzen der Karawanken auf der Matschacher Alm in Kärnten. Der Hochstuhl, der höchste Gipfel in den Karawanken, ist fast in Griffweite. Von der 2016 generalsanierten Hütte schaut man in das imposante Kar des Berges. Hütte und Alm sind zwischen Kosiak und Bielschitza eingebettet. Zu diesem Karawanken-Kleinod kann man aus Rosen- und Bärental, wovon Teile im Besitz der Familie des 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider stehen, oder aus dem Bodental aufsteigen.  Von der Johannsenruhe im Bärental ist die Klagenfurter Hütte in kurzer Gehzeit zu erreichen. Weg, Alm und Hütte eignen sich für Familien-Ausflüge. Das Gelände um die Hütte ist ein großer Naturspielplatz. Zu sehen und zu erkunden gibt es genug wenn man zu Fuß, mit Schneeschuhen oder dem Rad von Feistritz im Rosental oder Windisch-Bleiberg Richtung Hütte unterwegs ist. Der Hochstuhl ist via Klettersteig zu erklimmen. Oben auf Kosiak und Bielschitza kann man den Blick in den Süden nach Slowenien oder nach Norden in das Rosental und zur Drau schweifen lassen. Der Kosiak ist ein Skitouren-Gipfel an dessen Südwestflanke abgefahren und an dessen Nord- und Nordostseite in der schneefreien Zeit in unteren Schwierigkeitsgraden geklettert werden kann. Klettern kann man auch in der von der Hütte etwas weiter entfernten Vertatscha. Durch die Nordwand führen Routen in mittleren Schwierigkeitsgraden.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet
Arthur-von-Schmid-Haus
Am Ende des Kärntner Dösentals und hoch oberhalb von Mallnitz liegt in der Ankogelgruppe im Nationalpark Hohe Tauern der zweitgrößte Bergsee Kärntens, der tiefblaue Dösenersee. Direkt an seinem Ufer thront im Schatten des mächtigen Säulecks (3.081 m) das wunderbare, 1910/11 erbaute Arthur-von-Schmid-Haus (2.281 m). Dieser Stützpunkt ist auch für Familien mit Kindern relativ leicht zu erreichen. Zur Belohnung genießt man nicht nur den grandiosen Ausblick, sondern auch eine ausgezeichnete Küche. Im nahen Umfeld der Hütte befindet sich ein Klettergarten und ein schwieriger Klettersteig (Schwierigkeitsgrad E). Der Klettergarten ist gleichfalls der höchstgelegene im gesamten Alpenraum. Aber nicht nur Kletterer, Boulderer und Bergsteiger, auch Wanderer und Skitourengeher schätzen die Region. Die Hütte ist Stützpunkt an der Trekkingtour Hochalmrunde und auf dem Reißeck-Höhenweg sowie idealer Ausgangspunkt für Besteigungen des Säulecks und weiterer Gipfel wie der Ochladinspitze (2.776 m) oder der Mallnitzer Scharte (2.767 m).
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Adolf-Nossberger-Hütte
Die Adolf-Nossberger-Hütte, von Kennern auch „Nossi“  genannt, liegt auf 2.488 m paradiesisch im Herzen der Kärntner Schobergruppe mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Umgeben von drei malerischen Bergseen wie dem Gradensee und 15 Dreitausendern wie dem Großen Friedrichskopf, dem Georgskopf, dem Petzeck oder dem Keeskopf ist sie sowohl Stützpunkt für sportliche Bergsteiger und Kletterer, als auch ein gemütlicher Rückzugsort für erholungssuchende Familien mit Sinn für’s Kulinarische. Es gibt genug Möglichkeiten für allerlei Aktivitäten wie Kanufahrten auf dem Großen Gradensee, einen Klettergarten bei der Hütte, eine Bogenschießanlage, eine Seilrutsche über den See, ein gespanntes Drahtseil für Balanceakte oder ein gemütliches Bad in dem finnischen Badefass. Schneeschuhwanderern und Skitourengehern steht ein beheizter Winterraum zur Verfügung.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Koralpenhaus
Hütte • Kärnten

Koralpenhaus (1.966 m)

Egal ob als Stützpunkt für mehrere Tage oder nur als Zwischenstation – das erstklassig ausgestattete Koralpenhaus (1.966 m) auf der Kärntner Koralpe unterhalb der Goldhauben ist im Sommer wie im Winter gleichermaßen beliebt. Im Winter ob seiner Lage direkt an der Wasserhangabfahrt bei Alpinskifahrern, Tourengehern und Schneeschuhwanderern. Direkt vor der Hütte beginnt zudem eine 3 km lange Rodelbahn. Im Sommer genießen wiederum Wanderer das weitläufige Almgebiet sowie von der Terrasse aus das herrliche Panorama – man blickt über das Lavanttal bis zu den Karawanken und den Julischen Alpen. Bei klarer Sicht sieht man vom nahegelegenen Gipfel, den man in wenigen Minuten erreicht, sogar bis zum Großglockner.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet
Terrasse im Winter
Die Erzherzog-Johann-Hütte (3.451 m), die auf der so genannten Adlersruhe liegt, ist die höchstgelegene Schutzhütte in Österreich. Sie ist idealer Ausgangspunkt für die zweistündige Besteigung des Großglockners, des höchsten Berges in Österreich, ein Paradies für Bergsteiger und Kletterer. Nur 344 Höhenmeter müssen zurückgelegt werden. Erforderlich sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein sicherer Umgang mit dem Seil. Als Lohn wartet ein traumhaftes Panorama im Nationalpark Hohe Tauern.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

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