Tourentipps

6 lange Wanderungen in Deutschland

Touren-Tipps • 6. Juli 2017

Lange Tage, lange Touren: Je länger es hell ist, desto länger dürfen auch die Bergtouren ausfallen. Wir stellen euch 6 fordernde Marathon-Wanderungen in Deutschland vor.

Morgenstimmung am Berg
Foto: Christina Schwann, ökoalpin
Morgenstimmung am Berg

1. Wörner

Karwendel / Bayern

Wandern • Bayern

Wörner

Dauer
6:14 h
Anspruch
T6 extrem schwierig
Länge
13 km
Aufstieg
1.587 hm
Abstieg
1.327 hm

Fordernde Karwendel-Tour im Grenzgebiet von Bayern und Tirol: Von Mittenwald geht es zunächst einfach über die Hochlandhütte (1.623 m) hinauf zum Wörnersattel. Mit Erreichen des felsigen Geländes beginnt nun aber schon der schwierige Abschnitt der Tour. In leichter Kletterei (I-II) geht es hinauf zum Grat und über die steile Bergflanke schließlich weiter zum Gipfel des Wörners auf 2.476 m. Insgesamt werden 1.800 Höhenmeter bewältigt – wer es gemütlich angehen möchte, kann eine Nacht auf der Hochlandhütte verbringen.

Die Hochlandhütte im Detail:

Hochlandhütte
Hütte • Bayern

Hochlandhütte (1.623 m)

Die Hochlandhütte (1.623 m) steht auf einer Bergwiese, westlich unterhalb des Karwendel-Gipfels Wörner. Sie befindet sich in der nördlichen Karwendelkette, welche von Südwesten kommend am Wörner nach Osten umschwenkt. Von der Hütte schaut man auf das Wettersteingebirge mit Zugspitze und Alpspitze sowie auf das Estergebirge, eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete in den Bayerischen Alpen. Das Schutzhaus ist Tagestouren-Ziel für Wanderer, die aus Mittenwald und aus dem Oberen Isartal heraufkommen. Es ist auch Rastplatz und Etappenziel auf Mehrtages-Bergtouren in das nördliche Karwendel, sowie in die Soierngruppe. Die 1909 errichtete Hochlandhütte hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

2. Hochstaufen-Zwiesel-Überschreitung

Chiemgauer Alpen / Bayern

Anstrengend und lohnend: Die Zweigipfeltour in den Chiemgauer Alpen führt von der Padinger Alm (660 m) bei Bad Reichenhall über den unversicherten Steig „Steinerne Jäger“ zum Reichenhaller Haus (1.750 m) und von dort weiter auf den ersten Gipfel, den Hochstaufen auf 1.771 m. Die Überschreitung führt immer weiter am Kamm des Hochstaufen-Massivs entlang, nach 1.900 Höhenmetern steht man schließlich am zweiten Gipfel, dem Zwiesel auf 1.781 m.

Das Reichenhaller Haus im Detail:

Reichenhaller Haus
Oft kommt es zu Missverständnissen, aber: Beim Reichenhaller Haus und dem Staufenhaus handelt es sich um dasselbe Gebäude im Berchtesgadener Land. Knapp unter dem Gipfel des Hochstaufen gelegen, ist der Bau ein architektonisches Spektakel - es hat von Weiten den Anschein, als würde er an einer Felswand kleben. Gebaut wurde das Reichenhaller Haus von 1925 bis 1928, das heutige Gesicht bekam das höchst gelegene Schutzhaus in den Chiemgauer Alpen beim Großumbau 1974. Die benachbarte Staufenkapelle wurde 1929 geweiht. Von der Terrasse, auf der manchmal der Platz eng werden kann, haben Wanderer, Bergsteiger und erfahrene Kletterer einen fantastischen Blick auf Salzburg, die Berge des Salzkammerguts und die Berchtesgadener Alpen. Das Haus ist Stützpunkt für viele Bergtouren und Kletterrouten in der Staufengruppe – hervorzuheben sind der Staufengrat, die Route via Stoanerne Jaga , der Aufstieg ab Adlgass und auch der anspruchsvolle Pidinger Klettersteig. Für Familien mit Kindern ist das Reichenhaller Haus weniger gut geeignet.  
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

3. Großer Waxenstein

Wettersteingebirge / Bayern

Marathon-Tour im Wettersteingebirge mit knapp 2.000 Höhenmeter Anstieg: Aus Hammersbach bei Grainau führt die wenig begangene Tour zunächst durch die Höllenklamm zur Höllentalangerhütte (1.381 m) und von dort fordernd weiter auf den Großen Waxenstein (2.277 m). Der Gipfelblick entschädigt immerhin für die Mühen des Aufstiegs: Eibsee, Zugspitz- und Alpspitzmassiv präsentieren sich von hier oben in unvergleichlicher Pracht.

Die Höllentalangerhütte im Detail:

Höllentalangerhütte
Die im August 2015 neu eröffnete Höllentalangerhütte (1.387 m) ist ein großer sowie gemütlicher Bau aus Holz mit über 100 Schlafplätzen im Wettersteingebirge am Fuße der Zugspitze. Die alte Hütte wurde 2013 abgerissen und durch einen besonders lawinenbeständigen Neubau ersetzt. Im Jahr 2017 wurde sie mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ausgezeichnet. Sie ist beliebter Ausgangspunkt für erfahrene Bergsteiger, um die Zugspitze von ihrer anspruchsvollsten Seite, der Höllentalroute, zu erklimmen. Dennoch ist die Hütte auch für bergbegeisterte Familien ein lohnendes wie außergewöhnliches Ziel für Tagestouren oder als Wanderstützpunkt.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

4. Himmelreich - Hinterzarten

Schwarzwald / Baden-Württemberg

Die lohnende Wanderung auf den Höhen beiderseits des Höllentals im Schwarzwald weist zwar „nur“ knapp 1.300 Höhenmeter auf, verläuft dafür aber auf einer Strecke von beachtlichen 30 Kilometern. Von Himmelreich geht es auf dem Forstweg Holzeckweg in Richtung Hinterwaldkopf zum Rastplatz am aussichtsreichen Wiesensattel Holzeck. Der Abstieg führt über die Hinterwaldkopfhütte auf dem Ludwig-Thoma-Weg nach Hinterzarten, von wo aus man mit der Höllentalbahn zurück zum Ausgangspunkt fahren kann.


5. Siebengipfeltour

Siebengebirge / Nordrhein-Westfalen

Siebengipfeltour im Detail

Paradetour für Gipfelstürmer im Siebengebirge: Wie der Name schon verrät, kann man hier gleich sieben Gipfel auf einen Streich einsacken. Die Rundtour mit leichten Kraxelpassagen bringt es mit Gegenanstiegen auf rund 1.000 Höhenmeter und verläuft auf einer Wegstrecke von knapp 20 Kilometern. Ausgangspunkt ist Königswinter – die sieben Gipfel sind Petersberg (331 m), Nonnenstromberg (335 m), Großer Ölberg (460 m), Lohrberg (432 m), Löwenburg (455 m), Wolkenburg (324 m) und Drachenfels (321 m).


6. Rheinsteig: Von Rheinbrohl nach Rengsdorf

Mittelrhein / Rheinland-Pfalz

Für fitte Energiebündeln stellt die sechste Etappe des insgesamt 320 km langen Rheinsteigs eine echte Herausforderung dar: Auf der Strecke von Rheinbrohl nach Rengsdorf werden über 1.500 Höhenmeter auf einer Strecke von knapp 30 Kilometern absolviert. Der Weg verläuft über die Rheinbrohler Ley, einer Anhöhe in Rheinbrohl, und die Kelmert (139 m) ins Hammersteiner Bach-Tal – mit lohnender Option auf einen Abstecher zur Burgruine Hammerstein – und weiter über Leutersdorf, Feldkirchen und Altwied bis nach Rengsdorf.


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