Piz Badile
Foto: Silvian Metz
Bergportrait

Piz Badile: Bergeller Granitriese

Magazin • 20. Mai 2020

Hoch über dem Val Bondasca im Norden und dem Val Masino im Süden erhebt sich der Piz Badile. An seiner Nordkante und in der Nordwand wurde Alpingeschichte geschrieben. Ein Ausflug in den Bergeller Granit.

Bergwelten-Autorin Rabea Zühlke hat den Bergriesen aus Granit für Euch besucht und viele interessante Geschichten mitgebracht. Welche Touren du keinesfalls verpassen solltest, liest du im Bergwelten Magazin (Juni/Juli 2020). Das Heft ist ab ab 22. Mai 2020 im Zeitschriftenhandel, bequem im Abo für ÖsterreichDeutschland und die Schweiz oder als E-Paper erhältlich.

Jetzt überall im Zeitschriftenhandel – das aktuelle Bergwelten Magazin (Juni/Juli 2020)
Foto: Jetzt überall im Zeitschriftenhandel
Jetzt überall im Zeitschriftenhandel – das aktuelle Bergwelten Magazin (Juni/Juli 2020)

Das sind die Tipps für Kletterer, Wanderer und Genießer aus dem Magazin im Detail:

1. Klettern

Der Piz Badile ist mit seinen 3.308 Metern Höhe zwar nicht der höchste Berg der Scioragruppe. Doch seine bewegte Besteigungsgeschichte und die imposanten Plattenfluchten machen in zum absoluten alpinen Klassiker. Diese zwei Routen solltest du auf keinen Fall verpassen:

a) Piz Badile Nordkante 

Stolz, präsentiert sich die Nordkante des Piz Badile steil und weit über der Campanna Sasc Furä in den Himmel ragend. Mit über 20 langen Seillängen ist die Tour doppelt so lang wie übliche Touren in den Alpen. Darüber hinaus ist selbst zu sichern. Wer die Route bewältigt hat, kann mit Recht stolz auf sich sein.

Klettern • Graubünden

Piz Badile Nordkante

Dauer
12:00 h
Anspruch
V+
Länge
4,3 km
Aufstieg
1.390 hm
Abstieg
770 hm

b) Cassin - die Piz Badile Nordostwand

Die Nordostwand des Piz Badile ist weltbekannt und zählt zu den sechs grossen Wänden der Alpen. Abgeschiedenheit, Länge und Kletterschwierigkeiten machen die Durchsteigung der Wand zu einem großen Abenteuer.

2. Wandern

Doch auch wer es gemütlicher mag und lieber wandern geht, wird rund um den großen Granitriesen fündig. Die Wandermöglichkeiten im Bergell sind schier grenzenlos. Dies kann man sogar wörtlich verstehen, denn das Val Bregaglia nicht nur zwischen 690 und 3.369 Metern, sondern auch an der Grenze zu Italien. Besonders beeindruckend ist die landschaftliche Vielfalt: Von der imposanten hochalpinen Umgebung steigt man rasch in Regionen mit milderem Klima und mediterraner Flora ab.

a) Sentiero Alpino Bregaglia

Aufgrund des massiven Bergsturzes kann der Sentiero Alpino Bregaglia nur noch von Maloja bis nach Vicosoprano begangen werden. Trotzdem lohnt sich die landschaftlich reizvolle Tour. Am ersten Tag führt die Route vom Malojapass auf gemütlichen Wegen  bis zur Capanna del Forno. Am zweiten Tag ändert sich der Charakter der Landschaft dramatisch. Auf einem anspruchsvollen alpinen Wanderweg gilt es einige steile Passagen zu bewältigen bevor man die Capanna da l’Albigna erreicht. 

b) Sentiero Panoramico: Höhenweg Casaccia–Soglio

Der Höhenweg Casaccia–Soglio, auch Sentiero Panoramico genannt, führt durch Laubwälder und Alpweiden an der Bergeller Nordflanke entlang. Die Wanderung startet in Casaccia, dem letzten Dorf vor dem Malojapass, führt über Roticcio und weiter bis nach Soglio. 

c) Über den Trubinasca-Pass

Die Wanderung über den Trubinasca-Pass führt von der Capanna Sasc Furä über den Passo Trubinasca (2.701 m) zum Rifugio Brasca (1.304 m) und weiter bis nach Novate Mezzola. Die anspruchsvolle Wanderung geht am Fuss der Nordwestwand des Piz Badile vorbei, weiter über den kettengesicherten Passo della Trubinasca und durch das schöne Val Codera.

3. Hütten

Diese Hütten sind die perfekten Basislager für alle Wanderer, Kletterer und Genießer.

Capanna Sasc Furä
Hütte • Graubünden

Capanna Sasc Furä (1.904 m)

Die Capanna Sasc Furä - am Alpenhauptkamm im Bergell (Kanton Graubünden) gelegen - ist Ziel für ambitionierte Bergsteigerinnen aus aller Welt und ist sowohl ein komfortables Basislager für Klettertouren als auch Stützpunkt für Liebhaber einsamer, anspruchsvoller Hüttentrecks.  Erbaut 1960 auf einer Terrasse am Fuße des Piz Badile auf 1904 Metern im Val Bondasca, steht die Hütte im Eigentum der Sektion Bergell des Schweizer Alpenclubs. Direkt darüber zieht die berühmte Nordkante des Piz Badile messerscharf zum Gipfel. Der 3.308 Meter hohe Piz Badile gehört mit seinen Nachbarbergen Piz Cengalo und den Pizzi Gemelli zu den begehrtesten Kletterzielen der Alpen. Besonders imponierend sind die Plattenfluchten der über 700 Höhenmeter abfallenden Nordostwand. Sie sind es, die dem Piz Badile durch ihre trichterförmige Anordnung die Form einer Schaufel (italienisch: Badile) gegeben haben und den Berg so zu seinem Namen kommen ließen. Besondere Schlagzeilen machte Hermann Buhl, als er 1952 die Nordostwand des Piz Badile erstmals allein beging, nachdem er tags zuvor mit dem Fahrrad aus dem rund 160 km entfernten Landeck angereist war und noch am gleichen Wochenende wieder dorthin zurückkehrte.  
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Gianettihütte und Piz Badile
Die Gianettihütte oder rätoromanisch Capanna Luigi Gianetti liegt oberhalb der Val Porcellizzo, südlich des Piz Badile, im Bergell. Die Hütte ist ein beliebtes Etappenziel am „Sentiero Roma" und wird von Kletterern gerne als Ausgangspunkt für Felstouren in den Granitwänden am Piz Badile und Piz Cengalo gewählt. 
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Fornohütte
Hütte • Graubünden

Fornohütte (2.574 m)

Die Capanna del Forno (2.574 m) ist eine Schutzhütte des Schweizer Alpenclubs SAC (Sektion Rorschach) und liegt am Ende des Fornotals (Bernina Alpen). Erreichbar ist die Hütte zu Fuß vom Malojapass. Sie wurde bereits 1889 errichtet und wurde im Laufe der Jahre ständig erweitert - mittlerweile auf eine Kapazität von 72 Plätze im Matratzenlager und 8 Betten in Doppelzimmern.  Die Capanna del Forno ist ein Eintrittsticket für das Bergell und die westlichen Bernina Alpen. Eine wunderbare Alpenwelt im italo-schweizer Grenzgebiet, die keinen Vergleich mit den anderen großen Alpenregionen zu scheuen braucht. 
Geöffnet
Mär - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Rifugio Brasca oder Brascahütte
Die Brasca Hütte, ital. Rifugio Brasca, (1.303 m) in der Berninagruppe, liegt in einer Mulde zwischen Wiesen und Wälder am Ende des wilden Val Codera. Die Hütte ist auch ein beliebter Ausgangspunkt der Ersten Etappe des „Sentiero Roma", einer Mehrtagestour zum Masino-Bregaglia-Massif, in der Bergwelt der nördlichen Lombardei. 
Geöffnet
Apr - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Capanna da l'Albigna
Hütte • Graubünden

Capanna da l'Albigna (2.336 m)

Die auf 2.336 m Höhe liegende Capanna da l’albigna ist eine Berghütte des Schweizer Alpinen Clubs im Kanton Graubünden.  Ihr zu Füßen liegt der Albigna See, dessen Staumauer 1959 fertiggestellt wurde. Eingebettet in einer wunderschönen Landschaft aus Granitzacken, Bergen, Pässen, Seen und Gletscher ist die moderne Hütte in den Bernina Alpen ein idealer Ort für Tagesausflügler, Familien, und Hüttenwanderer. Mit seinen unzähligen Kletterrouten und dem angrenzenden Badesee ist das Albignagebiet darüber hinaus ein Eldorado für Kletterer aller Alters- und Leistungsklassen.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

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