Tourentipp

Auf den Großvenediger: Eine anfängerfreundliche Hochtour

• 14. Juli 2021
von Daniel Kubera

Einmal auf einem 3.000er stehen! Davon träumen viele, die gerne in den Bergen unterwegs sind und erste Hochtourenschritte über einen Gletscher wagen möchten. Passend dazu stellen wir euch die Tour auf den Großvenediger über die Kürsinger Hütte vor. Mit einem Bergführer kann man hier ohne technische Schwierigkeiten seinen ersten vergletscherten 3.000er besteigen – und was für einen!

Der Großvenediger bei Sonnenaufgang mit Gletscher im Vordergrund
Foto: Daniel Kubera / rauf-und-davon.at
Morgenstimmung am Großvenediger

Der Großvenediger schmückt sich mit dem Namen „weltalte Majestät“. Zurecht, streckt er sich doch 3.657 Meter Richtung Himmel. Damit ist er die vierthöchste Erhebung Österreichs, wobei sich die Flanken des Eisriesen meist gutmütig präsentieren. Wir möchten euch an dieser Stelle die Route über die Kürsinger Hütte näher vorstellen. Denn wie könnte man sich dem geschichtsträchtigen Berg besser annähern, als über die historische Route der Erstbesteiger?

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf Hinweisen, dass es sich beim Großvenediger trotz geringer technischer Schwierigkeiten um eine ernstzunehmende Gletscherhochtour handelt. Man muss also unbedingt eine komplette Gletscherausrüstung und Erfahrung im Umgang damit mitbringen oder einen Bergführer buchen. 

Auf zur Kürsinger Hütte

Hütte • Salzburg

Kürsinger Hütte (2.558 m)

Die Kürsinger Hütte (2.558 m), nördlich des Großvenedigers (3.657 m) in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern in Salzburg gelegen, gilt als idealer Ausgangspunkt für Touren auf den Hauptgipfel der Venedigergruppe – nicht zuletzt auf den Spuren der Erstbesteiger, zu denen der Namensgeber der Hütte, Ignaz von Kürsinger, gehörte. Talort ist Neukirchen am Großvenediger, von wo aus man die Hütte auch erreicht. Freilich ist der Großvenediger nicht der einzige Gipfel, den man im Sommer im Rahmen einer Hochtour oder im Frühjahr im Rahmen einer Skitour erklimmen kann. Es locken auch zahlreiche andere, wie der (gletscherfreie) Keeskogel (3.291 m) oder die Schieferspitze (3.289 m), für deren Begehungen auch Bergführer gebucht werden können. Eindrucksvoll ist auch eine Wanderung über den Kürsingersteig mit grandiosem Blick auf den Gletschersee. Schneeschuhwanderungen sind ebenfalls sehr beliebt, der Untersultzbachwasserfall bietet im Winter beste Voraussetzungen für Eiskletterer. Die Hütte selbst wartet mit einer Indoor-Kletterwand und erstklassiger Küche (inklusive vegetarischer und veganer Speisen) auf.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Alleine schon der Zustieg zur Kürsinger Hütte ist ein Highlight für sich. Der Weg durch das wunderschöne Obersulzbachtal ist zwar relativ lang – immerhin gilt es vom Parkplatz Hopfelboden aus rund 1.500 Höhenmeter auf 14 Kilometer mit schwerem Hochtourenrucksack zu überwinden – landschaftlich jedoch ein Traum. Aber keine Angst: Wer Kräfte sparen möchte, kann den Weg mit einem Hüttentaxi bis zum Fuß der Materialseilbahn um drei Stunden verkürzen. 

Panorama der Venedigergruppe mit Großvenediger und Großer Geiger
Foto: Daniel Kubera / rauf-und-davon.at
Rastplatz entlang des Weges zur Kürsinger Hütte

Weiter auf den Großvenediger

Von der Kürsingerhütte geht es zuerst leicht ansteigend zum Venedigerkees und von hier aus weiter am Seil über den Gletscher Richtung Gipfel. Die Tour ist technisch relativ einfach und eignet sich gut für Anfänger. Da sie aber konditionell fordernd ist und die Gletscher am Großvenediger stellenweise recht spaltenreich sind, empfehlen wir Einsteigern wie Eingangs erwähnt auf jeden Fall einen Bergführer, um das Erlebnis sicher und uneingeschränkt genießen zu können. 

Seilschaft am Großvenediger

Hat man es schließlich auf den Gipfel geschafft, kann man das unfassbare Panorama auf die umliegenden Berge der Hohen Tauern genießen. Ein unbeschreibliches Gefühl. Aber Achtung: Hochtouren wie diese machen süchtig! Nicht dass es dann heißt, wir hätten euch nicht gewarnt ...

Panorama vom Gipfel des Großvenedigers
Foto: Daniel Kubera / rauf-und-davon.at
Am Gipfel des Großvenedigers

Die Tour im Detail:

Erfahrenen Alpinisten empfehlen wir grundsätzlich alle Wege auf den Großvenediger. Von Osten aus kann man den Gipfel beispielsweise über die Neue Prager Hütte und von Süden aus über das Defreggerhaus erreichen. Besonders schön ist auch die so genannte Venedigerkrone, eine Rundtour ab dem Defreggerhaus, bei der man noch vier weitere Gipfel mitnimmt.

Abo-Angebot

Der See ist das Ziel

  • 8 Ausgaben jährlich
  • Reisehandtuch von Skinfit als Geschenk
  • Wunsch-Startdatum wählen
  • Über 10% Ersparnis
  • Kostenlose Lieferung nach Hause
Jetzt Abo sichern

Mehr zum Thema

Der Großvenediger galt lange Zeit als der höchste Berg Salzburgs – bis er 2014 neu vermessen wurde. Wir stellen euch den markanten Gipfel in den Hohen Tauern im Detail vor und verraten, was sich durch die Neuvermessung geändert hat.
Wöchentlich werden wir von den Bergwelten-Dokus bei ServusTV in die schönsten Regionen der Welt entführt und von ihnen verzaubert. Bergwelten-Redakteurin Katrin Rath hat im Sommer 2019 einen Blick hinter die Kulissen geworfen und das Produktionsteam auf den Großvenediger begleitet.
Man kann zwar nicht bis nach Venedig sehen, dort oben aber die große Liebe treffen: unterwegs zum Großvenediger in den Hohen Tauern – mit Schneeschuhen, Rodel und Tourenskiern. Wie man das perfekte Urlaubswochenende am Großvenediger verbringt könnt ihr im Bergwelten Winterglück - Das Urlaubs-Special lesen, hier stellen wir euch die besten Touren um den „Venediger“ vor. Mit Video!

Bergwelten entdecken