Dreitausender

Bergportrait: Hochalmspitze (3.360 m)

Wissenswertes • 10. Januar 2020

Die Hochalmspitze in der Ankogelgruppe in Kärnten gilt als Gegenstück zum Großglockner und wehrte sich lange gegen ihre Erstbesteigung. Wir stellen die „Tauernkönigin“ im Detail vor.

Hochalmspitze
Foto: mauritius images / volkerpreusser / Alamy
Die Tauernkönigin vom Großelendbach aus

Höhe und Lage

Die Hochalmspitze (3.360 m) stellt den höchsten Berg der Ankogelgruppe in den Hohen Tauern dar und ist auch als „Tauernkönigin“ oder „Tauernfürstin“ bekannt. Sie hat zwei Gipfel – einen schneebedeckten und einen aperen, auf dem das Gipfelkreuz steht. Der Großelendkopf (3.317 m) wurde früher ebenfalls als Gipfel der Hochalmspitze angesehen, ist heute aber ein eigenständiger Dreitausender. Während sich nordöstlich der Tauernkönigin die Ankogelgruppe fortsetzt, wird sie im Süden von der Mallnitzer Scharte von der Reißeckgruppe getrennt.

Geschichte

Im August 1855 wurden gleich mehrere Versuche unternommen, die Hochalmspitze erstzubesteigen, was aber nicht gelang. Die erste Gruppe musste aufgrund von Gletscherspalten umkehren, einer zweiten Gruppe kam schlechtes Wetter in die Quere. Lediglich zwei Personen dieses Gespanns ließen sich nicht aufhalten und schafften es auf den Gipfel der Tauernkönigin. Dachten sie zumindest. In Wahrheit standen sie allerdings am Großelendkopf, der wie oben erwähnt ein Vorgipfel der Hochalmspitze war. Kurze Zeit später, am 30. August 1855, erreichte der Eistentrattner Werksbeamte Josef Moritz mit den beiden Holzknechten Andreas Pucher und Jakob Haman den schneebedeckten Gipfel – auf den aperen Teil, der heute als Hauptgipfel gilt, wagten sie sich allerdings nicht.

Erst am 15. August 1859 erklommen Paul Grohmann, der als einer der Mitbegründer des Alpenvereins bekannt ist, und Andreas Pucher, Lenzbauer vom Hattenberg und dessen Knecht Franz Moidele den Gipfel der Hochalmspitze.

Paul Grohmann
Foto: mauritius images / Historic Images / Alamy
Paul Grohmann gilt mit seinen drei Begleitern als der Erstbesteiger der Hochalmspitze

In den 1970ern gab es Pläne, auf dem Dreitausender ein Gletscherskigebiet zu errichten. Dieses Vorhaben wurde allerdings vom Alpenverein abgewendet indem er 18 Jahre später die Hochalmspitze und angrenzende Gletschergelände ersteigerte.

Die Hochalmspitze im Überblick

  • Höhe: 3.360 m
  • Lage: Ankogelgruppe/Hohe Tauern
  • Stützpunkt: Gießener Hütte
  • Erstbesteigung: 15. August 1859

Touren- und Hüttentipps

Der Normalweg führt hochalpin und anspruchsvoll von der Gießener Hütte über Gletscherschliffe, Blockgelände und einen Klettersteig auf die Hochalmspitze.

Weitere Touren

Gut zu wissen

Neben Tauernkönigin und Tauernfürstin hat die Hochalmspitze noch einen weiteren Namen: im Volksmund ist sie der Hochalmer.

Mehr zum Thema

Ankogel
Jede Woche widmen wir einem besonderen Gipfel der Alpen ein Bergportrait. Diesmal: der historisch bedeutsame Namensgeber der Ankogelgruppe. Wir stellen den 3.252 m hohen Ankogel im Detail vor. 
Balmhorn
Das Balmhorn (3.698 m) ist Namensgeber und höchster Gipfel der Balmhorngruppe in den Berner Alpen und gilt als prächtiger Aussichtsgipfel. Er ist nicht nur bei Alpinisten beliebt ist, sondern wurde auch des Öfteren von einem Kater namens Tomba erklommen.
Matterhorn
Sie sind das Herzstück des Alpenraums: Die insgesamt 82 Viertausender der Alpen. Allein 48 von ihnen liegen in der Schweiz. Wir haben bisher 30 der höchsten Erhebungen im Alpenraum ein Bergportrait gewidmet. Hier findet ihr diese gesammelt und nach ihrer Höhe sortiert vor.

Bergwelten entdecken