Dreitausender

Bergportrait: Hasenöhrl (3.257 m)

Wissenswertes • 4. Mai 2020

Das Hasenöhrl, in Italien auch bekannt als l'Orecchia di Lepre, baut sich hoch über dem Vinschgau auf und bietet vom Gipfel eine traumhafte Aussicht über das Tal. Obwohl es sich bei dem Dreitausender in der Ortlergruppe um einen Gletscherberg handelt, kann er über verschiedene Wege eisfrei bestiegen werden.

Hasenöhrl und Arzkarsee
Foto: Wikipedia/Uwelino
Das Hasenöhrl mit dem aufgestauten Arzkarsee im Vordergrund

Höhe und Lage

Das 3.257 m hohe Hasenöhrl befindet sich in den Ortler-Alpen in Südtirol und bildet den östlichsten Gipfel des Marteller Hauptkamms. Von Norden aus erscheint der Dreitausender als flache, von Firn bedeckte Kuppe. Er ist einfach zu erreichen und gilt als leichter Aussichtsgipfel, der besonders gerne vom nördlich gelegenen Vinschgau und vom südlich gelegenen Ultental aus bestiegen wird. Die verschiedenen Grate, die sich nach Nordosten, Süden und Westen ziehen, bieten zahlreiche Möglichkeiten, auf den Gipfel zu gelangen. Im Winter stellt, das Hasenöhrl ein beliebtes Ziel für Skitourengeher dar. Das Hasenöhrl liegt zudem im Nationalpark Stilfser Joch und ist damit unter Schutz gestellt.

Aufstieg zum Gipfel des Hasenöhrls
Foto: mauritius images / imageBROKER / Martin Braito
Beim Aufstieg wird man mit der Aussicht über den Arzkarsee hinweg belohnt

Geschichte

Das Hasenöhrl wurde erst am 17. August 1895 durch den Erfurter Alpinisten Alexander Burckhardt von Gand bei Martell aus touristisch erstbestiegen, auf dessen Kappe auch zahlreiche weitere Erstbesteigungen von weniger namhaften Bergen gehen. Die große Ortleralpen-Erschließung erfolgte eigentlich bereits 30 Jahre davor. Man nimmt an, dass das Hasenöhrl für die Alpinisten der damaligen Zeit nicht interessant genug war. Burckhardt war allerdings nicht der erste Mensch auf dem Gipfel – oben angekommen fand er zwei Steinmänner vor, die schon im Rahmen der Landesvermessung dort aufgebaut wurden. Zur Zeit der touristischen Erstbesteigung Burckhardts waren auch schon Anzeichen der Gletscherschmelze zu erkennen.

Steinmann am Hasenöhrl
Foto: mauritius images / imageBROKER / Martin Braito
Steinmänner, wie sie Alexander Burckhardt am Gipfel vorfand, sind auch heute noch am Hasenöhrl verbreitet

Heute noch kommt man während des Aufstiegs an einem langen Waalweg mit einem Aquädukt vorbei, der Ende des 18. Jahrhunderts von Bergbauern errichtet wurde, um Wasser auf die Tarscher Seite umzuleiten.

Das Hasenöhrl im Überblick

  • Höhe: 3.257 m
  • Lage: Ortler-Alpen
  • Stützpunkt: Neue Kuppelwieser Alm
  • Erstbesteigung: 17. August 1895

Tour

Vom Parkplatz bei der Neuen Kuppelwieser Alm geht es über den aufgestauten Arzkarsee und das Latscher Joch, wo Überreste des Tarscher Jochwaals zu sehen sind, zur Blauen Schneid. Sie stellt den Gratanstieg zum Gipfel dar, den man nach ca. 6,5 Stunden erreicht.

Wandern • Trentino-Südtirol

Hasenöhrl

Dauer
6:30 h
Anspruch
T4 schwierig
Länge
11 km
Aufstieg
1.287 hm
Abstieg
1.287 hm

Gut zu wissen

Eine weitere Route führt von Latsch über die Tarscher Alm auf das Hasenöhrl. Der Sessellift, der auf die Alm führt war kurzfristig geschlossen, da sich die Gemeinde gegen den Bau eines großen Skigebiets entschieden hat. Seit 2014 ist er im Sommer allerdings wieder in Betrieb und auch der Winterbetrieb mit einem Zusammenschluss mit der Schwemmalm im Ultental wird erneut diskutiert. 

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