Viertausender

Bergportrait: Allalinhorn (4.027 m)

Wissenswertes • 19. Dezember 2019

Das Allalinhorn (4.027 m) in den Walliser Alpen zählt zu den meistbestiegenen Viertausendern der Schweiz. Es gibt aber auch einsame Gipfelrouten fernab des überlaufenen Normalwegs. Wir stellen euch den Berg im Detail vor.

Allalinhorn: Blick in die Allalingruppe in den Walliser Alpen
Foto: mauritius images / Matthias Pinn
Allalinhorn (4.027 m): Blick in die Allalingruppe in den Walliser Alpen

Höhe und Lage

Das Allalinhorn ist 4.027 m hoch und erhebt sich im Mischabelkamm zwischen Saastal im Osten und Mattertal im Westen. Es liegt in der gleichnamigen Allalingruppe in den Walliser Alpen. Seit Mitte der 1980er-Jahre fährt dort eine Tunnelbahn (Métro alpin) bis zum Mittelallalin (3.456 m). Das Allalinhorn ist seither gut erschlossen – manch einer würde auch übererschlossen sagen. Besonders kritische Stimmen bezeichnen das Allalinhorn seit der Erschließung durch die Tunnelbahn gar als „Altweiberviertausender“. Fraglos haben sich die Anforderungen durch die Métro erheblich vereinfacht – gerade einmal 580 Höhenmeter müssen vom Mittelallalin zum Gipfel überwunden werden.

Allalinhorn von Mittelallalin
Foto: Stefan Kürzi
Aus dem Bergwelten Magazin Schweiz (Dez/Jan 19/20): Blick von der Bergstation Mittelallalin aufs Allalinhorn

Entsprechend überlaufen gestaltet sich der Anstieg über den Normalweg. Zum Glück gibt es Alternativen: Die Erstbesteigerroute über den Hohlaubgrat ist nicht nur landschaftlich lohnend, sondern auch vergleichsweise ruhig. Zudem eröffnet der Anstieg die Einkehrmöglichkeit auf gleich zwei Hütten: Täschhütte und Britannia Hütte. Das Gipfelpanorama überzeugt mit Fernblicken in die Mischabelgruppe im Nordwesten und auf das Rimpfischhorn sowie das Strahlhorn im Süden.

Allalinhorn in den Walliser Alpen: An der Westflanke vom Feejoch

Geschichte

Zum ersten Mal wurde das Allalinhorn durch den Schweizer Pfarrer Johann Josef Imboden, seinen Knecht Franz Josef Andenmatten und den Engländer Edward Levi Ames bestiegen. Sie erreichten den Gipfel am 28. August 1856 über den Hohlaubgrat, der sich bis zur Eröffnung der Tunnelbahn als Normalweg etablieren sollte.

Das Allalinhorn im Überblick:

  • Höhe: 4.027 m
  • Lage: Allalingruppe / Walliser Alpen
  • Talort: Saas-Fee
  • Stützpunkte: Täschhütte (2.701 m), Berggasthaus Längfluh (2.880 m) und Britannia Hütte (3.030 m)
  • Erstbesteigung: 1856

Die Stützpunkte im Detail:

Täschhütte
Hütte • Wallis

Täsch Hütte (2.701 m)

Die Täschhütte – an der Südseite der Mischabelgruppe gelegen – ist ohne Zweifel eine Schutzhütte des SAC für Hochtourengeher. Vier Viertausender können von der Hütte aus begangen werden: Alphubel, Rimpfischhorn, Allalinhorn und Täschhorn.  Dennoch ist alles etwas milder und vielleicht auch freundlicher als bei anderen Hütten, die als Ausgangspunkt für Viertausender fungieren: Der Zustieg dauert 1:20 h von der Täschalp und führt über einen bequemen, von Edelweiß-Blumen flankierten Weg. Die Hütte selbst liegt noch in der Grünzone auf einer sonnigen Aussichtsterrasse.  Neben Viertausenderbesteigern ist die Täschhütte auch für hochalpin erfahrene Wanderer ein beliebtes Ziel. Sie ist Zwischenstation auf dem Weg vom Berghaus Fluealp zur Europahütte über den Europaweg.
Geöffnet
Apr - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Britannia Hütte
Wenn man aus der Station Felskinn der Seilbahn Richtung Metro Alpin ins Freie tritt, kann man sich kaum vorstellen, dass in 1:15 h Gehzeit eine andere Welt existiert: die Welt der Viertausender, die von der Britanniahütte hautnah zu bewundern und auch zu besteigen sind. Sitzt man auf der Terrasse der Britanniahütte des SAC bekommt man von der Welt der Seilbahnen und ganz allgemein vom Leben im Tal nichts mit. Die Hütte liegt auf einer Scharte zwischen Klein Allalin und Hinter Allalin mit einer wunderbaren Aussicht auf 7 Viertausender: Im Norden sind die Weißmies und das Lagginhorn zu bewundern, im Westen ist es der Dom und die Lenzspitze. Und im Süden Strahlhorn, Rimpfischhorn und Allalinhorn sind zum Greifen nah.  Auch wenn die drei letztgenannten Gipfel dann doch nicht ganz so einfach zu erreichen sind, sondern eher lange Hochtouren darstellen, ist die Hütte aufgrund ihrer Möglichkeiten und des kurzen und einfachen Zustiegs bei Tagestouristen und Viertausendersammlern gleichermaßen beliebt. Sie ist eine der meistbesuchten Hütten in der Schweiz. Wer die Seilbahnen gänzlich meiden möchte, steigt von Saas-Almagell über einen markierten Weg oder vom Stausee Mattmark über den Glacier Trail in jeweils vier Stunden zur Hütte auf. Im Winter ist die Hütte über eine Pistenraupenspur vom Skigebiet Saas-Fee in nur 15 Minuten zu erreichen und sie ist zugleich Ausgangspunkt für die berühmte Haute Route in den Schweizer Alpen.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Touren

Der Normalweg führt unter Nutzung der Tunnelbahn vom Mittelallalin zunächst entlang der Pisten in südwestlicher Richtung über den Gletscher hinauf zum Feejoch (3.826 m). In einem weiten Rechtsbogen geht es schließlich von Südwesten über den Grat zum Gipfel auf 4.027 m.

Der Anstieg über den Hohlaubgrat führt von der Britannia Hütte zunächst in südwestlicher Richtung  abwärts, ehe es rechts auf den Hohlaubgletscher geht. Sanft ansteigend geht es nun weiter zum Blockgrat und über diesen hin zu einem steilen Firn- beziehungsweise Eishang. Entlang dieses Hangs steigt man bis zum Gratgipfel auf, ehe ein kurzer Abstieg in einen Sattel folgt. Aus diesem wird neuerlich über einen steilen Hang aufgestiegen, bis man sich über die Ostschulter und drei beachtliche Steilaufschwünge an den Gipfelaufbau herantastet und schließlich auf 4.027 m steht. Insgesamt werden im Anstieg über den Hohlaubgrat 1.050 Höhenmeter überwunden.

Weitere lohnende Anstiege führen vom Allalinpass über den Südwestgrat oder von der Métro-Station über den Nordostgrat auf den Gipfel des Allalinhorns.

Tourentipp

Berg- und Hochtouren • Wallis

Allalinhorn

Dauer
3:30 h
Anspruch
L leicht
Länge
2,6 km
Aufstieg
600 hm
Abstieg
600 hm
Allalinhorn in den Walliser Alpen: Bergsteiger mit dem Matterhorn im Hintergrund

Gut zu wissen

Das widerstandsfähige Leitgestein Allalin-Gabbro, auch Schweizer Jade genannt, wurde bereits vor circa 15.000 Jahren vom Saaser- und Rhonegletscher im Bereich des Allalinhorns abtransportiert. Ein etwa kopfgroßes Fundstück kann man heute im Saaser Museum bewundern.

Wie es ist, auf dem Allalinhorn zu stehen, lest ihr hier:

Allalinhorn
Bergwelten Redakteurin Katrin Rath hat zwar schon einige Gipfel bestiegen, für mehr als 3.798 Meter hat es allerdings noch nicht gereicht. Zeit in die Schweiz zu fahren und diesen Umstand zu ändern. Von Saas-Fee aus geht es für sie auf das Allalinhorn (4.027 m). 

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