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Viertausender

Bergportrait: Rimpfischhorn (4.199 m)

• 20. November 2019

Das Rimpfischhorn (4.199 m) liegt in den Walliser Alpen und zählt zu den anspruchsvolleren Viertausendern der Region. Wir stellen euch diesen formschönen Berg im Detail vor.

Walliser Alpen: Rimpfischhorn mit Strahlhorn
Foto: mauritius images / Karsten / Alamy
Blick in die Walliser Alpen: Das Rimpfischhorn (4.199 m) mit dem Strahlhorn (4.190 m)
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Höhe und Lage

Das Rimpfischhorn ist 4.199 m hoch und liegt in den Walliser Alpen zwischen der Monte Rosa-Gruppe im Süden und der Mischabel-Gruppe im Norden. Sein Gipfel ist gleichermaßen schroff wie formschön: Der gezackte Gipfelgrat erinnert Richard Goedeke, Autor des 4000er-Tourenführers, gar an den „Kamm eines vorzeitlichen Riesenreptils“. Das Rimpfischhorn zählt – trotz Seilbahnunterstützung beim Hüttenzustieg – zu den anspruchsvolleren Viertausendern der Region. Zum Gipfel gilt es vom Berggasthaus Flue immerhin noch 1.600 Höhenmeter zu bewältigen – auch technisch setzt der Berg gerade am Gipfelaufbau einiges an Kletterei (II+) voraus.

Geschichte

Erstmals wurde das Rimpfischhorn am 9. September 1859 entlang der Normalroute über den Südwestgrat von den Engländern Sir Leslie Stephen und Robert Liveing unter Leitung der einheimischen Bergführer Melchior Anderegg und Johann Zumtaugwald bestiegen. Nur ein Jahr später gelang Stepehen und Anderegg auch die Erstbesteigung des Alphubels (4.206 m) in den Walliser Alpen. Zumtaugwald war dafür unter anderem 1862 an der Erstbesteigung des Täschhorns (4.491 m) in der Mischabel-Gruppe beteiligt.

Schweizer Bergführer Melchior Anderegg und der Engländer Leslie Stephen
Foto: Wikimedia Commons/Edward Whymper/alpine-club.org.uk
Der Schweizer Bergführer Melchior Anderegg im Jahr 1864 (links) und rechts gemeinsam mit dem Engländer Leslie Stephen im Jahr 1870

Das Rimpfischhorn im Überblick:

  • Höhe: 4.199 m
  • Lage: Walliser Alpen
  • Talort: Zermatt oder Saas Fee
  • Stützpunkt: Berggasthaus Flue (2.618 m), Täschhütte (2.701 m) oder Britanniahütte (3.030 m)
  • Erstbesteigung: 1859

Touren

Vom Berggasthaus Flue geht es zunächst in Richtung Adlerpass über kleine Moränenseen hinauf zum Sattel Pfulwe (3.155 m), ehe die Nordostflanke zum Längfluejoch (3.270 m) gequert wird. Entlang des Firnrückens folgt man nun der Gratkante über den verfirnten Westgipfel zum Rimpfischsattel (3.985 m). Über Bänder und eine Wandeinbuchtung quert man schließlich hinaus zu einer Scharte im Westgrat des Vorgipfels und erreicht über die dahintergelegene Scharte in leichter Kletterei über den luftigen Grat den Gipfel auf 4.199 m.

Von der Täschhütte und der Britanniahütte steigt man in rund vier Stunden über den Allalinpass und den Mellichgletscher zum Rimpfischsattel zu.

Täschhütte und Britanniahütte im Detail

Wenn man aus der Station Felskinn der Seilbahn Richtung Metro Alpin ins Freie tritt, kann man sich kaum vorstellen, dass in 1:15 h Gehzeit eine andere Welt existiert: die Welt der Viertausender, die von der Britanniahütte hautnah zu bewundern und auch zu besteigen sind. Sitzt man auf der Terrasse der Britanniahütte des SAC bekommt man von der Welt der Seilbahnen und ganz allgemein vom Leben im Tal nichts mit. Die Hütte liegt auf einer Scharte zwischen Klein Allalin und Hinter Allalin mit einer wunderbaren Aussicht auf 7 Viertausender: Im Norden sind die Weißmies und das Lagginhorn zu bewundern, im Westen ist es der Dom und die Lenzspitze. Und im Süden Strahlhorn, Rimpfischhorn und Allalinhorn sind zum Greifen nah.  Auch wenn die drei letztgenannten Gipfel dann doch nicht ganz so einfach zu erreichen sind, sondern eher lange Hochtouren darstellen, ist die Hütte aufgrund ihrer Möglichkeiten und des kurzen und einfachen Zustiegs bei Tagestouristen und Viertausendersammlern gleichermaßen beliebt. Sie ist eine der meistbesuchten Hütten in der Schweiz. Wer die Seilbahnen gänzlich meiden möchte, steigt von Saas-Almagell über einen markierten Weg oder vom Stausee Mattmark über den Glacier Trail in jeweils vier Stunden zur Hütte auf. Im Winter ist die Hütte über eine Pistenraupenspur vom Skigebiet Saas-Fee in nur 15 Minuten zu erreichen und sie ist zugleich Ausgangspunkt für die berühmte Haute Route in den Schweizer Alpen.
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Fun Fact

Der älteste Mensch, der das Rimpfischhorn jemals bestiegen hat, war Albert Siebenmorgen. Er war zum Zeitpunkt der Tour 77 Jahre alt.

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