Dinge, die die Welt besser machen

7 Möglichkeiten, wie du beim Wandern Gutes tust

Wissenswertes • 4. Juni 2020
von Christina Schwann

Die Welt, in der wir leben, verändert sich. Heiße und trockene Sommer, Schneemassen im Winter, Starkniederschläge und Hagel schon im Frühling. Der Klimawandel macht sich bemerkbar, in den Alpen laut Wissenschaft sogar noch stärker als im globalen Mittel. Jeder von uns ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Aus diesem Grund geben wir euch 7 einfache Empfehlungen mit auf den Weg, die euch zeigen, wie ihr die Welt beim Wandern besser machen könnt.

Wandern Nachhaltigkeit
Foto: Unsplash/ Jake Melara
Wandern ist die schönste Sache der Welt - vorausgesetzt man tut es richtig

Auch wenn Wandern eine der naturverträglichsten Sportarten überhaupt ist und eine deutliche Wertschöpfung im ländlichen Raum hinterlässt, gibt es dennoch ein paar einfache Dinge, die jeder von uns beherzigen kann, um die Welt auch hierbei noch ein Stück besser zu machen. Für sich allein gesehen sind diese Punkte vielleicht nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber in Summe – und immerhin werden die Alpen jedes Jahr von 300 bis 400 Millionen Gästen besucht – zeigen sie große Wirkung.

1. Auf Öffis umsteigen

Sehr oft ist eine lange Anreise zum Urlaubsort oder Ausgangspunkt einer Tour mit dem Pkw mit Stress und Ärger verbunden: man steht im Stau und am Ausgangspunkt bekommt man keinen Parkplatz, etc. Warum also nicht einmal mit der Bahn oder dem Bus anreisen? Es gibt Urlaubsorte, die sich perfekt für eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eignen, wie etwa das Bergsteigerdorf Mallnitz (Ö), Zermatt (CH) oder Berchtesgaden (D). Vor Ort steht den Gästen dort meist ein sehr kostengünstiges oder sogar kostenloses Transportsystem zur Verfügung.

Wunderbar mit Öffis zu erreichen, sind generell stadtnahe Touren und es bieten sich Überschreitungen und schöne Streckenwanderungen an, bei denen ein eigenes Auto sowieso eher hinderlich als hilfreich ist.

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2. Müll vermeiden

Müll lässt sich beim Wandern leicht und meist in vielfacher Art und Weise vermeiden. Allein bei der Jause kann man viel Abfall einsparen, in dem man lieber ein selbstbelegtes Brot und einen Apfel (am besten aus der Region) in der Jausenbox mitnimmt, als zweifach verpackte Schokoriegel.

Entlang des Weges etwas wegzuschmeißen ist ohnehin absolut tabu. Wenn keine Mülleimer aufgestellt sind, sollte man seinen Müll auf jeden Fall wieder mitnehmen – und zwar alles, auch die angeblich super schnell verrottbaren Essensreste oder Papiertaschentücher. Sehr praktisch sind dazu Säcke aus Maisstärke, die auf vielen Alpenvereinshütten kostenlos zur Verfügung stehen.

Stichwort Plastik: Es überschwemmt den Planeten regelrecht. Daher könnte man anstelle einer Einwegplastikflasche auch die wiederbefüllbare Wasserflasche mitnehmen.

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3. Energie und Wasser sparen

Auf einer Alpenvereinshütte können nicht die gleichen Maßstäbe wie im Tal angesetzt werden. Energie kommt meist nicht aus der Leitung, sondern wird autark über Solarenergie, Wasserkraft oder Biodieselaggregat gewonnen. Das Wasser wird über eine Quelle gefasst und gefiltert. Hütten im alpinen Bereich sind oftmals wahre Technikwunder, in Erhaltung und Wartung aber auch entsprechend teuer. Wasser und Energie auf Hütten sparsam zu verwenden, sollte daher oberstes Gebot sein, damit die Grundfunktionen der Hütte erhalten und die Umwelt geschont werden können.

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4. Das „Geschäft“ am richtigen Ort verrichten

Wo ein WC vorhanden ist, sollte man dieses auf jeden Fall nutzen. Aber natürlich kann es auch vorkommen, dass man gerade dann dem Ruf der Natur folgen muss, wenn grad keine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Auch hierfür gibt es ein paar Tipps, wie man sein „Geschäft“ so verrichten kann, dass es für die Natur, aber auch für anderer Wanderer verträglich ist. Wichtigster Grundsatz dabei: Keinesfalls ins Wasser oder in der unmittelbaren Nähe von Bächen oder Rinnsalen. Allzu schnell würden sich gesundheitsgefährdende Keime über eine große Fläche verbreiten.

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5. Kennenlernen und schützen

Wer Blumen und Tiere beim Namen nennen kann, ihre Lebensart und ihre Bedürfnisse kennt, der versteht natürlich auch besser, warum man gewisse Bereiche nicht betreten sollte, Pflanzen nicht samt der Wurzel ausreisst und sich Wildtieren gegenüber sorgsam verhält. Gleichzeitig bereichert dieses Wissen ungemein. Und wer auch noch weiß, was man im „Naturgarten“ essen kann und was ungenießbar oder gar giftig ist, wird die Bewunderung wissbegieriger Kinder ernten.

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6. Respekt gegenüber der Tierwelt zeigen

Wer achtsam unterwegs ist, der wird vielfach die Möglichkeit haben, Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Vor allem im Winter ist es aber notwendig, ein paar Spielregeln einzuhalten, um die Tiere nicht allzu sehr zu stören, da jede Beunruhigung Stress und damit einen erhöhten Energiebedarf nach sich zieht, was ihnen in harten Wintern zum Verhängnis werden kann.

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Auch wenn es im Tal schon ein wenig nach Frühling aussieht, am Berg beginnt jetzt erst der kritische Endspurt: Der heurige lange und sehr schneereiche Winter zehrt an den Reserven der Wildtiere, mit frischem Futter ist vor Mai/Juni aber nicht zu rechnen. Daher sind unsere Wildtiere wie Rehe, Hirsche und vor allem die Gämsen im Hochgebirge jetzt besonders ruhebedürftig. Wie man grobe Störungen und damit Stress für die Tiere vermeiden kann, zeigen ein paar einfache Empfehlungen. 

7. Einen Beitrag zur Wertschöpfung leisten

Egal ob zu Fuß als Wanderer oder Bergsteiger, mit dem Bike oder den Skiern: wenn wir in der Natur unterwegs sind, genießen wir vielfach nicht nur Wildnis, sondern eine äußerst gepflegte, uralte Kulturlandschaft. Besonders die Bergsteigerdörfer haben sich diese Art von sanften, bodenständigen Tourismus zum Ziel gemacht. Wir sind hingerissen von alten Almhütten, idyllischen Dörfern mit Kirche und Lattenzaun. Dabei vergisst man aber leider oft, wie schwer es für viele Gemeinden oft ist, die notwendige Infrastruktur für die einheimische Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Zuerst verschwindet die Post, dann die Apotheke, der Arzt, die Volksschule, der Lebensmitteladen…

Wertvolle Kulturlandschaft: Das Bergsteigerdorf Hüttschlag im Großarltal (Salzburg)

Für die meisten dieser wunderschönen und vom Massentourismus verschont gebliebenen Orte, ist die Kombination aus Landwirtschaft und einer sanften Art des Tourismus überlebenswichtig. Aus diesem Grund sollte man nicht nur in ein Tal fahren, um dort seinen Sport auszuüben, sondern man sollte auch die köstlichen regionalen Produkte auf den Almen und Hütten genießen, im Dorfgasthaus einkehren, im Minimarkt oder beim Bäcker vor Ort die Jause kaufen und vielleicht auch mal mit einem ortskundigen Berg- oder Wanderführer eine Tour unternehmen. Am besten man mietet sich gleich für ein paar Tage in einer gemütlichen Pension ein, spart sich tägliche Autofahrten, genießt die kühlen Nächte in heißen Sommern oder das Kaminfeuer im Winter.

Ganz nebenbei schafft man damit Arbeitsplätze, vermittelt Wertschätzung gegenüber der Bevölkerung und trägt zur Wertschöpfung des Ortes bei.

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