Berg-Know-How

8 Tipps: So reduzierst du Müll und Energie auf Hütten

Wissenswertes • 3. September 2019

Damit sich der Aufenthalt am Berg nicht nur erholsam, sondern auch umweltschonend gestaltet, geben euch unsere Bergwelten-Expertinnen Riki Daurer und Christina Schwann acht Tipps zur Reduktion von Müll und Energie auf Hütten mit.

Freiburger Hütte im Lechquellengebirge in Vorarlberg
Foto: mauritius images / Timm Humpfer Image Art
Die Freiburger Hütte (1.931 m) im Lechquellengebirge in Vorarlberg

Raus aus dem Alltag, rauf auf die Hütte: Für viele bedeutet ein Hüttenaufenthalt Auszeit und Urlaub. Darüber hinaus wird schnell vergessen, dass Lebensmittel und auf der Hütte produzierter Müll in mühseliger Arbeit auf den Berg – und wieder hinunter – gebracht werden müssen. Essensreste beispielsweise können nicht einfach vor der Hütte entsorgt werden, sondern müssen zurück ins Tal transportiert werden (Für einige Hütten ist dieser Abtransport nur per Hubschrauber möglich).

Nicht anders sieht es mit der technisch oft aufwendigen Wasserversorgung aus. Daher folgen nun acht Tipps, wie sich Müll- und Energieverbrauch auf Hütten minimieren lassen.

1. An- und Abreise

Ein umweltschonender Aufenthalt am Berg beginnt bereits mit der Planung. Konkret: mit der Frage nach einer nachhaltigen Anreise. In Zeiten der Vernetzung ist es ein Einfaches, eine gemeinsame Anreise zu organisieren. So gibt es beispielsweise auf Facebook verschiedene Gruppen, die Mitfahrgelegenheiten vermitteln – ebenso lohnt sich die Inanspruchnahme von Carsharing-Angeboten. Noch sanfter gestaltet sich die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Alpenverein hält hierzu unter dem Titel „Sanfter Tourismus und Mobilität“ diverse Empfehlungen bereit.

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2. Wasserflaschen auffüllen

Bereits am Weg zur Hütte sollte man die Augen offen halten und seine Flasche mit Wasser befüllen. Denn: Wasser ist auf Berghütten kostbares Gut. Weder ist das Vorhandensein noch die Aufbereitung von Wasser selbstverständlich auf Hütten. Wo man Wasser am Berg findet und sicherstellt, dass es auch trinkbar ist, erfahrt ihr hier.

3. Wasser sparen

Viele Hütten, insbesondere jene, die in Karstgebieten liegen, verfügen nur über sehr begrenzte Wasserzugänge. Sowohl Brauch- als auch Trinkwasser sind hier absolute Mangelware, ganz besonders in trockenen Sommern. Über nicht vorhandene Duschen darf man sich daher nicht wundern. Aber auch schon beim Zähneputzen gilt es Wasser zu sparen. Das heißt: den Wasserhahn nicht durchgehend laufen lassen und den Wasserverbrauch auf ein Minimum reduzieren.

4. Energieverbrauch reduzieren

In den seltensten Fällen ist eine Schutzhütte an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Das heißt: Die Hütte muss ihren Strom selbst produzieren – über ein kleines Wasserkraftwerk, Solarpanale oder Aggregate. Dieser Strom ist kostbar und muss sorgfältig eingesetzt werden. Küchengeräte wie Kühlschrank, Herd und Geschirrspüler verbrauchen den Großteil dieser Energie.

Die Waschmaschine wird möglichst selten in Betrieb genommen, daher auch der obligatorische Hüttenschlafsack. Für Licht sorgen hocheffiziente Energiesparlampen. Das Aufladen von Mobiltelefonen und Kameraakkus sollte tunlichst vermieden werden. Um den Akku des Mobiltelefons zu schonen empfiehlt es sich, das Handy am Berg nur im Flugmodus zu betreiben, überhaupt auszuschalten oder mit einem Akkupack zu laden.

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5. Regionale Produkte genießen

Müssen es abends auf der Hütte wirklich die frittierten Pommes sein? Wir sagen, Nein. Regionale Produkte haben eine wesentlich kürzere „Anreise“, sind sparsamer verpackt und versprechen regionale Authentizität. Nicht zuletzt fördern sie die lokale Wirtschaft. Die alpinen Vereine haben zur Förderung dieses Ansatzes eine Initiative mit Namen „So schmecken die Berge“ ins Leben gerufen, an der 110 Hütten beteiligt sind.

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Über 100 Alpenvereinshütten sind bereits an der Inititative „So schmecken die Berge“ beteiligt. Damit verpflichten sie sich, ihre Produkte aus einem Umkreis von 50 km und möglichst aus ökologischer Berglandwirtschaft zu beziehen. Bei „So schmecken die Berge“ gilt: so lokal und regional wie möglich. Wir stellen euch einige der an der Inititative beteiligten Hütten vor. Die gesamte Liste findet ihr hier.

6. Auf Verpackungsmüll verzichten

Schokoriegel oder frisch zubereiteter Apfelstrudel? Die Entscheidung dürfte nicht schwerfallen, zumal beim Verzehr des Strudels kein unnötiger Verpackungsmüll anfällt. Selbiges gilt für Getränke: Auch Flaschen müssen zurück ins Tal transportiert werden. Daher lieber ein „Bergsteigergetränk“ – zumeist ein Skiwasser – konsumieren. Das kostet nicht nur weniger, es spart auch Verpackungsmüll.

7. Sorgsamer Umgang mit Nahrungsmitteln

Nicht bloß Wasser und Strom sind sensible Ressourcen auf einer Berghütte, auch beim Verzehr von Nahrung ist ein bewussterer Zugang ratsam. Letztlich müssen auch Essensreste irgendwie wieder ins Tal zurückbefördert werden. Daher: lieber erst einmal etwas weniger Essen bestellen und im Zweifel noch einen Apfelstrudel hinterher schieben.

8. Müll wieder mitnehmen

Selbstproduzierter Müll will von der Hütte wieder mit ins Tal gebracht werden. Die vom Alpenverein lancierte Initiative „Saubere Berge“ setzt sich genau dafür ein – und stellt auf vielen Hütten eigens produzierte, verrottbare Mülltüten zur Verfügung. Diese sind dazu gedacht, mit Müll befüllt und im Tal ordnungsgerecht entsorgt zu werden.

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