Zupalsee am Lasörling Höhenweg in Osttirol
Foto: Raffalt
Tourentipps

Lasörling Höhenweg in Osttirol

Touren-Tipps • 31. Juli 2018

Wilde Bergnatur, schmale Grate, weite Matten von Almrosen. Dazu noch: kristallklare Seen, schneeweiße Gletscher und Bilderbuchhütten. Im Lasörling Höhenweg gipfelt – so könnte man meinen – die geballte Schönheit der österreichischen Bergwelt. Wir stellen euch die 5 Etappen des Osttiroler Höhenwegs im Detail vor.

Der Lasörling Höhenweg führt in fünf Etappen durch die Lasörling-Gruppe – hoch über dem Virgental in Osttriol – und erschließt immer wieder grandiose Blicke in die Gletscherwelt der Venedigergruppe. Vorbei an zwölf Schutzhütten und Almen geht es am südlichen Rand des Nationalparks Hohe Tauern durch die urtümliche Hochgebirgswelt Osttirols.

Etappe 1: Matrei - Wetterkreuzhütte

Ausgangspunkt des Lasörling Höhenwegs ist Matrei in Osttirol. Auf einer schattigen Forststraße wandert man in circa zwei bis drei Stunden zur Zunigalm (1.855 m), ehe man auf dem Bärensteinweg weiter über die Arnitzalm (1.848 m) wandert und schließlich durch teils lichten Bergwald das erste Etappenziel erreicht: die Wetterkreuzhütte auf 2.106 m.

Die Arnitz Alm im Detail:

Arnitz Alm
Hütte • Tirol

Arnitz Alm (1.848 m)

Die Arnitz Alm (1.848 m) besteht aus sechs original erhaltenen Almhütten in Holzblockbauweise und liegt am Fuße des Großen Zunig (2.776 m) in der Tiroler Ortschaft Matrei. Auf der urigen Alm wird seit Jahrhunderten traditionelle Landwirtschaft betrieben und sie ist ein beliebter Einkehrort von Tagesausflüglern, Familien und Feinschmeckern. Die Alm liegt direkt am Lasörling Höhenweg. Dieser bietet eine Reihe von beliebten Wanderzielen: Etwa der sagenumwobene Arnitzsee (2.507 m), der Stanzling (2.715 m), das Ganitzle (2.196 m), der Zunigsee (2.112 m) und der Große Zunig (2.776 m).
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Etappe 2: Wetterkreuzhütte - Lasörlinghütte

Von der Wetterkreuzhütte geht es zunächst auf einem familienfreundlichen Weg in leichtem Auf und Ab über Hochweiden zum malerischen Zupalsee und der dort gelegenen Zupalseehütte (2.350 m). Über die Merschenalm und die Merschenhöhe (2.499 m) erreicht man schließlich das nächste Etappenziel: die Lasörlinghütte auf 2.350 m. Wer noch nicht genug hat, kann mit dem Lasörling noch einen formschönen, eleganten Dreitausender „mitnehmen“.

Die Lasörlinghütte im Detail:

Lasörlinghütte
Die privat geführte Lasörlinghütte befindet sich im Mullitztal in der Lasörlinggruppe im Osten Tirols. Sie wird von Wanderern als gemütliche Raststation auf dem anstrengenden Weg zum Lasörling (3.098 m) geschätzt. Von dessen Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Dreitausender. Da sich die urige Hütte direkt am schönen Lasörling Höhenweg befindet, ist sie auch sehr einfach zu erreichen und somit auch für Familienausflüge geeignet.  
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Etappe 3: Lasörlinghütte - Neue Reichenberger Hütte

Talauswärts in Richtung Raineralm wandert man auf Etappe 3 über Steilhänge und alte Moränen bis zur Jausenstation Bergeralm (1.845 m). In weiterer Folge überschreitet man den Bergerkogel und gelangt zum Bergersee mit der Bergerseehütte (2.182 m), die idyllisch am Ufer thront und zur Einkehr lädt. Auf dem Muhs-Panoramaweg hoch über Prägraten durchwandert man schließlich das Lasnitzental bis zur Lasnitzenhütte (1.900 m), ehe man endlich über die Micheltalscharte und den Bödensee das nächste Etappenziel erreicht. Auf der Neuen Reichenberger Hütte (2.586 m) wartet dann die wohlverdiente Stärkung in Form von traditionell-bodenständigen Speisen.

Bergerseehütte, Lasnitzenhütte und Neue Reichenberger Hütte im Detail:

 

Bergerseehütte
Die Bergerseehütte (2.182 m) liegt am Rande des idyllischen Berger Sees im Zopatnitzental, das sich in der Gebirgsregion der Lasörlinggruppe in Osttirol befindet. Direkt am Lasörling Höhenweg gelegen, ist die familienfreundlilche Hütte eine gern gesehene Einkehrstation für erschöpfte Wanderer im Rahmen von mehrtägigen Wanderungen. Auch der Prägratner Hausberg, der Berger Kogel (2.656 m), ist von hier aus sehr bequem in ca. 1:30 h erreichbar. Weiters ist der Muhs-Panoramaweg wegen der herrlichen und unberührten Naturlandschaften zu empfehlen. 
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Lasnitzenhütte
Im schönen Lasnitzental in Osttirol gelegen, ist die Lasnitzenhütte (1.900 m) wegen ihrer einfachen Erreichbarkeit auch ideal für Familien geeignet. Die privat geführte Hütte ist Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Gipfelwanderungen wie etwa auf den Toinig (2.666 m) oder Lasörling (3.098 m). Auch der Muhs-Panoramaweg mit Übergang zur Bergerseehütte ist sehr beliebt. Außerdem bietet die für ihren leckeren Käse bekannte Alm einen herrlichen Ausblick auf den imposanten Gipfel des Großvenedigers (3.666 m). Mit etwas Glück können hier auch Tiere wie Gämse, Murmeltiere und sogar Steinadler beobachtet werden.
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Neue Reichenberger Hütte
Die Neue Reichenberger Hütte (2.586 m) inmitten der Osttiroler Vendiger-Gruppe, sehr zentral in der Lasörlinggruppe am malerischen Bödensee, ist ein beliebtes Ziel wandernder und bergsteigender Menschen. Die Lasörlinggruppe wird im Norden vom Virgen- und im Süden vom Defereggental begrenzt. Die Hütte ist ein idealer Rast-Ort, um auf halber Strecke auf der eintägigen Überschreitung des Lasörlingkamms vom Defereggental ins Virgental (oder umgekehrt) einzukehren. Rund 30 Gehminuten von ihr entfernt, ist der Bachlenkenkopf zu erklimmen. Von dort können wir uns einen unbeschreiblichen Blick auf den Großvenediger holen. Ein, von der Hütte ebenfalls recht einfach zu erreichender und nicht minder eindrucksvoller Aussichtsgipfel, ist die Gösleswand.
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Etappe 4: Neue Reichenberger Hütte - Clarahütte

Die vorletzte Etappe führt auf dem Rudolf-Tham-Weg zum milchtrüben Dabersee und über mächtige Moränen ins enge Dabertal hinab. Auf einer Flanke geht es dann in Kehren weiter abwärts, ehe man die Isel im Umbaltal erreicht. Hier steht nun der Gegenanstieg zum Lassensteig an. Taleinwärts erreicht man schließlich die Clarahütte auf 2.038 m.

Die Clarahütte im Detail:

Clarahütte
Hütte • Tirol

Clarahütte (2.038 m)

Nachdem die Clarahütte (2.038 m) im Winter 2012/13 von einer Lawine schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde – und das nicht zum ersten Mal in ihrer seit 1872 währenden Geschichte – präsentiert sie sich nach der Generalsanierung und großzügigen Erweiterung in neuem Glanz. Sie liegt im Osttiroler Umbaltal mitten im Nationalpark Hohe Tauern, nicht weit vom Umbalsee, und ist umgeben von etlichen Dreitausendern wie der Röt-, der Dreiherren- oder der Daberspitze. Der Talort ist Prägraten in Osttirol. Frequentiert wird dieser inzwischen sehr moderne Stützpunkt hauptsächlich von Wanderern, Kletterern und Hochtourengehern. Im Winter ist das Tal sehr gefährlich und nicht für Skitourengeher zu empfehlen. Von der leicht erreichbaren Hütte aus lassen sich neben anspruchsvollen Touren auch faszinierende Gletscherbegehungen wie der Gletscherweg Umbalgletscher (Gehzeit rund 1:30 h) in Angriff nehmen. Ein besonderes Gustostückerl aber ist die sogenannte Alpenkönigroute, die über Hohe Gruben – man sagt, das sei der schönste Platz der Welt –, Hohe-Gruben-Scharte (2.917 m) und Quirlwand zur Essener-Rostocker-Hütte führt. Von Hütte zu Hütte ist man dabei rund 7 h unterwegs.
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Etappe 5: Clarahütte - Ströden

Die letzte Etappe hält mit den Umbalfällen einen krönenden Abschluss bereit: Zunächst steigt man ins Umbaltal ab, folgt dem Verlauf der Isel und beschreitet im unteren Bereich der Wasserfälle mit dem „NaturKraftWeg“ einen informativen Wasserschaupfad, der Wissenswertes rund um den wilden Gletscherbach Isel und die Umbalfälle am Oberlauf vermittelt. Sie sind tosender Ausdruck einer der letzten freifließenden Gebirgsbäche in den Alpen und wurden 1991 zum Naturdenkmal erklärt. Am Fuße der Umbalfälle erreicht man schließlich das Ziel des Lasörling Höhenwegs: Mit der Pebellalm (1.520 m) und der Islitzer Alm bieten sich noch einmal zwei Almen zur Einkehr an. Per Hüttentaxi oder Pferdekutsche gelangt man bequem nach Ströden am westlichen Ende des Virgentals.

Die Islitzer Alm im Detail:

Islitzer Alm
Hütte • Tirol

Islitzer Alm (1.513 m)

Die Islitzer Alm liegt unweit des Bergsteigerdorfes Prägraten am Großvenediger auf 1.513 m Seehöhe. Schon von der Sonnenterrasse der bewirtschafteten Alm ist bereits das Tosen und Rauschen der bekannten Umbalfälle zu hören. Dazu gesellen sich einige prominente Gipfel der Venedigergruppe. Die Islitzer Alm ist gemütlich in in ca. 30 min zu erreichen. Vom Parkplatz wandert man entlang des 1. Wasserschaupfades Europas zur Hütte. Der Weg dort hin ist auch für Familien mit Kindern sehr gut machbar.
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